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Die Motive hinter dem Mega-Hack gegen Promis und Politiker

Nach dem umfangreichen Hack gegen deutsche Politiker und Prominente (eigentlich eine riesige Sammlung einzelner Hacks) dreht sich alles um die Fragen, wer der/die Täter ist/sind und was das Tatmotiv war. Bislang scheint es nur die Altparteien getroffen zu haben und AfD-kritische Prominente, nicht jedoch die AfD. Deshalb wird natürlich im Umfeld der AfD ermittelt werden, wo bisher kaum ein Geheimnis bewahrt werden konnte.

Wenn aber die erbeuteten Daten nichts Peinliches über die Politiker enthüllen, was soll das dann der AfD bringen, vor allem wenn das Umfeld der Partei bzw. Sympathisanten mit rechtswidrigen Taktiken in Zusammenhang betrachtet werden? Bei den Hacks in den USA gegen die Democrats kam zum Teil sehr Heikles über Hillary Clinton ans Tageslicht über ihre Sicheheitspolitik für das Ausland. Seltsamerweise bekam stattdessen die “Pizzagate”-Theorie die meiste Aufmerksamekeit, obwohl hier nicht einmal genug Belege vorhanden waren für einen einzelnen armseligen Durchsuchungsbefehl.

Würden die Russen, die Hoffnungen auf die AfD setzen, einen Skandal riskieren und wieder den Dienst GRU einsetzen, der sich in den letzten Monaten heftig blamiert hatte? Als Konsequenz wären Projekte wie die Nord Stream 2-Pipeline gefährdet, die für Russland bedeutend sind. Russische bzw. sowjetische Dienste füttern ihren Vertrauensleuten im Ausland traditionell eher handfeste Enthüllungen über Politik und Wirtschaft.

Der Generalbundesanwalt hat inzwischen einen Beobachtungsvorgang zu dem Fall angelegt. Die Sicherheitsbehörden vermuten hinter älteren Hacks die Hackereinheit „APT28“ des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Allerdings wurde nichts aus diesem “Bundestags-Hack” bisher veröffentlicht.

Aber prinzipiell kann jeder mit gezielten und einfachen Phishing-Attacken Mail-Konten der Politiker angreifen, um Daten zu ergattern. Geheimdienste nutzen gerne Mittelsmänner, die gewöhnliche, aber aktuelle Techniken und Exploits benutzen, damit niemand hinterher sehen kann, was die tatsächlichen Kapazitäten des Geheimdienstes sind. Ausländische Dienste werden zwangsläufig immer versuchen, Agenten einzuschleusen bei deutschen und amerikanischen Internet-Firmen oder Mitarbeiter anzuwerben.

Es geht aktuell um Handynummern, Adressen, Personalausweise, Chats, Briefe, Rechnungen, Mietverträge, Kreditkartendaten, persönliche Nachrichten aus dem Familienkreis sowie Kreditkarteninformationen von Familienmitgliedern

Wenn Rechtsextreme bei uns russisches Material benutzen, wird es angesichts des Ost-West-Konflikts heikel. Dann haben westliche Dienste mehr Vorwand, sich einzubringen.

DAS BUNDESAMT FÜR VERFASSUNGSSCHUTZ PRÜFT LAUT „BILD“ DEN FALL IN ABSTIMMUNG MIT AUSLÄNDISCHEN NACHRICHTENDIENSTEN.

Die BILD will die Daten aus dem großen Hack selber auswerten, wohl eher zur Schadensminimierung:

“Dennoch gehört zu unserem journalistischen Auftrag, das Material zu sichten und auszuwerten – nicht in Bezug auf moralische Verfehlungen, sondern mit Blick auf mögliche strafbare Handlungen, illegale Absprachen oder Bestechlichkeit.”

Die BILD meint, die Bundesregierung habe bei der NSA um Hilfe angefragt. Ironischerweise sammelte die NSA selbst Daten über deutsche Politiker, sogar Merkel. Prinzipiell hat kein Hacker eine Chance gegen die NSA, weil praktisch alle Hardware, Software und Algos höchstwahrscheinlich Hintertüren haben, die zu den tiefsten Staatsgeheimnissen zählen.

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2 comments

WELTÜBERGANG 5. Januar 2019 at 12:31

Nehmen wir an, es wäre ein deutscher, konservativer Hack. Das wäre dann eine Abkehr von der Debatte und der nächste Schritt in der Gewaltspirale. Umso mehr müssten die Massenmedien (und vor allem die angeblich öffentlich-rechtlichen Medien) sich um eine Debatte mit allen gemäßigten Stimmen bemühen. Diese Stimmen verschwinden ja schließlich nicht, nur weil man sie ausschließt.

Aber was machen diese Medien? Immer noch sind (laut Allensbachumfrage) 70% aller Journalisten linksgrün. Immer noch wird die AfD seltener in Talkshows eingeladen. Immer noch werden Journalisten von konservativen Medien (Junge Freiheit) oder liberalen Medien (Tichy’s Einblick, Eigentümlich Frei) nicht in Talkshows eingeladen oder wenigstens zitiert und auf ihre Argumente eingegangen. Journalisten der linksradikalen TAZ hingegen sieht man regelmäßig in Talkshows. Immer noch werden keine konservativen oder libertären Standpunkte veröffentlicht.

Ich hatte beispielsweise beim UN-Migrationspakt bei einem lokalen öffentlich-rechtlichen Sender “Hessischer Rundfunk” genau hingeschaut: Es gab nicht einen einzigen (!) kritischen Beitrag. Insgesamt gab es 14 Beiträge. Mehrere Beiträge waren Pro-UN-Migrationspakt. Das einzige, was in die Nähe eines kritischen Beitrags kam, war ausgerechnet eine Kritik von “Wirtschaftsflüchtlingen” – also Antikapitalismus. Und dann wundern sich die Naiven im Establishment über das harsche Meinungsklima. Dabei können die nicht einmal demokratisch sein. Von Wahrheit spricht ja schon gar keiner mehr.

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