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Globalismus

So kamen das Freimaurertum und die okkulten Mysterien nach Russland

Auszug aus Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte Band II – Religion – jetzt im Recentr Shop

Die Freimaurer kommen nach Russland

Im 18. Jahrhundert bereits kam das Freimaurertum (hauptsächlich festgelegt durch die europäischen Welfen) nach Russland; zuerst durch russische Offiziere und Funktionäre, die im Ausland arbeiteten. Einige Deutsche und Briten wurden besonders wichtig für die Modernisierung und Führung der russischen Streitkräfte.

1731 wurde Captain John Phillips der „Provincial Grand Master“ des Freimaurertums in Russland und man erregte zunächst wenig Aufsehen, da man erst langsam Logen aufbaute und behauptete, jene seien hauptsächlich für Diplomaten und Geschäftsleute aus Deutschland und England gedacht, und könnten die Kooperation fördern mit einflussreichen aristokratischen Russen aus Familien wie Sumarokow, Golowin oder Golitsyn. Mit ähnlichen Beschwichtigungen verbreitete sich das Freimaurertum auch zeitweise erfolgreich in der muslimischen Welt. Hinter der Freimaurerei in Russland steckte der “Royal Arch” in England und man hielt geheim, wer letztendlich die Befehle gab.

In Russland benutzte man zwischen 1750 und 1760 den Ritus der „Strikten Observanz“, der sich auf den alten Tempelritter-Orden bezog und eine gewisse Anziehungskraft auf die russischen Adeligen hatte, die oft im Militär dienten.

Franz Lefort, ein Offizier und Vertrauter von Zar Peter dem Großen, brachte ebenfalls das Freimaurertum nach Russland, genauso wie Jacob Bruce (der als Magier galt) und James Keith, der an der Verschwörung beteiligt war, um Elisabeth Romanow zur Zarin zu machen und dessen Cousin zum freimaurerischen Provinzgroßmeister für Russland bei der Großloge von England wurde. Ivan Yelagin, Berater für Katharina die Große, war vertraut mit der Kabbala, Theosophie und ägyptischen Traditionen. Er verwarf den Ritus der Strikten Observanz und zog mit britischer Erlaubnis die russische Großloge hoch. Georg von Reichel aus Braunschweig, einer Hochburg des Welfen-Adels, etablierte ein weiteres freimaurerisches System in Russland, das später mit dem von Yelagin verbunden wurde.

Gustav III. von Schweden aus dem Herzoghaus Schleswig-Holstein-Gottorf, ein Nachfahre des britischen Königs George I. unter welchem das moderne organisierte Freimaurertum begonnen hatte, ging nach St. Petersburg, um den späteren Zaren Paul I. zum Freimaurer zu machen. Paul war zudem Großmeister des Malteserordens, die auch als Johanniter bezeichnet wurden und die Reste der Tempelritter aufgenommen hatten.

Prinz Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und gleichzeitig Herzog von Braunschweig und Lüneburg, einem der wichtigsten Zentren des Welfen-Adels, war Großmeister der deutschen Logen und lud Johann Georg Schwarz, einen russischen Professor und Anhänger des Rosenkreuzer-Ordens, zum Wilhelmsbader Freimaurerkonvent im Jahr 1782 ein, wo Russland als 8. Provinz des Ritus der Strikten Observanz anerkannt wurde. Ferdinand war Generalfeldmarschall in kurhannoverschen (siehe die Hannoveraner Könige Britanniens) und britischen Diensten. 1789 wurde er Kommendator der Johanniterkommende Gorgast, eine Niederlassung des Johanniterordens, und außerdem diente er als Großmeister aller schottischen Freimaurerlogen. Er wurde im Jahr 1783, wie auch der Welfe Karl von Hessen-Kassel, zusätzlich noch Mitglied des bayerischen Illuminatenordens.

Die sogenannte „Strikte Observanz“ war ein Hochgradsystem, das mehr Grade als nur drei anbot und Elemente des Tempelritterordens benutzte und sich als Nachfolger der Templer betrachtete. Das konkurrierende schwedische Lehrsystem behauptete ebenfalls, im Besitz des letzten Geheimnisses der Tempelritter zu sein. Als Reaktion auf die desolaten Zustände der Strikten Observanz wurde bereits 1776 im Stillen der Illuminatenorden gegründet. Der offizielle Illuminaten-Anführer Adam Weishaupt hatte zwar jesuitische Bildungseinrichtungen besucht, war aber eingewickelt in das Umfeld der Welfen.

