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Globalismus

Die Macht der Lebensmittel: 30 Millionen Tote in Indien unter britischer Herrschaft

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Shashi Tharoor, ein indischer Jurist, Politiker und Diplomat, erklärte in seiner Rede zur an der Oxford Union Society in Großbritannien am 22. Juli 2015, dass Großbritanniens Aufstieg 200 Jahre lang durch die Plünderung der Kolonie Indien finanziert worden sei. Vor dem Eintreffen der Briten lag Indiens Anteil der Weltwirtschaft bei 27% und sei dann wegen Britannien auf 3% abgestürzt. Britannien sei verantwortlich für bis zu 30 Millionen Hungertote in Indien.

Aus dieser Rede entstand daraufhin das detaillierte Buch „Inglorious Empire: What the British Did to India“. Die gewöhnlichen Historiker waren darüber überhaupt nicht begeistert.

Charles Allen kritisierte “Inglorious Empire“ in einem Vortrag für die Royal Society for Asian Affairs mit dem Titel „Who Owns India’s History? A Critique of Shashi Tharoor’s Inglorious Empire.”

Die British East India Company (EIC) war ein Hybrid aus private Aktienunternehmen und staatlichem Unterfangen, abgesegnet mit einer Royal Charter bereits im Jahr 1600 von Queen Elizabeth I. Im laufe der Zeit kontrollierte diese „Firma“ rund die Hälfte des weltweiten Handels und hatte die größte militärische Streitmacht auf dem indischen Subkontinent. Durch das Gesetz „Regulating Act of 1773“ konnte das britische Parlament mitreden und der Firma einen pseudo-demokratischen Segen verleihen.

Indiens Wirtschaft war zu Beginn des 18. Jahrhunderts so groß wie die gesamte europäische Wirtschaft. Mit einer Kombination aus überlegener Spionage und überlegener Waffentechnik (siehe auch der Einfluss der Royal Society) gelang es den Briten, zunehmende Eroberungen zu machen in Indien. Was man erbeuten konnte, landete sogleich in den Kassen der EIC. Das Leben für rund 200 Millionen Inder wurde durch die britischen Besatzer gründlich umgekrempelt. Die Britische Regierung gab der EIC militärische Ressourcen, vor allem im Bereich der Marine, diverse Gesetze die der EIC nützten, Kredite von der Bank of England und half zusätzlich noch der EIC mit einer geeigneten Außenpolitik. (5) Die systematische Zerstörung von Indiens Textilindustrie kam automatisch der britischen Textilindustrie zugute. Rohmaterialien aus Indien wurden in Britannien verarbeitet und die Produkte dann in Indien und im Rest der Welt verkauft. Auch der Schiffsbau und andere Industrien Indiens wurden ruiniert.

Tharoor spricht von einer gezielte Deindustrialisierung Indiens, während die Apologeten des Britischen Imperiums argumentieren, dass Britannien einfach erfolgreicher gewesen wäre wegen der technologischen Fortschritte und industriellen Produktion. Indische Firmen hätten aber genauso gut technologische Fortschritte implementieren können, ohne die diktatorische Kolonialherrschaft der Briten.

Im 19. Jahrhundert war Indien stark deindustrialisiert und der Anteil an der Weltwirtschaft war auf rund 3% gesunken. Als die Briten offiziell ihre Kolonialherrschaft aufgaben, arbeiteten von 350 Millionen Indern nur 2,5 Millionen in modernen Industrien.

Die EIC konnte in Indien exorbitant hohe Steuern erheben, über das Maß hinaus, was Inder mit legalen Mitteln aufbringen konnten, wodurch Korruption und Verbrechen in die Höhe schossen. Die Profite, die mit Indien gewonnen wurden, flossen nicht nur in die Privatschatullen des Adels und der Shareholder, sondern auch in neue Streitkräfte und immer neue Eroberungen.

Die Briten stellten nur maximal 0,05% der Bevölkerung in Indien, konnten aber trotzdem ihre Herrschaft aufrechterhalten durch geheimdienstliche Methoden, Strohmänner, brutale Gewalt, Verwaltungsbürokratie und einer Teile-und-Herrsche-Taktik, die Klassenkampf und gezielte kulturelle Spannungen zwischen Hindus und Muslimen beinhaltete. Auf dem Papier schufen die Briten eine allumfassende moderne Verwaltung und erweckten den Eindruck, ein primitives Indien in das moderne Zeitalter geschleift zu haben, aber in der Realität hatten 24 Jahre alte Distriktverwalter einen Berg an Aufgaben, dem sie nicht ansatzweise gewachsen waren.

