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Jordan Peterson: Ersatz-Papa, Shillman-Projekt und rechter Rudi Dutschke

Jordan Peterson ist eine Art Rudi Dutschke der Rechten. Er will den Kulturkampf führen mit einfachsten Ideen, gibt sich als akademischer Intellektueller ohne über Altbackenes hinauszugehen und hat Ostblock-Sympathien ohne so richtig zu verstehen, auf was er sich damit einlässt.

Er ärgert Feministinnen in Debatten mit einfachen Sätzchen, laut denen man sich beispielsweise theoretisch immer beleidigt fühlen könnte, wenn man debattiert. Für solche Binsenweisheiten, die in die fünfte Schulklasse gehören, wird er von seinen Fans verehrt.

Jordan Petersons Rolle als Ersatz-Papa und seine primitiven Ratschläge mögen Leuten geholfen haben, die ohne Kompass und ohne Mentor dastanden. Aber es ist überfällig, aus dem Peterson-Orbit herauszuwachsen. Der Ersatz-Papa, der dir sagt, dass du dein Zimmer aufräumen sollst, nicht auf offensichtlichen linken Blödsinn reinfallen sollst und dich nicht aufführen sollst wie ein Kind, kann anderweitig auch krass versagen, sobald es kompliziert wird, und schleppt Interessenkonflikte mit sich herum.

Primitiver Sprücheklopfer zu sein, lohnt sich unter Umständen. Genauso wie die neurechten Millionäre wie Steve Bannon (Breitbart), Milo oder bald auch Tommy Robinson, erhielt auch Jordan Peterson Starthilfe durch Organisationen, die mit Geld ausgestattet sind von einflussreichen zionistischen und neokonservativen Milliardären.

Als Peterson Forschungsgelder beantragte von dem “Social Sciences and Humanities Research Council of Canada” und abgelehnt wurde, sprang “The Rebel Media” ein von Ezra Levant mit einer Sammelaktion mit rund 150.000$ Einnahmen.

Ezra Levants Rebel Media gehört zu den Empfängern von Geld aus Hardcore-Zionistenkreisen:

Auf Twitter verteidigte Levant den Akademiker Peterson gegen Vorwürfe, jener würde sich Antisemiten in der Neuen Rechten anbiedern. Petersons engste Verbündete seien Juden:

Jordan Peterson’s closest allies happen to be Jews — just not the self-hating, post-Jews like at The Forward. Dave Rubin, Ben Shapiro, Gad Saad, Brett & Eric Weinstein, Christina Hoff Sommers, ad infinitum. This is laughable — as so much of the Forward is these days.

Die Kasse von Peterson klingelte immer mehr, durch Youtube und viel PR.

Ein ehemaliger Kollege meint, Peterson spiele die Rolle des konservativen Propheten und Märtyrer.

https://www.thestar.com/opinion/2018/05/25/i-was-jordan-petersons-strongest-supporter-now-i-think-hes-dangerous.html

“That was our last conversation. He was playing out the ideas that appeared in his first book. The social order is coming apart. We are on the edge of chaos. He is the prophet, and he would be the martyr. Jordan would be our saviour. I think he believes that.”

Trump

Zu dem neurechten Evangelium gehört es, Werbung zu machen für Donald Trump. Während viele neurechte Stars und Konvertiten (Alex Jones) Trump geradezu verherrlichen mit verlogener Berichterstattung und falschen Versprechungen, hat Peterson einen anderen Stil. Er verharmlost, lobt, relativiert, erklärbärt, lenkt ab und weicht aus.

Bei Cambridge hielt er einen Vortrag, der sich anhörte, als hätte ein Achtklässler ihn geschrieben.

https://spectator.us/jordan-peterson-cambridge/

Die Löhne seien gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken, das Wachstum der Wirtschaft “phänomenal”. Eigentlich ist klar, dass das Geld stark entwertet wird, die Schulden dramatisch ansteigen und der nächste massive Crash bevorsteht. Trump sei ein bombastischer, leicht narzisstischer Geschäftsmann, ungewöhnlich für einen Politiker, aber jemand der sogar Fortschritte in Nordkorea hinbekommen habe. Trump habe zudem Amerika aus “dummen, destruktiven Kriegen” herausgehalten, meint Peterson, obwohl sich gleich mehrere Konflikte zugespitzt haben und sowieso außerhalb Trumps Kontrolle liegen.

Seine Kritik an Trumps Persönlichkeit ist windelweich und verstecktes Lob. Richtige Experten vermuten hingegen eine ausgewachsene narzisstische Persönlichkeitsstörung.

https://www.politico.com/magazine/story/2018/09/04/jordan-peterson-interview-politico-50-219620

He’s a bombastic salesman. He’s an entrepreneurial type.

Als jemand nachhakte und aus Peterson echte Kritik über Trump hören wollte, wich Peterson einfach aus:

“Well, you know, I’m really not that interested in addressing Trump’s idiosyncrasies and peculiarities. I’m not a domain expert in American politics, and I don’t think what I have to say about Trump, apart from what I can observe psychologically—which is that criticisms of him as a classic authoritarian are misguided—I don’t think I have many things to say that are interesting about him. … Even the Republicans understand that he’s an anomalous occurrence. So, you need to figure out what to do about him, or how to talk about him.”

