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Russland macht sich in Libyen breit und könnte neue Migrationswelle auslösen

Russland wird aktiver in Libyen: Man stützt dort den mächtigsten Warlord, General Khalifa Haftar, und bringt russische Truppen im Osten des Landes unter der Tarnung der “privaten” Wagner Group, warnt Theresa May. Russland könnte eine neue Migrationswelle nach Europa auslösen. Hätte Großbritannien doch nicht Gaddafi weggeputscht.

Die große Mehrheit der Migranten, die über das Mittelmeer Italien erreicht haben, reisten aus Libyen an. Libyen wird von Schutzsuchenden aus vielen anderen Ländern wie Eritrea, Syrien, Ägypten, Nigeria und Somalia als Transitstaat genutzt.

Nach offizieller Lesart handelte es sich bei dem Chaos in Libyen um das Ergebnis einer außer Kontrolle geratenen Regimewechsel-Aktion der USA und Großbritannien. Im Endeffekt müsste man aber sehr wohl in der Lage sein, die verschiedenen Gruppierungen, die sich in Libyen miteinander konkurrieren, zu steuern.

Die Obama-Administration hatte den Krieg gegen Libyen frühzeitig begonnen mit der Unterstützung der sogenannten “Nationalen Libyschen Befreiungsfront” (NFSL). Die Publikation Pakistan Observer berichtete, dass hunderte Mitglieder von Spezialeinheiten der USA, Großbritannien und Frankreich am  in “amerikanischen und französischen Kriegsschiffen und kleinen Marinebooten an den libyschen Häfen von Bengasi und Tobruk landeten.” Britische und französische “Sicherheitsberater” sollen ebenfalls Ausbildungslager in der von den Rebellen besetzten Region des Landes aufgebaut haben. Die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton gestand öffentlich ein, dass die Vereinigten Staaten die Rebellen mit allen erdenklichen Mitteln unterstützen.

Die NFSL erhielt in den internationalen Medien erhebliche Aufmerksamkeit; sie lancierte auch die Vorwürfe über Greueltaten. Eine Woche vor Beginn der großen Unruhen war es die National Conference of Libyan Opposition (NCLO) mit Sitz in London die den “Tag der Wut” forderte; nicht etwa die Libyer in den Straßen von Bengasi oder Tripoli. Die NCLO wurde 2005 in London geschaffen von Ibrahim Sahad und seiner National Front for the Salvation of Libya (NFSL), eine der führenden libyschen Oppositionsgruppen seit den 1980ern. Die Zeitungen Daily Mail und Daily Globe hatten berichtet, dass Sahads NFSL bereits in den 80ern mehrere bewaffnete Aufstände und Attentate gegen Gaddafi versucht hatte, während Aufzeichnungen in der US Library of Congress darauf hindeuten, dass die NFSL Unterstützung und Ausbildung von der CIA erhielt. Sahad leitete dann den Aufstand in Libyen von Washington D.C. aus, während er vor dem Weißen Haus den Konzernmedien zahlreiche Interviews gab.

Der letzte Nationalkongress der NFSL wurde in den Vereinigten Staaten im Juli 2007 abgehalten. Der Nachfolger der Nationalfront wurde 2012 die Partei der Nationalen Front.

Am 9. August 2012 wurde der Vorsitzende der Nationalen Front, el-Magariaf, zum Präsidenten des Nationalkongresses, und damit interimistischen Staatsoberhaupt, gewählt. Die Partei für Gerechtigkeit und Aufbau der islamistischen Muslimbruderschaft hatte el-Magariaf aus taktischen Gründen unterstützt, um später ihren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten durchzusetzen.

wikipedia

Inzwischen kämpfen die Muslimbruderschaft, die beiden Allianzen „Würde” und „Morgenröte“ und die Terrororganisation „IS“ um die Macht im Land. Dazu gesellen sich verschiedene Milizen.

