Geheimdienste Politik

Die Fake-Industrie der Verschwörungsmedien ist seit 200 Jahren unter Kontrolle angloamerikanischer und russischer Geheimdienste

Man kann mit gewöhnlichen Geschichtsbüchern und Psychologiebüchern problemlos nachweisen, dass Regime seit tausenden Jahren psychopathisch sind und haufenweise Menschen opfern für die eigene Agenda. Mit Fachliteratur über die verschiedensten Geheimdienste des 20. Jahrhunderts lässt sich rekonstruieren, wie bereits in vergangenen Jahrhunderten professionelle Geheimdienste existierten (allerdings ohne offiziellen Namen und sichtbarem Hauptquartier).

Man braucht dafür keine Literatur aus der klassischen Szene der Verschwörunsgtheoretiker, “Truther” oder wie auch immer man das nennen möchte. Verschwörungsmedien sind schlimmer als nutzlos.

Verschwörungsmedien sind entweder völlig unwissenschaftlich oder bewegen sich nur in engen ideologischen Rahmen. Im Wesentlichen sind die modernen Verschwörungsmedien seit rund 200 Jahren unter Kontrolle angloamerikanischer und russischer Geheimdienste, was eigentlich nicht sonderlich überraschen sollte. Der durchschnittliche Konsument von Verschwörungsmedien hat meistens wenig Ahnung von dem Wesen und der Geschichte der Verschwörungsmedien, sondern wähnt sich einfach bestens informiert.

Die Fake-Industrie

In den 1980er Jahren und davor konnte man noch mit zusammengeklautem, älterem Material Bestseller verfassen, ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen, während heute die Geschwindigkeit des Internets fast tägliche Sensationen erfordert, sich schnell zusammengepfuschte Beiträge rasend schnell über soziale Netzwerke verbreiten und bedeutende Vorfälle nur noch wenige Tage lang amateurhaft behandelt werden, bevor das Interesse erlischt und sich auf den nächsten Vorfall gestürzt wird. Folgendes sind die üblichen Tricks und Marotten aus der Branche:

  • Geheimdokumente/Geheiminformationen fälschen und Lügen erfinden, wie man an dieses Material herangekommen ist. Meistens wird dazu eine Geschichte aufgetischt von hochrangigen Quellen bzw. Aussteigern aus mächti-gen Kreisen. Siehe auch der Unfug über “Team Q”.
  • Altbekanntes, wenig relevantes und fehlerhaftes Material, das man mühelos im Netz zusammengeklaut hat, zur Sensation aufbereiten und für teuer Geld verkaufen
  • Von der Russenpropaganda abschreiben ohne echte Prüfung des Materials
  • Den Eindruck erwecken, mit mächtigen Kreisen verbündet zu sein. Ob nun der russische Staat, Team Q, Außerirdische oder geheime Ninja-Gruppen aus Asien
  • Gnadenlose Übertreibung des eigenen Einflusses, der Publikumsgröße und der qualitativen Zusammensetzung des Publikums. Man kann sich heute notfalls hunderttausende Fake-Freunde auf Facebook oder Klicks auf Youtube kaufen
  • Religiöse bzw. esoterische Denkfallen und theatralisches Priester-Getue
  • Ablehnung von logischem Denken und die Bewerbung von unwissenschaftlichen Maßstäben und Bewertungskriterien
  • Übersteigerte Emotionalität: Sowohl negative Emotionen wie Wut als auch übertrieben-gekünstelte Glückseligkeit
  • Verdummung und Übersimplifizierung der Botschaft: Alles außer kurzen, schnell geschnittenen Youtube-Videos mit einfachen Inhalten überfordert heutzutage die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums
  • Ideologischer Fanatismus: Kommunisten, Nazis, libertäre Anarchisten, erzkonservatives Mittelalterdenken usw.
  • Klassische Sektenmechanismen
  • Wissens-Bluff und oberflächliche Untersuchungen, statt aufwändiger Recherchearbeit und Bildung
  • „Crowd-Pleasing“, also das manipulative Einschmeicheln beim Zielpublikum und Bedienen aktueller Trends und Leitmeinungen

