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Halloween: Familienunterhaltung für normale Leute, Kult-Tag für andere

Kommentar

Für die meisten von uns bedeutet Halloween Junk-Food, Kürbisse und Grusel-Unterhaltung. Für manche ist es weit mehr. Und genau hier werden Christen zu Recht skeptisch. Es gibt harmlosen Okkultismus und dann gibt es auch gefährlichen Okkultismus, der zumindest in der amerikanischen Kriminologie und Kriminalistik recht gut analysiert worden ist. Wie es mit Okkultismus in höheren Kreisen aussieht, ist sehr schwer zu erfassen. Vieles was dazu geschrieben und gesendet wurde, ist falsch und muss deutlich besser untersucht werden:

Halloween ist die heutige Variante eines Kult-Tages, der über die Jahrhunderte hinweg immer wieder stark verändert wurde. Aus festen heidnischen Überzeugungen wurden halb-christianisierte “Traditionen”, die wiederum von modernen Heiden zum Hexen-Feiertag umgedeutet werden.

Die neue Serie “Sabrina” auf Netflix ist ziemlich deutlich und wird seine Wirkung auf Teenager nicht verfehlen:

Diejenigen, für die Halloween heutzutage nur Familienunterhaltung ist, zeigen dass wir uns als Zivilisation zumindest teilweise weiterentwickelt haben. Wir glauben nicht mehr, dass wir mit schrägen Ritualen die Qualität der Ernte beeinflussen können. Eine Grippe ist eine Grippe und kein böser Zauber. Wir kämen auch nie auf die Idee, in unseren Vorgärten eine Ziege zu verbrennen oder alt-druidische Menschenopfer durchzuführen in der Erwartung, von übernatürlichen Wesen dafür belohnt zu werden.

Allerdings haben Esoterik und Okkultismus heutzutage wieder einen hohen Verbreitungsgrad erreicht. Das Denken vieler Menschen ist wahrlich ins Mittelalter oder sogar weiter zurückgeworfen worden. Autoren, die die “Positiv Denken”-Masche und Rituale, bei denen “Liebe ausgestrahlt” wird, verkaufen, sind Superstars und verticken Millionen Exemplare ihrer Schundliteratur. Der moderne Mensch sehnt sich nach wie vor nach Zauberei und Mystik. Angeblich verbirgt sich die Zauberei in der Quantenphysik, die in Wirklichkeit ein trockenes und oft sehr theoretisches Gebiet ist. Man schreckt auch nicht davor zurück, Einstein selektiv zu zitieren um den Eindruck zu erwecken, dass seltsame Vorgänge im subatomaren Bereich beweisen würden, dass wir Menschen unsere gesamte Realität durch die Kraft der Gedanken formen bzw. manifestieren.

Wir leben aber auch in einer Zeit, in der man in Wartezimmern von Arztpraxen “belebtes” Wasser trinken kann, das nach okkulten “Grander”-Prinzipien aufbereitet wurde. Und man bekommt auf Wunsch Globuli verschrieben, bei denen der magische Geist des jeweiligen Stoffes die Heilung bewirken soll. Unter den Esoterikern verstehen sich manche direkt oder indirekt als Hexer und Hexen. Da ist wohl auch der Kürbis nicht einfach nur ein Kürbis.

Fans von Esoterik-Literatur glauben, dass sie selbst schuld sind, wenn sie sich eine Grippe einfangen oder von einem zufälligen Unglück getroffen werden. Mit negativen Gedanken hätten sie das Unheil kosmisch angezogen bzw. manifestiert. Das unterscheidet sich nicht mehr von altheidnischen Ritualen, mit denen die bösen Geister ferngehalten werden sollten.

Eine neue Studie zeigt: Bestimmter Okkultismus  ist vergleichbar mit schwachen Formen von Autismus; starke Gläubige verstehen Naturphänomene oft nicht und glauben, dass beispielsweise „Steine die Kälte spüren können“. Natürlich hilft Bildung, allerdings ist es längst nicht so, dass nur schwache Denker irgendwelchen Sekten auf den Leim gehen. Oftmals sind es intelligente oder sogar überdurchschnittlich intelligente Leute, die eingefangen werden, denn es gibt viele Vektoren, auf denen Leute geködert werden: Schein-Wissenschaftlichkeit, Emotionalität, Gewöhnung, Gesellschaft, unbewusste Sehnsüchte usw.