Trumps Intelligenz nannte Peterson “deutlich über dem Durchschnitt” ohne einzugehen auf dessen Sprachstil, der an einen Viertklässler erinnert. Trump habe komplizierte Dinge geleistet, sei erfolgreich in vielen komplexen Bereichen gewesen. In Wirklichkeit war er in den Reichtum hineingeboren worden und konnte sich durch russische Investments und mit Hilfe des TV-Produzenten Mark Burnett retten.

Dann, so Peterson, habe Trump doch schließlich die Präsidentschaft gewonnen und hätte dadurch Intelligenz bewiesen. Solche Argumente erwartet man von einem Ahnungslosen, der ein bisschen TV gesehen hat.

Als Joe Rogan klarstellte, Trump hätte ein enorm offensichtliches Problem mit der Wahrheit, hielt Peterson  sofort dagegen und verteidigt ihn.


Bei Bill Maher bekam Peterson den roten Teppich ausgerollt, nur softe Fragen und ließ sich feiern dafür, dass er einer Feministin ggü. gesagt hatte, dass wenn man über etwas redet, sich jemand beleidigt fühlen kann und man das hinnehmen müsse. Das gilt jetzt als tiefgründig.

Putin und die Russen

Ich finde keine ernsthafte Kritik von Peterson an Putin und dem russischen Regime, welches direkt aus der Sowjetunion hervorging und ihr Image wechselte.

Peterson schwafelt hingegen viel Simples und Altes über Sowjetrussland und die Gulags.

Die neue Rechte ist begeistert von Putin und hofft teils offen auf einen Staatsstreich in den USA von Putins Gnaden. Peterson tritt hier nicht direkt und bombastisch auf, sondern subtil. Er lässt sein neurechtes Publikum im Irrglauben hängen, Russland sei irgendwie vorbildlich und konservativ. Wer nicht schnallt, dass russische Geheimdienste heute westliche Konservative mit Bullshit umgarnen, so wie der KGB früher die westlichen Linken umgarnte, hat nichts gelernt aus dem Kalten Krieg und sollte sich nicht dazu äußern, bevor nicht ein Stapel Literatur dazu gelesen wurde.

Seine Tochter ist zusammen mit einem Russen und hat mit jenem ein Kind.

My partner is Russian, and we met at Ryerson. We had a baby girl, Scarlett, one year ago. 

Q&A: Mikhaila Peterson, daughter of Jordan Peterson, on her all-beef diet and her dad’s overnight fame

Russische Medien springen ihr zur Seite:

https://sputniknews.com/world/201901041071212479-youtube-peterson-daughter-account/

Immer mehr Figuren aus der neurechten Szene landen im Netz von Muellers Russiagate-Ermittlungen.

Sein Effekt

Wir brauchen keine rechten Social Justice Warriors, die einen Preis dafür erwarten, simple Sprüche und Weisheiten zu klopfen, die sie im Internet aufgeschnappt haben.

Wenn Peterson nicht einmal die psychopathische und narzisstische Natur der Trump-Administration und Putins Regime angemessen beschreiben kann, dann sollte er seine Diplome verbrennen und seine Bücher können getrost in der Tonne landen.

Peterson kann sich einreihen in eine lange Riege letztendlich nutzloser Intellektueller, die das primitive Links-Rechts-Denkmuster und die Teilung der Gesellschaft aufrechterhalten. Er wird weiterhin simple Weisheiten schwallen, ohne es zu wagen, wirklich realistische und akkurate Einschätzungen zu liefern zu Trump, der neurechten Szene und ihren Geldgebern oder zu Putins Regime in Russland. Wenn der Intellektuelle an der simplen Realität scheitert, wird er nutzlos. Die meisten linken Intellektuellen im Westen hielten auch noch nach den Enthüllungen von Solschenizyn weiter zur Sowjetunion und zur sozialistischen Ideologie.

Es ist schön, wenn jemand durch Peterson lernt, endlich sein Zimmer aufzuräumen und sich nicht mehr zu benehmen wie ein Kind. Wer von Petersons Fans aber ist bereit, aufzuräumen in der neurechten Szene, in den altbekannten ideologischen Dogmen und in den eigenen politischen Kreisen? Dass Linke Peterson hassen, ändert nichts daran, dass er mit Millionen Dollars pro Jahr beworfen wird. Wenn Peterson anfangen würde, sein Stammklientel mit der Realität zu enttäuschen und zur echten Weiterentwicklung zu drängen, könnte der schönde Geldstrom versiegen und die neurechten Konkurrenten würden sich das Stück vom dreckigen Kuchen schnappen.

Immer mehr Leuten fällt Petersons Nähe zum Establishment auf.

