Keine funktionstüchtigen öffentlichen Schutzräume in Deutschland mehr

Es gibt keine funktionstüchtigen öffentlichen Schutzräume in Deutschland mehr. Die Schweiz handhabt das komplett anders. Auch in Russland werden ständig neue Bunker gebaut und die Bevölkerung in ein großes Zivilschutzkonzept eingebunden....
Museum am alten Atombunker der Bundesrepublik, AxelHH, Wikimedia, gemeinfei

Es gibt keine funktionstüchtigen öffentlichen Schutzräume in Deutschland mehr. Die Schweiz handhabt das komplett anders. Auch in Russland werden ständig neue Bunker gebaut und die Bevölkerung in ein großes Zivilschutzkonzept eingebunden.

Im Kalten Krieg existierte rund 25 Kilometer südlich von Bonn der sogenannte „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit“. Die mehr als 17 Kilometern lange Bunkeranlage entstand unter großer Geheimhaltung in den 1960er Jahren, um insgesamt 3.000 Regierungsbeamten ein Ausharren von mindestens 30 Tagen zu ermöglichen.

Der Bunker entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in zwei von fünf Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Tunneln einer nie fertiggestellten Eisenbahnstrecke. Der Bunker war insbesondere für die zivilen Behörden aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn bestimmt und sollte der deutschen Bundesregierung als Ausweichsitz und unterirdische Führungsanlage im Kriegsfall dienen.

Die Anlage selbst sollte gegen den Angriff mit atomaren Waffen sicher sein und war weitgehend autark in der Versorgung mit elektrischer Energie, Frischluft und Trinkwasser. Im Gegensatz zu anderen Festungen oder militärischen Bunkern war sie allerdings nicht bewaffnet. Die Sicherung sollten Bundeswehreinheiten in feldmäßigen Stellungen übernehmen. Die Kosten für das Bauwerk wurden auf rund drei Milliarden DM geschätzt, genaue Zahlen stehen wegen der Geheimhaltung nicht zur Verfügung.

Tore und in Sekundenbruchteilen zu schließende Lüftungsdeckel an den Zuluftbauwerken konnten den Bunker hermetisch abschließen. Eine Trinkwasserversorgung aus zwei eigenen Tiefbrunnen, eigene Stromerzeuger, Luftfilter und Vorräte sowie eine Infrastruktur mit Küchen, Lazarett, Zahnarzt usw. ermöglichten einen 30 Tage langen Aufenthalt ohne Kontakt nach draußen. Damit sollte im Verteidigungsfall (V-Fall) sichergestellt werden, dass die Bundesrepublik Deutschland auch in einem nuklear eskalierenden Krieg weiterhin regiert und die Bundeswehr geführt werden konnte.

Alle zwei Jahre übte man darin im Rahmen der NATO-Pläne den Verteidigungsfall. Zur Wartung, Instandhaltung und für den Betrieb waren ungefähr 180 Personen im Dreischichtenbetrieb ständig im Einsatz. Aus Geheimhaltungsgründen wurden die Beschäftigten mit Beamten- und Angestelltenstatus nur in der Region angeworben und auf strenge Geheimhaltung verpflichtet.

Wie 2008 bekannt wurde, hätte die Bunkeranlage gerade einmal einer 20-Kilotonnen-Bombe, vergleichbar mit der Sprengkraft einer „Hiroshima-Bombe“, standgehalten. Obwohl bereits im Jahr 1962 geheime Gutachten mit 250-fach stärkeren Waffen rechneten und es klar war, dass die Anlage im Ernstfall bei einem Atomschlag kollabieren würde, wurde das Bauprojekt aus politischen Gründen weitergeführt.

Der Auslandsgeheimdienst der DDR war außerdem über den spionierenden Handwerker Lorenz Betzing bestens informiert.

Hätten die Sowjets also tatsächlich angegriffen, wäre die Bundesrepublik handlungsunfähig im Chaos versunken.

regierungsbunker-kommunikationszentrale

Bild: Kommunikationszentrale, Langinger, Wikimedia, gemeinfei

Auszüge aus Wikipedia

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Zivilschutz
3 Comments on this post.
  • Joseph
    18 April 2018 at 23:52
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    Unter den BER bauen sie schon seit Jahren einen neuen Bunker.
    Und die Feine sind, wie immer, besser informiert als das eigene Volk.
    Warum die das machen, wundert mich. Vielleicht für ein Gefühl der Sicherheit.
    Moderne Bunkerbrecher können den atomaren Sprengkopf tief genug befördern, um auch diesen Bunker nutzlos zu machen.

  • Mark
    19 Dezember 2017 at 21:42
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    Sollte ein Atomkrieg ausbrechen, wäre es viel vernünftiger Selbstmordpillen an die Überlebenden zu verteilen, sollte die Situation hoffungslos sein. Ich haben einmal einen Film gesehen, wo es geschah, es bereitete mir schreckliche Alpträume vor.

    • H0L0gr4mm
      1 März 2018 at 14:00
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      Ja den Film kenne ich, den hab ich als Kind gesehen und es hatte mich sehr mitgenommen gehabt. Aber man würde so einen Krieg dennoch überleben können, wie angenehm es dann wäre, ist die andere Frage.

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