Nicht nur verlieren manche Esoteriker und Okkultisten ihren Sinn für Ursache und Wirkung, sondern ihnen wird noch zusätzlich eine sehr gefährliche Sichtweise über Gut und Böse eingetrichtert. “Gut” seien Rituale und die Ausbreitung der Glaubensüberzeugungen, schlecht seien reale und physische Auseinandersetzungen mit dem Bösen auf der Welt. Die entstehende Passivhaltung und Innenschau, die als großartig wirksame Aktivität fehlgedeutet wird, hält uns als Menschheit zurück und verhindert, die Zustände zu verbessern. Esoterik-Gurus erzählen in der Öffentlichkeit, dass Menschen im Elend an ihrem eigenen Elend schuld seien, weil sie an ihr Elend denken anstatt den esoterischen Glauben und die Rituale zu praktizieren, welche das Gute kosmisch-magisch anziehen. Die schlimmsten Urgesteine des Okkultismus wie Aleister Crowley predigten sogar Menschenopfer, wobei es sich entweder um arrogant-psychopathisches Geschwätz handelte oder um Schlimmeres.

In vielen okkulten Geisteshaltungen sind Tod und Elend nicht einmal etwas, das bekämpft werden muss, sondern ein Teil des kosmischen Gleichgewichts. Im Bohemian Grove spielen gruselige Männer der amerikanischen Elite jedes Jahr die rituelle Opferung ihres Gewissens durch. Es sind dieselben Männer, die Krieg führen für ihre Interessen und dabei zahlreiche (jungen) Männer über die Klippe springen lassen.

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13 comments

KIDWITDEGUN 1. November 2018 at 1:02

Auch wenn Alex zu Recht ahnt, dass die Machtelite nichts gegen ein Abrutschen der Bevölkerung in Aberglauben, Leichtgläubigkeit und Okkultismus hat, so möchte ich hier kulturell gegenhalten. Ich beziehe mich auf das Fachbuch „Sexual Personae“ von Camille Paglia. In diesem geht es zwar nicht um Hexen oder Helloween. Aber es geht um Mann und Frau, Sex und Gewalt, Kunstgeschichte, Naturreligionen, Christentum und kulturelle Figuren wie die Hure Babylon, Engel oder Vampire.

Nicht zufällig fängt der Trailer von „Sabrina“ mit einer romantischen Szene an. Die junge Hexe wird von einem Liebhaber verfolgt und er verdient sich einen Kuss zum Abschied. In der Szene läuft allerdings Sabrina voraus und führt ihn zu ihrem Haus. Der junge Mann meint vielleicht, er sei der Bestimmende in der Situation und in der Beziehung. Aber in Wirklichkeit sehen wir mindestens Gleichberechtigte. Eher noch sehen wir eine selbstbewusste junge Frau, die mit ihrer Sexualität umgehen kann. Während der junge Mann lediglich ein Normalsterblicher ist, hat die junge Frau übermenschliche Kräfte. Wir sehen das Archetyp der weiblichen Superheldin. (Und zwar, nebenbei bemerkt, nicht diese Fake-starken-Frauen, die gerade aus Hollywood kommen und genauso körperlich stark und versaut humorvoll sein sollen wie Männer, sondern eine weibliche starke Frau mit Gewichtung auf Charme, Sex und gutem Herz.)

Wir sehen hier den fortschreitenden Aufbruch der strengen und hypermoralischen christlichen Tradition, die unsere Gesellschaft seit tausenden Jahren geprägt hat. Aus der vorherigen Tradition von Naturreligion kommend, hat uns das Christentum viel gebracht. Nämlich die Überwindung von Machtherrschaft, Ende des Patriarchats, individuelle Rechte und das Streben zu höherer Zivilisation. Aber das Christentum verteufelte eben zu stark die sexuelle Lust, die es vor allem mit Weiblichkeit verband. In der Worten von Camille Paglia: „Menses, Monat Menstruation – die Zyklen der Natur sind die Zyklen der Frau.“

Ich habe die Tage zwar auch gestutzt, als ich an Bushaltestellen die Plakate einer sexy Frau in einem Pentagramm sah. Allerdings ist hier das Spiel mit dem Satanismus das Spiel mit dem verbotenen enthemmtem Sex, nach dem unsere Gesellschaft einen jahrtausendealten Nachholbedarf hat. Zum ersten Mal in der Geschichte sind wir Deutschen mit individuellen Rechten UND nicht allzu prüden Sitten gesegnet.

