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Jordan Peterson: Ersatz-Papa, Shillman-Projekt und rechter Rudi Dutschke

Jordan Peterson ist eine Art Rudi Dutschke der Rechten. Er will den Kulturkampf führen mit einfachsten Ideen, gibt sich als akademischer Intellektueller ohne über Altbackenes hinauszugehen und hat Ostblock-Sympathien ohne so richtig zu verstehen, auf was er sich damit einlässt.

Er ärgert Feministinnen in Debatten mit einfachen Sätzchen, laut denen man sich beispielsweise theoretisch immer beleidigt fühlen könnte, wenn man debattiert. Für solche Binsenweisheiten, die in die fünfte Schulklasse gehören, wird er von seinen Fans verehrt.

Jordan Petersons Rolle als Ersatz-Papa und seine primitiven Ratschläge mögen Leuten geholfen haben, die ohne Kompass und ohne Mentor dastanden. Aber es ist überfällig, aus dem Peterson-Orbit herauszuwachsen. Der Ersatz-Papa, der dir sagt, dass du dein Zimmer aufräumen sollst, nicht auf offensichtlichen linken Blödsinn reinfallen sollst und dich nicht aufführen sollst wie ein Kind, kann anderweitig auch krass versagen, sobald es kompliziert wird, und schleppt Interessenkonflikte mit sich herum.

Primitiver Sprücheklopfer zu sein, lohnt sich unter Umständen. Genauso wie die neurechten Millionäre wie Steve Bannon (Breitbart), Milo oder bald auch Tommy Robinson, erhielt auch Jordan Peterson Starthilfe durch Organisationen, die mit Geld ausgestattet sind von einflussreichen zionistischen und neokonservativen Milliardären.

Als Peterson Forschungsgelder beantragte von dem „Social Sciences and Humanities Research Council of Canada“ und abgelehnt wurde, sprang „The Rebel Media“ ein von Ezra Levant mit einer Sammelaktion mit rund 150.000$ Einnahmen.

Ezra Levants Rebel Media gehört zu den Empfängern von Geld aus Hardcore-Zionistenkreisen:

Auf Twitter verteidigte Levant den Akademiker Peterson gegen Vorwürfe, jener würde sich Antisemiten in der Neuen Rechten anbiedern. Petersons engste Verbündete seien Juden:

Jordan Peterson’s closest allies happen to be Jews — just not the self-hating, post-Jews like at The Forward. Dave Rubin, Ben Shapiro, Gad Saad, Brett & Eric Weinstein, Christina Hoff Sommers, ad infinitum. This is laughable — as so much of the Forward is these days.

Die Kasse von Peterson klingelte immer mehr, durch Youtube und viel PR.

Ein ehemaliger Kollege meint, Peterson spiele die Rolle des konservativen Propheten und Märtyrer.

https://www.thestar.com/opinion/2018/05/25/i-was-jordan-petersons-strongest-supporter-now-i-think-hes-dangerous.html

„That was our last conversation. He was playing out the ideas that appeared in his first book. The social order is coming apart. We are on the edge of chaos. He is the prophet, and he would be the martyr. Jordan would be our saviour. I think he believes that.“

Trump

Zu dem neurechten Evangelium gehört es, Werbung zu machen für Donald Trump. Während viele neurechte Stars und Konvertiten (Alex Jones) Trump geradezu verherrlichen mit verlogener Berichterstattung und falschen Versprechungen, hat Peterson einen anderen Stil. Er verharmlost, lobt, relativiert, erklärbärt, lenkt ab und weicht aus.

Bei Cambridge hielt er einen Vortrag, der sich anhörte, als hätte ein Achtklässler ihn geschrieben.

https://spectator.us/jordan-peterson-cambridge/

Die Löhne seien gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken, das Wachstum der Wirtschaft „phänomenal“. Eigentlich ist klar, dass das Geld stark entwertet wird, die Schulden dramatisch ansteigen und der nächste massive Crash bevorsteht. Trump sei ein bombastischer, leicht narzisstischer Geschäftsmann, ungewöhnlich für einen Politiker, aber jemand der sogar Fortschritte in Nordkorea hinbekommen habe. Trump habe zudem Amerika aus „dummen, destruktiven Kriegen“ herausgehalten, meint Peterson, obwohl sich gleich mehrere Konflikte zugespitzt haben und sowieso außerhalb Trumps Kontrolle liegen.

Seine Kritik an Trumps Persönlichkeit ist windelweich und verstecktes Lob. Richtige Experten vermuten hingegen eine ausgewachsene narzisstische Persönlichkeitsstörung.

https://www.politico.com/magazine/story/2018/09/04/jordan-peterson-interview-politico-50-219620

He’s a bombastic salesman. He’s an entrepreneurial type.

