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Geheimdienste kontrollieren die Verschwörungsmedien

Die Auswertung von Programmen wie COINTELPRO oder CHAOS, mit denen Dissidenten zersetzt und ausgehorcht werden sollten, zeigt immer wieder das Verhältnis von 25% an Spitzeln und Agenten.

Ob Linke, Rechte, Afroamerikaner, Hacker, generelle Kriegsgegner oder Indianerorganisationen; immer wollten die Behörden ein Viertel der aktiven, relevanten Mitglieder als Informanten anwerben oder als Agenten stellen. Wie sieht es dann aus mit der Szene der Verschwörungstheoretiker bzw. Verschwörungsmedien?

Die Einfallstore

Es gibt nicht “die eine” einheitliche Szene von Verschwörungstheoretikern. Wegen den vielen Überschneidungen mit gewöhnlichen ideologisch-politischen Gruppen gibt es dementsprechend viele Einfallstore für Geheimdienste:

  • Es gibt einige Überschneidungen der Verschwörungstheoretiker-Szene mit der rechten Szene, die unter strikter Kontrolle ist, sowohl personell als auch inhaltlich
  • Überschneidungen mit dem herkömmlichen Rechtsrevisionismus, der den Geheimdiensten nahesteht
  • Überschneidungen mit der linken Szene, die traditionell infiltriert wurde von westlichen Behörden
  • Überschneidungen mit der theosophischen Esoterik, die von einflussreichen britischen Kreisen etabliert wurde
  • Britische Geheimdienste schufen in den 1790er Jahren den ersten Verschwörungs-Bestseller und lancierten höchstwahrscheinlich noch mehr Bücher mit Massenverbreitung. Die Techniken sind altbekannt.
  • Russenpropaganda spielte bereits unter den Zaren eine große Rolle. Heutzutage schreiben Verschwörungstheoretiker praktisch blind von den russischen Medien bzw. Geheimdiensten ab.

Proofs of a Conspiracy

Der erste große Verschwörungs-Bestseller war das Buch “Proofs of a Conspiracy” von John Robison, ein anerkannter Wissenschaftler, Freimaurer und Unterstützer des britischen Königs. Sein Quellmaterial stammte von einem britischen Agenten und er schob die Verantwortung für die Französische Revolution nur auf französische Logen und Weishaupts längst entlarvten Illuminatenorden. Er vermied es konsequent, zu untersuchen ob britische Dienste beteiligt gewesen waren an der Französischen Revolution. Geheimes Material enthüllte er nicht. Das Buch galt noch bis ins 20. Jahrhundert als Standardwerk der Verschwörungsmedien.

Abbé Barruel

Während Robison das protestantische und freimaurerische Publikum bediente, kümmerte sich Augustin Barruel um die Katholiken und schuf fast zur gleichen Zeit eine Bestseller-Buchreihe, die in ganz Europa und in den USA für mächtig Wirbel sorgte und bis weit in das 20. Jahrhundert fleißig (und unkritisch) zitiert wurde von Verschwörungsautoren. Genau wie bei Robison und zig weiteren, weniger bekannten Zeitgenossen, die über Illuminaten und Freimaurer und die Französische Revolution schrieben, muss man auch bei Barruel sehr vorsichtig sein. Er stammte aus dem Adel, arbeitete als Abbé und Domherr in Paris und war zugleich französischer Jesuit, was bereits die Alarmglocken schrillen lässt. Der Vatikan sah natürlich ungern seine Macht schwinden durch die Vielzahl an aufrührerischen Logen in ganz Europa und versuchte durch seine eigenen Geheimdienste herauszufinden, wer tatsächlich hinter einflussreichen Freimaurern und Illuminaten die Fäden zog. Innerhalb der Freimaurer und ähnlichen Orden gab es allerhand Paranoia und Furcht vor katholischen Spionen, während die Jesuiten befürchteten, dass ihre Mitglieder wie im Falle Weishaupt abtrünnig werden. Manche Freimaurer betrachteten sich sogar als Nachfahren der Tempelritter, verabscheuten aber zugleich den Vatikan. Die Feindschaft geht Jahrhunderte zurück, wo Rom die Verhaftung sämtlicher Tempelritter anordnete und die flüchtigen Templer als Rache wahrscheinlich den damaligen Papst und den französischen König ermordeten.

Nach dem Verbot der Jesuiten in Frankreich ging Barruel nach Österreich, bis auch dort sein Orden verboten wurde und so kehrte er in seine Heimat zurück um dort für den Hochadel als Hauslehrer zu arbeiten. Als Publizist stänkerte er erwartungsgemäß gegen die Französische Revolution und die Aufklärung, ohne dadurch zunächst einen bedeutsamen Einfluss auszuüben. Der Durchbruch kam erst in London, wo er unter anderem vom einflussreichen Freimaurer und Politiker Edmund Burke protegiert wurde. Es ist natürlich höchst ironisch, dass ausgerechnet das britische Establishment der Hauptverdächtige war bei der Destabilisierung der französischen Monarchie. 1797 und 1798 erschien Barruels vierbändige Reihe „Mémoires pour servir à l’histoire du Jacobinisme“, die in mehreren Übersetzungen zum Bestseller wurde. Ohne Zugang zu besonderen Quellen und ohne direkt im Umfeld der Illuminaten geforscht zu haben, konnte Barruel eigentlich überhaupt nichts Neues erzählen. Die britische Spur verfolgte er seltsamerweise auch nicht, obwohl er als katholischer Jesuit eigentlich höchst misstrauisch hätte sein sollen.