Das einzige, was schlimmer wäre als die Serie „Sabrina“, deren Serie ich persönlich ganz amüsant und charmant finde, wäre ein kirchliches Verbot von weiblichen, sexuell freien Hauptdarstellerinnen, wie es im Mittelalter verordnet war. Ebenso schlimmer als „Sabrina“ wäre eine Serie, kulturell weichgespült und bereinigt von angeblicher weiblicher Instrumentalisierung durch eine feministische Kommission. „Sabrina“ ist, was passiert, wenn eine freie Gesellschaft Content für verschiedene Zielgruppen produziert. Man muss es als Mann, als Christ oder als verklemmte Feministin ja nicht gucken.

Um den Bogen zu Halloween zu schlagen, so gibt es Schlimmeres, als wenn die Gesellschaft ein amüsantes Spiel namens Geister Austreiben spielt. Kinder lernen vor allem durch verkörpern und spielen. Was bitte hat das Christentum den Kindern früher geboten als ruhig auf einer Holzbank zu sitzen und einem Pfarrer zuhören zu müssen?! Solange Kinder lernen, dass es Böse und Gut, Geben und Nehmen gibt, ist doch alles ok. Ich habe heute Abend viele Gruppen an der Tür klingeln hören, die aus Elternteil und Kind bestanden, beide fantastisch geschminkt. Für die Kinder war es sicher das Highlight des Jahres. Und für die Eltern vielleicht auch.

Darum lasst uns die bösen Geister austreiben; die in uns selbst; und die, die wir dank unseres noch nicht perfekten Systeme schaffen!

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AlexBenesch
AlexBenesch 1. November 2018 at 9:25

Wir haben gestern in die erste Folge reingeguckt, aber dann haben wir doch lieber Bodyguard (BBC/Netflix) weitergeschaut.

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anda 1. November 2018 at 9:28

Du hast recht, dass die Serie sehr schön einen weiblichen Archetypus beschreibt. Und die Beziehung zwischen Sabrina und ihrem Freund ist auch schön dargestellt. Das hat mich auch sehr überrascht.

Ich bin selbst eine Anfang 20jährige Frau und habe noch NIE das Gefühl gehabt, dass ich sexuell unterdrückt werde. Oder dass junge Frauen ihre Sexualität nicht leben können. Ganz im Gegenteil! Unsere Vorbilder sind sehr oft hypersexualisiert und fördern Sex, den man fein säuberlich von Gefühlen trennt. Denn das macht uns Frauen ja so selbstbewusst und stark.

Ich persönlich sehe kein bisschen, dass durch diese ach so tolle sexuelle Befreiung Männer und Frauen jetzt liebevollere oder engere Beziehungen haben. Oder dass die Beziehungen zwischen Mann und Frau besser geworden sind. Die westliche Welt steuert grad in eine Sex-Krise, in der junge Menschen Jahr für Jahr weniger Sex, weniger Beziehung, weniger Kinder, usw. haben. In Japan in das schon besonders schlimm. Da haben fast 1/3 aller Menschen unter 30 noch nie eine romantische Beziehung gehabt.

Und in der Serie Sabrina ist es so: Die Protagonistin ist ja eine ganz tolle Feministin, Frau, weiblicher Archetypus mit hohem Gerichtigkeits- und Liebessinn…. ahhh… aber um sich zu rächen, darf sie dann Männer körperlich missbrauchen? wtf

Hier mal aus einem Interview mit der Psychologin Sandra Konrad:

STANDARD: Sie schreiben in Ihrem Buch, dass die von Frauen behauptete sexuelle Freiheit sich letztlich oft als eine sehr beschränkte Vorstellung von Selbstbestimmung entpuppte. Menschen freiwillige Handlungen abzusprechen, ist aber auch sehr heikel, im individuellen wie auch bei breiteren Debatten wie etwa darüber, ob Prostitution jemals freiwillig sein kann.

