Politik

Politikwissenschaft ist ein Betrug

Eine typische Diktatur mag vielleicht einen gewissen Prozentsatz der Untertanen zufriedenstellen, aber zu viele der Untertanen sind einfach anders von ihrer Persönlichkeitsstruktur und Genetik. Das angloamerikanische Imperium hat die Sache viel eleganter und wissenschaftlicher gelöst, indem man der Bevölkerung eine breite Auswahl an Ideologien erlaubt hat, die das gesamte Spektrum abdecken. Für jeden ist etwas dabei, denn eine Oberkategorie wie „rechts“ unterteilt sich nochmals in zahlreiche Unterkategorien, je nach Geschmack.

Der Bürger kann eine dieser vorgefertigten Kategorien auswählen, sich dann nach Lust und Laune abstrampeln und sich müde kämpfen gegen die Anhänger anderer ideologisch-politischer Kategorien. Es ist nur eine Illusion der Vielfalt, denn alle Kategorien sind mehr oder minder verdeckt gesteuert, durch reiche Gönner, Lobby-Organisationen, Geheimdienste, adelige Netzwerke, die Justiz, Geheimgesellschaften usw. In den Parlamenten wird dieses System so simpel wie möglich praktiziert, weil die meisten Wähler erhebliche Bildungsmängel haben und in sehr simplen Kategorien denken und wählen. In den USA gibt es nur zwei Parteien von Bedeutung, eine links und die andere rechts. Viele Wähler sind fest in den jeweiligen Lagern verankert und würden nie die „gegnerische“ Partei wählen. Diejenigen mit mehr Bildung und mehr Zeit können tiefer eintauchen in die verschiedenen Strömungen (also Unterkategorien) ihrer bevorzugten Partei, können ideologische Diskussionen stärker verfolgen und sich daran beteiligen. In Deutschland gab es die Konservativen (CDU), die Sozialdemokraten (SPD) und die Libertären (FDP). Dann kamen irgendwann die Ökosozialisten (Grüne) dazu, eine stärker sozialistische Partei (LINKE) und eine konservativere Partei (AfD) als sich die CDU eher der Mitte zugewandt hatte. In den letzten Jahren gab es gewisse Verschiebungen, bei denen die CDU und SPD an Stimmen verloren, aber im Prinzip änderte sich nichts an der grundlegenden Verfügbarkeit von klassischen, ideologisch-politischen Wahlmöglichkeiten. Die CDU könnte wieder stärker konservative Positionen besetzen, vor allem, falls es zu erhöhten Ost-West-Spannungen kommt, bei denen die Wähler sich nach einem konservativen Felsen sehnen. Es kann auch eine Werteunion-Partei starten als konservativer Bruder der Mitte-CDU. Die SPD könnte zu neuen Kräften kommen bei einem Ost-West-Konflikt, weil sie darin als erfahren gilt und nicht als so radikal wie die LINKE. Die Spannungen innerhalb der AfD basieren im Endeffekt darauf, dass der bürgerlich-gemäßigte Flügel klassische liberalkonservative Literatur liest, während der rechte Flügel hingegen Rechtsrevisionismus und Verschwörungsliteratur konsumiert. Dabei spielen sicherlich auch Unterschiede in den Persönlichkeitsstrukturen eine Rolle, denn die Bürgerlichen sind eher vorsichtig, während der rechte Flügel deutlich revolutionärer und risikobereiter gesinnt ist. Das angloamerikanische Imperium kann seit Jahrzehnten mit elektronischer Überwachung geheime Datenbanken pflegen, in denen jeder einzelne Bürger genau erfasst ist, inzwischen auch via Psychometrie mit seiner Persönlichkeitsstruktur. In der Supermacht China gibt es inzwischen sogar ein „Social Credit“-System, das kontinuierlich digital misst, wie systemkonform sich ein Bürger verhält. Je weniger Punkte man sammelt, umso eher bekommt man Probleme. Es gibt nur eine Ideologie, die man haben darf und Abweichungen sind nicht toleriert. In Russland herrscht die Putin-Partei und es gibt eine Handvoll gesteuerter kleiner Pseudoparteien ohne Bedeutung. Eine richtige politische Teilhabe, insbesondere eine libertär-freiheitliche, ist verboten. Auch die Sphäre der Verschwörungstheoretiker ist größtenteils unter Kontrolle (siehe mein Buch „Adel – Geheimdienste – Militär“) und bedient ein diverses Publikum, von kritischen Denkern bis hin zu Leichtgläubigen und latent Schizophrenen, die sich anderswo nur ungenügend repräsentiert sehen. Man hat dafür gesorgt, dass jede gängige Ideologie mit bestimmten Persönlichkeitstypen korrespondiert, wichtige Ideen enthält, aber auch krasse Irrtümer und krankhaft bösartige Dynamiken. Im Libertarismus findet man essentielle Konzepte zu Freiheit und Marktwirtschaft, aber eben auch die naive Huldigung diverser krimineller Oligarchen, deren Großkonzerne heimlich aufgebaut wurden durch die Netzwerke des adeligen angloamerikanischen Imperiums. Libertäre verstehen nicht, dass der bisherige Großkapitalismus ein Schwindel war, eine getarnte Weiterführung von Monarchie und Aristokratie. Die Linken wiederum verstehen am besten, dass der bisherige Großkapitalismus ein korrupter, ausbeuterischer Feldzug elitärer Familien war, allerdings ist das Gegenmodell des Sozialismus gefährlicher Unfug und geht leider auch zurück auf das Imperium. Rechte wissen, wie bedeutsam Volk und Staatsgrenzen und Traditionen sind, wissen aber zu wenig über Freiheit und Fortschritt. Eine typische Ideologie will eine „Paketlösung“ sein, eine verbindliche Sammlung an Ideen, die man komplett schlucken oder komplett verwerfen soll. Je mehr eine Ideologie Sekten-Mechanismen verwendet und je stärker narzisstische und psychopathische Dynamiken vorhanden sind, umso totalitärer wird das Denken. Man ist entweder ein Genosse oder ein Feind. So treten heute auch Figuren wie Greta Thunberg, grüne Politiker oder die Anhänger von Extinction Rebellion mit einem geschlossenen Weltbild auf. Es wäre leicht, eine gewöhnliche rechtskonservative oder libertäre Analyse anzufertigen über die grün gefärbte sozialistische Agenda und dann entsprechende rechtskonservative bzw. libertäre Lösungsansätze zu liefern, um diese Agenda zurückzudrängen. Man müsste nur schimpfen auf die Irrtümer des Sozialismus und die manipulative Klimaforschung, dann noch grundsätzliche liberalkonservative Überzeugungen predigen und letztlich dazu auffordern, rechte Parteien zu wählen und auf Gestalten wie Donald Trump und Wladimir Putin hoffen. Wie bereits erwähnt, bezahlen die Koch-Brüder mit ihrem Vermögen weite Teile der libertären und konservativen Politik und dominieren das Feld der Opposition zu den Ökos. Die Kochs und andere elitäre Clans können also theoretisch bestimmen, wie lange dieser politische Kampf dauern wird, mit welchen Mitteln er geführt wird und wer letztendlich gewinnt. Wenn die Rockefellers schon umsatteln konnten auf andere Industrien, können das die Kochs natürlich auch rechtzeitig tun. Das ökosozialistische Lager ist genauso unterteilt in verschieden Unterkategorien wie das rechte Lager. Es gibt bei den Rechten diejenigen, die den Mythos einer jüdischen Weltverschwörung glauben und den grünen Sozialismus als „jüdischen Bolschewismus“ interpretieren und folglich mit faschistischen oder nationalsozialistischen Ideen versuchen, gegenzusteuern. Die amerikanische Verschwörungsmedienfirma Infowars von Alex Jones warnte über 20 Jahre lang vor dem primitiven Links-Rechts-Denkmuster und dass beide Parteien gesteuert sind4, sprang dann aber 2016 auf den Trump-Hype auf und proklamiert seitdem, dass ein Bürgerkrieg bevorstünde und dass Trump das Kriegsrecht ausrufen und Linke in Internierungslager sperren solle5. Es ist nicht klar, aus welchen Gründen Jones umgeschwenkt ist, aber in seiner derzeitigen Ausrichtung stellt er eben keine Gefahr mehr da für das Establishment. Sein Einflüsterer ist ausgerechnet Dr. Steve Pieczenik, ein alteingesessener Experte für psychologische Kriegsführung, der schon unter Henry Kissinger gearbeitet hatte. Es gibt Forscher, die schwerpunktmäßig die kommunistische Langzeitstrategie des Ostblocks und den Moskauer Einfluss auf die westliche Umweltbewegung und die westlichen Sozialisten untersuchten; auch hier wird gefordert, wieder in Richtung politischer Mitte und nach rechts zu drängen, um die NATO zu schützen und gegenzusteuern. So manche Wähler der CDU begreifen sich politisch als in der Mitte und meinen, solange man nur die politische Mitte verteidigt, würde der „Klimaschutz“ schon nicht die Wirtschaft und die Freiheit ruinieren. Die angloamerikanische Supermacht hat sämtliche politische Denkschienen aber längst einkalkuliert und kontrolliert sowohl die Denkmuster, als auch die Ideologien an sich.