Katharina die Große wurde besorgt über die Ausbreitung des Freimaurertums und dass ihr Sohn Paul sich dem Orden angeschlossen hatte. Zudem war er de facto ein Großmeister des Johanniterordens, allerdings war er eher eine schwächliche Marionette, der bald die Logen wieder verbot, ohne die Konsequenzen abschätzen zu können.

Katharina hatte schon die Aktivitäten der Loge gebremst. Der Plan war, ihren Sohn Paul von der Thronfolge auszuschließen, was ihr aber nicht gelang. Sie fand für ihn als Frau die deutsche Welfen-Prinzessin Wilhelmina Luisa von Hessen-Darmstadt (die sich fortan Natalia nannte), Tochter des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Aus der Ehe gingen einige Kinder hervor, von denen Alexander völlig von Katharina dominiert und vereinnahmt wurde. Paul hatte regelrechte Panikattacken wegen seiner Mutter. Paul wurde ermordet; zwei Jahre nach seinem Verbot der Logen.

Alexander bekam als Erzieher und Ausbilder den russischen Militärgeneral und Großmeister des Malteserordens Nikolai Saltykow vorgesetzt sowie den schweizer „Aufklärer“ Laharpe, der ihm sehr nahe wurde. Frédéric-César de la Harpe war ein Politiker, der in hoher Gesellschaft Rom und Malta besucht hatte und in Neapel dem Freimaurerorden beigetreten war. Als Braut vorherbestimmt für Alexander war Prinzessin Louise von Baden, die künftig unter dem Namen Elisabeth Alexejewna auftrat. Luise war das dritte von acht Kindern des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden und seiner Frau Amalie von Hessen-Darmstadt.

Zar Alexander, der zwar wahrscheinlich Freimaurer wurde, aber offenbar nicht allzu tief eingeweiht war, vermutete eine satanische, jüdische „Octopus“-Verschwörung mit vielen Tentakeln. Die Großloge Astraea wurde 1815 geschaffen. Wenige Jahre nach seiner Initiation verbot er die Logen, deren Mitglieder und Hintermänner aber nicht mehr aufzuhalten waren. Alexander Labzin, der einflussreiche Freimaurer, der die St. Petersburger Loge „Die sterbende Sphinx“ gegründet hatte, musste ins Exil.

Ob Alexander 1825 wirklich in Taganrog an gesundheitlichen Problemen starb, lässt sich nicht zuverlässig beantworten. Der schottische Mediziner Dr. James Wylie war sein Leibarzt und hatte zudem noch das Sanitätswesen im russischen Militär erneuert. Da er bereits Leibarzt von Zar Paul I. gewesen war und den Totenschein gefälscht hatte mit der unwahren Todesursache „Schlaganfall“, steht er generell unter Verdacht. 1814 begleitete Wylie Zar Alexander I. als Leibarzt nach England. Dort wurde Wylie zum Ritter geschlagen und ihm dann auch noch der Titel eines Baronets verliehen. Seine Ausbildung hatte er von der Edinburgh University und dem King’s College bekommen. Eine Autopsie der Leiche von Alexander sei ohne plausiblen Grund erst 32 Stunden nach dem Ableben vorgenommen worden. Das Gesicht der Leiche wurde auf Anweisung mit einem Tuch verhüllt, der ganze Leichnam einbalsamiert und bei einer Exhumierung 1866 war der Sarg laut einem Mythos leer. Damals sei durch Schlamperei die Leiche stark verwest und das Gesicht nicht mehr erkennbar gewesen.

1995 gab es wieder eine Großloge in Russland, die von der englischen Großloge, der irischen und der schottischen Großloge anerkannt wurde. Der russische Großmeister Andrei Bogdanow bekam den 33. Grad des schottischen Ritus verliehen und wurde aufgenommen in den Holy Royal Arch in London.

Die DNA des Okkultismus wurde die DNA Russlands

Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich der Okkultismus als Ausprägung alter Mysterienkulte stärker in der breiteren russischen Gesellschaft. Wladimir Solowjow brachte die Kabbala im größeren Stil nach Russland. Die berühmtesten russischen Autoren wie Puschkin, Turgenew, Tolstoi und Dostojewski benutzten bereits okkulte Motive und Symbolik. Leo Tolstoi, der Autor von „Krieg und Frieden“ sowie „Anna Karenina“, entstammte dem Adel und hatte den Titel eines Grafen. Er wurde 1901 aus der Kirche ausgeschlossen, weil er die gängige christliche Doktrin ablehnte und erklärte:

„Die Lehre der Kirche ist eine theoretisch widersprüchliche und schädliche Lüge. Fast alles ist eine Sammlung von grobem Aberglauben und Magie.“

In „Krieg und Frieden“ zeigte er eine genaue Kenntnis von freimaurerischen Ritualen und den unterschiedlichen Arten von Freimaurern; vom Opportunisten bis hin zum großen Eiferer.