Barruel behauptete sogar, im Haus eines Freundes Freimaurer geworden zu sein und rechtfertigte diesen Schritt mit seinen Vorstellungen darüber, wie das Freimaurertum historisch mit den Tempelrittern und Manichäern zusammenhing. Vielleicht spionierte er aber nur für die Jesuiten in England und ließ sich von seinen englischen Gastgebern ablenkende Informationen füttern über die Drahtzieher der Französischen Revolution. Anstatt mit dem Finger auf die Briten zu zeigen, schrieb sich Barruel wieder nur die Finger wund über die bayerischen Illuminaten und über französische Logen.

1806 soll er Post bekommen haben von einem italienischen Soldaten namens Giovanni-Battista Simonini, der die Aufmerksamkeit auf „die Juden“ lenkte als vermeintliche Drahtzieher der Illuminaten. Jüdische Familien waren zu dem Zeitpunkt aber noch relativ unbedeutend und insbesondere die berüchtigten Rothschilds wurden überhaupt erst aufgebaut mit Hilfe des adeligen Hauses Hessen-Kassel (verwandt mit der britischen Krone). Barruel hielt die These über eine jüdische Weltverschwörung angeblich für überzeugend, unterließ es aber, sie in Form eines fünften Bandes zu veröffentlichen. Bis heute ist völlig unklar, ob Barruel überhaupt an jüdische Hintermänner glaubte. In vielen späteren Verschwörungsbüchern wurde behauptet, Weishaupt sei Jude gewesen, wofür es aber keine Beweise gibt.

In den USA sorgte die vierbändige Reihe für einige Aufregung und sogar Thomas Jefferson geriet unter Verdacht, ein heimlicher Agent der Illuminaten zu sein. Auch Robison erweiterte sein Buch in späteren Auflagen um Zitate von Barruel.

Es handelt sich also bei den „Mémoires pour servir à l’histoire du Jacobinisme“ nicht um einen tieferen Einblick oder gar um eine professionelle Analyse, sondern lediglich um eine einseitige Fixierung auf Weishaupt und französische Hochgradlogen.

Der Rothschild-Mythos

Der Hochadel wollte nicht länger im Vordergrund stehen, sondern baute mit Agenten und dem inoffiziellen freimaurerischen Adel den Kapitalismus auf, um eine komplexere und größere Gesellschaft zu lenken. Man musste den Mythos schaffen von den neureichen Oligarchen. Die Verschwörungsmedien verbreiteten die Legende, dass fünf Banker-Brüder ungehindert das gesamte britische Empire gestohlen hätten.

Geheimdienste verbreiten die Fake-Protokolle von Zion

Die “Protokolle der Treffen der gelehrten Alten von Zion” sind einer der Grundtexte der Verschwörungsmedien. Es handelt sich um einen zusammengefälschten Text aus Russland ungefähr aus dem Jahr 1900, der etwas später von einflussreichen Amerikanern und Briten einem Massenpublikum zugänglich gemacht wurde. Die Autoren der Protokolle wiederum waren selbst beeinflusst worden durch ältere Verschwörungsliteratur und hatten sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich den ganzen Text auszudenken, sondern klauten Ideen aus einer Satire von Maurice Joly, aus dem Roman Biarritz und aus Theodor Herzls „Der Judenstaat“.

1919 veröffentlichte die amerikanische Zeitung Philadelphia Public Ledger übersetzte Auszüge unter dem Titel „Rote Bibel“, die etwas umgeschrieben wurden, damit es aussah, wie ein Dokument der russischen Bolschewisten und nicht eines jüdischen Verschwörer-Gremiums. Der verantwortliche Carl W. Ackerman bekam später ausgerechnet den Chefposten bei der Journalismus-Fakultät der elitären Columbia University, die ursprünglich von dem britischen König George II. gegründet worden war. Der Besitzer der Zeitung war der unglaublich reiche Cyrus H. K. Curtis und von 1918 bis 1921 war auch der ehemalige US-Präsident William Howard Taft ein Autor. Taft war Mitglied der gefährlichen Geheimorganisation Skull&Bones, die sich rege beteiligt hatte an der bolschewistischen Revolution in Russland und der Versorgung des neuen sowjetischen Regimes mit westlichem Geld und westlicher Technologie. Skull&Bones wurde später vom Historiker Antony Sutton entlarvt anhand von Originaldokumenten. Skull&Bones geht zurück auf den Einfluss der britischen Krone. Hier hatten wir also „Journalisten“ aus einem Milieu, das mit geheimdienstlichen Methoden Russlands Zarenherrschaft beendete und den Sowjetkommunismus unterstützte, und genau diese Journalisten verbreiteten als Ablenkungsmanöver die gefälschten Protokolle von Zion über eine jüdische Weltverschwörung zur Etablierung des gottlosen Kommunismus und zur Auflösung von Nationen.

