Politik

INSA: 74% der Deutschen halten die AfD für rechtsradikal oder zumindest teils rechtsradikal

74% der Deutschen halten die AfD für rechtsradikal oder zumindest teils rechtsradikal, hat eine neue INSA-Umfrage ergeben, die von der BILD in Auftrag gegeben worden war.

Die Hälfte der Befragten nennen die AfD rechtsradikal, während 24% die Partei zumindest teilweise als rechtsradikal betrachten. Leider gibt die Studie keinen Aufschluss über den Kenntnisstand der Befragten zu der Angelegenheit. Differenzieren 50% der Menschen gar nicht zwischen den Bürgerlich-Gemäßigten und dem radikalen Flügel? Denken sie, dass sie gar nicht differenzieren müssen? Können sie überhaupt differenzieren? Die Definitionen von rechtsradikal sind manchmal schwammig, manchmal recht eindeutig. Sympathien für den historischen Nationalsozialismus und Forderungen nach einer neuen rechten Diktatur wären zum Beispiel eindeutig, während die Ablehnung von muslimischer Einwanderung eine komplexe Angelegenheit ist und rund die Hälfte der Deutschen Migration als Sicherheitsrisiko betrachten.

Die 24%, die in der INSA-Umfrage die Partei zumindest in Teilen als rechtsradikal bezeichneten, treffen die Realität schon eher. Aber was ist mit den 15%, die die Partei überhaupt nicht als rechtsradikal bezeichnen? Was ist deren Kenntnisstand? Bekommen sie die Kontroversen überhaupt noch mit? Sind sie in einer Informations-Echokammer und hören gar nicht mehr hin, wenn ein Skandal hochkocht? Oder sind diese 15% ganz oder teilweise selbst rechtsradikal und machten bewusst falsche Angaben bzw. hatten eine völlig andere, positive Definition von Rechtsradikalismus?

Viele AfD-Sympathisanten und Mitglieder halten die unfaire Stigmatisierung und Massenmedien-Propaganda für hauptversantwortlich dafür, dass die Partei fälschlich als rechtsextrem wahrgenommen wird. Menschen haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass man nicht offen über heikle Themen sprechen kann, ohne sich einen Haufen Ärger einzuhandeln. Die INSA-Studie gibt keinen Aufschluss darüber, worauf die Befragten ihre Ansicht über die AfD basieren.

Die großen Parteien haben die besten Experten an der Hand und das meiste Geld, um wesentlich genauere und bessere Untersuchungen zu erhalten, inklusive solcher modernen Werkzeuge wie Psychometrie, wo mit Hilfe von Algorithmen automatisch anhand beliebig und harmlos wirkenden Informationen eine Vermessung der Persönlichkeitsstruktur des einzelnen Bürgers bzw. Wählers vorgenommen wird. Wie ein Meister-Schachspieler kann so die CDU beispielsweise viele Züge vorausdenken.

Als eindeutig bürgerlich betrachten nur 13% die AfD, während 23% die Partei zumindest teilweise als bürgerlich wahrnehmen. Regierungsfähig halten nur 13% die AfD und 15% kreuzten teilweise regierungsfähig an.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) meint, dass die AfD mit den Ergebnissen bei den Landtagswahlen im Osten möglicherweise den „Zenit ihres Wirkens“ erreicht habe. Die AfD als deutlich rechte Partei zu stärken war möglicherweise eine bewusste strategische Entscheidung der CDU auf Rat des Demoskopen Matthias Jung, des Vorstands der Forschungsgruppe Wahlen, Mannheim. Nachzulesen in seinem Positionspapier „DIE AfD ALS CHANCE FÜR DIE UNION“.

Die Forschung zeigt, dass die deutsche Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten schon so weit umgebaut und indoktriniert worden ist, dass rund 80% der Menschen sich politisch irgendwo in der “Mitte” verorten. Weil die katholische Kirche dramatisch an Bedeutung verloren hat und pro Legislaturperiode der CDU/CSU rund eine Million Wähler wegsterben, kam die strategische Entscheidung, nach dem Ende des Kalten Krieges und der Helmut Kohl-Ära, die CDU/CSU umzubauen zu einer Partei der breit definierten politischen Mitte. Die AfD, so der Forscher Matthias Jung, ist im Prinzip ein Sammelbecken für das gesamte rechte Spektrum mit einer maximalen Obergrenze von rund 20% bundesweit. Die AfD kann noch so sehr strampeln und wüten, sie kommt als stramm rechte Partei nicht an gegen die Demografie Deutschlands und gegen die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Die aktuellen Wahlerfolge in Brandenburg und Sachsen sind zwar mehrere Prozente oberhalb von 20%, aber im Osten leben fünfmal weniger Menschen als im Westen, wo der stramm rechte Kurs der AfD einfach nicht gut ankommt.

Der als eher gemäßigt geltende Bundesvorstand der AfD ist sich zumindest Teilen dieser Forschung und Mechanismen bewusst. Ein neues, internes Strategiepapier erklärte treffend, dass die AfD als konservative Partei maximal 20% Potenzial bundesweit hat und sich bald zu einer Partei der Mitte entwickeln müsste, die breitere Wählerschichten ansprechen kann. Der sogenannte rechte Flügel der AfD will aber die gesamte Partei auf stark rechts trimmen und erhebt nun nach den Wahlerfolgen im Osten immer größere Ansprüche. Eine komplett rechte AfD bliebe ein begrenztes Sammelbecken ohne Koalitionspartner und ohne Chance auf Regierungsbeteiligung.

Viele Wähler aus dem bürgerlich-konservativen Lager halten die AfD für zu aufgekratzt und revolutionär; die Bürgerlich-Konservativen wollen keine Experimente und Umstürze von Verhältnissen.

“Aus diesen Gründen kann sich das Erscheinen der AfD im politischen System mehr als Segen denn als Fluch für die Union erweisen.”

Das hieße auch, dass falls der Verfassungsschutz oder “befreundete Dienste” aus dem Ausland die AfD infiltriert hat, die eingeschleusten Agenten und V-Personen die Partei dazu drängen würden, immer stärker auf den radikalen Kurs einzuschwenken.

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