Truther-Taliban

Der Gruppennarzissmus in der Szene ist teilweise so schlimm, dass man es als die Truther-Taliban bezeichnen kann. Lehnt man das Märchen ab, dass ein jüdischer Banker nach der Schlacht von Waterloo ungestraft den Finanzmarkt abzocken und dann noch das ganze britische Empire stehlen konnte ohne irgendwie aufgehalten zu werden, gilt man als jüdischer Mitverschwörer der (Fake-) Weisen von Zion. Glaubt man nicht dem schlechten Quellmaterial über eine vatikanisch-jesuitische Weltverschwörung, gilt man als jesuitischer Co-Adjutor (soll heißen Verschwörer). Glaubt man nicht an Krisenschauspieler bei Sandy Hook, ist man ein bezahlter CIA-Schreiber. Nimmt man den Virus SARS-Cov-2 ernst (wie auch die Russen ihn ernst nehmen), wird man angeplärrt, man sei ein rückgratloser Mainstream-Anhänger. Hält man Putin und Trump nicht für die Erlöser, sondern für eine Gefahr, ist sowieso gleich alles aus. Glaubt man nicht an Q und das Wunder-Weltretter-Team hinter Trump, ist man ein “Clown” vom “linken Deep State”. Sogar Reptiloide aus einer anderen Dimension werden so ernst genommen, dass man schnell als Reptiloid gelten kann.

Die bedeutendsten klassischen Autoren veräppelten ihr Publikum

Es gab eine Reihe an Bestsellerautoren in den letzten 200 Jahren, die maßgeblich die Dogmen und Denkweisen festlegten. Andere Autoren und später die Internet-Truther schrieben endlos von den Bestseller-Autoren ab und verinnerlichten die Dogmen.

  • Der erste moderne Bestseller war John Robisons “Proofs of a Conspiracy” in den 1790er Jahren. Robison war britischer Freimaurer, dem Welfen-König treu ergeben und ein Anführer der verschwörerischen Welfen-Wissenschaftsvereinigung “Royal Society”. Sein Buch war ein billiges Ablenkungsmanöver im Hinblick auf die Französische Revolution: Er beschuldigt nur französische Logen und die ohnehin schon aufgeflogene Weishaupt-Loge aus Deutschland, sich an der Revolution beteiligt zu haben. Über den Hauptverdächtigen, nämlich die britisch-adelige Spionage, schweigt Robison sich komplett aus. Er erwähnt britische Geheimdienste überhaupt nicht, obwohl diese den Auftrag hatten, die französische Monarchie zu schädigen. Die Verschwörungstheoretiker-Szene hat bis heute nicht bemerkt, wie sie von Robison reingelegt wurde.
  • Abbé Barruel bearbeitete das katholische Publikum mit der gleichen Taktik wie Robison und ließ sich vom einflussreichen Freimaurer und Politiker Edmund Burke unterstützen. Anstatt mit dem Finger auf die Bri-ten zu zeigen, schrieb sich Barruel wieder nur die Finger wund über die bayeri-schen Illuminaten und über französische Logen.
  • Der Franzose Marie Joseph Gabriel Antoine Jogand-Pagès (alias Taxil) war einer der größte Faker von allen und erfand eine Reihe an satanischen Geschichten, die endlos und ungeprüft abgeschrieben wurden von anderen Autoren.  Seine fiktive Quelle für Insiderinformationen war „Diana Vaughan”, eine Aussteigerin aus dem (nonexistenten) „Kult der Palladisten“ die im Kontakt mit Dämonen gestanden haben soll. Sogar das COMPACT-Magazin drehte den Lesern kürzlich ein Taxil-Fake an über ein “Konkordat” zwischen der schottischen und jüdischen Freimaurerei. Von Taxil stammt auch der Schwindel über einen „palladischen“ Freimaurer-Ritus als mögliche Kreation von Albert Pike, um eine zentrale, versteckte Koordinierungsstelle für das gesamte Freimaurertum zu schaffen.
  • Die Protokolle von Zion: Ein Provokateur von der preußischen Geheimpolizei schuf die Vorlage für die Protokolle von Zion, russische Geheimdienster bastelten die Protokolle daraus und angloamerikanische Geheimdienste verbreiteten die Protokolle im Westen. Sowjetische Dienste verbreiteten die Protokolle auch massenhaft in der muslimischen Welt. Die Autoren hatten sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich den ganzen Text auszudenken, sondern klauten Ideen aus einer Satire von Maurice Joly, aus dem Roman Biarritz und aus Theodor Herzls „Der Judenstaat“. Die Protokolle wurden zu einem Grundpfeiler der späteren Verschwörungsliteratur und verschmolzen mit anderen Fakes, wie etwa dem Waterloo-Märchen über die Rothschilds, die ungehindert das britische Empire gestohlen haben sollen. Harris A. Houghton, ein Mitglied des amerikanischen Militärgeheimdienstes, ließ 1920 eine komplette englische Übersetzung der Protokolle anfertigen und verbreiten. Zu diesem Zweck schuf er die Tarnfirma „The Beckwith Company” und verlegte auch noch Bücher wie Nesta Websters „Boche and bolshevik“. Das Geld für Houghtons Verlagsaktivitäten kam wahrscheinlich von der Organisation „American Defense Society“, deren Ehrenpräsident der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt war. Als Vorsitzender diente Richard Melancthon Hurd, Absolvent der Universität Yale und Mitglied der Geheimorganisation Skull & Bones.