Jedes Mal also, wenn das britische Imperium irgendwo auf der Welt eine bedeutende Geheimoperation für den Umsturz einer bestehenden Ordnung vornahm, lancierten die britischen Geheimdienste gleichzeitig in der Öffentlichkeit verlogene Bücher und Pamphlete, um die Aufmerksamkeit auf jemand anderen zu lenken. Bei der Französischen Revolution hatten die Briten über Robison und andere Autoren noch Weißhaupts bayerischen Illuminatenorden und die französischen Freimaurer beschuldigt. Nach der bolschewistischen Revolution in Russland verbreiteten die Briten und Amerikaner die Protokolle von Zion und schürten damit die Stimmung gegen Juden.

Harris A. Houghton, ein Mitglied des amerikanischen Militärgeheimdienstes, ließ 1920 eine komplette englische Übersetzung der Protokolle anfertigen und verbreiten. Zu diesem Zweck schuf er die Tarnfirma „The Beckwith Company” und verlegte auch noch Bücher wie Nesta Websters „Boche and bolshevik“. Webster war eine antisemitische Verschwörungsautorin aus dem britischen Establishment. Das Geld für Houghtons Verlagsaktivitäten kam wahrscheinlich von der Organisation „American Defense Society“, deren Ehrenpräsident der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt war. Als Vorsitzender diente Richard Melancthon Hurd, Absolvent der Universität Yale und Mitglied der Geheimorganisation Skull & Bones.

In Großbritannien erschien die erste englische Ausgabe 1920 und es gab eine ausführliche Berichterstattung in der Zeitung The Morning Post in London. Daraus entstand noch das Buch „The Cause of World Unrest“ mit Beihilfe von Nesta Webster (siehe nächstes Kapitel) und anderen. Victor E. Marsden übersetzte die am meisten gelesene englische Version der Protokolle und er traf sich sogar zeitweise mit dem Prinzen von Wales.

Einem Massenpublikum in Amerika wurden die Protokolle bekannt durch den Mogul der Autoindustrie Henry Ford, denn er bezahlte den Druck von 500.000 Exemplaren und machte zudem noch den deutschen Nazis schöne Augen, obwohl seine Loyalität nur dem angloamerikanischen Imperium galt. Fords Familie stammte aus England, sein Automobilkonzern verkaufte wichtige Industrie an die Sowjetunion und man förderte über die Ford-Stiftung den Sozialismus im Westen. Natürlich dienten ihm die Protokolle als Ablenkung von dem eigenen Handeln und lenkten die Aufmerksamkeit auf eine vermeintliche jüdische Weltverschwörung. Um den Effekt zu verstärken, veröffentlichte Ford gleich noch das Buch „Der internationale Jude“, welches auf den Protokollen aufbaut. Praktisch alle negativen Entwicklungen werden einer jüdischen Verschwörung, nicht jedoch dem angloamerikanischen Imperium zugeschrieben.

Die zahlreichen Leser der Protokolle verdächtigten in aller Regel Familien wie die Rothschilds, die Pläne aus den Protokollen umzusetzen. Dass die bedeutenden jüdischen Clans vom britischen Imperium genauso aufgebaut worden waren wie nichtjüdische Raubbarone, erfuhr das Publikum nicht.

Nachdem eine britische Zeitung in den 1920er Jahren aufgedeckt hatte, dass die Protokolle eine Fabrikation waren, fielen die Reaktionen unterschiedlich aus. Eines der am häufigsten genannten Argumente, welches sich auch bei Henry Ford, sowie in späterer Verschwörungsliteratur findet, lautet, dass es egal sei, ob die Protokolle gefälscht wurden oder nicht, weil die darin enthaltenen Pläne von den jüdischen Verschwörern genau wie beschrieben in der Welt umgesetzt worden wären. In manchen späteren Verschwörungsbüchern wurden die Protokolle in veränderter Form abgedruckt, wobei Begriffe wie „Juden“ und „Goyim“ (Nichtjuden) ersetzt wurden durch „Illuminaten“ und „Untertanen“. Milton William Cooper druckte in seinem Bestseller „Behold a Pale Horse“ 1991 den gesamten Text im Original ab mitsamt dem Kommentar, man müsse das Wort „Juden“ jedes Mal durch „Illuminaten“ ersetzen. Der Text der Protokolle ist dermaßen primitiv und voll mit groben Klischees, dass ihn praktisch jeder gebildetere Mensch gegen Ende des 19. Jahrhunderts hätte verfassen können. Das Niveau der Protokolle entspricht in etwa dem von Taxils Schwindeleien und ähnlichen Fabrikationen:

„Wir müssen alle Völker durch Neid und Hass, durch Streit und Krieg, ja selbst durch Entbehrungen, Hunger und Verbreitung von Seuchen derart zermürben, dass die Nichtjuden keinen anderen Ausweg finden, als sich unserer Herrschaft vollkommen zu beugen.“

„Sobald ein Nichtjüdischer Staat es wagt, uns Widerstand zu leisten, müssen wir in der Lage sein, seine Nachbarn zum Krieg gegen ihn zu veranlassen. Wollen aber auch die Nachbarn gemeinsame Sache mit ihm machen und gegen uns vorgehen, so müssen wir den Weltkrieg entfesseln.“

Besonders lächerlich ist das Protokoll Nr. 3, wo absoluter Schutz versprochen wird für die Masse der Juden:

„Juden werden sicher sein.“

Es ist vom Stil her vergleichbar mit den Erfindungen aus dem 19. Jahrhundert über die angebliche Weltherrschaftsverschwörung der Jesuiten. Genau wie jedes andere Fake-Dokument, benötigten auch die Protokolle eine erfundene Entstehungs- und Herkunftsgeschichte:1

Was den fiktiven Ursprung der „Protokolle“ angeht, so sind die verschiedenen Herausgeber widersprüchlicher Meinung. Nilus behauptet, sie seien beim ersten Zionistenkongreß 1817 in Basel verkündet und anschließend der Wohnung Theodor Herzls entwendet worden. Andere führten die “Protokolle” bis auf Adam Weishaupts Illuminatenorden zurück oder z.B. auf den jüdischen B’nai B’rith Orden. Am weitesten geht dabei die Aussage, die “Protokolle” seien einem Juden vom Teufel diktiert worden.

Kurz nach dem Erscheinen von Robisons und Barruels Büchern über die Illuminaten, also rund hundert Jahre vor den Protokollen, wurden von diversen Autoren allerhand Querverbindungen herbeifantasiert zwischen Adam Weishaupt und jüdischen Clans wie den Rothschilds. Wenige jüdische Clans waren vom britischen Imperium aufgebaut worden und nahmen in der öffentlichen Wahrnehmung als Banker und Händler eine immer größere Rolle ein, was natürlich die Illusion einer jüdischen Weltverschwörung befeuerte. In der späteren Verschwörungsliteratur wurden Inhalte von Robison und anderen Illuminaten-Autoren dann vermengt mit den Inhalten aus den Protokollen um zu „beweisen“, dass Robisons Warnung vor einer Verschwörung gegen Regierungen und Religionen weltweit akkurat und korrekt gewesen sei. Stattdessen spielten Robison, Barruel, Nesta Webster, die Protokolle usw. letztendlich nur dem britischen Imperium in die Hände. Die Protokolle von Zion sind das populärste Fake der Verschwörungsliteratur und halten sich bis heute hartnäckig, weil die darin enthaltenen Pläne zur Weltherrschaft allgemein und schwammig formuliert sind im Stil von Prophezeiungen und Horoskopen. Die Protokolle führen auch zu zirkulärem Denken: Es wird argumentiert, dass die Protokolle akkurat vorhergesagt hätten, was im 20. Jahrhundert geschehen ist. Aber nach welchem Muster interpretieren die Verschwörungstheoretiker die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts? Gemäß den Protokollen von Zion und nach Büchern, die von den Protokollen beeinflusst wurden. Dieses gedankliche Sich-im-Kreis-Drehen schafft die Illusion von Beweiskraft.

Quellen:

[1] http://www.rosa-luxemburg-bildungswerk.de/docs/HS3-Zion.pdf

Nesta Webster

Nesta Webster war zeitweise eine der einflussreichsten Autoren zum Thema Verschwörungen. Sie wurde endlos von anderen Autoren zitiert. Sie wurde in Trent Park geboren, einem herrschaftlichen Anwesen nördlich von London, das immer wieder von Geheimdiensten und dem Militär verwendet wurde, wie z.B. als Kriegsgefangenenlager für wichtige deutsche und italienische Offiziere.

Das Haus war 1777 von König George III. an seinen Arzt vermietet worden. Später ging es über in den Besitz der Familie Bevan, deren Männer Partner der Barclays Bank waren. Auch Nesta Websters Vater war Partner bei Barclays. Trent Park gehörte auch zeitweise dem jüdischen Adeligen Sir Philip Sassoon, dessen Clan vom britischen Imperium aufgebaut worden war. Sassoon war ein Verwandter der Rothschilds, die aufgebaut worden waren durch das Haus Hessen-Kassel, welches wiederum mit dem britischen Königshaus Hannover verwandt ist. Die Sassoon-Brüder David und Albert waren Freunde des britischen Prinzen von Wales. David Sassoon (1792 – 1864) war ein irakischer Jude gewesen, der mit anderen zusammen nach Bombay (Mumbai) auswanderte und dort seine Community anführte. Das britische Imperium machte ihn durch Handel mit Opium und Textilien zwischen China, Indien und England reich. 1853 wurde er offiziell Brite, sein Sohn bekam den Kleinadelstitel eines Baronets und heiratete in die Rothschild-Familie ein.

Nesta Webster war also im wahrsten Sinne des Wortes mitten in die Kreise aus Verschwörern und Bankiers hineingeboren. Ihr war eigentlich zuzutrauen, die Bedeutung und wahre Macht des Britischen Imperiums zu verstehen, aber sie sprach in ihren Schriften stattdessen über mythische Zirkel von Okkultisten, Juden und Illuminaten als Drahtzieher großer Verschwörungen wie der Französischen Revolution, der Bolschewistischen Revolution in Russland und der Verbreitung des Sozialismus. Nach dem Ersten Weltkrieg durfte sie mehrfach über diese Themen bei militärischen Einrichtungen und vor dem Geheimdienst referieren. Die Geheimdienstler sollen sie dazu gedrängt (!) haben, das Buch „World Revolution: The Plot Against Civilization“ zu schreiben. Dafür erhielt sie auch Lob aus der hohen Politik, wie etwa von Lord Kitchener, und ausgerechnet Winston Churchill machte 1920 Werbung für sie in einem Artikel mit dem Titel “Zionism versus Bolshevism: A Struggle for the Soul of the Jewish People”. Man muss sich die Dreistigkeit einmal richtig vor Augen halten: Wichtige Mitglieder des britischen Imperiums schwadronieren über mythische jüdische Weltverschwörer, dabei waren die britischen Geheimdienste die Hauptverdächtigen bei der Destabilisierung der Französischen Monarchie, bei der Russischen Revolution und bei der Verbreitung des Sozialismus über die Fabian Society. Und natürlich hatte das Imperium jüdische Clans wie Sassoon und Rothschild aufgebaut. Ob Webster, Churchill und andere wirklich so gnadenlos naiv waren? Oder förderten sie bewusst Verschwörungstheorien, die von der Rolle des britischen Imperiums ablenkten? Anstatt aufzudecken, was wirklich vor sich ging, panschte man halbgare Mythen, Propaganda und Fälschungen zusammen.