Muslimbrüder

Wie Peter Goodgame ausführlich dokumentiert hat, ist die Muslimbruderschaft eine geschätzte Geheimwaffe der Angloamerikaner. Sowohl die CIA als auch die britischen Geheimdienste hatten die Gruppe penetriert und benutzten sie im Kampf  gegen arabischen Nationalismus

“Die CIA folgte dem Beispiel des britischen Geheimdienstes und versuchte den Islam für die eigenen Ziele zu gebrauchen.”

“Sie wollten einen charismatischen religiösen Führer finden, den sie bewerben und kontrollieren konnten und man fing an, mit Gruppen wie der Muslimbruderschaft zusammenzuarbeiten. Während des Aufstiegs von Nasser wurde die Bruderschaft verstärkt umworben von den westfreundlichen arabischen Regimen in Saudi-Arabien und Jordanien. Sie brauchten sämtliche mögliche Unterstützung von der Bevölkerung gegen den Aufstieg des von Nasser inspirierten arabischen Nationalismus um ihre Regime intakt zu halten.”

Offiziell galt die Bruderschaft als verbotene Organisation, aber sie blieb einflussreich und aktiv in Ländern wie Ägypten und arbeitete gegen das säkulare Regime, oftmals Hand in Hand mit dem britischen Geheimdienst. Im Juni 1955 verhandelte der MI6 bereits mit der Bruderschaft in Syrien um gegen die neue Regierung zu agitieren, die starke linksliberale Tendenzen zeigte sowie die Bereitschaft, mit Ägypten zu verschmelzen. Die Bruderschaft wurde ein noch wichtigerer Partner nachdem Nasser die Übernahme des Suez-Kanal durch Ägypten angekündigt hatte. Vor dem ersten Weltkrieg pflegte der britische Geheimdienst Verbindungen mit der Bruderschaft durch den Agent Freya Stark, ein britischer Abenteurer und Autor.

“Diese verdeckten Verbindungen wurden benutzt um die wachsende Präsenz der Deutschen in Nordafrika zu verfolgen und um informiert zu bleiben über die vielen unterschiedlichen politischen Bewegungen die entstanden,”

hält der Aangirfan Blog fest.

“Die Muslimbruderschaft hat sich in der muslimischen Welt verbreitet und sich verwandelt in eine Art muslimisches Äquivalent der westlichen Freimaurer-Bruderschaft. Sei wurde eine der ersten fundamental-islamischen Terrororganisationen.”

Es ist gut dokumentiert dass Israel ebenfalls die Bruderschaft durch die Hamas unterstützt und finanziert hat, aber dieser unbequeme Fakt wird geflissentlich von den Konzernmedien ignoriert. Israels Untestützung der Hamas “war ein direkter Versuch, die Unterstützung für eine starke säkulare PLO zu spalten und zu verwässern durch eine konkurrierende religiöse Alternative,” erklärte ein ehemaliger ranghoher CIA-Funktionär gegenüber Richard Sale von UPI im Jahr 2002. UPI beschaffte Dokumente von dem israelischen Institute for Counter Terrorism, die enthüllen wie sich die Hamas aus Zellen der Muslimbruderschaft gebildet hatte. Der ursprüngliche UPI-Bericht wurde interessanterweise inzwischen aus den Archiven gelöscht. Israel und Jordanien unterstützten das Unterfangen der Bruderschaft, um Syriens säkulare Regierung im Jahr 1976 zu stürzen. Israel unterstützte Ausbildungslager für die Muslimbruderschaft im Libanon und in Jordanien nahe der syrischen Grenze. Innerhalb einer Zeitspanne von fünf Jahren tötete die Bruderschaft hunderte Alawit-Mitglieder von Assads regierender Ba’ath-Partei samt deren Angehörigen, Assads Leibarzt sowie mehrere sowjetische Berater, meldete Newsweek.