  • Nesta Webster: Sie wurde in Trent Park geboren, einem herrschaftlichen Anwesen nördlich von London, das immer wieder von Geheimdiensten und dem Militär verwendet wurde, wie z.B. als Kriegsgefangenenlager für wichtige deutsche und italienische Offiziere.
    Das Haus war 1777 von König George III. an seinen Arzt vermietet worden. Später ging es über in den Besitz der Familie Bevan, deren Männer Partner der Barclays Bank waren. Auch Nesta Websters Vater war Partner bei Barclays. Nesta Webster war also im wahrsten Sinne des Wortes mitten in die Kreise aus Verschwörern und Bankiers hineingeboren. Ihr war eigentlich zuzutrauen, die Bedeutung und wahre Macht des Britischen Imperiums zu verstehen, aber sie sprach in ihren Schriften stattdessen über mythische Zirkel von Okkultisten, Juden und Illuminaten als Drahtzieher großer Verschwörungen. Nach dem Ersten Weltkrieg durfte sie mehrfach über diese Themen bei militärischen Einrichtungen und vor dem Geheimdienst referieren. Die Geheimdienstler sollen sie dazu gedrängt (!) haben, das Buch „World Revolution: The Plot Against Civilization“ zu schreiben. Dafür erhielt sie auch Lob aus der hohen Politik, wie etwa von Lord Kitchener, und ausgerech-net Winston Churchill machte 1920 Werbung für sie in einem Artikel mit dem Titel “Zionism versus Bolshevism: A Struggle for the Soul of the Jewish People”. Man muss sich die Dreistigkeit einmal richtig vor Augen halten: Wichtige Mit-glieder des britischen Imperiums schwadronieren über mythische jüdische Weltverschwörer, dabei waren die britischen Geheimdienste die Hauptverdächtigen bei der Destabilisierung der Französischen Monarchie, bei der Russi-schen Revolution und bei der Verbreitung des Sozialismus über die Fabian Society. Und natürlich hatte das Imperium jüdische Clans wie Sassoon und Rothschild aufgebaut.
  • Ein weiterer suspekter Star der Verschwörungsszene war William James Guy Carr (1895 – 1959), ein in England geborener kanadischer Marineoffizier und Geheimdienstler. In seinem Beruf war er der Britischen Krone verpflichtet und kämpfte für das Empire in beiden Weltkriegen. Ab 1931 hielt er Vorträge in Kanada über die Illuminaten, den internationalen Kommunismus sowie Banker-Familien wie die Rothschilds und Rockefellers. Im Ruhestand veröffentlichte er seine Bücher wie „Pawns in the Game“ (1955) und „Red Fog over America“ (1955), von denen hunderttausende Exemplare über den Ladentisch gingen. Seine größten Einflüsse waren Nesta Webster, Léo Taxil, Barruel und Robison. Pawns in the Game ist extrem schwach, irreführend und voller Fakes. Carrs Lügen landeten dennoch im Internet und von dort aus beeinflussten sie Alex Jones, Henry Makow, Walter J. Veith, Bill Schnoebelen, Texe Marrs, David Icke, Pat Robertson und viele andere. Diese selbsternannten Experten über die „Illuminaten“ hatten einfach nur ein paar schlechte Bücher gelesen, ohne je-mals die ganzen falschen Daten auszusortieren und bessere Forschungen zu betreiben.
  • Der Amerikaner Eustace Mullins ist am bekanntesten für sein Buch „The Secrets of The Federal Reserve” über die amerikanische Zentralbank. Die Fed ist in Wirklichkeit ein Konstrukt aus staatlichen und privatwirtschaftlichen Elementen, das einfach die amerikanische Oberschicht widerspiegelt. Mullins machte aus der Fed jedoch einer jüdische Privatbank. Selbst die ersten beiden US-Zentralbanken waren das Werk der ach so gefeierten, aber leider gierigen und korrupten US-Gründerväter gewesen. Per Geschichtsfälschung wurden aber auch die First und Second Bank of the United States umgedichtet zu einem Werkzeug der Rothschilds. 1952 erschien Mullins’ Buch über die Federal Reserve und in den Folgejahren veröffentlichte er auch absurde Artikel, die u.a. Adolf Hitler lobpreisten.
  • Milton William Cooper: Der Szene-Star der 1990er Jahre. Cooper hatte wahrscheinlich in der US-Marine gedient, allerdings ist nicht einmal wirklich gesichert, in welcher Funktion und seine Kritiker gehen davon aus, dass es sich um eine langweilige Tätigkeit auf dem untersten Niveau handelte. Er hingegen verbreitete hochtrabende Behauptungen, in der Luftwaffe und im Geheimdienst der Marine gearbeitet und dort hochgeheime Dokumente kopiert zu haben. So entstand 1991 das kommerziell erfolgreiche Buch „Behold a Pale Horse“, ein chaotischer Flickenteppich aus altem Material und völlig unbewiesenen Behauptungen über Außerirdische als Bosse der Illuminaten. Coopers Stuss und seine zusammengefälschten Sensations-Dokumente waren nie eine Bedrohung für Eliten und er galt als cholerischer, narzisstischer Alkoholiker. Er täuschte auch vor, eine gewaltige Miliz anzuführen, war jedoch vereinsamt.
  • Fritz Springmeier und die „13 Blutlinien der Illuminaten“: 1999 hatte Springmeier Erfolg mit seinem Buch „Bloodlines of the Illuminati“, welches die 13 Familien beschreibt, die er für die mächtigsten der Welt hielt: Astor, Bundy, Collins, DuPont, Freeman, Kennedy, Li, Onassis, Rockefeller, Roth-schild, Russell, Van Duyn und die Merovinger. Auch hierbei sollen einflussreiche Quellen geholfen haben. Im Prinzip hatte Springmeier keine Ahnung, welche Familien einflussreiche sind als andere. Er wählte einfac 13 Namen aus und kombinierte frei verfügbare Informationen mit wilden Behauptungen über Satanismus.
  • David Icke: Er begann seine Karriere in den 1990er Jahren mit Büchern, füllt heutzutage große Konzerthallen für stundenlange Vorträge über Verschwörungen und ist selbst-verständlich auch präsent im Internet.Es lässt sich mühelos rekonstruieren, wie seine Bücher und Vorträge von An-fang an zustande gekommen sind. Er kombinierte altbekanntes Material aus der Verschwörungsszene mit der Theosophie und den Fantastereien von Sit-chin und Däniken über Außerirdische. Wo sein erstes Buch noch recht konfus und schwerer verständlich war, hatte er wenig später dann den Dreh raus und veröffentlichte einfacher gehaltene Werke mit einem erkennbaren roten Faden.
  • John A. Stormer landete 1964 mit “None Dare Call It Treason” einen Millionen-Bestseller. Das Niveau war zwar relativ hoch, aber das Projekt wurde gefördert von einflussreichen Kreisen der republikanischen Partei. Verschwörungen wurden als durchweg kommunistisch beschrieben und dem Publikum wird eindringlich empfohlen, seine Hoffnungen zu setzen in rechte Kreise aus dem US-Militär und den Geheimdiensten.