Webster schien sich auch noch für den Faschismus zu begeistern und hatte Verbindungen zu mehreren einschlägigen, rechtsradikalen britischen Gruppen, wo sich unter Militäroffizieren und Adeligen höchstwahrscheinlich auch einige britische Spione tummelten. Diese Spione hätten einerseits die Sympathisanten Deutschlands in Britannien ausgehorcht und andererseits Gesprächskanäle zu den deutschen Faschisten unterhalten, um jene zu bearbeiten, zu rekrutieren und zu täuschen. Geschichtsbücher wie „Churchill’s Deception“ von anerkannten Autoren zeigen, dass die Briten es vermochten, mit Hilfe von großangelegten Täuschungsmanövern die Nazis hinters Licht zu führen.

Die deutschen Faschisten begeisterten sich natürlich für platte, antijüdische Weltverschwörungstheorien, wie sie Nesta Webster verbreitete. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg lebte die britische Desinformation und Propaganda von Webster und anderen weiter und beeinflusste immer neue Generationen an Verschwörungstheoretikern und Neonazis. Mehr zu rechter revisionistischer Literatur finden Sie in einem späteren Kapitel.

Sie wurde auch fleißig gelesen in den USA bei dem Ku Klux Klan, der John Birch Society und der Milizbewegung. In Deutschland war es u.a. der Verschwörungsautor Jan Udo Holey, der sich in seinen Büchern über Geheimgesellschaften auf Websters Thesen bezog.

William Guy Carr: Agent der Krone

Ein weiterer suspekter Star der Verschwörungsszene war William James Guy Carr (1895 – 1959), ein in England geborener kanadischer Marineoffizier und Geheimdienstler. In seinem Beruf war er der Britischen Krone verpflichtet und kämpfte für das Empire in beiden Weltkriegen. Ab 1931 hielt er Vorträge in Kanada über die Illuminaten, den internationalen Kommunismus sowie Banker-Familien wie die Rothschilds und Rockefellers. Im Ruhestand veröffentlichte er seine Bücher wie „Pawns in the Game“ (1955) und „Red Fog over America“ (1955), von denen hunderttausende Exemplare über den Ladentisch gingen. Seine größten Einflüsse waren Nesta Webster, Léo Taxil, Barruel und Robison.

In „Pawns in the Game“ behauptete er, dass der ranghohe amerikanische Freimaurer Albert Pike und der Illuminaten-Agent Giuseppe Mazzini in einem Briefwechsel aus dem 19. Jahrhundert den Plan für drei kommende Weltkriege besprochen hätten. Carr bezog sich dabei nicht auf echtes Quellmaterial, sondern auf ein älteres Verschwörungsbuch von Kardinal José Rodríguez aus Chile. Der Kardinal behauptete, dass diese Briefe im Jahr 1925 in der Bücherei des Britischen Museums einsehbar waren, während das Museum erklärte, diese Briefe nie besessen zu haben. Niemand hat je einen Beweis dafür geliefert, dass der Pike-Mazzini-Briefwechsel wirklich echt ist. In den folgenden Jahrzehnten zitierten viele andere Verschwörungsautoren wie zum Beispiel Des Griffin den Briefwechsel und erweckten in den Fußnoten den Eindruck, dass der Text wirklich im Britischen Museum vorhanden gewesen sei, dann aber wegen der erhöhten Aufmerksamkeit von Verantwortlichen des Museums entfernt wurde.

Der Ursprung der ganzen Angelegenheit war eine Erfindung des bekannten Schwindlers Léo Taxil in seinem (unter Pseudonym veröffentlichtem) Buch „Le diable au XIXe siècle“ von 1894. Der Kardinal José Rodríguez, auf den sich Carr bezog, hatte sich einfach bei diversen Texten von Taxil bedient. Carrs zweite Quelle war Edith Starr Miller mit ihrem Buch “Occult Theocrasy” von 1933, die ebenfalls nur den Schwindler Taxil zitiert hatte.1

Carr fabrizierte die Legende von den drei geplanten Weltkriegen, wobei seine Fantasie im Hinblick auf den dritten Weltkrieg nicht besonders weit reichte. Er behauptete, dass die “politischen Zionisten” mit den Muslimen kämpfen und sich gegenseitig zerstören werden, worauf dann der Rest der Welt sich bis zur völligen Erschöpfung bekriegt. Das folgende erfundene Zitat landete in unzähligen weiteren Büchern und Webseiten:

“We shall unleash the Nihilists and Atheists, and we shall provoke a formidable social cataclysm which in all its horror will show clearly to the nations the effect of absolute atheism, origin of savagery and of the most bloody turmoil.”

