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Geheimdienste

Geheimdienste zersetzen mit rechtsextremer Literatur die AfD und das gesamte rechtskonservative Spektrum

Der Rauswurf von Sayn Wittgenstein bei der AfD dreht sich um einen Verein, für den sie irgendwie geworben haben soll und der von der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck gegründet worden war. Als die Kontroverse von den Massenmedien entdeckt wurde, ruderte Sayn Wittgenstein zurück, da wäre nichts gewesen. Die Massenmedien legten nach und berichteten von Gesprächen wie etwa mit einem hohen Juristen, bei denen Sayn Wittgenstein angeblich die Konzentrationslager als Fake der Amerikaner und Briten bezeichnet und auf entsprechende “Literatur” verwiesen haben soll. Darauf reagierte sie öffentlich mit dem Statement:

“Den Holocaust hat es gegeben, das ist erwiesen.” 

Eine der größten Kontroversen um Björn Höcke betraf seine geforderte “erinnerungspolitische Wende um 180 Grad” und seine Unzufriedenheit mit der “dämlichen Bewältigungspolitik” und dem “Denkmal der Schande” in Deutschland. Natürlich folgte schnell das Dementi, er habe doch nur gemeint, dass man auf die positiven Aspekte der deutschen Vergangenheit fokussieren soll und dass uns die “Vergangenheitsbewältigung” lähmen würde. In einer parteiinternen Email hatte er noch gefordert, Holocaustleugnung zu erlauben. Die WELT verreißt gerade den Höcke-Sammelband des COMPACT-Magazins und macht sich lustig darüber, dass er so klingt wie ein Erstsemester-Student, der eine Handvoll gewöhnlicher Verschwörungs- und Revisionisten-Bücher gelesen hat: Es gebe „eine kleine Geldmachtelite“, und die trachte „ihre Interessen auf Kosten aller Völker der Welt durchzusetzen“. Am Werke seien da „wenige Dunkelmänner im Hintergrund“ von denen er nur den Juden George Soros erwähnt, die alle Völker auf der Welt und alle Traditionen auflösen möchten.

Die Standard-Indoktrination

Leser von gewöhnlicher Verschwörungsliteratur und von gewöhnlichem Rechtsrevisionismus betrachten sich als aufgewacht, als wissend und “außerhalb der Matrix”. Aber genau wie in jedem anderen Bereich auch, waren die Geheimdienste schon vorher da. Egal, auf welchem ausgetretenen Pfad man wandelt, man befindet sich immer noch in der Matrix.

Man kann nur vermuten, welche Bücher in den Regalen von Sayn Wittgenstein und Höcke stehen und man kann nur vermuten, ob sie den Inhalten blind vertrauen. Gesichert ist, dass die gewöhnliche Verschwörungs- und Revisionistenliteratur das gesamte rechtskonservative Spektrum zersetzt. Es läuft praktisch immer gleich ab: Jemand ist entsetzt über die Verhältnisse in Deutschland und der Welt, sucht im Internet nach Gleichgesinnten, und stößt zunächst auf klassische Verschwörungsmedien, in denen der Mythos gesponnen wird, eine winzige Gruppe an Juden hätte problemlos und mit größter Leichtigkeit mal eben so das Britische Empire gestohlen, dann noch die USA und dann auch noch Russland ohne aufgehalten zu werden. Alle Aktionen des Britischen und Amerikanischen Empires ab Nathan Rothschilds Waterloo-Reibach (den es gar nicht gab) und seiner vermeintlichen Übernahme der Bank of England und City of London (die auch nicht stattgefunden hatte) werden kurzerhand dieser Judenverschwörung zugeschrieben. Deswegen glaubt der Leser dann auch, dass die Fake-Protokolle von Zion irgendwie die Realität beschreiben würden und dass man überall die Handschrift der Judenverschwörung klar erkennen könne.

Als nächstes stößt der Leser dann noch auf die gewöhnliche Revisionistenliteratur, in der Adolf Hitler gepriesen wird als großer Retter des Deutschen Volkes und als Universalgenie, das den Kampf gegen das internationale Judentum geführt habe. Im letzten Schritt kommt dann noch die Literatur, die den Holocaust als Fake beschreibt, ähnlich wie schlechte Sandy Hook-Verschwörungstheorien, nur um einige Dimensionen größer. Mit diesem Fake, denkt dann der Leser, hielte die winzige Gruppe Illuminaten-Juden das Deutsche Volk klein und nur mit einem radikalen Nazi-Kurs könnte man wieder siegen und sich wehren.