Al-Kaida verurteilte offiziell die sogenannte Reform der Bruderschaft hin zur Gewaltlosigkeit und warf ihr vor, “den Islam verraten  und ihren Dschihad beendet zu haben um politische Parteien zu bilden und moderne staatliche Einrichtungen zu unterstützen.” Die angebliche Nummer zwei der durch die CIA geschaffenen al-Kaida, Ayman al-Zawahiri, war als Teenager in Ägypten der Bruderschaft beigetreten.

Osama Bin Ladens Mentor Abdullah Azzam war verbunden mit der Bruderschaft und der CIA. Azzam wurde laut Professor Barnett Rubin von der Columbia University als ein enorm wichtiger Partner betrachtet wegen dessen “engen Verbindungen zu der Muslimbruderschaft, dem saudischen Geheimdienst und der Muslim World League.” Osamas Famile hat ebenfalls Verbindungen: Mohammed Jamal Khalifa, sein Schwäger, war ein ranghohes Mitglied der Muslimbruderschaft im Libanon und leitete das Büro der Muslim World Legaue im pakistanischen Peschawar, von wo aus er in den 1980er Jahren Rekruten aussandte um die Sowjets in Afghanistan zu bekämpfen. Der angebliche Anführer der 9/11-Flugzeugentführer Mohammed Atta trat der Bruderschaft 1990 bei.

“An jedem wichtigen Punkt auf Attas Reise steht die Muslimbruderschaft,”

sagte ein ehemaliger CIA-Funktionär zu Seymour Hersh vom New Yorker im Jahr 2003. Die Muslimbruderschaft ist ein wichtiger Teil des globalen Geheimdienstkonglomerates und dessen langanhaltender Kampagne um islamischen Terror zu starten und auszubeuten.

Quellen:

The Muslim Brotherhood Sharks Are Circling In Egypt, Joseph Klein, NewsRealBlog, February 1, 2011.

Richard Mellon Scaife: Who Is He Really? Edward Spannaus, The Executive Intelligence Review, March 21, 1997.

Horowitz Funding Sources, University of Cincinnati Chapter AAUP, April 6, 2005.

Report: Post-Mubarak regime seen as anti-West, aligned with Al Qaida, World Tribune, February 1, 2011.

A democratic Egypt or a state of hate? Richard Cohen, The Washington Post, February 1, 2011.

Peter D. Goodgame, The Globalists and the Islamists: Fomenting the “Clash of Civilizations” for a New World Order, Red Moon Rising, 2001.

The use of the Muslim Brotherhood by MI6 and the CIA in Egypt, Syria and Iran, Aangirfan, November 29, 2005.

Hamas history tied to Israel, Richard Sale, United Press International, June 18, 2002.

Robert Dreyfuss, Devil’s Game: How the United States Helped Unleash Fundamentalist Islam, Metropolitan Books, October 13, 2005.

Muslim Brotherhood vs Al Qaeda, IkhwanWeb (the official Muslim Brotherhood website), January 19, 2010

The Syrian Bet, Seymour M. Hersh, New Yorker, July 28, 2003.

Peter Lance, Triple Cross: How bin Laden’s Master Spy Penetrated the CIA, the Green Berets, and the FBI–and Why Patrick Fitzgerald Failed to Stop Him, William Morrow, 2006, p. 19.

1987-1991: Bin Laden’s Brother-in-Law Khalifa Sets Up Al-Qaeda Fronts in Philippines, History Commons.

Why Were Government Propaganda Experts Working On News At CNN? Fairness & Accuracy in Reporting, March 27, 2000.

 

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2 comments

Sven Unglaube 9. Oktober 2018 at 15:52

SO VIEL ZU PUTIN IST UNSER RETTER !!!!!!!

Reply
KIDWITDEGUN 9. Oktober 2018 at 14:53

Nicht vergessen, dass in Bengasi 2012 US Botschafter Stevens umgebracht wurde, weil er Waffen im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar ins Land schmuggelte. (Nicht etwa, wie es lächerlicherweise offiziell heißt, weil der Film “Innocence of Muslims” veröffentlicht wurde.)

Übrigens ist diese orangefarbene Schrift zu groß und unterbricht den Lesefluß.

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