Begriffe wie Weltkrieg, Faschisten, Zionisten, Nazis oder der Staat Israel, die Carr in seinen erfundenen Zitaten benutzte, waren zu der Zeit von Pike und Mazzini völlig unbekannt. Mehrere Forscher drängten Carr ergebnislos darauf, Beweise vorzuzeigen und selbst der Kardinal Rodríguez musste zugeben, dass damals im Britischen Museum nur Leo Taxils Buch „Le diable au XIXe siècle“ vorhanden war und keine Originalbriefe von Pike und Mazzini.

Carrs Lügen landeten dennoch im Internet und von dort aus beeinflussten sie Alex Jones, Henry Makow, Walter J. Veith, Bill Schnoebelen, Texe Marrs, David Icke, Pat Robertson und viele andere. Diese selbsternannten Experten über die „Illuminaten“ hatten einfach nur ein paar schlechte Bücher gelesen, ohne jemals die ganzen falschen Daten auszusortieren und bessere Forschungen zu betreiben.

Carr versuchte es außerdem mit einer weiteren scheinbaren Sensation: Durch den kanadischen Geheimdienst hätte er von einer Rede des „Rabbi Emmanuel“ von 1952 erfahren, laut der die geheimen Mächte den dritten Weltkrieg planten und Rassen wie Religionen auslöschen wollten. In Wirklichkeit hatte der Verschwörungsautor Eustace Mullins (siehe nächstes Kapitel) den Rabbi samt Rede („Our Race Will Rule Undisputed Over The World“) schlichtweg erfunden. Mullins erzählte eine hochtrabende Geschichte von einem sowjetischen Überläufer, der ihm eine Kopie der Rede beschafft haben soll. Beweise? Fehlanzeige. Auch Carrs Geschichte, über den Geheimdienst die Rede bekommen zu haben, ist nur eine spannend klingende Legende. Die Rede war nämlich schon abgedruckt worden in einer Ausgabe des Magazins Women’s Voice und in der Zeitschrift der antisemitischen Canadian League of Rights und auch in der antisemitischen Zeitung Common Sense.

Ein weiterer Fehlgriff in Carrs Buch „Pawns in the Game“ ist seine Erläuterung, wie „die Illuminaten“ sich schon vor über 2000 Jahren verschworen hätten, um die Römischen Behörden dazu zu bewegen, Jesus Christus zu töten. Zwar unterscheidet Carr in seinem wirren Geschichtsverständnis zwischen diesen vermeintlichen Illuminati-Juden einerseits, die mit ihren 30 Silberstücken Judas bestochen haben sollen, sowie den gewöhnlichen Juden andererseits, denen fortan zu Unrecht vorgeworfen wurde, den Heiland ermordet zu haben, aber nichtsdestotrotz ist dies alles eine komplett irrationale, religiöse Vorstellung.

Carr bemüht noch die umstrittene Khasaren-Theorie zu den Juden, ohne darüber wirklich Bescheid zu wissen. Alle möglichen jüdischen Händler und Geldwechsler der Vergangenheit, auch Jahrhunderte vor den Rothschilds und anderen Bankiers, seien bereits Teil der satanischen Verschwörung gewesen. Der Untergang Roms hätte ein Machtvakuum geschaffen, das dann sofort die jüdische Dominanz füllte. Diese Darstellungen sind absoluter Unsinn und haben nichts mit Geschichtsforschung zu tun, sondern sollen nur die These von der jüdischen Weltverschwörung stützen und in einen fanatisch-christlichen Kontext eingebunden werden, in ein primitives Schema von Gut und Böse.

