Image default
Politik

Die interessantesten zwei Führungsleute der Grünen wurden wahrscheinlich eiskalt ermordet

Generalmajor Gert Bastian und Petra Kelly waren einst die Stars der Grünen; so ganz anders als die üblichen Krawall-Kommunisten, die letztendlich die Partei bestimmten. Und sie wurden wahrscheinlich von einem Geheimdienst mit Zersetzungsmaßnahmen zermürbt und schließlich eiskalt ermordet.

1980 galt Kelly als hellster Stern der Grünen; sie bewegte die Massen und hatte alles, was eine erfolgreiche Politikerin braucht. Bastian war Veteran des Zweiten Weltkriegs, hatte gegen die Sowjets gekämpft und ließ sich nach einer langen Karriere bei der Bundeswehr als Generalmajor in den Ruhestand versetzen, um gegen den NATO-Doppelbeschluss (der nukleare Aufrüstung vorsah) zu protestieren. Er formuliert den Krefelder Appell, der schließlich ein Jahr später mehr als zwei Millionen Unterschriften trug.

Die beiden waren aber nicht gleichzeitig NATO-Kritiker und Ostblock-Fans, wie viele der Grünen, sondern höchst kritisch gegen beide Supermächte. Für einige der Grünen bedeutete “Entspannungspolitik”, dass nur der Westen abrüsten und wegen Menschenrechtsverletzungen angeprangert werden müsse. Deshalb galten Bastian und Kelly als Problem.

Im Jahr 1968 war Petra Kelly noch im US-Präsidentschaftswahlkampf für Senator Robert F. Kennedy und den Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey engagiert. Sie war Geschäftsführerin der JEF (Junge Europäische Föderalisten Deutschland) und von 1972 bis 1982 für die Europäische Kommission in Brüssel tätig. Statt einer vorgestanzten Establishment-Karriere wollte sie aber zu den Grünen. Die USA brauchten den sowjetischen Feind im Osten und verkauften ihm still und leise alles mögliche an Technologie. Und so waren Kelly und Bastian auch noch zu einem Problem für die NATO geworden.

Bei einem Aufenthalt in Ostberlin, um für Abrüstung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs zu demonstrieren, wurden sie von den DDR-Beamten verhaftet. Die SED ließ sich von den beiden ein gewisses Maß an Provokation bieten, weil man hoffte, sie rekrutieren oder zumindest beeinflussen zu können. Ein zu harsches Vorgehen hätte zudem den Unmut der deutschen Linken und Grünen heraufbeschwört. Im Oktober 1983 empfing Staatsratschef Erich Honecker Petra Kelly, Gert Bastian und weitere Grüne zu einem Gespräch. Kelly trug einen Pullover, auf dem „Schwerter zu Pflugscharen“ gedruckt stand. Sie forderte die Freilassung aller „Verhafteten der DDR-Friedensbewegung“ und fragte Honecker, warum er in der DDR verbiete, was er im Westen unterstütze.

Die Stasi hatte heimlich die Gruppe “Generale für den Frieden” gestartet und bezahlt, in der auch Bastian Mitglied war, aber die Stasi-Akte zeigt keine Belege für eine bewusste Kooperation von Bastian mit dem Geheimdienst. Die KGB-Akten über ihn sind nicht verfügbar. Offiziere der Stasi-Hauptverwaltung Aufklärung (HVA), darunter die Oberstleutnants Manfred Müller und Manfred Lasczk aus der HVA-Abteilung X (Desinformation) enthüllten die Steuerung der Gruppe “Generale für den Frieden” in Verhören.

Kelly wurde von der Stasi verfolgt, worauf sie öffentlich darauf hinwies. Allerdings war ihr nicht bekannt, dass die Stasi so nah an ihr dran war, dass alle wichtigen Informationen zeitnah dem Geheimdienst vorlagen.

Zunehmend unterstützten Bastian und Kelly die Bürgerrechtler in der DDR und machten somit die Stasi ausgesprochen wütend. Der Generalmajor fühlte sich zunehmend unwohl und ausgebrannt in der grünen Schwatzbude und zog sich zurück, während die eigentlich so leidenschaftliche Kelly im Bundestag auffällig schlapp und lahm ihre Reden hielt. Bei ihm schob man es aufs Alter und bei ihr auf seelische Probleme, darunter Angststörungen. Es war aber auch die Rede von Nierenproblemen (inklusive Operationen) und unerklärlichen Stoffwechselstörungen bei ihr. Als er im März 1992 in München die Lobby seines Hotels verließ, wurde er von einem Taxi angefahren, benötigte eine siebenstündige Operation und konnte nie wieder richtig laufen.

Der Stasi lag eine über 900 Seiten lange Datenbank namens Toxdat vor, um missliebige Personen je nach Bedarf unterschiedlich zu vergiften. Es wäre eine denkbar elegante Zersetzungsoperation gewesen, die beiden grünen Politiker auf diese Weise auszubremsen und gleichzeitig diverse geheimdienstlich geführte Kommunisten aus den K-Gruppen in die Partei zu schleusen und in aller Form zu unterstützen. Aber auch die CIA hatte eine Datenbank zu Giften unter der MKULTRA-Forschung.