Haben sie relevante Fakten, die ich übersehen habe? Dann her damit. Was ich nicht gebrauchen kann, ist Gemaule, ich sei nur negativ und würde alles und jeden “hassen”. Es gibt genügend Fachautoren deren Arbeit und teils auch Person ich sehr wertschätze. Immer dann, wenn ich einen Promi-Guru antaste, ist es bei den Fans schnell vorbei mit den ansonsten hoch gehaltenen Werten über ehrliche Diskussionen.

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6 comments

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Anda 2. Februar 2019 at 9:31

Zu diesem guten Beitrag möchte ich etwas ergänzen:

Ich selbst fand Peterson schon immer unheimlich. Als jemand, der selbst CG Jung über die Jahre studiert hat, ist mir direkt am Anfang aufgefallen, dass Peterson seine Hörer manipluiert. Man kann sogar behaupten, dass Peterson “Jung’sche Wahrheiten” verschweigt, um seine Hörer auf einen falschen Weg zu schicken.

Zum Beispiel betont Jung in vielen seiner Werke, dass jeder Mensch, der eine Führer-, Vater-, Guru-Ausstrahlung für eine größere Masse hat, ein unbewusstes Vakuum in seinen Hörern füllt. Anstatt, dass er seine Hörer darüber aufklärt, nutzt er diese Dynamik weiter.

Außerdem betont Jung in vielen seiner Werke, dass Männer, die Frauen als Hexen (böse Feministen, manipulative Single-Mütter, usw. wie Peterson Frauen zu darstellen pflegt) sehen, einen Minderwertigkeitskomplex auszufüllen versuchen. Mit dieser psychischen Dynamik spielt Peterson auch. Er sagt sogar seinen Hörer, sie sollen auf Frauen “beast-like” reagieren, denn Frauen möchten ein Biest zähmen. Und Männer sollen Frauen gegenüber ditanziert sein. Am Feminismus kann man die geistige Minderwertigkeit von Frauen erkennen.

Hilft das seinen jungen, männlichen Fans? Sicherlich nicht. Und es ist sicherlich auch nichts, was Jung befürwortet hätte.

Das sind schon 2 große Phänomene, die in mehreren Werken Jungs diskutiert werden, die Peterson seinem Publikum vorenthält!

Würde Peterson die Wahrheit lieben, hätte er doch die allerbesten Beispiele für seine Fangemeinde, um Führerkulte und schlechte Frauenbilder zu erklären. Aber nein… er reitet lieber diese Welle für Macht, Geld und sein kaputtes Selbstbild.

(P.s.: Peterson hat auch einiges an Psychopharmaka hinter sich, obwohl er nie eine Jung’sche Therapie ausprobiert hat. Laut Jung können die meisten seelischen Krankheiten ohne Medikamente geheilt werden. Er hat aber nie einen professionellen Jungianer ausgesucht oder hat jemals eine Jung’sche Ausbildung gemacht.)

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AlexBenesch
AlexBenesch 1. Februar 2019 at 15:09

Lesetipp: Jordanetics: A Journey Into the Mind of Humanity’s Greatest Thinker (English Edition) mit Vorwort von Milo.
Peterson hat einen Abschluss in Politikwissenschaft und Psychologie. Wenn er dann keine ehrliche Einschätzung vornehmen kann oder will über Trump und Putin und deren Systeme, dann versagt er krass. Auf Nachfrage laberte er, dass sei nicht sein Fachgebiet und er habe keinen Bock auf das Thema. Er muss aber eigentlich eine qualifizierte Antwort geben können. Was nützen sonst seine akademischen Titel die du ihm gegenüber lobend erwähnst. Du meinst zu Russland: “Es fragt ihn aber auch keiner danach und es ist nicht sein Gebiet.” Wie bitte???? Peterson schwafelt andauernd über Sowjetrussland und hat seine Bude voll-dekoriert mit russischer Propaganda. Er kann doch nicht das Interesse an Russland nach 1991 verloren haben und du kannst ihn nicht für unzuständig erklären für Russland nach 1991.

Und: Ich feiere nicht Broder ab wenn ich einen Gag von ihm zitiere in zwei Zeilen. Dutschke war ein Schwadroneur der von seiner Klientel als genial gefeiert wurde. Hätte es damals youtube gegeben, wäre er ein Star gewesen, den die Leute für weise gehalten hätten. Peterson scheffelt Millionen mit Grütze. Die Kritik an C16 zusammen mit den 150.000$ durch Ezra Levant machten ihn zum Star. Plus der Youtube-Algo. Das ist kein Beweis für Integrität. Seine Basis in Jung ist größer, als dir bewusst ist. Jung war außerdem ein Hardcore-Okkultist und Guru, der mächtig Kohle bekam von Rockefellers Tochter und Profiler wurde für Allen Dulles (OSS, Skull&Bones). Les mal die Analyse von PROFESSOR RICHARD NOLL, clinical psychologist und historian of medicine. Dass Shillman, Mercer, Rosenwald die neue Rechte bezahlen und dass Skull&Bones überall in der Trump-Admin hocken, ist leider eine Tatsache. Ich habe mich noch tiefer eingelesen in Peterson und es ist noch viel schlimmer als ich befürchtet hatte. Es haben sich auch ähnlich schlechte und noch schlechtere Bücher auf dem freien Markt verkauft. Das ist kein Beleg für Qualität wenn z.B. Deepak Chopra ihren Stuss verkauft. 12 rules und Maps of Meaning sind wirrer Schrott. Seine simplen Videos können, wie ich deutlich erwähnte, Leuten helfen die total ohne Mentor dastehen. Aber man sollte sich schleunigst über Peterson hinausbewegen. Einfach die heutige Sendung gucken. Bitte nicht in einen Safe Space zurückziehen.