Jüdische Bankiersfamilien kamen hauptsächlich im frühen 19. Jahrhundert zu anhaltender, größerer Bedeutung und das auch nur wegen der Unterstützung des britischen Imperiums. Jede ernstzunehmende historische Betrachtung ergibt, dass Juden machtpolitisch vor dem 19. Jahrhundert keine signifikante Rolle spielten und danach im Rahmen der britischen Interessen agierten. Aber Carr wollte die Realität der jüdischen Geschichte einfach nicht anerkennen. Er ignorierte, dass die weiße Oberschicht Englands die Macht in den Händen hielt und erzählte stattdessen eine völlig unrealistische Verschwörungstheorie, laut der irgendwelche satanischen Krämer-Juden schon seit dem Ende des Römischen Reiches die Fäden ziehen und ein Land nach dem anderen durch Handel (!) unter ihre Kontrolle brachten. Schon lange bevor Juden überhaupt erst auf der Weltbühne erschienen, gab es Großreiche die neben militärischen und geheimdienstlichen Kapazitäten auch sehr viel Ahnung hatten von Geld und Handel. Juden besaßen überhaupt keine außergewöhnlichen Fähigkeiten und waren zahlenmäßig immer schwer unterlegen, weshalb die Theorien über eine jüdische Weltverschwörung von vorneherein sehr unwahrscheinlich sind. Bereits im Jahr 1255 sollen die satanischen jüdischen Geldwechsler „die absolute Kontrolle“ über den Großteil des Adels und über viele christliche Kirchenämter in Britannien erlangt haben. Die Quellenangabe von Carr für diese Aussage ist das Buch “Aaron of Lincoln” über den gleichnamigen jüdischen Mann, der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit Kreditgeschäften sehr viel Geld verdient hatte, was aber überhaupt nicht mit moderneren Maßstäben verglichen werden kann. Er besaß abseits davon keine Macht und wurde von seinen Kreditnehmern als Wucherer bezeichnet, weshalb nach seinem Tod der britische König einfach sein gesamtes Vermögen (einschließlich ausstehender Kredite) einzog. Juden waren beileibe nicht die einzigen gewesen, die simple Kreditgeschäfte tätigen konnten, aber sie hatten einen völlig unsicheren Rechtsstatus und konnten jederzeit enteignet, verhaftet oder ermordet werden. 1190 griff Richard de Malbis, einer der Schuldner von Aaron, mit Gleichgesinnten die Familie von Aarons Finanzverwalter an, wobei insgesamt 150 Juden umgebracht wurden. Die Geschichte von Aaron ist nie und nimmer ein Beweis, dass ein Netzwerk satanischer Juden im 13. Jahrhundert die Kontrolle über England hatte. In der Folgezeit wurden die Juden sogar des Landes verwiesen. Als nächstes beschreibt Carr die Verschwörung von Oliver Cromwell zum Sturz des britischen Königs Charles I, als handle es sich um einen jüdischen Plot. Der „jüdische Geldbaron“ Manasseh Ben Israel, sowie deutsche und französische Finanziers, hätten Cromwell als Mittel zum Zweck benutzt, um den britischen Thron zu Fall zu bringen. Manasseh Ben Israel verhandelte Bedingungen aus für eine mögliche Rückkehr der Juden nach England und verstarb zwei Jahre später. Carr macht aus ihm einen Superverschwörer und Strippenzieher und liefert dazu eine Fußnote, die keinerlei Substanz hat. Cromwell war zunächst nur ein einfacher Abgeordneter des englischen Unterhauses gewesen, übernahm dann die Kontrolle über die Streitkräfte des Parlaments und bezwang die Truppen von König Charles I. Dieser relativ gewöhnliche Machtkampf der damaligen Zeit wird von Carr umgedeutet als Revolution jüdischer Illuminaten. Cromwell scheiterte schließlich und Charles II. aus dem Haus Stuart übernahm wieder den Thron. Carrs Formulierungen erwecken den Eindruck, dass nur Juden zu größeren Verschwörungen bereit seien, was natürlich Unsinn ist.

Die Trennung von Staat und Kirche, basierend auf dem sogenannten Calvinismus, sei ebenso ein jüdisches Mittel der Zersetzung gewesen. Calvins echter Name sei Cohen gewesen und bei der Feier der jüdischen Organisation B’nai B’rith in Paris 1936 soll seine jüdische Abstammung gefeiert worden sein. Als Quelle nennt Carr die Februar-Ausgabe der Zeitung „London Catholic Gazette“ aus demselben Jahr.2 Im Internet Archive findet sich der Scan des betreffenden Zeitungsartikels mit dem Titel „Die jüdische Gefahr und die katholische Kirche“. Darin werden angebliche Auszüge aus Reden bei der B’nai B’rith zitiert, die von einem anonymen Informanten beschafft worden sein sollen. Es liest sich genauso wie die Protokolle von Zion oder ähnliche Fakes: Jüdische Anführer palavern darüber, wie sie die Weltherrschaft an sich reißen und sämtliche anderen Religionen und Regierungen zerstören wollen. Laut den Verschwörern sei die katholische Kirche natürlich der Hauptfeind und müsse bekämpft werden durch das Anheizen von Liberalismus und Revolten. Dieser Zeitungsartikel hat keinerlei Beweiskraft und ist nur darauf zugeschnitten, den katholischen Leser zu manipulieren und von dem harten Kurs der katholischen Kirche zu überzeugen. Nach dem gleichen Strickmuster konstruierten auch andere Gruppen ihre Propaganda, wie beispielsweise die Protestanten aus Amerika während dem 19. Jahrhundert, die in zahlreichen Büchern gefälschte Zitate und erfundene Enthüllungen über katholisch-jesuitische Pläne zur Erlangung der Weltherrschaft abdruckten. Es ist wichtig zu betonen, dass längst nicht nur rechtsextreme Verschwörungstheoretiker mit Fakes arbeiteten, sondern eben auch einflussreiche große Organisationen, die sich auf diese Weise gegenseitig bekämpften. Die Zeitung Catholic Gazette bezeichnete im Prinzip jedwede Kritik an der katholischen Kirche als jüdisch-freimaurerische Agitation. Selbstverständlich praktizierten Protestanten, Freimaurer und diverse Adelskreise tatsächlich Propaganda gegen die katholische Kirche und nutzen dabei auch Fakes, aber die Zeitung Catholic Gazette reagierte darauf ebenso unehrlich und manipulativ. Calvin, so der Artikel, sei jüdisch gewesen, und auch der Reformator Martin Luther wird als bezahlter Agent der Juden beschrieben. Statt echte Beweise zu liefern, behauptete die Zeitung einfach, dass ein geheimer Informant diese Informationen bei einer mächtigen Judenloge erfahren hätte.

