Petry und Pretzell fahnenflüchtig? Oder politische Flüchtlinge im Gummiboot?

Kommentar „Die Blauen“ könnte die neue konservative Partei von Frauke Petry, Pretzell und einer unbekannten Anzahl weiterer AfD-Abtrünniger heißen. Also nicht „Die Grünen“, sondern die „Blauen“. Wie wäre es stattdessen...
Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

Kommentar

„Die Blauen“ könnte die neue konservative Partei von Frauke Petry, Pretzell und einer unbekannten Anzahl weiterer AfD-Abtrünniger heißen. Also nicht „Die Grünen“, sondern die „Blauen“. Wie wäre es stattdessen als Namen mit „Die realpolitischen Retro-Konservativen rechts von sie-wissen-schon-wem und scharf abgegrenzt von den Rechten garantiert ohne Holocaust-Themen“? Also die RRKRSWSWUSAVRGOHT. Das Kürzel klingt ungefähr so wie die Geräusche die ein Stammtischler beim Wutanfall macht.

Man konnte nicht einfach „Die Liberalkonservativen“ oder die „Liberalkonservative Partei Deutschlands“ nehmen, weil es dann wohl Ärger gäbe mit der Partei von Lucke, der vor wenigen Jahren vom Hof gebrüllt wurde. Seinerzeit warnte ich explizit, dass Petry durchaus das gleiche Schicksal erleiden könnte.

Im ZDF tat Pretzell so, als hätte er die Sache nicht schon seit Monaten durchgeplant:

„Es gibt derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen. Und wenn es keine gibt, dann muss man … ja, lassen Sie sich mal überraschen, was wir so vorhaben.“

Momentan schütten so manche konservativen/alternativen Medien eine Menge Aggressionshormone aus wegen den Fahnenflüchtigen. Petry und Pretzell sind jetzt quasi Flüchtlinge, die im Gummiboot treiben und politisches Asyl brauchen und für ein paar Jahre befristet eine Aufenthaltsgenehmigung in den Parlamenten haben. Ob die ans Festland ankommen und dauerhaft ihre eigene Siedlung etablieren können, steht in den Sternen.

Vielleicht endet ja auch bald die Hasskampagne so mancher neurechter Medien gegen die Fahnenflüchtlinge, ich meine Fahnenflüchtigen. Denn für Moskau dürften „Die Blauen“ genauso interessant sein wie die AfD und wenn Moskau die Meinung vorgibt, dann fügen sich einige Neurechte brav mit Gewehr bei Fuß.

Wie dem auch sei: Es gab bisher viereinhalb sozialdemokratische Parteien im Bundestag, die ihr jeweiliges Zielpublikum unterschiedlich ansprachen und bearbeiteten. Warum sollen die Konservativen dann unbedingt versuchen, mit einer Einheits-AfD alle konservatievn Wähler anzusprechen? Eigentlich bräuchten wir drei konservative Parteien im Bundestag.

Categories
FeaturedPolitik
4 Comments on this post.
  • keiner
    3 Oktober 2017 at 20:20
    Leave a Reply

    PSIM – die Petry steht im Mittelpunkt Partei! Wie schätzt eigentlich der Narzißmusexperte A.B. den Narzißmusgrad dieser Dame ein?

  • abgelehnt83
    28 September 2017 at 13:01
    Leave a Reply

    Finde auch, es schadet gar nichts, wenn es auch mal eine Partei im Bundestag hätte, welche zwar Klartext spricht, aber auf diesen ganzen Braundreck verzichtet – leider raffen das ja gerade die Linksrechtsspinner niemals!!

  • KIDWITDEGUN
    27 September 2017 at 16:27
    Leave a Reply

    Was etwas für Euren Gesundheitsblitz:

    Warum essen die Amerikaner Eier mit Speck zum Frühstück?

    Weil eine Firma Edward Bernays, den Vater der Propaganda, damit beauftragte:

    https://www.youtube.com/watch?v=ah1uzuoM2Jg

  • KIDWITDEGUN
    27 September 2017 at 13:07
    Leave a Reply

    Ich hatte zunächst vermutet, die CDUler wären vielleicht mit Daten und Algorithmen auf Petry und Pretzell zugegangen und hätten eine (künftige) Koalition angeboten. Die CDU kann bestimmt so manchen mit ihrer Wissenschaft beeindrucken, gar an der Nase herumführen.

    Laut dem Janich-Flesch-Eggert Wahlabend-YouTubeTalk gab es im Vorhinein bereits Gerüchte über einen potentiellen Alleingang. Oliver Janich hielt das aber für Quatsch.

    Ich habe Respekt vor Petry und Pretzell, ihren eigenen Weg zu gehen und sich viele Feinde zu machen.
    Das muss man erst einmal so durchziehen.

    Aus reiner Marketingsicht gibt es übrigens Schlimmeres für Konservative, als dass ständig über die Spaltung der AfD geredet wird. Erstens sind damit die Wahlgewinner aus der Presse raus und man erhält ständige kostenlose Werbung. Zweitens wird die angebliche Radikalität thematisch verdrängt. Für Konservative mag die „Story“ besser sein, kurzfristig als inkompetent denn als böse zu gelten. Auch für Deutschland ist das heilsamer. Und das inkompetente Image lässt sich in den nächsten Jahren in aller Ruhe korrigieren.

  • Leave a Reply

    *

    *

    Neuauflage 2017

    RELATED BY

    Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

    Schließen