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WELTÜBERGANG 1. Februar 2019 at 14:34

Alex geht mit Peterson hart ins Gericht; so wie es sein sollte. Härter – nebenbei bemerkt – als die Staatsmedien mit der SED-Fortsetzungspartei.

Allerdings tritt Alex teilweise offene Türen ein. Kein rationaler Mensch behauptet, Peterson sei Politikexperte und dürfe nicht kritisiert werden. Und kein rationaler Mensch behauptet, er sei medial perfekt aufgestellt. Er ist abhängig sowohl vom Mainstream als von der alternativen Lügenpresse. Gleichzeitig ist er unabhängiger als die meisten. Denn Peterson hat erstens ein Einkommen durch seine Professur an einer renommierten Universität. Und zweitens Einkommen aus tausenden Einzelspenden. Peterson ist nicht oder kaum abhängig vom Mainstream oder heimlichen Zionistenfinanziers.

Alex widerspricht sich, wenn er gestern im Newsblitz Henryk M. Broder abfeierte, dessen YouTube Videos und Blog bei ACHGUT mehr Satire und sportliche Beschimpfung der Linken als produktive Beiträge sind. Warum soll Broder das dürfen, aber Peterson nicht? Und während bei Broder prozentual über 50% Gelaber ist, ist bei Peterson 70% Wissenschaft und 30% ehrlicher Dialog. Peterson polemisiert nie. Er macht höchstens mal einen Witz. Er ist viel sachlicher und versöhnlicher.

Peterson ist nicht rechts. Sich selbst bezeichnet er als “klassisch liberal”. Sich selbst ordnet er charakterlich als “kreativ” (high in Openness) ein, womit er eher ein Linker wäre. (Und tatsächlich war Peterson in seiner Jugend eher sozialistisch eingestellt; auch wenn er aus einem kleinen konservativen kanadischen Dorf stammt.). Man sollte noch erwähnen, dass er das stets genau so sagt, selbst wenn er bei Interviews von alternativen Medien mit rechterem Publikum zu Gast ist. Er manipuliert also nicht sein Publikum.

Der Vergleich mit Rudi Dutschke ist größtenteils unzutreffend. Ich habe mir den Wikipedia Artikel zu Dutschke durchgelesen. Dutschke war ein mäßig gebildeter Aktivist. Peterson ist Wissenschaftler und Psychologe mit jahrzehntelanger Erfahrung in Gesprächstherapie. Dutschke war Marxist. Peterson maßt sich nicht an, Experte für das richtige polit-ökonomische System zu sein, verweist aber auf einigermaßen akzeptable Experten wie Steven Pinker. Somit ist Peterson liberal und offen für Argumente bei vielen Sachthemen. Dutschke hat intellektuell nichts beigetragen, während Petersons Papers überdurchschnittlich häufig zitiert werden. Desweiteren gibt es mittlerweile zehn- bis hunderttausende Rückmeldungen von Petersonzuhörern, die ihr Leben besser in den Griff kriegen, weil sie ihre persönliche Verantwortung akzeptieren und sich z.B. mit ihren Eltern versöhnen oder mehr für die Uni lernen. Welche individuellen Leben hat Dutschke verbessert?

Peterson hat für mich persönliche Integrität. Ich habe alle (!) seiner auf YouTube hochgeladenen universitäre Lectures gesehen (meistens beim Spazierengehen als Podcast gehört). Das sind 500 Stunden Material und hunderte Videos. Ich stimme mit dem Philosophen und Hirnforscher Sam Harris überein, dass 80% von Petersons Inhalten hilfreich sind. Ich habe bei seinen Lectures viel gelernt über Psychologie, Soziologie und Mythologie. Besonders interessant fand ich die mythologische Untersuchungen der Ideologie Hitlers und Stalins.

Ein weiterer Beweis für Peterson Integrität ist, dass er vor einigen Jahren das kanadische Gesetz Bill C 16 öffentlich kritisierte, während die Fachwelt wegschaute. Dieses Gesetz bestraft unter anderem, wer Transsexuelle nicht mit ihrem gewünschten Personalpronomen anredet. Laut Peterson ist das “compelled speech” und er verlangt, dass man das privat zwischen Individuen klärt und der Staat sich da raushalte. Daraufhin bekam Peterson nach eigenen Angaben 50 Briefe von kanadischen Transsexuellen, von denen nur 2 nicht seiner Meinung waren. Peterson war bereit, für seine Überzeugung ins Gefängnis zu gehen und kündigte ggfs. einen Hungerstreik an. Bis heute ist nicht ausgeschlossen, dass das 2017 eingeführte Gesetz nicht zum Peterson Inhaftierung führen wird.