Russische Autoren besuchten Paris und stießen dort auf Okkultisten, die der „hohen Magie“ von Eliphas Lévi folgten und der esoterischen Freimaurerei des Martinismus.

Am 14. März 1861 wurde Lévi in die Freimaurerloge „Rose du Parfait Silence“ in Paris aufgenommen, fand das Freimaurertum jedoch zu fade.

Der Martinismus war eine freimaurerische Strömung, die auch Sexualmagie und gnostische, kabbalistische und hermetische Elemente enthielt.

Die künstlerische Bewegung des “russischen Symbolismus” glaubten, dass bestimmte Worte magische Kräfte hatten und eine neue Welt schaffen konnten, eine Vorstellung aus dem alten Ägypten.

Die (britische) Theosophie verbreitete sich in Russland wie ein Virus und brachte Figuren hervor wie Roerich, Uspensky und Gurdjieff. Letzterer war jahrzehntelang durch Zentralasien, Nordafrika und Europa gereist auf der Suche nach alten Kultstätten und Geheimnissen. So überrascht es nicht, bei ihm Einflüsse zu finden wie den Sufi-Mystizismus, essenisch-christliche Mystik und pythagoräische Konzepte. Einer seiner Schüler war Captain John G. Bennett, Anführer des britischen Militärgeheimdienstes in Konstantinopel. Für Gurdjieff war das Böse nur eine Illusion, die die Unerleuchteten nicht verstehen würden.

Auch Superstar-Autor Maxim Gorky, der mit Lenin befreundet war, interessierte sich für die Theosophie, genauso wie Anatoli Lunatscharski, der Volkskommissar für Bildung.

Die Russin Helena Petrovna Blavatsky, die eine der wichtigsten Strömungen der Theosophie gründete, bediente sich in der Bibliothek ihres freimaurerischen und rosenkreuzerischen Urgroßvaters und konnte durch das Geld ihrer Familie durch die Welt reisen, wobei sie einerseits mehr Wissen sammelte über antike Mysterien-Kulte, andererseits aber auch einige hochtrabende Geschichten erfand. Die theosophische Gesellschaft gründete sie mit dem Amerikaner, Freimaurer und Ägyptologen George Felt, sowie mit dem Briten Charles Massey.

Russische Übersetzungen von klassischen okkultistischen Autoren wie Papus, Agrippa, Paracelsus, Boehme und Swedenborg verbreiteten sich. Der berüchtigte Rasputin war auch längst nicht der einzige Okkultist seiner Art bei den Zaren.

Inzwischen wird Rasputin von den regimetreuen Pseudo-Historikern zum orthodoxen Christen umgedichtet. Zar Nikolaus II. und dessen Frau sind inzwischen heiliggesprochen worden.

Kommunistische Propaganda verwendete okkulte Mysterien-Ikonografie wie zum Beispiel die Erleuchtung durch Prometheus bzw. Luzifer, der auch mit der Venus assoziiert wird:

Es wurden Schulen und Fakultäten eingerichtet wie die „Freie philosophische Akademie in Petrograd“ und die „Moskauer Spirituelle Akademie“; aber Okkultisten bekamen auch Positionen in größeren sowjetischen Bildungseinrichtungen, Ministerien und anderen Verwaltungsapparaten. Sowjetische Kunst und Kultur und Propaganda hatte einen starken okkultistischen Einschlag und der große sowjetische Anführer Lenin wurde nach seinem Tod zu einer Mumie einbalsamiert und in einem Mausoleum untergebracht, wo er wie ein Heiliger von Millionen Menschen besucht wurde. Leonid Krasin, der den Lenin-Kult entwarf, war ein Bewunderer von Fedorow, der an Wiedergeburt glaubte. Das Granit-Gebäude basiert auf antiken Mausoleen wie die Stufenpyramide des altägyptischen Königs Djoser und das Grab von Kyros II. Der Architekt Alexei Wiktorowitsch Schtschussew plante auch das Stadtkonzept beim Ausbau Moskaus, hatte zahlreiche Kultstätten in vielen Ländern besucht, und entwarf einige russisch-orthodoxe Kirchen. Er hatte die Sympathien der Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, die eigentlich eine deutsche Prinzessin aus dem Welfen-Haus Hessen-Darmstadt und Enkelin der britischen Königin Victoria war.

