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Geheimdienste

Nach Straches FAIL kommen die Hilferufe in Richtung Putin

Kommentar

Strache und Gudenus von der FPÖ haben krass versagt und gezeigt, dass sie nicht dafür geeignet waren, eine politische Bewegung anzuführen. Daran ist nicht zu rütteln. Egal wie sehr man jetzt herummeckern kann, dass die beiden in eine Falle gelockt wurden und dass auch Politiker aus anderen Parteien sich so Verhalten wie Strache auf dem geleakten Video. Niemand weiß, welche anderen bösen Überraschungen über Strache noch irgendwo in der Schublade liegen.

Das rechte Lager braucht eine grundlegende personelle und inhaltliche Erneuerung. Aber stattdessen wird nur das Standardverhalten abgespult: Hilferufe in Richtung Russland, mehr Radikalisierung und das Herumreiten auf verengten Klischees. Man hört jetzt die verzweifelten Rufe:

“Warum hat Putin nicht Strache gewarnt? Was macht Putin jetzt, um zu helfen?”

Wenn das rechte Lager meint, Spionageabwehr an die Russen auslagern zu müssen, anstatt selbst Spionageabwehr zu betreiben und auch Spionageabwehr gegen Russland zu betreiben, wird es geradewegs in den Untergang rennen. Die heutigen russischen Dienste, die nahtlos an das kommunistische System der UdSSR anknüpften, arbeiten genauso mit schmutzigen Tricks, um westliche Politiker unter Kontrolle zu bringen. Und wer denkt, dass das nicht schlimm wäre, der hat von nichts eine Ahnung und unterstützt Landesverrat bzw. Hochverrat.

In der heutigen Zeit, angesichts von mikroskopisch kleinen Wanzen und totaler digitaler Überwachung, kann man nicht wie Strache in einem Meeting Wodka-Red-Bull saufen und über heikle Ideen sprechen, ohne zwangsläufig erwischt zu werden. Nach russischer Hilfe zu schreien, ist Unsinn. Das rechte politische Lager muss alle krummen Tricks komplett vermeiden, um nicht zwangsläufig in eine Falle nach der anderen zu tappen.

Wenn das rechte Lager jetzt grundlegend frustriert über den politischen Prozess ist und vermehrt wieder über gewaltsame Umstürze fantasiert mit Hilfe von Putin, dann ist das nur der nächste Fehler und die nächste Stufe des Versagens. Irgendwelche (abgehörten) verschwörerischen Hinterzimmer-Gespräche über hochtrabende Pläne mit den Russen landen dann entweder in der Öffentlichkeit oder die NATO-Geheimdienste benutzen das Material, um rechte Ösis umzudrehen. Insbesondere nach dem Christchurch-Killer ermitteln westliche Behörden nun, ob es ein internationales, rechtes verschwörerisches Netzwerk gibt. In dem Maße wie dumm sich die Rechten verhalten, werden die westlichen Behörden fündig werden.

Es braucht ehrliche, neue Ideen abseits des abgekarteten Systems der Ideologien, um die Interessen der Bevölkerung durchzusetzen. Die FPÖ und die radikaleren rechten Zirkel befinden sich in einer Eskalations-spirale der sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Wenn sich Figuren wie Strache oder Sellner mit ein paar dünnen Sätzchen öffentlich von ihrer Vergangenheit distanzieren, oder wenn wie in Deutschland bei manchen in der AfD die gewöhnliche Verschwörunsgliteratur und der gewöhnliche Rechtsrevisionismus als ultimatives Dogma gelten, dann drehen israelische Geheimdienste und das gesamte Netzwerk der jüdischen internationalen Community auf und versuchen, rechte Führungsfiguren aufzukaufen oder abzusägen, was dann bei den Rechten wiederum die Illusion zu bestätigen schein, es gäbe eine jüdische Weltverschwörung die allgegenwärtig sei.

Das rechte Lager versteht bis heute nicht die Supermächte und die Geschichte der letzten rund 300 Jahre, sondern man verlässt sich auf die immergleiche, irreführende Literatur, die auf das rechte Zielpublikum zugeschnitten wurde. Ein paar Krämer-Clans frisch aus dem Ghetto hatten nicht das britische Imperium übernommen.

Die Dogmen der extremen Rechten wurden so konstruiert, dass die extreme Rechte nie genug Menschen ansprechen kann, zuviel Widerstand in der Bevölkerung hervorruft und zuviel Widerstand von gewöhnlichen Geheimdienstbeamten.

 

 

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