Mit dieser Denkschiene meinen einige, sie seien “Wissende” und Revolutionäre, ohne zu merken, wie sie in die Falle gelaufen sind. Im gesteigerten Fanatismus bekämpfen sie sogar gemäßigte Konservative und Bürgerliche; ganz zu schweigen von dem Rest des Landes und des Auslands. Die gemäßigten Bürgerlichen in der AfD sind nicht bereit, das radikale Denken zu übernehmen und ihre Kerneigenschaften aufzugeben. Die Radikalen sind sind bereit, ihre Überzeugungen und damit ihren Kern aufzugeben. Die Gemäßigten betrachten die Radikalen als gefährliche Spinner und die Radikalen betrachten die Gemäßigten als angepasste Schwächliche. Die AfD ist im Krieg mit sich selbst.

Linke dürfen die Säuberungsaktionen des real existierenden Sozialismus ignorieren, herunterspielen, zurechtbiegen, entschuldigen. Sie kreischen hysterisch, dass man nie und nimmer den “singulären” Holocaust mit Stalins Gulag-System oder mit Maos 40 Millionen Toten vergleichen dürfe, weil das den Holocaust irgendwie relativieren würde. Ähnlich wie also viele Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker Holocaust-Leugnung betreiben, so verbreiten linke Ideologen ihren Linksrevisionismus und leugnen die Kernaspekte von Maos und Stalins Vernichtungsoperationen.

Der “Schuld-Kult”, wie er von manchen bejammert wird, existierte während dem Kalten Krieg in der Bundesrepublik so gut wie gar nicht. Es sollte über 15 Jahre dauern, bevor überhaupt die erste richtige Studie zum Holocaust in einem Kleinverlag ohne Werbekampagne erschien. „The Destruction of the European Jews” von dem Historiker Raul Hilberg erschien 1961 in einer viel zu eng gedruckten Form und nur in englischer Sprache, bis dann schließlich 1982 (!) eine deutsche Übersetzung und 1985 eine bessere englische Ausgabe folgten. Die NATO wollte die deutschen Rechten nicht vergraulen, sondern für den Kampf gegen den Sowjetkommunismus gewinnen, also galt Holocaustforschung als Störfaktor. Auch die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel und die einflussreiche Hannah Arendt waren überhaupt nicht begeistert von Hilbergs Forschung und meckerten über die Beschreibungen Hilbergs über den Mangel an jüdischem bewaffneten Widerstand und bewaffneter Flucht. In dem damaligen politischen Klima, während der Anfangszeit des jungen Staates Israel, wollte man etwas anderes hören, nämlich alles was in irgendeiner Form Israels Militarismus gefördert hätte. Hilbergs Buch erschien, so verrückt es klingen mag, nicht in Israel.

Das nationalsozialistische Lagersystem war typisch deutsch-bürokratisch verwaltet worden und Hilberg schätzt, dass nur ein Bruchteil davon überhaupt erst erforscht worden ist. Er selbst hatte wenig Budget und Support; weshalb rechtsradikale Autoren fieberhaft nach irgendwelchen Schwächen suchten, um dadurch die ganze Angelegenheit als fake zu bezeichnen. Der deutsche Verlag Droemer Knaur kaufte sich erst die Rechte an dem Buch, ließ die Sache aber schnell wieder fallen. Die Verlage Rowohlt, Beck und viele andere verneinten ebenfalls. Ein linker Kleinverlag, der 1982 eine deutsche Übersetzung herausbrachte, verlangte 128 Mark pro Exemplar und verhinderte damit eine weite Verbreitung.  Vor 1990 wurde Hilbergs Buch in keiner einzigen (!) deutschen Historikerzeitschrift besprochen. Die Bundeszentrale für politische Bildung hatte 1982 nichts Eigenes an Forschungen anzubieten, also mehrere Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Soviel zum „Schuldkult“.

Die Geheimdienste sichern sich das Thema

Leser von gewöhnlichem Rechtsrevisionismus betrachten sich als aufgewacht, wissend und “außerhalb der Matrix”. Aber wie in jedem anderen Bereich waren die Geheimdienste schon vorher da. Egal, auf welchem ausgetretenen Pfad man wandelt, man befindet sich immer noch in der Matrix.

