Politik

Biden führt mit 9% Vorsprung, Trumps COVID-Erkrankung wirft Wahlkampf durcheinander

Kommentar

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden liegt laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos nach dem ersten TV-Duell weiterhin neun Prozentpunkte vor Amtsinhaber Donald Trump. Landesweit hätten sich 50 Prozent für Biden ausgesprochen, 41 Prozent für Trump, geht aus der Erhebung vor. Nur rund fünf Prozent der befragten Wähler sind demnach noch unentschlossen.

In der TV-Debatte ging es erwartungsgemäß um Trumps Reaktion auf die Pandemie. Vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass der Präsident und die First Lady sich infiziert haben und in Quarantäne sind. Je nachdem, wie stark Trump Symptome entwickelt, wird ihm dies als Schwäche ausgelegt werden. Bisher fehlen die Details zu Symptomen. Selbst verhältnismäßig milde Verläufe von COVID können lang anhaltende Auswirkungen haben wie chronische Erschöpfung oder Gedächtnisprobleme.

Der russische Präsident Putin hat sich laut Berichten stärker isoliert und die Sicherheitsanforderungen an seine Besucher verstärkt.

Der Präsident twitterte, um die Nachricht kurz vor 1 Uhr EST am Freitag zu bestätigen: “Heute Abend wurden @FLOTUS und ich positiv auf COVID-19 getestet. Wir werden unverzüglich mit der Quarantäne und dem Heilungsprozess beginnen. Wir werden das ZUSAMMEN überstehen!“

Trump ist mit 74 Jahren und Übergewicht besonders gefährdet durch den Virus, hat aber die besten Ärzte zur Verfügung. Auf Social Media begannen sofort Hypothesen zu zirkulieren, der Präsident sei gar nicht krank, sondern es handle sich um einen PR-Stunt, um zu zeigen, wie leicht die Krankheit zu besiegen sei. Trump-Supporter wiederum fürchten, der “linke Deep State” würde dahinter stecken. Der Herausforderer Joe Biden konnte seinen Vorsprung von 9% auch nach der TV-Debatte halten und ist mit seinem hohen Alter ebenfalls in besonderer Gefahr durch das Virus.

Aus der Flut von Fehlinformationen, Verschwörungstheorien und Unwahrheiten, die das Internet auf den Coronavirus säen, zeichnet sich ein gemeinsamer roter Faden ab: Präsident Trump. Das ist die Schlussfolgerung von Forschern der Cornell-Universität, die 38 Millionen Artikel über die Pandemie in englischsprachigen Medien auf der ganzen Welt analysiert haben. Die Erwähnung von Mr. Trump machte fast 38 Prozent des gesamten “Fehlinformationsgesprächs” aus und machte den Präsidenten zum größten Treiber der “Infodemie” – der Unwahrheiten im Zusammenhang mit der Pandemie. Die Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wird, ist die erste umfassende Untersuchung von Fehlinformationen über Coronaviren in traditionellen und Online-Medien. “Die größte Überraschung war, dass der Präsident der Vereinigten Staaten der größte einzelne Treiber von Fehlinformationen rund um Covid war”, sagte Sarah Evanega.

Trump sprach in aufgezeichneten Interviews unter vier Augen über die tödliche Natur des Coronavirus, obwohl er Anfang des Jahres öffentlich die Schwere von COVID-19 herunterspielte, bevor die Pandemie fast 200.000 Amerikaner das Leben kosten würde.

Der Präsident teilte seine Einschätzung mit Bob Woodward von der Washington Post in aufgezeichneten Telefoninterviews im Februar, als sich das Virus von China aus auf andere Teile der Welt ausbreitete.

In aufgezeichneten Interviews, die am Mittwochnachmittag enthüllt wurden, gab Trump zu: “Das ist tödliches Zeug”.

“Man atmet einfach die Luft ein, und so wird es weitergegeben”, sagte Trump bei einem Anruf am 7. Februar. “Und so ist das eine sehr knifflige Angelegenheit. Das ist eine sehr heikle Sache. Es ist auch tödlicher als selbst die ausgewachsene Grippe.”

Trump war am 28. Januar im Oval Office über das Virus informiert worden, wie Auszüge aus der Washington Post beschreiben.

Der nationale Sicherheitsberater Robert O’Brien warnte ihn: “Dies wird die größte Bedrohung der nationalen Sicherheit sein, der Sie während Ihrer Präsidentschaft gegenüberstehen”, so Woodward.

O’Briens Stellvertreter, Matthew Pottinger, warnte, die Bedrohung sei vergleichbar mit der Grippepandemie von 1918, die weltweit 50 Millionen Menschen tötete.

Öffentlich sagte er der Nation, dass das Virus “verschwinden” werde und “alles gut werden würde”.

Trump sagte der Nation am 30. Januar: “Wir glauben, dass wir es sehr gut unter Kontrolle haben. Wir haben im Augenblick in diesem Land nur sehr wenige Probleme – fünf. Und diese Menschen erholen sich alle erfolgreich.”

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