Quellen:

[1] https://esotericagnosticismandfreemasonry.wordpress.com/2016/03/06/pikes-fake-three-world-wars-letter-the-proof/

[2] https://archive.org/stream/TheCatholicGazetteTheJewishPerilAndTheCatholicChurch/The%20Catholic%20gazette%20-%20The%20jewish%20peril%20and%20the%20Catholic%20Church#page/n1/mode/2up

Rechtsrevisonismus

Wer sich für Verschwörungsmedien interessiert, landet früher oder später beim herkömmlichen Rechtsrevisonismus. Die wichtigsten Vertreter hatten Verbindungen zum britischen Adel, zu Geheimdiensten, der NATO, Top-Universitäten usw.

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1 comment

Marco 16. September 2018 at 18:55

Hallo,
habt ihr empirische Beweise (um intersubjektiv messbar nachvollziehbar beobachtbar glauben zu wissen) dafür, dass die ANTI-Verschwöungsmedien wie US Alex Jones, UK David Icke, D Alexander… nein das glaub ich jetzt wirklich nicht – durch Geheimdienste kontrolliert werden, oder welche “Beweise” haben die Autoren der oben angeführten Quellen?

Bill Hicks=Alex Jones’ gleiche Zähne könnte man auch bildfälschen oder Similaritäten so aussehen lassen, wer kann etwas für seine Verwandschaft die evt. in Geheimdiensten arbeitet und sind automatisch alle in Geheimdiensten schlecht und verbreiten gezielt Desinfo? Manchmal ist die Welt zu klein und es gibt vlt. gutartige Leute die einfach auch nur ein Rädchen im System sind aber sofort etwas aufzeigen wenn es unethisch wird oder zumindest nicht teilnehmen.

Ich glaub eher einerseits, es geht oft um unbeabsichtigtes Gatekeeping, weil man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will – andererseits auch sozialen oder sogar rechtlichen Druck (Problem der Meinungsfreiheit, jede von der Norm abweichende Meinung könnte einem/r Probleme machen), und andererseits das man viel sensationell gleich weiterpostet ohne Wahrheitsgarantie aber immerhin gewährt man Einblicke in andere Ansichten oder unbequeme eventuelle Wahrheiten (Meinungspluralität), auch wenn man es selbst nicht weiß. Und wenn man im Nachheinein das eine oder andere nicht mehr glaubt (zu wissen), müsste man sich ständig zurück-korrigieren, und dann verliert man noch mehr Glaubwürdigkeit wenn man im Nachhinein seine Meinung ändert, obwohl die Bekenntnis eines Fehlers der erste Weg zur Wiedergewinnung von beabsichtiger Authenzität wäre. Auf den obigen Inhalt spiele ich nicht mal an, es steht sicher so mancher Blödsinn der einfach aufgegriffen, umgeschrieben wurde überall auch in den Massenmedien. Das ist ja das Problem, dass sich die Leute nicht wirklich Mühe machen wollen und die Zeit dafür nehmen, Sachen zu hinterfragen. Jeder sollte sich sein eigenes Bild von der Welt machen und selbst abwägen – sicher nicht einfach aber man braucht irgendeine Orientierung anhand von Denkmustern. Das nicht alles so ist wie die Massenmedien propagandieren ist auch klar, und wir haben Probleme in der Welt und brauchen die “Wahrheit” oder richtige Wege zumindest.

Ich plädiere dafür, dass man an einem auch-wieder-veränderbaren, (testbaren und falsifizierbaren), digitalem-interaktivem detektivischen lyrisch-audio-visuellem Schau-Gesamtbild arbeitet (wer nun angeblich hauptsächlich das Glück der Welt sabotiert oder ob spezielle Anti-Verschwörungsthemen, Phänomene etc. wirklich wahr sein können) mit Quellenangaben! (lästige Papierarbeit damit intersubjektiv nachvollziehbar – Problem der 404 Memory Holes), wenn man sich der “Wahrheit” über Verschwörungen annähern will, und Generalisierungen und Sündenböcke über ganze Bevölkerungsgruppen helfen nun wirklich keinem weiter wie ihr immer wieder sagt, und ich hab auch keinen Bock auf Sündenböcke – was kann dein einzelner für das Verhalten einer Gruppe von Millionen oder von Tausenden oder von auch nur 10 Leuten?! Getan hab ich für dieses Schaubild noch nichts und ich habe auch besseres im Leben zu tun obwohl ich will auch zur verbesserten Gestellschaft beitragen, ich liefere jetztmal nur eine Idee und spring dann eventuell auf den Zug auf falls sich so etwas mal verwirklicht und würde am Konzept wahrscheinlich mitarbeiten wollen unentgeltlich (Zeit ist Geld hahha), damit wir alle gemeinsam die Welt verbessern und uns gegenseitig voranbringen. Es braucht auch keine Chefs sondern nur ein ethymologisches ethisches und wie in meiner Idee ein digitales-programmiertes Konzept auf dass man sich zumindest irgendwie mal einigt und das wirklich gut durchdacht ist, an dem Interessierte teilnehmen können – im Sinne der werturteilsfreien Wissenschaft – naja gut ethisch sollte es schon sein. Das wär ja der Sinn des Ganzen.
LG
Marco

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