In Lenins Umfeld und im Sicherheitsdienst OGPU tummelten sich die Okkultisten. Gleb Bokii, einer der wichtigsten Führungsleute bei der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka und wahrscheinlicher Organisator der Gulags, versuchte die Theosophie und Tantra mit dem Kommunismus zu verbinden und vertiefte sich in großangelegte Expeditionen, um u.a. das mystische Königreich Shambhala zu finden. Bokiis Vertrauter, Alexander Wassiljewitsch Bartschenko, war vom selben Schlag und stand auch in Kontakt mit Menachem Mendel Schneerson von der Chabad-Bewegung, einer chassidischen Grupperung innerhalb des orthodoxen Judentums. Schneerson war der Sohn eines Kabbalisten und damit unter dem Einfluss der Mysterien. Sogar der Tscheka-Boss Feliks Dzierżyński schickte Bartschenko auf Expeditionen wie etwa auf die Krim, um geheime Eingänge zu suchen für die Ruinen antiker Zivilisationen. Bokii und Bartschenko hatten sogar Kontakt zu Karl Haushofer aus Deutschland, wo sich manche Nationalsozialisten ebenfalls für Mysterien und hochtrabende Expeditionen begeisterten. Gerüchteweise waren die beiden Sowjetfunktionäre in derselben Freimaurerloge wie Haushofer.

Stalin ließ seinen Personenkult schrittweise aufbauen, bis er als eine Art Gottheit verehrt wurde, dessen übermenschlichen Zauberkräfte auf die ganze Sowjetunion abstrahlten. Das bloße Aussprechen seines Namens soll Luftwaffe-Piloten und Arbeitern besondere Kraft gegeben haben. Stalins Reden waren wie die hypnotischen Mantras eines Schamanen.

Er ließ die als „sieben Schwestern“ bekannten Hochhäuser bauen, die heute u.a. das Außenministerium beherbergen. Es gab einige alternative Standorte, die den Bau vereinfacht hätten, aber man betrieb einen großen Aufwand, um ganz bestimmte Grundstücke nutzen zu können. Die Architektur ähnelt Vorstellungen von babylonischen Türmen und anderen mesopotamischen Bauwerken. Das Pentagramm, das den Kommunismus von Anfang an als Symbol begleitete, wurde die Form des Theaters der Roten Armee. Die staatlich vorgeschriebene Kunstform des „sozialistischen Realismus“ zeigte alles andere als die Realität, sondern eine magische Scheinwelt.

Auch Gorbatschow bewarb öffentlich das Roerich-Konzept eines „spirituellen Kommunismus“ und unterstützte ein großes Roerich-Zentrum in Moskau.

Russland heute

Die Vorstellung, dass eine jüdische Weltverschwörung die kommunistische Revolution durchgeführt und satanische Mysterien nach Russland brachte, ist falsch.

Mysterien gelangten viel früher nach Russland durch benachbarte Länder, über das byzantinische Reich und dann im größeren Stil durch den vermehrten Einfluss des Welfen-Adels, der nach langem Ringen mit den französischen und preußischen Konkurrenten den russischen Zaren-Hof übernahm. Während in Europa und den USA bereits die geheimdienstlich gesteuerte Pseudo-Demokratie und der Pseudo-Kapitalismus zunehmend aufgebaut wurden, verharrte das zaristische Russland ewig in einer klassischen Diktatur samt Bauernsklaverei, die viele Elemente des alten Roms enthielt. Als die Welfen im Zaren-Hof fest etabliert waren, versuchten sie mit dem Freimaurertum und anderen Ausprägungen der Mysterien, den alteingesessenen gewöhnlichen russischen Adel zu entmachten, die Bauernsklaverei zu beenden und einen Wandel  herbeizuführen, der den USA oder der konstitutionellen Monarchie des britischen Imperiums nachempfunden sein sollte.

Die Vorstellung, dass Wladimir Putin in Russland die letzten Überreste der jüdisch-satanischen Weltverschwörung vertrieben hätte und dass die russische Supermacht das Gegengewicht darstelle zu den jüdischen Illuminati der NATO, ist komplett falsch und eine gezielte Lüge aus der Propaganda. Russland mit seinen leistungsfähigen Geheimdiensten hätte (auch über Umwege) längst Enthüllungen präsentieren können, die den wichtigen Funktionären der NATO-Sphäre enorm schaden. Stattdessen kamen aus Russland nur billige Fälschungen wie die „Protokolle von Zion“, überschaubare Enthüllungen und andere abgedroschene Klischees aus der klassischen Verschwörungsliteratur.