Konrad: Ja, das ist schwierig. Einerseits darf man auf keinen Fall übergriffig werden, andererseits grenzt eine liberale Haltung oft an Ignoranz und Empathielosigkeit. In der Prostitution berufen wir uns gerne auf die Freiwilligkeit der Prostituierten und verdrängen, dass die signifikante Mehrheit Zwangs-, Armuts- und Drogenprostitution ist. Wir verdrängen, dass Frauen in dieser Tätigkeit Gewalt erfahren, retraumatisiert werden und oft in einem ausbeuterischen, kriminellen System stecken. Es gibt hier den psychologischen Prozess der Spaltung: Wenn wir etwas nicht ertragen können, müssen wir einen Teil der Realität abspalten. Das machen Betroffene, das macht aber auch die Gesellschaft. In den Gesprächen mit jungen Frauen habe ich ständig gehört: “Ich bin total selbstbestimmt und cool und entscheide alles selber!” – und dann hat jede einzelne im Laufe dieser stundenlangen Gespräche von grenzüberschreitenden Geschichten erzählt und dass sie Dinge mitgemacht haben, die sie eigentlich gar nicht wollten. – derstandard.at/2000076117950/Die-Scham-sitzt-Frauen-in-den-Knochen

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KIDWITDEGUN 1. November 2018 at 10:42

@ Anda

Ob die Hexe Sabrina “Männer sexuell missbraucht”, kann ich nicht sagen, denn ich habe die Serie nicht geguckt, sondern mir nur den Trailer angeschaut. Ich bezweifle es zwar, kann aber Folgendes beitragen:

Jeder grundsätzliche Charakter hat zwei Extreme: das böse und das gute. Und weil das Leben kompliziert ist und der Teufel im Detail steckt, sind die Übergänge fließend. Auch haben Heranwachsende stets noch zu wenig Erfahrung, um nicht ständig die Linie zu falschen Handlungen zu übertreten. Darum lernen sie im Spiel mit der Realität aus ihren Fehlern.

Das bedeutet für “Sabrina”: Sie mag zu Beginn der Serie ihre Sexualität ungerechtfertigt ausnutzen. Aber ich verspreche Dir: am Ende der Serie wird sie aus ihren Fehlern gelernt haben und diese nicht mehr begehen. “Sabrina” lernt sich zunächst selbst kennen, wie ein Kleinkind, was dauernd hinfällt oder ein Teenager, dem alles peinlich ist. Es ist der normale Weg eines Helden, am Ende seiner Entwicklung seine Macht nicht mehr auszunutzen, eben weil er aus seiner Erfahrung weiß, dass alle – wie er selbst – verletzlich sind. Ich kann Dir übrigens versprechen, dass “Sabrina” nicht nur ihre Sexualität ausnutzt, sondern auch alle anderen menschlichen Werkzeuge wie Sprache, Charme, Intellekt, körperliche Kraft oder ihr Eigentum. Auch in dieser Hinsicht wird sie lernen müssen, diese nicht mehr ausnutzen. Und niemand von uns würde eine Serie gucken wollen, in der der Held bereits perfekt ist und keine Fehler macht; weil es wenig mit unserem Leben und unseren Ambitionen zu tun hätte.

Was die Sexualität angeht, so würde ich diese nicht allzu wörtlich nehmen sondern im größeren kulturellen Kontext betrachten. “Sabrina” nutzt ihre Macht aus, von der Sex nur ein Teil ist. Und wahrscheinlich kommt am Ende jeder einzelnen Sendung jeweils eine Einsicht, dass es falsch oder zumindest nicht ganz richtig war. Übrigens gehören zum Ausnutzen immer zwei dazu; und irgendetwas sagt mir, dass die jeweiligen männlichen Trottel im Moment nie gegen ein romantisches Spiel mit einer Frau einzuwenden hatten. Auch sie mussten lernen.

Bei dem Absatz über Prostitution habe ich Folgendes zu sagen: Solange der Markt für Sex frei von organisierter Kriminalität ist, mag es für Frauen finanziell lohnender und körperlich leichtere Arbeit sein, ihren Körper zu verkaufen, als zusammen mit Männern in einem Klärwerk oder einer Stahlgießerei zu arbeiten. Das muss jede Frau selbst entscheiden.

