Kommentar

Die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ will der AfD Konkurrenz machen, denn laut Oskar Lafontaine ist in Ostdeutschland die AfD mittlerweile die “Partei der Arbeiter und der Arbeitslosen”.

„Die AfD hätte die heutige Stärke nicht, wenn die anderen Parteien die sozialen Interessen beachtet und Renten und soziale Leistungen nicht gekürzt hätten.“

Dazu kommt noch das Flüchtlingsthema, bei dem die Bewegung “Aufstehen” einen ähnlichen Kurs wie die AfD fahren will. Also wird uns altbackener Sozialismus angeboten, bei dem nur das Migrationsrecht an die aktuelle Situation angepasst wurde. Die Sozialisten sind es gewohnt, in ihrer Werbung alles für jeden zu sein. In China wurde damals die Agitation gegen die bürgerliche Mittelschicht fast komplett gestrichen, weil es so gut wie keine bürgerliche Mittelschicht gab, sondern man fokussierte auf die Bedrohung durch westliche Großmächte. In der DDR verwurstete die Propaganda ein paar Versatzstücke aus dem preußischen Erbe.

Trauen sich Sahra Wagenknecht und Lafontaine zu erklären, wie sie trotz massiver Staatsverschuldung ihre sozialen Wohltaten bezahlen wollen? Soll mal wieder die Mittelschicht bestohlen werden? Jeder, der etwas höhere Mittelschicht ist oder einen richtigen Konzern hat, kann sich ummelden auf Luxemburg oder Schweiz und sich damit den Sozialisten entziehen.

Reichtum ohne Gier

Sarah Wagenknechts Buch “Reichtum ohne Gier” hat es in sich. Sie greift erneut kommunistische Ideen auf, wie die Räteverwaltung, Erb-Verbote und massive Einschränkungen des Eigentumsrechts und der unternehmerischen Freiheit. Alles schön verpackt in neue Begriffe und vermischt mit Vulgär-Kapitalismuskritik.

Das “bessere” Deutschland und die Besatzung

Wagenknecht will nach der Wende nur aus Trotz den Unsinn erzählt haben, die DDR sei das “bessere Deutschland”, und sie habe den militärischen Drill der Schüler damals als widerlich empfunden. Erst nach der Wende hätte sie schließlich studieren dürfen.

Im Jahr 1996 allerdings veröffentlichte sie im konkret-Verlag noch mit Jürgen Elsässer ein Buch über die Aktualität des Kommunismus. Da war sie 27 Jahre alt und eigentlich über die Phase von Jugendsünden hinaus. Sie beschreibt darin, wie die gierige, bürgerliche und kapitalistische Bundesrepublik die Macht über die DDR übernommen hätte:

“Die bürgerliche Macht trat ins Amt als Besatzungsmacht.”

Es erinnert an eine aktuelle Resolution in der russischen Duma, die die deutsche Wiedervereinigung als “illegale Annexion” bezeichnet. Sie verwendet sogar den gleichen Begriff:

“Die Annexion der DDR brachte dem Ostdeutschen nicht schlicht den Kapitalismus, sondern sie brachte ihm den Kapitalismus in einer besonders miesen und abstoßenden Form.”

Sie verwendet auch den Begriff “Fremdverwaltung”.

“Und sicher nicht nur ich bin froh, daß ich die ersten zwanzig Jahre meines Lebens in einem anderen Deutschland verbringen konnte als dem, in dem ich heute leben muß.”

Interessanterweise verteidigt sie heute einen Anschluss der Krim an Russland nach einem Referendum.