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Sicherheit

Die Top-Szenarien im Mordfall Lübcke

Es gibt viele verschiedene Szenarien und Unterszenarien beim Mordfall an dem CDU-Politiker Lübcke. Und man kann sich nicht nur auf diejenigen versteifen, die einem gefallen oder politisch nützlich scheinen oder als Clickbait taugen.

Klassischer Terrorismus

Dieses Szenario ist das, welches die Massenmedien und die Politik bevorzugen: Der Verdächtige Stephan E. hat eine einschlägige Vergangenheit, seine DNA soll am Tatort gefunden worden sein, seine Frau kann kein Alibi vorweisen und er schweigt in U-Haft. Mit oder ohne Mittäter soll er Lübcke erschossen haben in der Erwartung, damit davon zu kommen und es soll sich um den Auftakt einer Mordserie gehandelt haben die der „nationalen Sache“ dienen sollte. Lübcke sei ein einfaches, in der Nähe befindliches Ziel gewesen, leicht zu observieren und zu töten. Dieses Szenario unterteilt sich in mehrere Unter-Szenarien, je nachdem ob Mittäter involviert waren und welche Rolle Stephan E. konkret spielte. DNA am Tatort zu hinterlassen, heißt noch lange nicht, dass ausgerechnet er geschossen hat. Bei E. handle es sich um einen Schläfer, der 10 Jahre lang eine bürgerliche Existenz aufgebaut hat und vom Radar der Sicherheitsbehörden verschwand. Allerdings hatte E. auch seine mühsam aufgebaut Existenz und seine Freiheit zu verlieren. Selbst er müsste verstanden haben, dass die Szene von Spitzeln unterwandert ist. Die Zielperson war wenig prestigeträchtig für Terrorismus und zahlreiche weitere Politiker, gerade aus dem linken Spektrum, verfügen genausowenig wie Lübcke über Personenschutz.

Terrorismus mit Geheimdienst-Beteiligung 

Möglicherweise befanden sich V-Personen oder Agenten eines Geheimdienstes (national oder international) in der rechtsextremen Szene, in der E. verkehrte. Gerade die personellen Überschneidungen mit dem NSU-Skandal sind zahlreich. Grob kann man sich ein Motiv zusammenstricken, laut dem ein Anschlag als Vorwand benutzt werden soll, härter gegen die rechte Szene vorzugehen und sich tiefer dort einzugraben. Aber diese Möglichkeiten bestehen längst. Die Dienste gründeten mehr oder weniger die rechtsextreme Szene. Und wozu ein Bauern opfer wie Lübcke wählen? Theoretisch denkbar ist, dass Agenten zwei Fliegen mi einer Klappe schlagen wollten: Lübcke loswerden, den man aus diversen Gründen loswerden wollte, und gleichzeitig rechten Terror groß ausbreiten um davon zu profitieren. DNA-Spuren wie Haare können leicht am Tatort gezielt platziert werden. Vielleicht redeten bestimmte Personen Stephan E. ein, es sei das perfekt geplante Verbrechen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass beispielsweise russische Dienste beteiligt waren, um einfach mehr Chaos in Deutschland zu erzeugen. Auch linke Netzwerke könnten in den Mord an einem quasi-konservativen CDU-Politiker verwickelt sein, um die Rechten schlecht aussehen zu lassen. Erinnerungen an den Ohnesorg-Mord drängen sich auf.

Organisiertes Verbrechen

Dieses Szenario beschreibt einen Mord von wirtschaftlichen Feinden Lübckes, der über viele teure Projekte entschied. Also jemand heuerte theoretisch Profi-Killer an, die Lübcke erschossen und dann z.B. Haare von dem Neonazi Stephan E. am Tatort platzierten. DNA-Spuren reichen aber nicht aus. Es fehlt die Tatwaffe, es gibt kein Geständnis, es gibt bisher keine weiteren handfesten Belege. Profi-Killer können zudem viel eleganter und ohne Aufsehen zu erregen einen älteren Mann beseitigen durch Vergiftungen, inszenierte Unfälle oder einen inszenierten Selbstmord.

Mord aus dem persönlichen Umfeld

Es wird gemunkelt über seltsame Kontakte Lübckes und Aktivitäten im Bezug auf das Volksfest nebenan. Wie kam aber dann E.s DNA an den Tatort? Hatte Lübcke persönliche Feinde und/oder peinliche Verstrickungen? Auch hier stellt sich die Frage: Warum ein Mord auf der Terrasse statt einer Vergiftung, einem inszenierten Raubüberfall, das Rammen der Person durch ein Fahrzeug etc.? Bei einer Erschießung eines Politikers werden sofort Sonder-Kommissionen gebildet mit viel Manpower und ermittlungstechnischen Möglichkeiten.

Selbstmord

Lübcke war Jäger, also wohl Inhaber einer Waffenbesitzkarte. Hätte er Selbstmord begangen und hätte jemand die Pistole verschwinden lassen, würde man abgleichen können, dass eine seiner eingetragenen Waffen fehlt. Seine eigene Terrasse, wo Angehörige die Leiche finden, ist ein denkbar ungeeigneter Ort für einen Selbstmord. Er hätte auch in den Wald gehen und einen Brief hinterlassen können.

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