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WHO-Unfug: Nicht-Impfer so gefährlich wie Ebola

Die WHO ätzt gegen Nicht-Impfer: Diese seien so gefährlich wie Ebola. Dieser dreiste Vergleich bringt zwar Schlagzeilen, hält aber eine näheren Betrachtung nicht stand.

Zunächst ist Ebola natürlich eine Krankheit, die lebensgefährlich ist sogar für fitte Menschen. Dagegen sind Masern selbst für fitte Kinder kein Drama. Der Trick der WHO ist, dass man alle Toten weltweit zusammenzählt, die an Infektionen sterben, für die es theoretisch eine Impfung gibt. Soll heißen, unterernährte bettelarme Kinder aus Elendsvierteln der dritten Welt mit Nährstoffmangel und schmutzigem Trinkwasser ohne Kanalisation landen in der Statistik. Man wird auch nicht müde, die Leute über Ursache und Wirkung zu verwirren, indem man z.B. einen unzulässigen Vergleich zieht zwischen heute, wo niemand mehr an Pocken stirbt, und zwischen der “Vor-Impf-Zeit” wo noch viele an Pocken starben. Die sogenannte “Vor-Impf-Zeit” liegt weit zurück und war gekennzeichnet von Kriegen, Elend, Unterernährung, schmutzigem Trinkwasser usw.

Facebooks Algorithmus lehnte übrigens den Bericht, den Sie gerade lesen, automatisiert ab, weil er impfkritisch ist:

 

In Europa seien im Jahr 2017 insgesamt 23.927 Menschen an Masern erkrankt, ein winziger Bruchteil von 500 Millionen Bürgern. In Deutschland waren es im Jahr 2017 insgesamt 929 Masernfälle, darunter ein Todesfall. 41 Prozent der Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Klingt das wie das drohende Armageddon? Wie stark könnte man die Situation verbessern durch Nährstoffe und bessere Immunsysteme?

Zum Vergleich: In Deutschland sind jedes Jahr etwa 1.800 junge Patienten unter 15 Jahren von Krebserkrankungen betroffen. Die Industrie tüftelt nur an neuen Chemotherapien und Bestrahlungen herum und scheffelt Milliarden. Und natürlich zucken die Pharma-Riesen und das Ärztekartell mit den Schultern bei der Frage, warum inzwischen 2% der Kinder und mehr von Erkrankungen des autistischen Spektrums betroffen sind. An den Impfungen, so das Kartell und die Milliardenkonzerne, läge es ganz bestimmt nicht, und das würden zehntausende Seiten an eigenen Studien beweisen, die sowieso niemand liest. Man soll auf das Urteil derer Vertrauen, die bei der Frage am meisten zu verlieren hätten.

Ungewöhnlich: Eine impfkritische Story auf WELT Online. In den Rohdaten fanden sich signifikante Nebenwirkungen, die aber in den Werbebroschüren und Studien nicht gewürdigt werden. In Vergleichsstudien kriegt die eine Gruppe den Impfstoff und die andere Gruppen die Adjuvantien. Es fehlt eine Kontrollgruppe die ein reines Plazebo erhält. Da könnte man noch jede Menge anfügen. Aber es geht der WELT vielleicht nur um Limited Hangout. Es gibt zuviele Impf-Verweigerer und vor allem diejenigen, die zumindest misstrauisch sind. Wenn die Misstrauischen merken, dass sie belogen werden, tendieren sie stärker zu den Impfverweigerern. Also macht man ein bisschen Kritik um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, kritisiert die HPV-Impfung als nicht so doll notwendig und verteidigt aber die restlichen 99,999% der Impferei.

Frankreichs Impfgegner erreichen immer mehr Menschen: Google habe, so die Presse, inzwischen den Suchalgorithmus verändert, sodass mehr Pro-Impfen-Inhalte angezeigt werden. Facebook hat die Anfrage nicht kommentiert. Eine Studie zeigt, dass nur knapp 70 Prozent der Franzosen der Meinung sind, dass Impfstoffe sicher sind. Nur 52% halten die Grippeimpfung für sicher. In einem Jahr starben z.B. 40 von 41.000 an Masern erkrankten Menschen in ganz Europa. Also ein Promille. Ein Wert, den man ggf. noch senken könnte durch diverse Maßnahmen. Eine Juristin in Frankreich lässt Leute die Impfkritiker-Gruppen infiltrieren und dort Fake News posten.

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