Peterson ist ein Intellektueller. Seine Streits und Kulturkämpfe mögen etwas esoterisch, arrogant oder spießig erscheinen. Das ändert aber nichts daran, dass diese gerechtfertigt sind. Man muss Peterson hier inhaltlich widerlegen, nicht außenrum seine Finanziers kritisieren oder ihm fehlendes Verschwörungswissen ankreiden. Das ist ein anderes Thema.

Es ist eine Falschdarstellung, Peterson würde “Feministinnen ärgern”. Ich bin mir sicher, Peterson ist nicht traumatisiert oder narzisstisch genug, um sich an der Macht und Aufmerksamkeit solcher Streits aufzugeilen. Dafür argumentiert Peterson viel zu sachlich. Er beschimpft nie und nutzt keine faulen Argumentationstricks. Tatsächlich sind die meisten Feministinnen, mit denen er redet, entweder nicht gebildet genug oder zu radikal. Mich hat Peterson z.B. auf Camille Paglia aufmerksam gemacht und ich habe ihr Fachbuch “Sexual Personae” gelesen. Sie ist jetzt meine Lieblingsfeministin und sie ist wirklich (auf ihrem Feld) gebildet.

Ich habe Peterson vor 4 Jahren zuerst gehört bei einem YouTube Vortag über Musik*. Ich bin selbst kreativ und habe u.a. 15 Jahre lang Musik gemacht. Nach diesem Vortrag wusste ich gleich, dass der Mann sich umfassendes Wissen angeeignet hat und eigenständig denken kann. Anschließend habe ich Peterson Vorträge über seine Hauptthemen gehört.

Man kann “Ersatzpapa Peterson” kritisieren, aber ich halte es für nicht angebracht. Denn nicht zuletzt sollte man ihn hier inhaltlich kritisieren und auch wenn Alex wahrscheinlich ein gutes Gefühl für psychologische und soziologische Wahrheiten hat, so kann ich auf Alex’ Kommentierter Fachliteraturliste nur sehr wenige Bücher über die Grundlagen von Psychologie und Soziologie finden. Es sind gerade mal 27 Bücher und die Hälfte davon dreht sich um Psychopathen. Peterson hat wahrscheinlich tausende Bücher gelesen.

Dass manche Ratschläge wie “Zimmer aufräumen” primitiv seien, stimmt nicht ganz. Denn erstens ist Peterson Uni-Professor und hat hauptsächlich mit jüngeren Menschen zu tun. Einem 50-Jährigen braucht man den Ratschlag nicht geben. Bei Abiturienten oder Studenten ist das schon wieder nicht so abwegig, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Auch steht “Zimmer aufräumen” in einem größeren Zusammenhang. Das korrekte Zitat ist: “Räume erst einmal Dein Zimmer auf, bevor Du der Welt vorschreiben willst, wie sie zu handeln hat”. Das kommt daher, dass Peterson als Uni-Professor mit vielen sozialistisch eingestellten Studenten zu tun hat, die noch nicht einmal ein Ökonomiebuch gelesen oder ihre eigenen Kindheitstraumata aufgearbeitet haben, aber genau wissen wollen, dass der Kommunismus mit Ihnen persönlich an der Spitze funktionieren würde. “Zimmer aufräumen” steht somit auch für Seele aufräumen und Intellekt bilden. Außerdem ist “Zimmer aufräumen” nur der Anfang von Petersons philosophischen Grundsätzen. Nachdem beispielsweise viele Petersonanhänger ihm mitteilten, sie hätten jetzt ihr Zimmer aufgeräumt, sagte er: “Dann dekoriert es jetzt schön!” Denn, so Peterson, man könne nur Menschen zu sich nach Hause einladen – figuratively and literally -, wenn man ein einigermaßen nettes Zuhause hat. Und Peterson will, dass Menschen viele Freunde finden und ihren Lebenspartnern etwas bieten. Es geht darum, bewusst zu leben. Und es geht darum, daran menschlich zu wachsen, wenn man immer wieder Ordnung in das Chaos schafft und sich damit auseinander setzt, was Schönheit ist. Das ist nicht primitiv sondern existenziell.

Der gleiche ungerechtfertigte Vorwurf dürfte gelten für Peterson Märchen, Mythen oder Okkultismus, oder welcher Vorwurf von Alex als nächster kommen wird (heutige Sendung)? Ja, Peterson bezieht sich u.a. auf Carl Gustav Jung oder Sigmund Freud. Das mögen umstrittene Wissenschaftler gewesen sein, aber auch die hatten ein großes Wissen; nicht zuletzt über Literatur und Kultur. Und Peterson betont diese Ebenen eben sehr. Auf Alex’ Fachliteraturliste steht kulturell gerade mal die Bibel. Bestimmt hat Alex diverse Literatur gelesen und auch heutige Hollywoodfilme tragen das Erbe unserer Kultur in sich (Star Wars Erfinder George Lucas bezieht sich z.B. auf “The Hero with a Thousand Faces” von Joseph Campbell.). Hat Alex auch nur einen Nietzsche gelesen? Falls nein, so ist das kein Untergang aber Peterson hat das so auswendig drin, dass er stundenlang darüber reden kann**.

