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Jetzt vorbestellen: Tiefste Geheimnisse der Supermächte Band 4 – Herrschafts- und Widerstandstechniken

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Das wichtigste Feld der Wissenschaft unterliegt in seiner Gesamtheit strengster Geheimhaltung, hat nicht einmal einen Namen und seine Existenz wurde noch nie zugegeben. Es ist die Wissenschaft der Imperien und wir nennen sie schlicht Imperiologie.

Die einzelnen Teile der Imperiologie, wie etwa u.a. das Militärwesen, das Geheimdienstwesen, die Psychologie, die Psychometrie, die Politikwissenschaft und Geschichtsforschung wurden voneinander getrennt entwickelt als separate Wissenschaftsfelder samt unterschiedlichen spezialisierten Teilgebieten und begrenzten Aufgaben. Jeder gewöhnliche Funktionär soll möglichst nur gerade soviel wissen, wie es für die Erfüllung der Teilaufgabe notwendig ist. Nur mit dem kompletten Überblick über die gesamte Imperiologie versteht man, wie Herrschaft wirklich funktioniert und wo ihre Schwachstellen liegen.

Eine richtig etablierte Herrschaft auf hohem wissenschaftlichem Niveau zu beenden, oder zumindest weitgehend einzudämmen, ist in etwa so wie man sich die erste Reise zum Mond vorgestellt hat: Theoretisch durchaus machbar, aber sehr kompliziert und teuer. Die meisten Menschen, die eine Herrschaft brechen wollen, verfügen nur über sehr eingeschränktes Wissen und unterschätzen die Aufgabe daher dramatisch. Mit altbackenen Konzepten wie Populismus, Marxismus-Leninismus, Faschismus, Islamismus, Terrorismus oder mit begrenztem geheimdienstlichem Training, das man von Ausbildern mit Hintergedanken erhalten hat, wird vergeblich versucht, es mit hochwissenschaftlichen Strukturen aufzunehmen.

Man hat im Grunde nur drei Wege, auf denen man seinen Willen durchsetzen kann: Die Überredung anderer Menschen, Gewalt und Geheimoperationen. Für die erste Kategorie sind Politiker, Medien und Aktivisten zuständig, Kategorie zwei ist Armeen, Polizisten und Terroristen vorbehalten, und die dritte Kategorie traditionell den Geheimdiensten. Diese Einteilung scheint in Stein gemeißelt, allerdings überschattet geheimdienstliche Aktivität die beiden anderen Kategorien, denn Polizisten, Soldaten, Terroristen, Politiker, Journalisten und Aktivisten sind allesamt auf Informationen angewiesen und gleichzeitig anfällig für Manipulation.

Es überrascht daher nicht, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion sich der Geheimdienstapparat durchsetzen konnte, und nicht etwa das russische Militär oder die alte Partei-Garde. Das Putin-Regime „überredet“ das Volk, sich brav zu fügen, und wendet sofort Gewalt und geheimdienstliche Zersetzungsmethoden an, wenn jemand sich einfach nicht überreden lassen will.

Während dem Umbruch im Ostblock amtierte in den USA Präsident George H. W. Bush, der zuvor Direktor des Geheimdienstes CIA gewesen und mit der Eindämmung sowjetrussischer Interessen beauftragt war. Dissidenten im Ostblock hofften auf die Hilfe der CIA; die Dissidenten im Westen hofften auf den KGB. Richtig ausgezahlt hat sich das für keine der Dissidenten-Gruppen, weil es doch immer wieder Verräter und Überläufer gab, die die Operationen platzen ließen. Forscher zum Terrorismus wie Regine Igel befürchteten, dass die Supermächte sich heimlich an der Spitze miteinander absprachen, um die Dissidenten beschäftigt zu halten und dabei das Gleichgewicht der Supermächte zu wahren, ohne dass sich unabhängige Mächte etablieren konnten. Das hieße, die USA und Russland würden jeweils die Dissidenten der anderen Seite verraten. Frustrierte Bürger im Westen ließen sich einfangen von der „Gegenkultur“ und folglich von Regierungsprogrammen wie CHAOS, COINTELPRO oder MKULTRA infiltriert und zersetzt.

Bushs Nachfolger Bill Clinton wurde die Vorwürfe nie los, er sei zu seiner früheren Zeit als Gouverneur von Arkansas verwickelt gewesen in CIA-Operationen, bei denen Waffen für antikommunistische Kämpfer ausgeflogen und Kokain eingeflogen wurde. George W. Bush gelangte nur mit massiver Wahlmanipulation zweimal ins Weiße Haus, wie Greg Palast zeigen konnte, was jedoch auffällig wenig Protest bei den Democrats auslöste. Für die US-Oberschicht ist es am bequemsten, wenn sich die Democrats und Republicans alle vier bis acht Jahre abwechseln und man die Wähler damit bei der Stange hält.

