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Junge Freiheit positioniert sich nachvollziehbar gegen Björn Höcke

Kommentar

Die Zeitung Junge Freiheit hat sich aus guten Gründen entschlossen, einen kritischen Leitartikel zu bringen über Björn Höcke, den rechten Flügel und die unklare Zukunft der AfD. Am wichtigsten dabei sind die wissenschaftlichen Fakten:

“Eine repräsentative Insa-Umfrage im Auftrag der JUNGEN FREIHEIT ergab Anfang 2018, daß Höcke bei AfD-Anhängern mit Abstand die schlechtesten Zustimmungswerte hat und die Mehrheit der AfD-Wähler sich eine stärkere Abgrenzung vom rechten Rand wünscht.”

Wie ich seit Jahren betone, benutzen die Altparteien erfolgreich und systematisch Meinungsforschung, während in der AfD beim rechten Flügel mit Slogans und Behauptungen gearbeitet wird. Der rechte Flügel und Blätter wie die Compact wollen immerzu Figuren wie Höcke zuarbeiten, der sich klar und deutlich gegen die Gemäßigten positioniert hatte. Gleichzeitig behauptet die Compact, für Einigkeit und gleichzeitig Vielfalt in der Partei zu stehen. Nur die Kritiker von Höcke usw. werden als Spalter beschimpft und für die sinkenden Umfrageergebnisse verantwortlich gemacht, ohne dass dabei Höcke oder Compact diese Sichtweisen wissenschaftlich untermauern können.

Können Höcke und die Compact repräsentative und wissenschaftliche Studien vorzeigen, aus denen deutlich hervorgeht, dass massenhaft Wähler Höcke und dessen Ideen und Methoden mögen und vertrauen? Anscheinend nicht. Ist es zuviel verlangt von COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer, auf Erstsemester-Niveau Politikwissenschaft zu verstehen?

JF-Chefredakteur Dieter Stein äußert den berechtigten Vorwurf, dass Höcke die Partei spaltet. Höcke sei “Schutzpatron und Guru aller, die die AfD in eine rechte Sackgasse manövrieren.” Holt man sich Meinungsforschung, dann erkennt man, dass nur ein paar Prozent der Wähler ganz weit rechts stehen und sogar einige davon wären durchaus bereit, eine gemäßigte Partei zu wählen, die die Grenzen dicht macht.

Trotzdem behauptet Höcke, für Einigkeit und Vielfalt in der Partei zu stehen und die COMPACT behauptet, dass innerparteiliche Kritiker von Höcke, Identitären und PEGIDA Schuld seien an den sinkenden Umfrageergebnissen. Die Forschung zeigt eindeutig, dass die Wähler absolute Sicherheit wollen, dass eine Partei nicht abenteuerliche ideologische Hirngespinste vorhat. Immer wieder hört man aber Gemurmel aus der Richtung des rechten Flügels, dass die Partei ohne Hardcore-Flügel zu brav und zu wenig revolutionär sei. Aber welche Ahnung hat denn bitte der Flügel von revolutionären Angelegenheiten?

Stein beklagt die schmalzig-arrogante Selbstvermarktung Höckes in dessen Buch, ohne dass jener irgendwelche herausragenden Leistungen oder realistische Ideen vorlegen kann.

“Wer nämlich von Höcke den großen Revolutionsplan erwartet, stellt am Ende des Buches fest, daß der Tiger als Bettvorleger landet.”

Höcke ist ein schwammiger Schwafler und abgehobener Ideologe, der die Partei stark zurückhält. Der Flügel wird wohl auf die JF im gewohnten Stil reagieren und nur die üblichen Talking Points wiederholen: Kritiker am Flügel seien Weicheier und Spalter, die sich vor dem Stempel „Prüffall“ des Verfassungsschutzes fürchten.

Das Thema Geheimdienste ist viel größer als nur das Stigma, als Prüffall bezeichnet zu werden. Wir haben anhand der NPD und den Republikanern gesehen, wie groß das Problem der Infiltration durch Agenten und V-Personen war und dass der Verfassungsschutz gezielt Radikalismus als Waffe benutzte. Je krasser jemand in der AfD rechts steht, umso größer die Gefahr, dass derjenige bei irgendetwas erwischt und unter Druck gesetzt wird. Und nicht nur der Verfassungsschutz ist dabei relevant, denn ausländische Dienste wie der britische MI6 hatten beispielsweise einen Gründer der NPD unter Vertrag.

Komischerweise begrenzen der Flügel und die COMPACT das Thema Geheimdienste auf den Stempel „Prüffall“ des Verfassungsschutzes. So blöd kann die COMPACT nicht sein, denn sie berichtete jahrelang über den Sumpf des NSU und die V-Leute des Verfassungsschutzes. Bizarrerweise bewirbt die COMPACT heute den ehemaligen Thüringer Verfassungsschutz-Präsidenten Roewer, den rechten AfD-Flügel und sogar heikle rechte Kreise außerhalb der Partei.

Geschwafel, dass man nicht wegen der Einstufung zum Prüffall die „Nerven verlieren“ soll, hilft nicht, die Probleme der AfD zu lösen.

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