  • Alex Jones: Der Texaner bewegte sich jahrelang im Rahmen der rechtskonservativen Verschwörungsmedien-Strömung mit Vertretern wie Stormer, Gary Allen und diversen Figuren aus der John Birch Society. Es gelang ihm, die neuen technischen Möglichkeiten besser zu nutzen und bekannt zu werden. Ab 2008 verlagerte er sich zunehmend auf Russenpropaganda und ab 2016 auf den neurechten Trend. Er gab vor wenigen Jahren in seiner Sendung zu, das vergangene Jahrzehnt fast gar keine Bücher gelesen zu haben. Die Qualität bei Jones’ Infowars wurde immer schlechter, was ihm im Fall von Sandy Hook eine Reihe an gerichtlichen Klagen einbrachte. Er wurde fachmännisch diagnostiziert mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung und gilt als cholerischer, emotional instabiler Alkoholiker. Mit seinen überteuerten Star-Anwälten beschaffte er sic de facto das Sorgerecht über die Kinder und hielt seine Ex-Frau in Schach. Inzwischen ist auch die zweite Ehe kaputt und Jones lässt auch seine zweite Frau seit einer Weile von einem privaten Geheimdienst überwachen und für verrückt erklären. Jones und seine zweite Frau hetzen sich gegenseitig die Polizei auf den Hals wegen Trunkenheitsfahrten. Nachdem ein Gericht einen Drogen-Haartest anordnete, ließ Jones sich eine Glatze rasieren. Inzwischen stusst er über interdimensionale Aliens.