Peterson Wissen ist einfach nicht zu unterschätzen und eine simple geheimdienstliche Analyse seiner Weggefährten oder teilweisen Finanziers geht am Thema vorbei. Wenn Peterson kein seriöser Wissenschaftler ist, weil er einen Antony Sutton zu wenig oder einen CJ Jung zu viel gelesen hat, dann muss Alex keine seriöser Wissenschaftler sein, denn er hat einen James Gibson oder einen Nietzsche zu wenig gelesen.

Petersons Einschätzung von Trump ist – zugegeben! – primitiv und nicht besonders wissenschaftlich. Aber erstens denken 99,9% aller Menschen auf der Welt, der US Präsident sei souverän und der mächtigste Mann der Welt. Selbst Joel Skousen denkt, Trump handele souverän und sei lediglich von Neocons manipuliert. Und Peterson beschränkt sich bei seiner Meinung über Trump vor allem auf die Massenpsychologie, welch die Amerikaner dazu gebracht hat, Trump zu wählen. Das ist durchaus eine produktive Perspektive. Ich selbst glaube auch, dass Trump überdurchschnittlich intelligent ist. Trump war immerhin an einer Top-Uni. Warum Peterson möglichen Narzissmus oder Psychopathie nicht in Betrachtung zieht, ist mir allerdings schleierhaft. Dass Trumps “Sprachstil an einen Viertklässler erinnert” ist kein Beweis für Dummheit. Aus meiner Mediengestalterausbildung kann ich mitteilen, dass jede Werbung die Strategie “K.I.S.S.” hat: Keep it stupid and simple.

Es stimmt. Man findet keine öffentlich Kritik Petersons an Russland. Es fragt ihn aber auch keiner danach und es ist nicht sein Gebiet. Ich bin mir sicher, würde Peterson nach Putin gefragt, würde er ihn nicht gutheißen. Übrigens gibt es auch kein Lob Petersons für Putin, womit das Gegenteil genau so gut bewiesen sein kann. Übrigens hält Peterson sehr viel von Sam Harris und der ist sehr russlandkritisch und interviewte gerade Anne Applebaum.

Dass Petersons Tochter mit einem Russen verheiratet ist, ist kein Beweis für gar nix.

Übrigens hängt Peterson gesamtes Haus mit Sowjetmalerei voll***. Das ist auch kein Beweis für nix. Peterson ist Fachmann für Propaganda und Ideologie. Petersons Worte und Taten sprechen deutlicher als eine mögliche geheime Agenda.

Ich widerspreche Alex’ Meinung, Peterson sei ein “nutzloser Intellektueller, der das primitive Links-Rechts-Denkmuster und die Teilung der Gesellschaft aufrechterhält”. Alex sollte den Kapitalismus genug würdigen, um zu erkennen, dass wenn sich ein Buch 2,5 Millionen mal auf dem freien Markt verkauft, es einen gewissen Nutzen für seine Leser haben muss. Und würde Peterson die Gesellschaft spalten wollen, dann würde er nicht mit Linken wie Jonathan Haidt reden**** oder eine Wahlwerbung der Democrats produktiv analysieren. Er würde nicht zwei Reden über Meinungsfreiheit halten – eine aus rechter***** und eine aus linker****** Perspektive. Er würde nicht versuchen, gute von schlechten Feministinnen zu unterscheiden (siehe seine Gespräche mit Christina Hoff Summers oder Camille Paglia). Er würde nicht in seiner MUNK-Debatte******* die zentrale Frage an seine linken Gegenüber stellen, wo die exakte Trennung zwischen gemäßigt links und linksradikal sei. Stattdessen würde er auf “die Linken” schimpfen, wie Alex Jones, Oliver Janich oder manch AfDler. Er würde nicht versuchen, mit atheistischen Aktivisten wie Sam Harris Gemeinsamkeiten zwischen aufgeklärter Religion und Atheismus zu finden********.

Ja, Petersons Nähe zum Establishment ist bedenklich. Aber nicht jeder hatte das Glück, auf die Werke von Antony Sutton oder Gary Allen zu stoßen, die die Rolle der Trilateralen Kommission offenbaren. Peterson ist nicht der Feind.