Im russischen Fernsehen gab es Anfang der 2000er Jahre ein Explosion von okkulten TV-Programmen auf den größten Sendern wie z.B. die „Schlacht der Hellseher“, „Hellseher gegen Detektive“, „Die Mysterien der Welt“ oder die Dokumentar-Reihen auf TV-3 über okkulte Phänomene. Die verantwortlichen Sender gehören dem Energiekonzern Gazprom.

Ein wichtiger Organisator der neuen PR-Kampagne für den Okkultismus ist Wladislaw Jurjewitsch Surkow, der als „Kreml-Chefideologe“ gilt und als verantwortlich für die russische Innenpolitik. Im Jahr 2004 soll er maßgeblich zum Wahlsieg von Wladimir Putin bei den Präsidentschaftswahlen beigetragen haben.

Das Publikum wird bombardiert mit Programmen zu Hexerei, Telepathie, UFOs, Wahrsagerei, Kontaktaufnahmen mit den Toten und vieles mehr. Solche Inhalte bestimmen auch im Westen einen großen Teil der „alternativen“ Szene und überschneidet sich mit klassischen Verschwörungsmedien. 48% der Russen glauben Umfragen zufolge an Zauberei. Über eine Million Wunderheiler und andere esoterische Dienstleister bieten ihre „Fähigkeiten“ an. Victor Pelevin, einer der einflussreichsten Autoren in Russland, ist deutlich beeinflusst von den Mysterien. Der übernatürliche Thriller “Night Watch” von 2004, in dem Zauberer, Vampire und Formwandler auf der Seite des Guten und des Bösen existieren, wurde in Russland erfolgreicher als der erste Teil von „Herr der Ringe“. Die Romanvorlage enthält noch mehr schwarze Magie und Ähnliches.

„Der Fond für konzeptuelle Technologie“ fördert Verschwörungs-Filmchen im Internet, die altbekannte Enthüllungen über die westlichen Staaten verbinden mit dem Putin-Kult, der die Welt retten werde. Valery Pyakin, der eine der Führungsfiguren in dem Fond ist, ist Mitbegründer der „Volksbewegung für die göttliche monarchische Herrschaft“, die vom Sowjet-General Konstantin Petrow geschaffen wurde, der wiederum im Raumfahrtprogramm arbeitete und sich als Neo-Paganer outete nach dem Kollaps der Sowjetunion. Die Produktionsfirma Telekompaniya Meinstrim, deren Boss bei den Massenmedien gearbeitet hatte, verbreitet ebenfalls Verschwörungs-Filme auf Youtube.

Über den Okkultisten und Eurasier Alexander Dugin, der die westeuropäische rechte Szene bearbeitet, habe ich bereits ausführlich geschrieben. Seine PR-Leute nennen ihn einen gläubigen orthodoxen Christen. Für ihn ziehen sich „Fäden des alten Wissens“ zu „Marx, zu Necaev, zu Lenin, zu Stalin, zu Mao, zu Che Guevara.“ Nietzsche, Heidegger, Evola, Hitler und Mussolini „hüllten den gnostischen Willen in National- und Rassenlehre ein.“

Eigentlich würde man erwarten, dass die orthodoxe christliche Kirche ständig gegen den Okkultismus protestiert, aber stattdessen beschränkt man sich auf Themen wie Homosexualität und Rockmusik. Sogar der Patriarch Kirill schwieg über den Okkultismus in den Massenmedien. Kirill, der wahrscheinlich beim Geheimdienst KGB war, begeisterte sich für Telekinese und ähnliche mystische Dinge.

Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti zitierte Experten des Innenministeriums, laut denen Satanismus eine größere Bedrohung für die nationale Sicherheit geworden sei als islamische Radikalisierung. In einem anderen Report von Ria Novosti erklärte ein führender russischer Psychologe, dass es im Land mehr okkulte Heiler als echte Ärzte gibt. Man schätzt 800.000 „Magier”. In russischen Zeitungen finden sich unzählige Kleinanzeigen, in denen die Mystiker und Okkultisten ihre Dienste anbieten oder neue Leute für ihre Gruppen anlocken wollen. Laut einer Erhebung des Levada-Meinungsforschungsinstituts haben 20% aller Russen bereits auf solche Anzeigen geantwortet.

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