Die Russen

Russische Geheimdienste förderten die antisemitischen Märchen, insbesondere in der muslimischen Welt. Juri Andropow ließ gleichzeitig eine gewaltige antisemitische Kampagne starten und den radikalen Islam fördern. Bis zum Jahr 1978 gelang es dem Sowjetblock, rund 4000 Einflussagenten in der islamischen Welt zu platzieren und zudem noch dort hunderttausende Exemplare der Fake-Protokolle von Zion zu verbreiten. Viele arabische Regierungen finanzierten zusätzlich neue Drucke der Protokolle und lehrten sie in ihren Schulen als historische Tatsache. In Syrien beispielsweise ist der Text ein Bestseller. Die Sowjetunion betrachtete Syrien als Partner und lieferte moderne Waffen. 2005 gab es eine überarbeitete Neuauflage, die vom syrischen Informationsministerium autorisiert wurde. In Syrien strahlten auch staatlich kontrollierte Fernsehsender gelegentlich Miniserien über die Protokolle aus, zusammen mit mehreren anderen antisemitischen Themen.

Im Kalten Krieg versuchte der sowjetische KGB, im größeren Stil Einfluss zu nehmen auf die linken Strömungen investigativer Autoren im Westen. Die vielen Bücher und Reportagen hatten ein gewisses Niveau, beklagten aber nur die Aktivitäten der NATO, nicht die Aggressionen der Sowjetunion und die Gulags.

Nach 1991 erweiterten die russischen Geheimdienste ihre Aktivitäten im Bereich (neu-)rechter Verschwörungs-Medien. Die Märchen über eine sozialistisch-jüdische Weltverschwörung wurden aufgewärmt und das Putin-Regime als christlich-konservativer Gegenpol zelebriert. Russische Einflussagenten im Westen schreiben einfach die wesentlichen Punkt ab aus den russischen Medien und verstecken sich hinter der Meinungs- und Pressefreiheit.

Alex Jones behauptete, im Bunde zu stehen mit rechten amerikanischen Geheimdienstlern und Militärs, die ihn dazu ermutigen, für das Putin-Regime zu werben. Möglicherweise wurde Jones mit der billigen Erklärung getäuscht, man müsse verhindern, dass die Kommunisten wieder in Russland an die Macht gelangen.

Der CNP und die alt.right

Seit vielen Jahren werkelt der Council for National Policy im Verborgenen, um die rechte Szene in den USA zu verwalten, darunter auch die extremeren Segmente und Verschwörungstheoretiker.