*
https://www.youtube.com/watch?v=HeUjYzyh5v8

**
https://www.youtube.com/watch?v=MCOw0eJ84d8

***
https://frieze.com/article/whos-real-ideologue-jordan-petersons-communist-art-collection

****
https://www.youtube.com/watch?v=4IBegL_V6AA
https://www.youtube.com/watch?v=bf9jBtA_LhA

*****
https://www.youtube.com/watch?v=Nyw4rTywyY0

******
https://www.youtube.com/watch?v=Ne5VbOMsQJc

*******
https://www.youtube.com/watch?v=GxYimeaoea0

********
https://www.youtube.com/watch?v=jey_CzIOfYE

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AlexBenesch
AlexBenesch 1. Februar 2019 at 14:57

Lesetipp: Jordanetics: A Journey Into the Mind of Humanity’s Greatest Thinker (English Edition) mit Vorwort von Milo. Peterson hat einen Abschluss in Politikwissenschaft und Psychologie. Wenn er dann keine ehrliche Einschätzung vornehmen kann oder will über Trump und Putin und deren Systeme, dann versagt er krass. Auf Nachfrage laberte er, dass sei nicht sein Fachgebiet und er habe keinen Bock auf das Thema. Er muss aber eigentlich eine qualifizierte Antwort geben können. Was nützen sonst seine akademischen Titel die du ihm gegenüber lobend erwähnst. Du meinst zu Russland: “Es fragt ihn aber auch keiner danach und es ist nicht sein Gebiet.” Wie bitte???? Peterson schwafelt andauernd über Sowjetrussland und hat seine Bude voll-dekoriert mit russischer Propaganda. Er kann doch nicht das Interesse an Russland nach 1991 verloren haben und du kannst ihn nicht für unzuständig erklären für Russland nach 1991.

Und: Ich feiere nicht Broder ab wenn ich einen Gag von ihm zitiere in zwei Zeilen. Dutschke war ein Schwadroneur der von seiner Klientel als genial gefeiert wurde. Hätte es damals youtube gegeben, wäre er ein Star gewesen, den die Leute für weise gehalten hätten. Peterson scheffelt Millionen mit Grütze. Die Kritik an C16 zusammen mit den 150.000$ durch Ezra Levant machten ihn zum Star. Plus der Youtube-Algo. Das ist kein Beweis für Integrität. Seine Basis in Jung ist größer, als dir bewusst ist. Jung war außerdem ein Hardcore-Okkultist und Guru, der mächtig Kohle bekam von Rockefellers Tochter und Profiler wurde für Allen Dulles (OSS, Skull&Bones). Les mal die Analyse von PROFESSOR RICHARD NOLL, clinical psychologist und historian of medicine. Dass Shillman, Mercer, Rosenwald die neue Rechte bezahlen und dass Skull&Bones überall in der Trump-Admin hocken, ist leider eine Tatsache. Ich habe mich noch tiefer eingelesen in Peterson und es ist noch viel schlimmer als ich befürchtet hatte. Es haben sich auch ähnlich schlechte und noch schlechtere Bücher auf dem freien Markt verkauft. Das ist kein Beleg für Qualität wenn z.B. Deepak Chopra ihren Stuss verkauft. 12 rules und Maps of Meaning sind wirrer Schrott. Seine simplen Videos können, wie ich deutlich erwähnte, Leuten helfen die total ohne Mentor dastehen. Aber man sollte sich schleunigst über Peterson hinausbewegen. Einfach die heutige Sendung gucken. Bitte nicht in einen Safe Space zurückziehen.

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WELTÜBERGANG 1. Februar 2019 at 16:50

Naja, also Vox Day als seriösen Kritiker von Jordan Peterson zu bewerben, ist ein intellektuelles Eigentor (auch wenn das kein Argument gegen das Buch ist, das ich nicht gelesen habe). Vox Day ist ein rechtsradikaler Science Fiction Verleger und Videospieldesigner. Vox Day war im Wahlkampf ständig im Interview auf Stefan Molyneuxs Kanal. Vox Day mag eine eigene Schnautze, ein wenig kulturelles Gespür und den ein oder anderen anti-liberalen Rechtsintellektuellen gelesen haben. Realpolitisch ist Vox Day völlig ungebildet. Vox’ vorletztes Buch war “SJWs Allways Lie” – ein Buch, in dem das passiert, was Du ständig kritisierst: alle Linken werden über einen Kamm geschert und als böse und geisteskrank dargestellt. Gruppennarzissmus in Reinform.

Von mir aus hat Peterson einen Abschluss in Politikwissenschaft. Und er ist ja auch qualifizierter als 99% der Menschen. Peterson kennt die Systeme, ihre unterliegenden Philosophien und ihre Schwächen und große Teile der Geschichte. Im fehlt Antony Sutton und einige aktuellen Informationen.

Peterson sagt übrigens selbst von sich, dass seine Arbeit nicht politisch sei. Peterson machte 2018 eine Welttourné durch 115 Städte und sprach vor hunderttausenden Zuschauern. Auch auf seiner Tour sagte Peterson: “Was ich mache, ist nicht politisch”. Natürlich kommt Politik mal vor, aber Peterson redet über Verantwortung und Psychologie. Nicht über Trump. Natürlich wird Peterson auch mal in Interviews zu Trump befragt. Aber das macht 1% des Interviews aus. Da passt es umso mehr, wenn er sagt, das sei nicht sein Fachgebiet.