Es gab auch Verbindungen zwischen Barack Obama Sr. und den CIA-finanzierten Operationen in Kenia, mit denen der Einfluss der Sowjetunion und China auf Studentenkreise vermindert werden sollte und mit denen darüber hinaus der Aufstieg von unabhängigen afrikanischen Führungspersönlichkeiten eingedämmt werden sollte. Präsident Obamas Arbeit im Jahr 1983 für die Business International Corporation, eine CIA-Tarnfirma die Seminare mit den mächtigsten Führungsfiguren der Welt abhielt und Journalisten im Ausland als Agenten einsetzte, passt zu den CIA-Spionagetätigkeiten seiner Mutter Stanley Ann Dunham in Indonesien in den 1960er Jahren nach dem Staatsstreich für eine Anzahl an CIA-Tarnorganisationen, darunter das East-West Center an der University of Hawaii, die U.S. Agency for International Development (USAID) und die Ford-Stiftung. Dunham traf und heiratete anschließend Lolo Soetoro, Obamas Stiefvater, beim East-West Center im Jahr 1965. Soetoro wurde 1965 nach Indonesien zurückbeordert um dort als ranghoher Armeeoffizier zu arbeiten und General Suharto sowie der CIA bei dem blutigen Sturz von Präsident Sukarno zu helfen.

Donald Trump gewann nicht 2016 die Wahl durch Online-Aktivisten mit Memes und Fake News auf Social Media, sondern die Republicans hatten mit den altbekannten Tricks massenhaft Wähler von den Wählerlisten gestrichen und viele Stimmen für ungültig erklärt. Sein früher Mentor Roy Cohn jagte im Kalten Krieg Sympathisanten der Kommunisten mit Hilfe von Sex-Fallen mitsamt versteckten Kameras. Die Mafia-Familien in New York, wo seine Bauprojekte waren, gehen zurück auf den Zweiten Weltkrieg, wo die USA Partner in Sizilien brauchten. Er geriet wegen seinen zahlreichen geschäftlichen Verbindungen zu der russischen Einflusssphäre in den Verdacht, erpresst und quasi von einem russischen Dienst geführt zu werden. Dass er in der Vergangenheit, also noch vor dem Bruch zwischen Ost und West im Zuge der Ukraine-Krise 2014, vielleicht eher in einem lockeren Einverständnis mit westlichen Diensten kooperiert haben könnte, um russische Oligarchen anzulocken, spricht niemand an.

Putin und Trump gelten für die Linken als Vertreter einer faschistischen Weltverschwörung, die zumindest in ideologischer Übereinstimmung handeln würden. Den führenden Democrats wird unterstellt, sie seien Agenten des kommunistischen Chinas oder der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung, obwohl die US-Oberschicht genauso die Democrats wie die Republicans kontrolliert. Die Vorstellung, dass unsere Politiker im Eigeninteresse und zugunsten von Konzernen handeln, die großzügige Wahlspenden verteilen, ist schon gruselig genug. Dass Politiker aber von einem Geheimdienst geführt werden könnten, ist eine völlig andere Dimension. Die Medien haben sich längst an die jeweilige politische Seite verkauft und die Online-Aktivisten hassen sich gegenseitig mit Leidenschaft. Noch nie war die Diskussionskultur so schlecht wie heute und die Spaltung der Gesellschaft so groß. Selbst Männer und Frauen werden gegeneinander aufgehetzt im Kampf zwischen militanten Feministen und der neurechten Männer-Bewegung.

All diese verrückten Zusammenhänge zeigen einen hohen Grad an Organisation und Erfahrung, verraten aber gleichzeitig eine erhebliche Schwäche, denn die Supermächte würden dieses Theater nur dann veranstalten, wenn sie darauf angewiesen sind.

Dieses Buch ist keine Anleitung für Krawall oder eine Bestätigung für Hobby-Ché Guevaras, Kreml-Bots, Rechtsextremisten oder andere Dogmatiker, die sich seit Ewigkeiten nutzlos im Kreis drehen, ohne eine bessere Welt zu schaffen. Es ist kein zusammenkopiertes Pamphlet mit schlechten Verschwörungs-Hypothesen, kein linkes Guerilla-Handbuch und kein Abklatsch von „Rules for Radicals“. Es handelt sich stattdessen um eine systematische Aufarbeitung darüber, wie Techniken aussehen müssen, um als Normalbürger die eigenen Interessen durchzusetzen gegen erfahrene Herrscherklassen, die ihrerseits auf wissenschaftlichem Niveau agieren.