Die Republicans brauchten nach dem Fiasko der Bush-Adminstration neue Ideen und Gesichter, um Respekt zu gewinnen und ein breites Spektrum der Bevölkerung anzuziehen. Dann brachte man dem Zielpublikum  einen gealterten Showbiz- und Immobilienmogul namens Trump und die Modeerscheinung, die wir “alt.right” oder “new right” nennen.

Nichts daran war wirklich neu oder alternativ. Muslime hassen und vom muslimischen Extremismus besessen sein? Wir hatten das während fast der gesamten Bush-Regierung. Die Linke hassen und von der kommunistischen Subversion besessen sein? Wir hatten das alles jahrzehntelang im Kalten Krieg. Die Idee eines reinen weißen Ethno-Staates und einer absolutistischen weißen Herrschaft? Das klingt nach der britischen Psychopathie im Kolonialstil der alten Schule. Die Idee, dass das russische Regime zur Rettung kommen wird, eine globale Führungsrolle und ein Vorbild sein wird? Klingt wie das, was westliche Kommunisten glaubten, bis die Sowjetunion zusammenbrach.

Während die alt.right von dem senilen Mogul George Soros besessen ist, der Geld an Linke wie Süßigkeiten verteilt, aber keine Entscheidungen trifft, wird die alt.right sehr nervös, wenn man nach den milliardenschweren Spendern des rechten Sektors wie der Familie Mercer, den Shillmans oder den Rosenwalds fragt.

 

Es sind längst nicht nur jüdische Milliardäre, die Geld in die alt.right pumpen, und es ist nicht nur ein einfacher Trick, um die rechte Szene abzubringen vom Antisemitismus und hinzubringen in Richtung Islamophobie.

Der “Council for National Policy” ist ein Netzwerk, in dem reiche und einflussreiche Menschen rechte Gruppen finden, um Geld in sie zu investieren. Das Spektrum reicht von republikanischen Mainstream-Gruppen bis hin zu Clowns wie David Duke und sogar den frühen Verschwörungsmedien der John Birch Society. Nicht jedes CNP-Mitglied ist automatisch und bewusst Teil einer Verschwörung. Es kann davon ausgegangen werden, dass viele gutgläubige Mitglieder einfach beobachtet und indirekt gesteuert werden. Steve Bannon ist nur eines von mehreren Mitgliedern, die sich mit der Trump-Administration überschnitten und Quellen sagen uns, dass der Council maßgeblich dazu beigetragen hatte, Trump erfolgreich an konservative Christen (“Evangelicals”) zu bewerben, obwohl Trump keine Glaubwürdigkeit als Konservativer hatte, nur Tweets.

Breitbart mag inzwischen in Ungnade gefallen sein und Bannon flog aus dem Weißen Haus, aber die elitären Kreise haben genug Geld, um den Trumpismus und die alt.right in Gang zu halten. Stars wie Milo können aufgebaut werden und wenn sie fallen, können neue Stars sehr schnell gebastelt oder adaptiert werden.

Heutzutage hat sich Infowars zu einem Hybrid entwickelt, der ein paar klassische Verschwörungsmedien-Attribute beibehält, aber weitgehend die Säulen der alt.right-Ideologie übernimmt. Man schaut sich heutzutage Infowars an und bemerkt kaum, dass es die Website des führenden Verschwörungstheoretikers Amerikas ist. Alles, was Sie finden werden, sind Trump-Werbung, Ausreden für Trump, Märchen über Trump und große Erwartungen an Trump, Hass auf die Gegner von Trump, unfaire verallgemeinerte Stereotypen über Muslime und natürlich Angst vor kommunistischer Subversion. Jones hatte früher die Leute über das links-rechts Paradigma aufgeklärt. Jetzt tut er genau das, was er für falsch und irreführend hielt. Alles, was gegen die Linke gerichtet ist, wird nun als “gut” eingestuft. Sogar Internierungslager.

Und Jones hat Leute wie Posobiec, Tommy Robinson und Laura Loomer, die mit den oben genannten elitären zionistischen Milliardärspendern verbunden sind oder waren, stark gefördert. Jones überlegte sogar, sie einzustellen.

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