Als jemand nachhakte und aus Peterson echte Kritik über Trump hören wollte, wich Peterson einfach aus:

„Well, you know, I’m really not that interested in addressing Trump’s idiosyncrasies and peculiarities. I’m not a domain expert in American politics, and I don’t think what I have to say about Trump, apart from what I can observe psychologically—which is that criticisms of him as a classic authoritarian are misguided—I don’t think I have many things to say that are interesting about him. … Even the Republicans understand that he’s an anomalous occurrence. So, you need to figure out what to do about him, or how to talk about him.“

Trumps Intelligenz nannte Peterson „deutlich über dem Durchschnitt“ ohne einzugehen auf dessen Sprachstil, der an einen Viertklässler erinnert. Trump habe komplizierte Dinge geleistet, sei erfolgreich in vielen komplexen Bereichen gewesen. In Wirklichkeit war er in den Reichtum hineingeboren worden und konnte sich durch russische Investments und mit Hilfe des TV-Produzenten Mark Burnett retten.

Dann, so Peterson, habe Trump doch schließlich die Präsidentschaft gewonnen und hätte dadurch Intelligenz bewiesen. Solche Argumente erwartet man von einem Ahnungslosen, der ein bisschen TV gesehen hat.

Als Joe Rogan klarstellte, Trump hätte ein enorm offensichtliches Problem mit der Wahrheit, hielt Peterson  sofort dagegen und verteidigt ihn.


Bei Bill Maher bekam Peterson den roten Teppich ausgerollt, nur softe Fragen und ließ sich feiern dafür, dass er einer Feministin ggü. gesagt hatte, dass wenn man über etwas redet, sich jemand beleidigt fühlen kann und man das hinnehmen müsse. Das gilt jetzt als tiefgründig.

Putin und die Russen

Ich finde keine ernsthafte Kritik von Peterson an Putin und dem russischen Regime, welches direkt aus der Sowjetunion hervorging und ihr Image wechselte.

Peterson schwafelt hingegen viel Simples und Altes über Sowjetrussland und die Gulags.

Die neue Rechte ist begeistert von Putin und hofft teils offen auf einen Staatsstreich in den USA von Putins Gnaden. Peterson tritt hier nicht direkt und bombastisch auf, sondern subtil. Er lässt sein neurechtes Publikum im Irrglauben hängen, Russland sei irgendwie vorbildlich und konservativ. Wer nicht schnallt, dass russische Geheimdienste heute westliche Konservative mit Bullshit umgarnen, so wie der KGB früher die westlichen Linken umgarnte, hat nichts gelernt aus dem Kalten Krieg und sollte sich nicht dazu äußern, bevor nicht ein Stapel Literatur dazu gelesen wurde.

Seine Tochter ist zusammen mit einem Russen und hat mit jenem ein Kind.

My partner is Russian, and we met at Ryerson. We had a baby girl, Scarlett, one year ago. 

Q&A: Mikhaila Peterson, daughter of Jordan Peterson, on her all-beef diet and her dad’s overnight fame

Russische Medien springen ihr zur Seite:

https://sputniknews.com/world/201901041071212479-youtube-peterson-daughter-account/

Immer mehr Figuren aus der neurechten Szene landen im Netz von Muellers Russiagate-Ermittlungen.

Sein Effekt

Wir brauchen keine rechten Social Justice Warriors, die einen Preis dafür erwarten, simple Sprüche und Weisheiten zu klopfen, die sie im Internet aufgeschnappt haben.

Wenn Peterson nicht einmal die psychopathische und narzisstische Natur der Trump-Administration und Putins Regime angemessen beschreiben kann, dann sollte er seine Diplome verbrennen und seine Bücher können getrost in der Tonne landen.

Peterson kann sich einreihen in eine lange Riege letztendlich nutzloser Intellektueller, die das primitive Links-Rechts-Denkmuster und die Teilung der Gesellschaft aufrechterhalten. Er wird weiterhin simple Weisheiten schwallen, ohne es zu wagen, wirklich realistische und akkurate Einschätzungen zu liefern zu Trump, der neurechten Szene und ihren Geldgebern oder zu Putins Regime in Russland. Wenn der Intellektuelle an der simplen Realität scheitert, wird er nutzlos. Die meisten linken Intellektuellen im Westen hielten auch noch nach den Enthüllungen von Solschenizyn weiter zur Sowjetunion und zur sozialistischen Ideologie.

Es ist schön, wenn jemand durch Peterson lernt, endlich sein Zimmer aufzuräumen und sich nicht mehr zu benehmen wie ein Kind. Wer von Petersons Fans aber ist bereit, aufzuräumen in der neurechten Szene, in den altbekannten ideologischen Dogmen und in den eigenen politischen Kreisen? Dass Linke Peterson hassen, ändert nichts daran, dass er mit Millionen Dollars pro Jahr beworfen wird. Wenn Peterson anfangen würde, sein Stammklientel mit der Realität zu enttäuschen und zur echten Weiterentwicklung zu drängen, könnte der schönde Geldstrom versiegen und die neurechten Konkurrenten würden sich das Stück vom dreckigen Kuchen schnappen.

Immer mehr Leuten fällt Petersons Nähe zum Establishment auf.

Haben sie relevante Fakten, die ich übersehen habe? Dann her damit. Was ich nicht gebrauchen kann, ist Gemaule, ich sei nur negativ und würde alles und jeden „hassen“. Es gibt genügend Fachautoren deren Arbeit und teils auch Person ich sehr wertschätze. Immer dann, wenn ich einen Promi-Guru antaste, ist es bei den Fans schnell vorbei mit den ansonsten hoch gehaltenen Werten über ehrliche Diskussionen.

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