Beim Ersten Weltkrieg bediente sich Großbritannien bei indischen Soldaten, indischem Geld, Munition und Lebensmitteln, um in Europa gegen die Deutschen und die Türken zu kämpfen. Das Gesetz Rowlatt Act von 1919 hielt einige Bestimmungen aus der Kriegszeit für Indien aufrecht, um die Presse zu zensieren und die Versammlungsfreiheit einzuschränken. Jeder Inder, der unter Verdacht geriet, Verrat zu üben an Britannien, konnte ohne richterlichen Beschluss verhaftet und ohne Gerichtsprozess inhaftiert werden. Ein Spitzelsystem war natürlich dazu vonnöten.

Eine Reihe von unnötigen vermeidbaren Hungersnöten führte zu einem Massensterben von insgesamt rund 30 Millionen Indern, eine Größenordnung die vergleichbar

Ist mit den sowjetischen Gulags und Hungertoten oder mit dem Massensterben im kommunistischen China.

Zwischen 1891 und 1900 verhungerten in Indien 19 Millionen Menschen. Die Briten bügelten damals wie heute Kritik ab mit dem Argument, man hätte sich nicht einmischen dürfen in die „freien Märkte“, mit dem Verweis auf die Thesen von Thomas Malthus über die Gefährlichkeit von zuviel Bevölkerungswachstum sowie mit dem Verweis, dass damals einfach das Geld gefehlt hätte.

Der Gouverneur von Bengal, Sir Cecil Beadon (ausgezeichnet mit dem Most Exalted Order of the Star of India) wollte sich nicht einmischen in den „natürlichen“ Ablauf der Wirtschaft und betrachtete eine Einmischung als unmoralisch. Während dieser Zeitspanne der Orissa-Hungersnot wurden über 200 Millionen Pfund Reis aus Indien nach Britannien exportiert. Der Secretary of State für Indien zu der Zeit, der Marquess of Salisbury, soll hingegen ein äußerst schlechtes Gewissen gehabt haben. Die britischen Kolonialverwalter suchten händeringend nach jeder Ausrede, die sich finden ließ.

Viceroy Lord Bulwer-Lytton (Kronrat und hohe Orden) glaubte an die Prinzipien des Sozialdarwinismus und verbot explizit, dass Lebensmittelpreise während einer Hungerkrise gesenkt werden und warf seinen Kritikern „humanitäre Hysterie“ vor.

Ein Edward Bulwer-Lytton, Mitglied des britischen Kronrats und Secretary of State für die Kolonien, veröffentlichte 1871 anonym den esoterischen Roman „The Coming Race“ (Die kommende Rasse). Seine Ideen einer geheimen Herrenrasse und der magischen Vril-Energie wurden von den Theosophen ernst genommen und weiterverarbeitet, was wiederum teilweise bei den deutschen völkischen Logen und Büchern hängen blieb. Später wurde behauptet, dass Professor Haushofer, der Geopolitik-Lehrmeister von Hitler und Heß, Mitglied einer geheimen Vril-Gesellschaft gewesen sei. Dies ist nicht bewiesen, allerdings ist es nennenswert, dass Haushofer vehe-ment eine Allianz zwischen Deutschland und Großbritannien befürwortete, was sich schließlich auch in „Mein Kampf“ und in Heß‘ Denken niederschlug. Die Briten ließen die Nazis später im Zuge einer strategischen Täuschung eine ganze Weile lang im Glauben, eine solche Allianz ebenfalls zu befürworten. Der Sohn von Haushofer bandelte während dem Krieg mit den Briten an und wurde praktisch zum Überläufer und Spion.

Rund 4 Millionen Bengalis verhungerten bei der Hungersnot 1943 mitten im Zweiten Weltkrieg. Winston Churchill befahl, Lebensmittel aus Indien für die britischen Truppen bereitzustellen und für Lagerstätten in Griechenland und anderswo. Die Inder würden sich sowieso „vermehren wie die Hasen“, meinte Churchill und fügte sarkastisch hinzu, dass ja Ghandi immer noch nicht gestorben sei.

Dass in der Vergangenheit Millionen Inder bereits an der Pest oder der Spanischen Grippe gestorben seien, galt als Lösung für das Problem der Überbevölkerung, wie der Amerikaner William Jennings Bryan kommentierte. Überall finden sich also die Argumentationsmuster der Eugenik.

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