Russland

Russland ist der wohl wichtigste Ziehvater des nordkoreanischen Atomprogramms. Ursprünglich war dies als Kontrollmechanismus gegen China gedacht. Außerdem ließe sich Nordkorea benutzen für einen Angriff, ohne dass Russland hierfür offen als Verantwortlicher oder Ideengeber auftreten muss. Ein Konflikt in Asien würde die Kräfte der NATO binden, sodass Russland gleichzeitig in Osteuropa und Nordeuropa zuschlagen könnte. Im September 2012 gab das russische Finanzministerium bekannt, dass es Nordkorea 90 Prozent seiner noch aus der Zeit der Sowjetunion stammenden Schulden in Höhe von umgerechnet insgesamt elf Milliarden US-Dollar erlasse und der Rest im Rahmen einer Umschuldung in Bildungs-, Gesundheits- und Energieprojekte investiert werde. Bezahlt für Nordkoreas Atomwaffen haben also indirekt die europäischen Kunden von russischem Gas. Also auch die Deutschen. Kanzlerin Merkel, die vor 2014 noch leidenschaftlich den Osthandel förderte, jammert nun über die erhitzte Situation und will Deutschland im Ernstfall militärisch aus dem Konflikt heraushalten. Was aber, wenn nordkoreanische Cyberwaffen oder andere Waffen Deutschland treffen? Das mit sowjetischer Unterstützung ausgebaute nordkoreanische Atom-Programm basierte ursprünglich auf der so genannten Gas-Graphit-Reaktortechnologie, die als äußerst ergiebiger Plutonium-Produzent – und damit als ideal zum Bau von Atomwaffen – beschrieben wird.

USA

Wenn es Amerika gelänge, Nordkorea zu einem Angriff zu verleiten (etwa durch einen Trick oder eine Aktion unter falscher Flagge) würde ein Konflikt starten, der China und Russland rund drei Jahre zu früh erwischt. Denn erst ab 2020 haben die Ostmächte ihre Armeen erneuert. Deshalb versuchen Moskau und Peking gerade auch, zu beschwichtigen, auf Zeit zu spielen und den Konflikt einzufrieren.

China

Die Chinesen haben direkt oder indirekt das nordkoreanische Regime am Leben erhalten und mit wichtigen Bauteilen aus Europa für das Raketenprogramm versorgt. Ab 2020 wäre es für China optimal, wenn Nordkorea dazu verleitet werden könnte, die USA und deren Partner in der Region anzugreifen. Peking würde sich unschuldig stellen, die Verantwortung von sich weisen und sich dennoch in den Konflikt einmischen.

Holterdipolter

Trump poltert jetzt auch mit einer militärischen Option für Venezuela, ein weiterer Verbündeter des BRICS-Blocks. Im Wahlkampf war Trumps Fokus noch auf radikalen Islamisten, die nun mit dem IS praktisch kollabiert sind. Inzwischen sägt Trump aber heftig an der Peripherie der BRICS und bringt damit den Zeitplan für Rüstung von China, Russland etc. durcheinander. China beispielsweise will heiße Konflikte bis mindestens 2020 hinauszögern.

Hier die Übersetzung von diplomatisch nach deutsch: China erklärte nun, nicht einzugreifen, falls Nordkorea zuerst die USA angreift. Falls aber die USA einen Präventivschlag durchführen, würde China Beistand leisten an Nordkorea. Das heißt in etwa Folgendes: Wenn China irgendwie Nordkorea dazu drängen oder manipulieren kann, die USA anzugreifen sowie Japan und Südkorea, wird China schön unschuldig dreinblicken, während Guam brennt. Falls aber die USA den Konflikt lostreten, um China auf kalten Fuß zu erwischen, also Jahre bevor Chinas Marine und der Rest des Militärs richtig aufgebaut sind, dann wird Peking natürlich mordsmäßig Gerät, Futter und Treibstoff an Nordkorea liefern und mitkämpfen.

Während Trump nun einen epischen Krieg in Aussicht stellt gegen Nordkorea, erwägt NK laut, die strategisch wichtige US-Basis Guam zu beschießen. Sowohl China als auch die USA und Russland könnten spielend leicht Raketen bauen, die nicht mehr von nordkoreanischer Produktion zu unterscheiden sind. Damit könnte man einen Krieg beginnen, den NK wahrscheinlich überhaupt nicht will. Eine bettelarme stalinistische Hinterhofdiktatur wird durch ein paar Nukes nicht zum echten Player. Trump war vor seiner Präsidentschaft nie merkbar fromm, aber jetzt spielt er gnadenlos und berechnend diese Karte.