Die Tochter von Heinrich Himmler arbeitete für den Bundesnachrichtendienst (BND), wie man posthum erfahren konnte. Gudrun galt als Star der rechtsextremen Szene, machte bei Aufmärschen mit und unterstützte Gruppen wie die in den 1990er Jahren schließlich verbotene „Wiking Jugend“. Der BND hält sich bedeckt und spricht von wenigen Jahren an Tätigkeit bis 1963, wonach sie dann entlassen worden sei, da es einen “einsetzenden Wandel gab im Verständnis und im Umgang mit NS-belasteten Mitarbeitern”. Die BILD spekuliert, dass sie als Sekretärin beim BND in Pullach tätig war und fragt darüber gar nicht erst weiter hinaus. Wir wissen nicht, ob sie für den BND bis 1963 Kaffee gekocht und Akten sortiert hatte, wichtige Kontakte vermittelte oder vielleicht gar als Spitzel und Provokateurin im Neonazi-Milieu tätig war. Wir wissen auch nicht, ob sie nach 1963 an einen anderen (deutschen oder ausländischen) Dienst durchgereicht wurde.

Bundesarchiv, Bild 146-1969-056-55 / CC-BY-SA 3.0

Gudrun nutzte ihren Prominenten-Status in rechten Kreisen für den Nazi-Verein „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte“, der SS-Verbrecher unterstützte und international in der Szene der  Rechtsradikalen und Holocaust-Leugnern vernetzt war. Theoretisch wäre sie in der idealen Position gewesen, um für einen Geheimdienst wie den BND oder einen anderen Dienst aktiv Neonazis auszuspionieren oder sich an anderen Operationen zu beteiligen. Der Ehemann von Gudrun war Funktionär in der NPD, die vor Jahren nicht verboten werden konnte, weil zu viele Informanten des Bundesamtes für Verfassungsschutz die provokante Linie der Partei aufrechterhalten hatten.

Es ist sofort auffällig, dass insbesondere britische und amerikanische Historiker von höchst einflussreichen Universitäten sich zuerst mit knallhartem Rechtsrevisionismus hervortaten und zudem sofort Holocaustleugnung betrieben. Der Verdacht liegt nahe, dass die alliierten Geheimdienste vom ersten Moment an versuchten, den Revisionismus zu vereinnahmen und ihn als tumbe Nazi-Verherrlichung auszugestalten, damit sich möglichst keine seriöse revisionistische Forschung etablieren konnte und damit Personen aus dem nationalistischen Spektrum sich dauerhaft unglaubwürdig machten. Niemand sollte sich mit den Fragen auseinandersetzen, wie tief Nazideutschland von ausländischen Geheimdiensten unterwandert gewesen war und wie früh die ausländischen Dienste wussten von den Vernichtungslagern.

David Irving, Sohn eines britischen Marineoffiziers, wurde zu dem international bekanntesten revisionistischen Historiker über das Dritte Reich mit Büchern wie „Hitler‘s war“, „Rommel. Eine Biographie“, oder “Der Untergang Dresdens“, obwohl sein Bruder in der Luftschlacht um England gefallen war und der Vater nur knapp seinen Marinedienst überlebte und dann die Familie verließ. Eigentlich hätte man angesichts dieser Umstände nicht erwartet, dass Irving sich in seiner Karriere positiv über die Nazis äußern würde. Seine Bücher vermieden es, tiefere Geheimoperationen der Briten aufzudecken, sondern stellten einfach Hitler in einem recht positiven Licht dar; als patriotischen Pragmatiker, der von seinen Untergebenen regelmäßig im Stich gelassen worden wäre. Hitler hätte zudem keine Kenntnis vom Holocaust besessen laut der Argumentation Irvings, allerdings wurde diese Stelle in der deutschen Ausgabe vom Ullstein-Verlag ohne Zustimmung des Autors entfernt. Zu den wesentlichen Einflüssen auf seine Hitler-Biographie „Hitler’s war“ zählten Historiker und Holocaust-Leugner wie der Amerikaner Harry Elmer Barnes von der einflussreichen Columbia-Universität, die Jahrzehnte vorher schon einen Journalisten trotz (oder wegen?) der Veröffentlichung der Protokolle von Zion in Amerika mit einem hohen Posten bedacht hatte. 1955 war Barnes auf David Hoggan gestoßen, ein weiterer Holocaustleugner und bedeutender Einfluss auf Irving.
Hoggan hatte seinen Doktortitel an der elitären Harvard-Universität gemacht, gab Britannien die Schuld am Ausbruch des Krieges und malte Hitler in äußerst positiven Farben. Geld für seine Forschungen kam von Neonazi-Gruppen in Deutschland und den USA, bei denen er auch Mitglied war. Auf Deutsch er-schienen seine Werke im Grabert Verlag von Herbert Grabert, der unter Alfred Rosenberg gedient hatte. Der Historiker Gerhard Weinberg warf Hoggan vor, Hitlers verbale Friedensbekundungen einfach für bare Münze genommen und konträre Informationen ignoriert zu haben. Darüber hinaus hätte Hoggan die Abfolge von Ereignissen verdreht und auch Quellen und Dokumente erfunden. Das Pamphlet „The Myth of the Six Million” wurde ohne seine Erlaubnis und unter einem Alias veröffentlicht von Noontide Press, einem Kleinverlag aus Los Angeles von Willis Carto (Liberty Lobby und American Free Press). Es handelte sich um die erste bedeutende Veröffentlichung von Holocaustleugnung im englischen Sprachraum.