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Edwin 1. November 2018 at 11:50

Werde ich mir bei Gelegenheit mal vielleicht etwas anschauen die neue Sabrina Serie. Hab damals Sabrina – Total Verhext gesehen und fand das lustig, vor allem die Katze Salem. Die neue wird jedenfalls als düstere beschrieben, was man so ja auch schon am Trailer erkennt. Laut der Welt ist das aber nur ein Abklatsch von fünf anderen Fantasy-Erfolgen. Und wie das mit den meisten Remakes ist, taugen die eigentlich oft nicht viel. Würde mich mal fragen, welche parasoziale Beziehungsmuster der Zuschauer nach Drehbuch zu den Figuren aufbaut. Bei der Serie Buffy standen die Monster für allgemeine Probleme in der Jugend. So heißt es auf Wiki: “Neben Auseinandersetzungen mit Dämonen und Vampiren, welche oft als Metaphern für reale Teenagerängste stehen, geht es auch um ganz normale Jugendprobleme und das Erwachsenwerden. … Die Charaktere wachsen und entwickeln sich mit den Jahren von Teenagern zu Erwachsenen. Keiner der Charaktere ist ausnahmslos gut oder böse, alle treffen im Verlauf der Serie auch moralisch falsche Entscheidungen. Fehlentscheidungen vergangener Staffeln werden oft hervorgeholt und thematisiert. Viele Zuschauer wurden mit den Figuren erwachsen und entwickelten parasoziale Beziehungen.”

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Edwin 1. November 2018 at 21:13

Also noch ein paar Gedanken dazu. In einer britischen Dokumentation über Wicca wurde gesagt, dass Wicca zu eine der am schnellsten anwachsenden Religionen in der Welt gehört und darum kämpft anerkannt zu werden. Bei den jungen Leuten ist das schon sehr beliebt würde ich sagen, wie das auch eine Hexe sagte. Und irgendwie finde ich Hexen ja knuffig, aber das hat mit der Prägung zu tun, denke ich. Der Gründer Gardener hat damals einfach nur Glück oder den richtigen Riecher dafür gehabt, dass in den 1960er Jahren seine Öffentlichkeitsarbeit bezüglich Wicca im TV nicht nur Millionen Menschen erreichte, sondern auch, dass es zu dem Spirit of 69 passte.

In der Dokumentation gab es eine Szene wo ein Historiker mit Hexen im Wald ist und diese dort ein Ritual vollbringen. Dabei wird nun ein recht weiter Schutzkreis um die Menschengruppe gezogen, um die Energie zwischen den Leuten wie in einer Käseglocke zu bündeln. Woran mich das denken lässt, ist, dass einige Menschen frühe Verletzungen haben und nicht ihren Körper fühlen, weil sie nur in ihren Köpfen irgendwo und nirgends sind. Ich weiß von einer Körperpsychotherapeutin, die eine ähnliche Technik anwendet, damit man mehr Zugang zu sich selbst findet und – ganz wichtig – Grenzen errichtet. Denn mit frühen Verletzungen ist die Welt kein sicherer Ort. Man scannt ständig die Umgebung danach ab, ob es eine Gefahr gibt.

Kurzum gab es damals in den 1920er, wenn ich mich recht entsinne, auch ein Revival von solchen alternativen Wegen der Spiritualität, nenne ich das mal. Wir haben also die Freiheit keine Angst haben zu brauchen, wegen sowas umgebracht zu werden, bis auf die moderne Hexenjagd u.a. in Afrika. Wie schon jedenfalls erwähnt, soll es eine der am schnellsten anwachsenden Religionen der Welt sein und auch wenn magisches Denken nicht Zeitgemäß ist, vielleicht steckt da ja was anderes hinter, als das woran man dabei denkt, wenn man das Wort fällt?

Immerhin entstammten auch einige Menschen in Sekten wie der CoS aus einer dysfunktionalen Familie, teilweise auch mit Angst vor der eigenen Sexualität und Frauen wegen den überchristlichen Eltern und derer auf Schuld basierenden Religion. Somit kann das mit einem befreienden Lebensgefühl verbunden werden, speziell bei Frauen. Jedenfalls können die unterschiedlichen aufeinanderprallenden religiösen Bilder, die Angst vergrößern und den Blick auf das Kind in sich selbst verfälschen. Dadurch verirrt man sich in einem Gedankenkonstrukt/Labyrinth. Vielleicht aber kann es auch mit positiven Ritualen die Menschen stärken mehr sie selbst zu sein? Ich meine, die Menschen beten in der Regel darum ihre Wünsche erfüllt zu bekommen.

Aber was ist, wenn man fest an einen Wunsch glaubt und das die eigene Körpersprache ändert? Sodass man aktiver sich diesem Wunsch durch das eigene Handeln nähert, indem das oft zurückhaltende Unbewusste bewusster bearbeitet wird? Viele Menschen haben Bindungsmuster über die sie nicht wissen, wie sie davon beeinflußt zu werden. Wer esoterisch denkt und immer nur an Schwachmaten gelangt, gibt sich dann selbst die Schuld, was kontraproduktiv ist.