Ich halte es für keinen Widerspruch, sich mit Sowjetrussland zu befassen, aber sich mit dem heutigen Russland nicht gut auszukennen. Und zwar dann, wenn man Sowjetrussland vor allem als Psychologe und Soziologe untersucht. Peterson untersucht die Kultur und die individuelle Psychologie; nicht den prozentualen Anteil an importierter westlicher Technologie oder die geheimdienstlichen Machenschaften.

Ich glaube gerne, dass CJ Jung ein seltsamer Charakter war, über den man sich sein eigenes Bild machen muss. Dein Buchtipp von Richard Noll ist interessant. Dein Verweis auf einen Kritiker ist aber kein Argument gegen Jungs Thesen bzw. die Nützlichkeit seiner Thesen. Jung hat u.a. das Konzept der Archetypen entwickelt. Das ist eine Meisterleistung. Auch ist die Disziplin der Psychologie noch sehr jung. Sie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet. Da ist klar, dass sich nicht nur am Anfang Fehler einschleichen. Sondern auch werden mythologische oder religiöse Strukturen, welche der Logik der reinen Wissenschaft nicht entsprechen, die Disziplin beeinflussen. Bei einer Disziplin wie Psychologie ist das noch einmal stärker als bei einer harten Wissenschaft wie Physik. Aber Du kannst nicht einfach sagen, Jung arbeitete für das OSS, war Hardcore-Okkultist und deswegen ist alles Unsinn.

Sicher ist der Erfolg für ein Buch kein Argument. Und sicher gibt es schlechte esoterische Gegenbeispiele wie Deepak Chopra (die ich nicht gelesen habe). Aber nur weil etwas mythologisch, esoterisch oder quasireligös klingt, muss es deshalb noch lange nicht falsch sein. Gegenbeispiel: Es gibt die “New Atheists” wie Richard Dawkins oder Sam Harris, die alles religiöse und mythologische ablehnen und hyperrationale Bücher schreiben. Aber in der Realität kommen sie derzeit bei hohen Steuern, Schulzwang und offenen Grenzen raus. Dabei sollten das eigentlich Hardcore-Wissenschaftler sein, die es besser wissen. Aber die Welt ist eben kompliziert und nur, weil man auf einem Feld ein Experte ist, hat man deswegen noch lange nicht den Durchblick auf anderen Feldern.

Ich hoffe nicht, dass mein Kommentar den Eindruck machte, ich fühlte mich in meinem Safe Space angegriffen. Denn das tue ich nicht. Weder persönlich. Noch sehe ich Peterson als meinen Papa, den ich verteidigen muss. Ich habe versucht, sachlich zu schreiben und hatte ein wenig Zeitdruck, weil ich das nebenbei von der Arbeit aus mache. Ich will auch Dich nicht angreifen. Es geht mir um die reine Information über Peterson. Es kann gut sein, dass ich komplett falsch liege. Aber ich habe fast jedes Interview und jeden Vortrag von Peterson konsumiert. Ich bin sicherlich sehr gut informiert, was die Intention und die Inhalte von Peterson angeht. Ich weiß nicht genau, was Dein exaktes Wissen ist, wenn Du sagst, Du hättest Dich “noch tiefer eingelesen in Peterson”. Bisher hast Du nur ein Buch genannt, das von Vox Day. Das ist nicht beeindruckend. Deine Arbeit über die finanziellen Hintergrundstrukturen, von denen auch Peterson teilweise profitiert, ist sehr wertvoll.

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AlexBenesch
AlexBenesch 1. Februar 2019 at 19:28

Das Buch von Vox Day ist überraschend gut und lohnt sich. Mit amazon prime kriegst du das kostenlos. Auch Psychology Today hat Petersons erstes Werk komplett in die Tonne gehauen, und das aus gutem Grund. Über Mythen zu schwafeln, um gut und böse zu erklären und die Welt zu verbessern, ist lausig. Petersons erklärtes Ziel war, wissenschaftlich zu ergründen, warum sich grausame Diktaturen bilden und wie man das verhindern kann. Dabei ist er mit Pauken und Trompeten gescheitert. Außer mythischem Geschwafel, das er von Jung kopiert, hat er nicht viel mehr zu bieten als “Kommunismus und Gulags sind scheiße.” Wenn er nicht mal in der Lage ist, mit seinen akademischen Titeln einfache Fragen über die Trump-Admin und Russland zu beantworten, ist er an seinem eigenen gesteckten Ziel gescheitert. Da kann man nicht sagen, das sei halt nicht sein Gebiet und er sei nicht wirklich zuständig für diese Fragen. Wenn du Noll liest über Jung, was ich gerade mache, dann wirst du schwer überrascht sein. Jung war wirklich Profiler für den OSS und machte mit Edith Rockefeller Rituale, die ihm einen Haufen Geld gab. Die neue Sendung ist gleich oben. Dann sind wir auf derselben Page. Ich wette, Peterson konnte dir nichts beibringen, was du nicht von deutlich besseren Autoren da draußen hättest erfahren können.

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