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Das bedeuten die neuen „Uploadfilter“ im Netz

Kommentar

Es kommen also doch die vielbeschworenen Uploadfilter für Youtube und andere Plattformen, wo User Content hochladen können. Es gab solche Filter ohnehin schon bei Youtube („Content ID“) und jeder größere Content Producer kann das Feature selbst nutzen.

Im Prinzip ist jeder Nutzer längst von vorneherein gesetzlich verpflichtet, vor der Veröffentlichung von Inhalten zu überprüfen, ob Urheberrechte anderer dabei nicht verletzt werden. Natürlich kommt das Justizsystem nicht hinterher, sich mit zehntausenden Urheberrechtsverletzungen abzumühen.

Es ist längst nicht das „Ende von Youtube“ oder das „Ende des Internets“ wie geschrien wurde. Das Establishment braucht schließlich auch weiterhin Online-Videos, damit die Leute keine Bücher mehr lesen.

Die Rechtslage über Memes, Parodien, Mashups usw. verschlechtert sich, was aber relativ simpel wieder geändert werden kann. Es gab ohnehin längst Gesetze über Parodien und man wird jetzt nicht unbedingt Comedy Shows wie SNL oder Family Guy oder den Simpsons verbieten, sich über Popkultur lustig zu machen. Was künftig vielleicht nicht mehr geht, ist die dreiste Kopierung und/oder Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke mit einem nutzlosen Hinweis, dass das Fair Use und nichtkommerziell sei und dass man keine Rechte beansprucht.

Youtube war sehr stark gewachsen in einer Ära, wo tonnenweise urheberrechtlich geschütztes Material auf der Plattform war. Das Tolle an Youtube waren nicht die Schmink-Kanäle oder Fan-Geschwafel, sondern diese schier unendliche Fundgrube für alles mögliche.

Die neuen automatischen Filter müssen Rechteverletzungen erkennen, auch wenn viele verschiedene geschützte Werke identische kurze Videoclips unter Lizenz verwenden und das zu falschen Treffern führen kann. Wenn Youtube es sich nicht leisten kann, den Content mit genügend menschlichen Moderatoren ordentlich zu verwalten, dann funktioniert ihr Geschäftsmodell nicht. Die US-Regierung hatte wohl ein Interesse daran, dass jeder jederzeit unendlich viel Content produzieren und hochladen kann.

Verschwörungsfilter

Eine der neuesten Maßnahmen sind Sanktionen gegen Videos, die als Verschwörungstheorien eingestuft werden. Darunter kann alles mögliche fallen, von unsinnigen Sandy-Hook-Videos bis hin zu wissenschaftlichen Einschätzungen der Geheimdienstlage vor und während 9/11.

Es ist gelinde gesagt bescheuert, wenn User, die überhaupt erst Youtube besuchen, um Videos abseits des Mainstreams zu sehen, jetzt langweilige Suchergebnisse angezeigt bekommen von CNN oder MSNBC. Wenn ich solche langweiligen Sender sehen will, dann schaue ich die gezielt an. Da brauche ich kein Youtube.

Man streicht hier das „You“ aus Youtube. Manche sprechen bereits von „Them-Tube“.

Youtube kann auch nicht Geld drucken und ist angewiesen auf zahlungskräftige Werbepartner. Wenn diese Werbepartner nicht wollen, dass ihre Produkte beworben werden im Zusammenhang mit Videos, laut denen die Sandy-Hook-Eltern Krisenschauspieler gewesen sein sollen, dann hat Youtube hier wenig Spielraum. Man muss also auch die Werbepartner kritisieren und natürlich auch die User, die seit 10 Jahren nichts bezahlen fürs Zuschauen und dann aber Vielfalt erwarten.

Wer rebellisch sein will, der braucht ohnehin nicht erwarten, ewig kostenloses Hosting, kostenlose PR und kostenlose Bezahlung zu erhalten.

Youtubes Algorithmus hat laut ehemaligen Technikern bisher nicht auf Qualität der Inhalte gesetzt, sondern darauf, wieviele Minuten ein Video die Zuschauer am Bildschirm festhält.

Inhalte, die sich mit Verschwörungen beschäftigen, wurden massenhaft an neue Zuschauer empfohlen, darunter Milliarden an Empfehlungen von Alex Jones-Videos. Bereits vor Jahren hätte Youtube hier einen Schnitt ziehen können. Komischerweise findet dies erst jetzt statt:

„WIR HABEN DIE VERANTWORTUNG, DASS WIR DEN NUTZERN, DIE AUF UNSERE SEITE KOMMEN, GLAUBWÜRDIGE, RELEVANTE UND AKKURATE INFORMATIONEN ANZEIGEN.“

erklärt Neal Mohan von YouTube aktuell der WELT. Seit wann hat die Unterhaltungs- und Zeitverschwendungsmaschine namens Youtube eine Verantwortung, glaubwürdige Informationen anzuzeigen? Auf Youtube dominieren Videos zu Schminke und Videogames. Wer CNN sehen möchte, der kann den CNN-Kanal auf Youtube abonnieren und aufrufen. Wer Verschwörungs-Junk sehen will, sucht die passenden Kanäle. Wer wirklich was lernen will, schaltet den Mist komplett ab und liest Sachbücher. Schlechte Verschwörungsmedien sind ohnehin für das Establishment keine Gefahr.

Youtube will künftig Einstufungen der Glaubwürdigkeit von Quellen übernehmen von Google News. Ein Mitarbeiter würde dort die Beurteilungen vornehmen. Wodurch ist der Mitarbeiter qualifiziert? Kennt der sich aus über Geheimdienste, die Imperien, Kriminologie und die düsteren Sphären der Psychologie? Wohl kaum. Es wird niemand irgendwo ausreichend in diesen Zusammenhängen ausgebildet.

Statt einer totalen Zensur über Verbote und Löschungen gehen künftig Videos einfach in dem Ozean an Content unter. Du darfst deine Meinung kundtun, aber niemand wird sie hören, weil du mit internationalen Großkonzernen und Regierungen mithalten musst.

Wenn User wissen, dass auf Youtube nur Snowflake-Inhalte und Massenmedien-News zu finden sein werden, dann wandern sie hoffentlich ab.

Das Schlimmste für Youtube ist es, wenn die Eltern ihren Kinden den Glotz-Konsum einschränken oder verbieten wegen all dem extremen Müll, oder dass junge Leute sich von Youtube abwenden, weil sie dort keine Seriösität und Qualität mehr erwarten. Die aktuelle Säuberungsaktion soll das Gleichgewicht herstellen, um Youtube nicht zu anstößig, aber auch nicht zu langweilig zu machen.

Erfolgreiche MakeUp-Youtuber haben generell sehr viel Erfahrung in Sachen MakeUp. Erfolgreiche Gaming-Youtuber sind Profis in Sachen Gaming. Hingegen bei erfolgreichen politischen Youtubern fällt auf, dass sie sich in aller Regel überhaupt nicht fachlich auskennen. Ihre “Bildung” als politische Youtuber stammt meistens nur von anderen politischen Youtubern, die auch keine bzw. keine relevanten Fachbücher gelesen haben.

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