Das erste was man bei Magie jedenfalls denkt sind Liebeszauber. Und das andere natürlich Schadzauber, aber was könnte da wirklich hinter stecken? Ich meine die eigene menschliche Energie wird konzentriert auf einen Menschen gerichtet, ohne ihn aber physisch damit gegenüber zu treten. Was läuft z.B. bei einem Zerstörungsritual ab? Also was für psychologischen Vorgänge? Wie sehr kann das hilfreich sein? Kurzum kann es vermutlich psychologisch positive Effekte haben, hat aber auch eine gefährliche Kehrseite, die den Realitätssinn verbiegen kann.

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anda 31. Oktober 2018 at 21:13

Diese neue Sabrina-Serie ist echt ganz, ganz verrücktes Okkultismuszeug 😀 Wie kann man sowas nur Jugendlichen und jungen, naiven Erwachsenen vorsetzen? Erinnert mich stark an “The Satanic Witch” von LaVey (der Gründer von Church Of Satan). In dem Buch wird für Frauen beschrieben, wie sie Männer manipulieren können (und sollen), um ihre Ziele zu erreichen.

Habe grad die ersten 2 Folgen gesehen. Die Protagonistin manipuliert Schuljungs mit Sexualität, um sie für ihre unmoralischen Taten zu bestrafen. Also ein pervertiertes Gerechtigkeitsdenken.

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Nefastus 31. Oktober 2018 at 18:55

Hey AleX, du spielst aber auch manchmal den Okkulten;)
Ich kann mich erinnern, wie du am 14 Sep. 2014 anlässlich zur Geburt deines Sohnes ein eigenartiges Foto nur kurz auf deiner Seite gezeigt hast. Du warst komplett in schwarz, mit schwarzer Haube angezogen, und dein Kleiner komplett weiß angezogen.
Okkult gesehen: die Nacht hat einen neuen Tag hervor gebracht – sowie das schwarz/weiß – Prinzip bei den Erbeuteten. Daß Foto war aber auch gleich wieder weg.
Es hat mich ein bisschen verwundert, weil es schon dein zweites Kind ist und du und deine Frau sicher wissen, daß man selber nur mit nacktem Oberkörper ein Neugeborenes im Arm halten soll. Übrigens hatte ich eine Woche vorher den erbeuteten Geburtstermin zufällig vorher gesagt, was du sofort gelöscht hattest. …. Hat aber wahrscheinlich mit deiner verständlichen Nervosität vor der Geburt zu tun gehabt.

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AlexBenesch
AlexBenesch 1. November 2018 at 9:31

Die Klamotten sind blanker Zufall. Hinterher etwas reininterpretieren bringt da nichts. Ich hatte das schonmal, dass jemand es als symbolisch betrachtete, dass ich einen schwarzen und er einen weißen Pullover hatte. Du findest mit der Suchfunktion auf Recentr immer noch die Ankündigung des errechneten Geburtstermin und den Artikel zur Geburt. Dass das Foto nicht mehr drin ist, liegt daran, dass es später eine Neuinstallation von WordPress geschah und nicht alle alten Bilder übernommen wurden. Hinterher was hineinzuinterpretieren bringt da nichts.

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Edwin 31. Oktober 2018 at 17:13

