Politik

Schwedens Chef-Epidemiologe erwägt neue Einschränkungen

Die Reaktion Schwedens auf das Coronavirus ohne Sperre ist in Gefahr, da Beamte inmitten einer Flut von Fällen in Stockholm über „kettenbrechende“ lokale Beschränkungen nachdenken. Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell, der Architekt der Herdenimmunität, ging auf die Vorschläge für die Hauptstadt ein. „Wir denken an ziemlich kurze Restriktionen, um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen, braucht man vielleicht zwei bis höchstens drei Wochen“, sagte Tegnell am Mittwoch der Zeitung Dagens Nyheter. Wir sind sozusagen noch dabei, das Konzept zu entwickeln, aber so etwas in der Art“. Tegnell fügte hinzu: „Die Einschränkungen könnten sehr lokal begrenzt sein. Es könnte sich um einen einzelnen Arbeitsplatz oder einen Stadtbezirk handeln: überall dort, wo Sie eine Ausbreitung sehen und denken, dass es Einschränkungen gibt, die sie stoppen könnten“.

Schweden hat nur rund ein Achtel so viele Bürger wie Deutschland und zusätzlich zu dieser geringen Bevölkerungsdichte handelt es sich um eine obrigkeitshörige Bevölkerung, die vorauseilenden Gehorsam leistete. Immer noch grassieren irreführende Schlagzeilen, laut denen Schweden “keinen Lockdown” befohlen hätte und “ohne Lockdown ausgekommen wäre”. Solche Schlagzeilen sind aber eine faustdicke Lüge.

  • Die Krankheit hat den gleichen gesetzlichen Status wie Ebola, SARS und Pocken.
  • In Stockholm, der am stärksten von der Pandemie betroffenen Stadt, war die Hälfte der Todesfälle in  zahlreichen Alten-Pflegeheimen zu beklagen. Schweden hatte bisher also Glück, dass zum Großteil Altenheime betroffen sind, die man leicht von der Außenwelt isolieren kann
  • Auf die Frage, ob Schweden strengere Beschränkungen in Betracht ziehen würde, machten Löfven und Linde beide deutlich, dass die schwedische Regierung nicht zögern würde, dies zu tun, wenn sie es für notwendig erachtet und auf Anraten der Fachleute stattfindet
  • Es wurde “empfohlen” (mit der Androhung von Zwang im Hintergrund), dass so viele Angestellte wie möglich im Home Office arbeiten. Sehr bald arbeitete die Hälfte der schwedischen Angestellten zuhause. Es wurde auch “empfohlen” dass Schulunterricht bis auf weiteres über das Internet stattfindet.
  • In Stockholm verringerten sich die Fußgänger und der öffentliche PKW-Verkehr um 70% und respektive 30%.
  • Laut einer Analyse von Mobilfunkdaten aus der Osterwoche, die vom Mobilfunkbetreiber Telia durchgeführt wurde, waren die meisten Schweden den Empfehlungen der Regierung gefolgt, unnötige Reisen während der Osterferien zu vermeiden. Insgesamt seien die Reisen aus der Region Stockholm um 80-90% zurückgegangen, und die Zahl der Stockholmer, die in beliebte Urlaubsziele wie Gotland und die Skigebiete in Åre reisten, sei um mehr als 90% gesunken. Reisen zwischen anderen Regionen Schwedens waren ebenfalls zurückgegangen. Die Fährgesellschaft Destination Gotland, die ihre Kunden zuvor aufgefordert hatte, ihre geplanten Reisen für Ostern zu überdenken, berichtete, dass 85% aller Buchungen umgebucht wurden.
  • Am 27. März gab die Regierung bekannt, dass Versammlungen von mehr als 50 Personen verboten sind
  • Am 24. März 2020 führte die Regierung neue Beschränkungen für Bars und Restaurants ein, die vorschreiben, dass der gesamte Service nur am Tisch erfolgen darf (keine Buffets mehr). Den Restaurants wurde außerdem “empfohlen”, den Platz zwischen den Tischen zu vergrößern. Lokale, die sich nicht an die neuen Beschränkungen halten, können geschlossen werden
  •  Ab dem 1. April wurden alle privaten Besuche in Altersheimen/Pflegeheimen von der Regierung verboten
  • Von nicht notwendigen Reisen innerhalb Schwedens wurde am 19. März “abgeraten”
  • Zahllose Sportveranstaltungen wurden abgeblasen oder auf (unbestimmte) Zeit verschoben

Die Hälfte der Angestellten zuhause? Schulen übers Internet? Zusammenbruch des Verkehrs? Es handelte sich um einen de facto Lockdown, der in Schweden stattfindet.

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