Barnes, der Holocaust-Leugner von der Columbia-Universität und Einfluss von Irving, freundete sich noch mit dem Urvater der Holocaust-Leugnung Paul Rassinier an, der ironischerweise als Kommunist gegen die Nazis im französischen Widerstand gekämpft und Zeit in Konzentrationslagern verbracht hatte. Die französische Spionageabwehr verdächtigte ihn zeitweise, heimlich von den Nazis finanziert worden zu sein, während jemand vom französischen Widerstand enthüllte, dass er mit der britischen Special Operations Executive zu-sammengearbeitet hatte. Nach dem Krieg veröffentlichte er mit großem Erfolg seine Holocaust-Bücher und ließ sich eine Tour durch Deutschland sponsern durch Karl-Heinz Priester, einem ehemaligen SS-Offizier, Göbbels-Propagandisten und zeitweisen US-Spion.

David Irving hatte zunächst nicht offen Holocaustleugnung betrieben, wurde aber in den 1980er und 1990er Jahren zu einer der prominentesten Figuren der Szene und garnierte das Ganze mit Andeutungen über jüdische Verschwörungen. 2009 ergab sich eine verblüffende Querverbindung: Die Frau des neuen britischen MI6-Auslandsgeheimdienst-Chefs Sir John Sawers veröffentlichte auf Facebook Familienfotos und private Informationen, ohne den Zugriff auf diese Daten auf ihre Facebook-Freunde zu beschränken. Man erkannte auf den Fotos Hugo Haig-Thomas, ein ehemaliger britischer Diplomat, Schwager von Sawers und Forschungspartner von David Irving.

Von deutschen Autoren kamen im Laufe der Zeit verschiedene revisionistische Bücher völlig unterschiedlicher Qualität auf den Markt, wobei das Thema Holocaust nur in manchen davon behandelt wurde. Der als junger Erwachsener von Deutschland nach Kanada emigrierte Ernst Zündel war dem Neonazi Adrien Arcand („der kanadische Führer“) gefolgt, der u.a. die kanadischen Juden nach Hudson Bay deportieren wollte; eine Idee auf die ihn Henry Hamilton Beamish gebracht hatte, ein führender britischer Antisemit, der als Sekretär von Königin Victoria gearbeitet hatte und bei seiner Tour durch Deutschland. Joachim von Ribbentrop und Julius Streicher kennenlernte. Arcand erhielt heimlich Geld vom britischen Adeligen George Clarke, 1st Baron Sydenham of Combe, ein höchst einflussreicher Offizier und Gouverneur des australischen Bundesstaats Victoria sowie Gouverneur von Bombay. Die Wunschvorstellung von Arcand war ein faschisti-sches Kanada im Rahmen des Britischen Imperiums, weshalb er auch während des Zweiten Weltkrieges inhaftiert wurde.

Sein Zögling Ernst Zündel gründete den Samisdat-Verlag in Toronto, veröffentlichte den Holocaust leugnende Schriften, Webseiten und Videos und nutzte sogar einen Kurzwellen-Radiosender, der zu manchen Zeiten auch bis Deutsch-land zu empfangen war. Sein Kontaktmann in Deutschland war der Neonazi Bela Ewald Althans, der 1995 vom Magazin Der SPIEGEL als V-Mann des bayeri-schen Verfassungsschutzes bezeichnet wurde, während der Verfassungsschutz nur von zwei folgenlosen Kontakte zum dem Mann sprach. Nach mehreren Gerichtsprozessen wurde er nach Deutschland abgeschoben, wo ein Haftbefehl wegen Volksverhetzung gegen ihn vorlag. Die einschlägig bekannten Horst Mahler und Sylvia Stolz scheiterten dabei, ihn vor Gericht zu verteidigen. Mahler war einst eine bedeutende Figur im Umfeld der linksterroristischen RAF und wanderte dann in den 1990er Jahren nach rechts, verbrachte Zeit bei der NPD, wurde zum Holocaustleugner und handelte sich eine Haftstrafe nach der anderen ein.