Es kam die Wende, die grüne Partei verlor drastisch bei den Wahlen und scheiterte an der 5%-Hürde. Kelly befand sich auf dem Abstellgleis.

Die beiden waren ein Paar und blieben beruflich aktiv, aber psychisch ging es bergab. Während sie schlief, soll er sie mit einer Pistole erschossen haben und dann sich selbst. Der ermittelnde Staatsanwalt schließt die Akte innerhalb von 48 Stunden. Die Staatsanwaltschaft gibt Selbstmord als Todesursache an. Obwohl viele Spuren auch zum MfS führen, werden sie nicht weiter verfolgt.

Ein Abschiedsschreiben fehlte. Ihr Terminkalender war voll, eine Serie für die BBC geplant und eine Kandidatur für das Europaparlament 1994 wurde erwogen. Eine Balkontür war offen gewesen, die Alarmanlage deaktiviert und Bastian unterbrach aus irgendeinem Grund sein Getippe auf der Schreibmaschine. Er soll sich oberhalb der Stirn selbst in den Kopf geschossen haben, was höchst ungewöhnlich ist.

Die Stasi bei den Grünen 

Der Stasi-IM Dirk Schneider kam mit der Alternativen Liste (AL) in den Bundestag und war zeitweise Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion. Unter seinem Einfluss rückte der Schwerpunkt der Grünen in der Deutschlandpolitik von der Pflege von Beziehungen zur DDR-Opposition zu einer teilweisen Identifikation mit Positionen des DDR-Regimes, beispielsweise der Übernahme der Geraer Forderungen Erich Honeckers. Schneider bezeichnete Petra Kelly und Lukas Beckmann, die mit der Friedensbewegung der DDR sympathisierten, in der Fraktion als „politikunfähig“. In der Fraktion wurde damals gespottet, er sei die „Ständige Vertretung der DDR bei den Grünen“.

Seit 1975 arbeitete er mit der Stasi zusammen. In einer von den Grünen selbst in Auftrag gegebenen Studie ist die Rede von bis zu 20 Informanten, die nur Informationen an die Stasi geliefert hätten. Allerdings erkennt man bei Schneider eine aktive Einflussnahme auf das Wesen der Grünen.

Zusätzlich muss man mit einer weiteren Infiltration durch den KGB rechnen, worüber uns praktisch keine Akten vorliegen. Im Rahmen von Zersetzungsmaßnahmen wäre es naheliegend gewesen, Kellys und Bastians Karrieren mit allen Möglichkeiten zu sabotieren, sie schleichend zu vergiften und den Verkehrsunfall mit dem Taxi in München gegen ihn zu inszenieren.

Liked it? Take a second to support AlexBenesch on Patreon!

Related posts

Zierfische hinter Panzerglas: Obamas Rede am Brandenburger Tor

AlexBenesch

Von der Leyen, aus einem Clan der Welfen-Diener, soll EU-Kommissionpräsidentin werden

AlexBenesch

Hipstermagazin VICE versucht sich an Alex Jones und der 2. amerikanischen Revolution

AlexBenesch

5 comments

Avatar
Suchti 11. September 2019 at 19:09

@H0l0gr4mm:
Man macht sich bereits lächerlich, wenn man das Polit-Kasperletheater für bare Münze nimmt!
Und genau dieses betritt man, wenn eine “Gretel” allgemein oder sagen wir besser: im offiziellen Mainstream – als “Stimme der Vernunft” gilt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kasper#Figuren_des_Kaspertheaters
Und wem das zu unseriös ist, der ist ein Spießer und kann mich mal. So!

Zum Thema:
Ja traurig, wie echte Leute oder Leute mit echten Meinungen 😉
übelst gemobbt werden.

Vielleicht sollte man mal zur Erbauung ein Format starten namens “GOOD NEWS”…
Am besten pro guter Neuigkeit ein fettes gute Laune-Video hochladen! Yay!
Aber ich habe gehört, dass YouTube inaktive Kanäle – auch! – löscht
:/

Reply
Avatar
H0L0gr4mm 12. September 2019 at 14:19

Ja aber es gibt ja nicht nur heiß und kalt, gut möglich, dass Greta wirklich glaub was gutes zu tun und halt völlig unterschätzt wie die Welt funktioniert. Mag für viele andere die bei so etwas mitmachen auch gelten.

Reply
Avatar
H0L0gr4mm 10. September 2019 at 10:09

Nun nein das ist nicht Bewiesen.

Sorry aber man kann von Greta halten was man will, aber so ein Verhalten schadet einfach nur und macht einen Unglaubwürdig. Das was hier angeführt wurde, könnte man vielleicht noch als Indizien durchgehen lassen, mehr aber auch nicht.

Reply
Avatar
Leif 7. September 2019 at 1:07

😀 Peace

Reply
Avatar
Leif 7. September 2019 at 1:07

Passend dazu some real Stuff!
https://youtu.be/q1ugBlAxbF4

Reply

Leave a Comment

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie einverstanden sind, benutzen Sie die Seite weiter und klicken auf „OK“. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung. OK Datenschutz