Also, dass Pflanzen fühlen zu vertreten, kann ich wegen der Nähe zur Natur noch nachvollziehen, weil es diesbezüglich wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Aber Steine? Steine??? Das ist doch lachhaft, wie das meiste an dem heutigen Tage. Klingt zwar leider esoterisch aber wir bestehen aus Sternenstaub, den verschiedenen der Wissenschaft bekannten Elementen, also sind wir im Bildnis des Universums entstanden? Ist Gott dafür also nur eine Metapher? Zwar finde ich es gut den Ahnen zu gedenken, damit man weiß woher man kommt, weil kann man dann wissen wo die Menschen vorher waren um zu sehen wo man ist und noch hin kann. Wer sich keine Gedanken um die Vergangenheit machen wird, wird nicht wissen, wie weit man gekommen ist und wo man überhaupt noch hin kann. Das ist mein Verständnis von Hugin und Munin, ohne paranormales Gedönns damit zu verbinden. Die religiösen Figuren empfinde ich eher als Archetypen, als Persönlichkeitsanteile die man in fast jeden Menschen finden kann, weshalb die sich in verschiedenen Kulturen vermutlich ähneln. Und ja, auch eine Art Märchentherapie sehe ich im religiösen Denken. In der Bibel werden die Naturkatastrophen durch Gott erklärt, weil man sich nichts anderes vorstellen konnte. Und Menschenopfer können auch einen therapeutischen Charakter damals gehabt haben. Glaube nicht, dass es bei den Kelten viele waren, so wie die Römer das berichteten. Das ist eben die Sachen mit den Siegern die die Geschichte schreiben. Wir kennen größtenteils nur deren Seite. Doch zu Halloween. Sehe schon, dass es in den letzten Jahren bei uns auch zunimmt, aber wofür sich das eher eignet ist halt über Horrorfilme ins Gespräch über Psychologie zu kommen. Vermute mal, dass vermehrt harmloser Geisterkontakt angestrebt werden wird, vielleicht auch als Mutprobe. Die Geisterjägerserien werden auch einen Teil dazu beigetragen haben. Aber eher in wenigen Fällen kann sich daraus eine Psychose entwickeln.

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Wegsehen 9. Dezember 2016 at 20:50

Die Quantenphysik ist für einen “normalen” Menschen,wie mich zum Beispiel,wirklich nicht verständlich. Aber gerade deswegen ist dieses Thema für Viele so anziehend. Es gibt esoterischen Themen eine seriöse Ummantelung. Herr Dr.Dieter Broers ist so ein Beispiel. Er hält ja Vorträge und schreibt Bücher,über genau das was Alex isn seinem Bericht anprangert.Broers verwurstet die Quantentheorien mit diesem “Gedanken sind mächtig,Gedanken machen Taten, usw.- Geschwurbel. Er sagt das Edelsteine,bevorzugt Diamanten,Speicher für Informationen sind,er bringt das Beispiel das auf CD´s,oder auf Tonbändern ja auch Informationen eingespeichert seien,obwohl wir diese nicht sehen können. Natürlich bietet er auch allen möglichen “Quanten-Heilungszubehör” an,er verdient sich,wie Alex ja schon sagte,dumm und dämlich.Und wenn es nicht wirkt,Tja dann hat man zu viele negative Gedanken. Sein neuester Clou,nennt sich “Apeiron”,irgendwelche kleinste Teilchen oder so.
Es ist wie bei allen anderen Heilversprechern,wenn das alles so toll funktionieren würde,dann hätte er einen Traumkörper,das ganze wäre dann ein Selbstläufer.Bei so vielen positiven Dingen und Heilungen,hätte sich das Ganze doch schon rumgesprochen.Alle die Wundermittel anpreisen,ob Alex Jones,Broers, oder sonstwer,sind eben gar nicht so topfit und stabil. Und gagen Glatze hilft der ganze Zauber auch nicht.Sonst hätten die Multi-Milliardäre und Co, nämlich alle Haare wie Rapunzel.Man(N)kann höchstens eine Haartransplantation über sich ergehen lassen,muss aber pro Haar eine astronomische Summe hinblättern und es ist schmerzhaft wie Sau.
Also ist es mit dem Quantenschwurbel wohl doch nicht so weit her,auch wenn ich lange geglaubt habe,dass das ganz seriös ist.Komisch ist auch dass sich viele dieser “Eso-Wissenschaftler” auf russische Forschungen beziehen,und den Leuten weismachen wollen,dass wir hier im “bösen”Westen,die armen russischen Genies,bzw. die russischen Wissenschaften, “unterdrückt” haben. Das ist auch mittelalterlich.Aber es gibt ja auch viele die lieber im Mittelalter gelebt hätten, sie nutzen jede freie Minute,um mit Kind und Kegel,sich ihrer Phantasien hinzugeben. Dabei war es im Mittelalter,oder davor bestimmt nicht so lustig,besonders wenn man nicht reich war.

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Jörg 31. Oktober 2016 at 17:03

Die Quanten”physik” ist auch nur eine mathematisierte Form von Mystik. Die famaledeiten Ideen von Herrn Einstein über sich krümmenden Raum und sich dehnende Zeit sind auch schon tausende Male empirisch widerlegt worden.
Die schlimmsten Scharlatane sind nicht die Esoteriker sondern mit Unsummen an Steuergeldern gepäppelten sogenannten theoretischen- oder Quantenphysiker.

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