Kommentar

Nachdem Alex Jones auf Youtube, Facebook, Apple und anderen Plattformen gelöscht wurde, spult er sein übliches Programm ab: Er sei eine Art Messias der Freiheit und Ikone der freien Meinungsäußerung, während die großen Tech-Firmen das Recht auf Meinungsäußerung zerstören. In Wirklichkeit verachtet Jones freie Meinungsäußerung, sobald diese ihm nicht behagt. Bestes Beispiel ist der juristische Vernichtungskampf, den er gegen seine Ex-Frau Kelly führt. Er bezahlt seit Jahren Star-Anwälte mit Millionen an Dollars, um Kelly weitestgehend von den eigenen Kindern fernzuhalten, die sie aufgezogen hatte. Er verschanzt sich dabei hinter einer Phalanx an korrupten Familientherapeuten, die Kelly als instabil abstempeln, ihn aber trotz narzisstischer Persönlichkeitsstörung für geeignet erklären.

Nachdem eine Jury ihr das Haupt-Sorgerecht vor Gericht zugesprochen hatte, reichten Alex’ Star-Anwälte immer neue Anträge ans Gericht ein. Wer genügend Geld hat in Travis County, kann anscheinend einen Sorgerechtsstreit zu seinen Gunsten ewig hinauszögern. Kelly startete eine gemeinnützige Organisation und eine Medienkampagne, um auf die Missstände im System hinzuweisen und Jones reagierte darauf mit seinen Anwälten und versucht, sie in ihren Aktivitäten auszubremsen. Meinungsäußerung gilt für Jones nicht, wenn er selbst die Zielscheibe ist.

Als ein Politiker wegen der andauernden Russenpropaganda von Jones den Verdacht äußerte, es könnte womöglich russischen Einfluss geben, bekam Jones einen Wutanfall und drohte dem Politiker Gewalt an (was natürlich höchst illegal ist).

Weil der Sonderermittler Mueller dem Verdacht nachgeht, Trump oder dessen Entourage könnten das Gesetz gebrochen haben, drohte Jones auch hier wieder Gewalt an:

Als Joe Rogan Kritik übte, flippte Jones aus:

Wenn Jones etwas nicht gefällt, ergeht er sich in Gewaltfantasien:

Als Jones die Eltern der SandyHook-Opfer als Krisenschauspieler und Beteiligte an einer Verschwörung diffamierte, reagierten manche mit klaren Meinungsäußerungen gegen Jones’ Verschwörungstheorie und konnten das ein oder andere Video von Jones löschen lassen. Die Reaktion von Jones war eine einstündige Tirade gegen die Eltern der toten Kinder, worauf idiotische Infowars-Hörer sich in ihrem Hass auf die Eltern bestärkt fühlten. Manche der Eltern mussten sieben Mal den Wohnort wechseln wegen den Folgen der Hasskampagne und klagen nun gegen Jones.

Ähnlich verhält es sich mit den Angestellten von Jones: Diese müssen einen absoluten Knebelvertrag unterschreiben und dürfen sich später nach dem Ausscheiden aus der Firma praktisch überhaupt nicht öffentlich äußern. Buzzfeed kontaktierte mehrere Ex-Angestellte anonym und bekam eine Reihe an Horror-Stories erzählt. Jones hätte einen Sieg von Hillary Clinton bevorzugt, weil dies für ihn finanziell lukrativer gewesen wäre. Hinter den Kulissen sei er entweder aufgekratzt wie der Pirat Blackbeard oder wütend wie Hitler.