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6 comments

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Ben Esch 28. Mai 2020 at 9:11

Endlich wieder Mal ein gscheiter Artikel abseits von Covid, der aufzeigt wie das Mehrparteiensystem die Bevölkerung spaltet, damit es zu keiner Einheit kommt.
@Emma 2.0.
soll es irgendeinen psychologischen Effekt bringen, wenn du dein Kommentar in vier Teile splittest? …oder ist das nur um den Kommentarbereich zu spammen? …. so wie bei Sven Glaube 1.0.

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Emma 27. Mai 2020 at 15:14

Erst sollte Deutschland mal seine Schulden gegenüber der NATO gemäß dem Wales Summit 2014 nachkommen. Die NATO hat sich daran gewöhnt, dass das Merkel Regime sich an keine Abkommen hält.

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Emma 27. Mai 2020 at 15:02

Ehrlich gesagt, der Alex Jones von heute hat mit Trump nicht mehr viel zu tun.

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Emma 27. Mai 2020 at 14:58

Kapitalismus füttert den Sozialismus. Die Freie Marktwirtschaft, also Kapitalismus, ist immer noch das beste Wirtschafts- und Sozialmodell.

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Emma 27. Mai 2020 at 14:54

Libertäre sind auch Anarchisten. Das kann man derzeit sehr genau bei den Querfront Covidioten feststellen. Wer gar keinen Staat will… will kein konservatives Law & Order im Rechtsstaat.

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kill1 2. Juni 2020 at 20:00

wer keinen staat will, will in erster linie nicht vom staat drangsaliert und abgezockt werden. ich kann konservativ auch ohne staat sein. wozu braucht man nen staat dessen law&order gegen die bürger gerichtet sind? das ist auch kein rechtsstaat.

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