Selbst professionellere revolutionäre Gruppen in unterschiedlichsten Ländern, die Ausbildungskurse durchlaufen haben von amerikanischen oder russischen Geheimdiensten, lernen bei Weitem nicht alles, worauf es ankommt, und erfüllen letztendlich doch nur primär die Interessen der Regierungen Amerikas oder Russlands; nicht die Interessen des jeweiligen Volkes. In den wohlhabenderen Ländern hat sich viel politische Aktivität ins Internet verlagert, wo sich Leute in ihren Echokammern bestätigen und mit Kampagnen versuchen, neue Leute anzuwerben und ihre Gegner anzubrüllen. Die Erfolgsaussichten von Internet-Aktivismus sind begrenzt und diejenigen, die anderen am liebsten die eigene Meinung einprügeln möchten, merken recht bald, dass man die allermeisten Mitmenschen nicht wirklich überreden kann. Das Internet hat in den USA keine einzige neue Partei etablieren können, während in Deutschland die AfD zwar von Online-Aktivismus profitieren konnte, letztendlich aber mit ihrem altbackenen ideologischen Fundament nur ein Sammelbecken wurde für ein aussterbendes Klientel. Auch im 20. Jahrhundert verläuft die Spaltung der westlichen Gesellschaften entlang der bekannten Ideologien, die älter sind als die moderne Wissenschaft, es gibt schon lange in den Ideologien keinen Fortschritt mehr und die heutigen Online-Aktivisten benutzen den gleichen Agitprop der vor der Internet-Ära benutzt wurde. Der wirkliche Profiteur des technologischen Fortschritts sind die drei Supermächte, die ihre Algorithmen entwickelt haben, um die Persönlichkeitsstrukturen der Menschen und deren Verhalten zu messen und zu beeinflussen.  

Viele „Widerstands“-Gruppen, die längst in Vergessenheit geraten sind, hatten sich zwischen den beiden Supermächten USA und Russland zerreiben lassen, ohne dauerhaft die eigenen Interessen wirklich durchsetzen zu können. Russland und China sind klassische Diktaturen mit einer einheitlichen, sichtbaren Obrigkeit, die direkt ihre Agenda umsetzen und zu diesem Zweck auch direkt Gewalt gegen ihre Untertanen ausüben kann. In der angloamerikanischen (NATO)-Sphäre haben wir hingegen die Illusion von politischen Wahlmöglichkeiten, freien Märkten und einer fairen Justiz. Die ursprünglich aus dem Adel stammende Oberschicht hat dermaßen viele Tarnorganisationen in Form von Firmen, Behörden, NGOS und Parteien geschaffen und nutzt dermaßen viele Strohmänner sowie verschiedene Ideologien und unzählige einzelne ideologisch-politische Dogmen, dass es für den Bürger unüberschaubar kompliziert wirkt.

Wenn Leute von Widerstand reden, meinen sie damit in der Praxis hauptsächlich, andere Bürger zu drangsalieren, die eine andere politisch-ideologische Gesinnung haben, Gelaber auf Youtube und anderen sozialen Medien, nutzlose Demos, etablierte Parteien und chaotische neue Parteiprojekte, die schnell von Spinnern und Spitzeln gegen die Wand gefahren werden. Ab und an gibt es einen Anschlag durch einen verstrahlten Spinner und regelmäßig fliegen diverse Terror-Grüppchen auf, weil ein Spitzel drunter ist. Ansonsten hocken die Leute herum und warten auf die Erlösung durch Trump oder Putin oder einen linken vermeintlichen Heilsbringer. Viele Hobby-Ché-Guevaras tummeln sich im Internet und abseits des Internets, aber sie fahren in denselben abgenutzten Bahnen, die es teilweise seit hunderten Jahren gibt. Sie halten sich gleichzeitig für Experten über Herrschaftstechniken und Widerstandstechniken, egal ob sie sich nur ihren Stuss aus dem Internet zusammengeklaubt haben, oder irgendwelche Ausbildungskurse im Guerilla-Kampf bzw. Revolutionskampf durchlaufen haben. Sie lassen sich nicht von der Tatsache bremsen, dass ihr ideologisches Fundament und ihre Methoden gar nicht funktionieren können, bisher nicht die gewünschten Ergebnisse brachten und nie die gewünschten Ergebnisse bringen werden. Über 200 Jahre nach dem Stuss von Karl Marx (der wahrscheinlich ein Agent des Adels war, siehe Band I dieser Buchreihe) und nach den Schrecken des real existierenden Sozialismus im 20. Jahrhundert versuchen Linke heute immer noch, mit seinen Rezepten Kontrolle zu gewinnen. NeoNazis haben 75 Jahre lang nichts hinbekommen und nie die Spionagegeschichte der Ära des Dritten Reichs erkundet, wollen aber genauso weitermachen, wie sie es 75 Jahre lang probiert haben. Die klassischen Verschwörungsmedien begannen in den 1790er Jahren, aber es ist nie wirklich eine Wissenschaft daraus geworden. Anhänger der Szene möchten die gescheiterten Rezepte der letzten 200 Jahre praktisch unverändert weiter anwenden. Europäische Rechtsterroristen lassen sich heute in Lagern in Russland ausbilden gemäß Handbüchern, die sich unwesentlich unterscheiden zu den Handbüchern, mit denen Sowjetrussland im Kalten Krieg noch Kommunisten trainierte. Die Mitte wählt einfach Mitte-Parteien und führt ein spießiges Mitte-Leben, während darauf gehofft wird, dass Justiz und Geheimdienste alle gefährlichen Gruppen aus dem Verkehr ziehen, die der Heilslehre des Mitte-Spießertums zuwiderlaufen.

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1 comment

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fyab 14. September 2020 at 23:46

Echt krass mann! echt

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