Der Mitbgeründer der NPD, Adolf von Thadden, war ein langjähriger Informant des britischen Geheimdienstes MI6 gewesen und hatte eine britische Großmutter gehabt. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete:

„Hans Josef Horchem, damals Präsident des Landesamtes für Verfas-sungsschutz in Hamburg, erinnert sich daran, dass MI 6 seine Operationen wie eine alte Kolonialmacht auch in der Bundesrepublik weiterführte – allen Gesetzen und Abmachungen zum Trotz.“

Wie weit genau die Zusammenarbeit Thaddens mit den Briten ging, werden wir nie erfahren, weil er 1996 verstarb und die britischen Akten unter Verschluss bleiben.

Der Brite David McCalden war eine weitere international führende Figur der Holocaustleugner und schuf in Amerika mit Willis Carto das „Institute for Historical Review“ das mit dem Verlagshaus Noontide Press zusammenhing und Verbindungen knüpfte zu einigen international bekannten Holocaustleugnern. Willis Carto war stark beeinflusst von den Schriften eines gewisse Francis Parker Yockey, der sich bestätigt hatte in den Organisationen „German-American Bund“ und „National German-American Alliance.“

Der German American Bund nahm Amerikaner als Mitglieder auf, die deutsche Wurzeln hatten, und war 1936 gestartet worden als Nachfolger des in Verruf geratenen Vereins „Friends of New Germany“, der wiederum 1933 auf Befehl von Rudolf Hess entstanden war und sicherlich auch deutsche Spione beinhaltete. Der Vorläufer der „Friends of New Germany“ war die „Free Society of Teu-tonia”, deren Anführer Walter Kappe nach seiner Rückkehr nach Deutschland dem Geheimdienst “Abwehr II” zugeteilt wurde, wo er Sabotagenetzwerke entwickeln sollte, um mit jenen Amerika anzugreifen. Selbstverständlich betrachteten die amerikanischen Geheimdienste diese deutsch-amerikanischen Vereine als offensichtliches Spionagerisiko und leiteten entsprechende Maßnahmen ein.

Schon bald traute selbst die Nazi-Regierung in Berlin dem German American Bund nicht mehr.
Francis Parker Yockey, der große Einfluss auf Willis Carto, hatte mehrere Unive-sitätsabschlüsse und schaffte es sogar bis zu der elitären Georgetown School of Foreign Service, die enorm viele Diplomaten, Spione, einen US-Präsidenten, einen CIA-Direktor und viele weitere Top-Funktionäre der USA hervorbrachte. Seine Aktivitäten führten zu Ermittlungen der Bundespolizei FBI gegen ihn und er verfügte Zeitweise (wie ein Profi-Agent) über mehrere gefälschte Pässe und Geburtsurkunden. Seine Verhaftung erfolgte 1960 im kalifornischen Oakland, wo er ausgerechnet bei einem jüdischen Holocaust-Überlebenden untergetaucht war. (check) In FBI-Haft tötete er sich der offiziellen Darstellung zufolge selbst mit einer Giftkapsel und hinterließ einen Abschiedsbrief, laut dem er seine Kontakte nicht verraten wollte.

Einer der wichtigsten Figuren der rechten Szene war der britische Adelige Sir Oswald Mosley, dessen Vater der Cousin war des 14th Earl of Strathmore and Kinghorne, dessen Tochter Lady Elizabeth Bowes-Lyon wiederum Königin war neben King George VI. Mosley heiratete standesgemäß die Tochter des 1st Earl Curzon of Kedleston, der Statthalter von Indien war im Rahmen des britischen Kolonialismus. Die Hochzeit war ein großes Ereignis und als Gäste kamen u.a. König George V. und Queen Mary, sowie der spätere belgische König Leopold III. Nach dem Tod seiner Frau heiratete Mosley im Zuhause des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels seine Geliebte Diana Guinness. Mit seinem Geld baute er die Organi-sation British Union of Fascists (BUF) auf und netzwerkte mit den Nazis, was aber wahrscheinlich nur Teil einer Spionagemission war, um den Deutschen Sympathien vorzutäuschen. Die britischen Geheimdienste Security Service und Special Branch hatten sich tief in die BUF eingegraben.

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