Im Dezember wird mein nächstes und bisher umfangreichstes Buch erscheinen, das sich gleichermaßen an jeden richtet, unabhängig davon wieviel jemand sich bereits mit Verschwörungen auseinandergesetzt hat und was der- oder diejenige sich bislang für ein Urteil gebildet hat.

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Es wäre aus rein fachlicher Sicht überhaupt nicht schwer, an einer ernstzunehmenden Universität eine Fakultät zur Verschwörungsforschung zu etablieren. Man bringt unter einem Dach Experten zusammen für Kriminologie, Kriminalistik, Geheimdienste, Geschichte, Politikwissenschaft, Psychopathologie, Evolutionsbiologie, Sozialwissenschaften und Recht, gibt ihnen ein ordentliches Budget und lässt sie arbeiten.

Der Vorschlag für eine solche Fakultät würde aber leider mit Kopfschütteln oder Gelächter quittiert werden. Und so werkeln einzelne Akademiker und Studenten in ihrem begrenzten Bereich vor sich hin. Der Journalismus-Student lernt fast nichts über Geheimdienste und rein gar nichts über Kriminologie oder Psychologie, soll aber später in einer Redaktion über bewegende Weltereignisse schreiben. Der angehende Jurist erstickt in Paragraphen und hat keine Zeit, über seinen Tellerrand zu gucken. Der Psychiater rackert sich dabei ab, zu lernen wie man einen manisch-depressiven Patienten therapiert. Der angehende Historiker weiß nichts über die Psyche der betrachteten zeitgeschichtlichen Personen von Bedeutung oder über die Rolle von Geheimdiensten und er muss später um irgendwelche Forschungsgelder buhlen und gefällige Arbeiten abliefern.

Niemand an den Universitäten ist scheinbar zuständig für das Thema Verschwörungen. Weil es unnötig ist?

Interessanterweise nimmt man Verschwörungen äußerst ernst bei den Landeskriminalämtern, beim Bundeskriminalamt, beim Verfassungsschutz, beim Bundesnachrichtendienst, beim Militärischen Abschirmdienst, bei den Sicherheitsabteilungen von Großkonzernen und erst recht im Kanzleramt. Einige Beamte verbringen ihren gesamten Tag damit, Verschwörungen aufzuspüren, die von anderen Ländern, Geheimdiensten, Terrorgruppen oder dem organisierten Verbrechen praktiziert werden. Diese Beamten stammen aus dem gehobenen Polizeidienst oder hatten Jura studiert oder wurden heimlich still und leise an den Universitäten rekrutiert. Man steckte sie in besondere Ausbildungseinrichtungen, zu denen der Rest der Bevölkerung keinen Zutritt hat. Gerade bei den höheren Ebenen der Geheimdienste laufen die Fäden diverser Wissenschaften zusammen; man bedient sich munter bei einer Bandbreite verschiedenster Forschungsergebnisse. Weiter unten sind die einzelnen Bereiche immer noch getrennt, sodass Sprachexperten Texte in Fragmenten übersetzen, deren Bedeutung sie nicht verstehen, Analysten Berichte schreiben und nie erfahren, ob diese einen Einfluss auf höhere Stellen haben, oder Agenten im irgendwelche Missionen erfüllen, deren letztendlichen Sinn sie gar nicht erfahren dürfen. So werden allerhand Verschwörungen aufgedeckt und bekämpft. Aber was ist mit Verschwörungen, die die höchsten Ebenen der deutschen Regierung und der deutschen Geheimdienste selbst betreffen? Das kann der gewöhnliche Geheimdienstler oder BKA-Fahnder nicht zuständig sein, denn dafür gelten sie nicht als zuständig, dafür werden keine Anweisungen erteilt und keine Mittel bereitgestellt, dafür gibt es keine Mechanismen und keine Ausbildung.

Wer ist also in Deutschland zuständig dafür, nach Verschwörungen in den hohen und höchsten Ebenen der Regierung zu fahnden und diese konsequent zu bekämpfen? Genau genommen die Regierung selbst. Das ist das genaue Gegenteil von Gewaltenteilung. Die Presse kann diese Aufgabe nicht übernehmen, weil sie entweder dem Rundfunkrat (Regierung) untersteht, oder großen Konzernen gehört die mit der Regierung aufs Engste kooperieren. Außerdem sind Journalisten nie genügend ausgebildet in geheimdienstlichen, ermittlungstechnischen und historisch-politischen Belangen.

Als herauskam, dass die amerikanische Spionagebehörde NSA das Handy der Kanzlerin und einige weitere Ziele in Deutschland abhörte, wurde praktisch klar, dass die US-Regierung aktiv nach Verschwörungen in den höchsten Ebenen des deutschen Staates Ausschau hält. Wer aber ist nun dafür zuständig, in den höchsten Ebenen der USA nach Verschwörungen zu forschen? Die US-Regierung selbst und die amerikanischen Massenmedien. Dies scheint oberflächlich zu funktionieren, angesichts solcher Skandale wie Richard Nixons Watergate oder Donald Trumps Russland-Verwicklungen. Aber trotz Nixons Rücktritt wegen einer begrenzten Abhöraktion spionierten die NSA, CIA und das FBI weiter, was das Zeug hielt. Trotz der medial aufgeblasenen Ermittlungen gegen die Russland-Kontakte von Trump und dessen Team beleuchtet praktisch niemand, wie die mächtigsten US-Konzerne und die langlebigsten politischen Elite-Clubs 100 Jahre lang gewaltige Russlandgeschäfte tätigten und einen Kuhhandel mit Moskau betrieben.

Kein Wunder, dass in der Bevölkerung im Laufe der Zeit einzelne Personen sich selbst aufmachten, um nach Verschwörungen zu fahnden und zu dem Thema zu publizieren. Dabei gab es jedoch einige Probleme:

  • Mangelndes Fachwissen und fehlende Kompetenz auf verschiedenen Gebieten
  • Mangel an Budget
  • keine allgemein anerkannten Qualitätsstandards
  • Verzerrung durch ideologische Dogmen
  • Verzerrung durch Persönlichkeitsstörungen und Drogenkonsum
  • Verzerrungen durch gezielte Desinformation und psychologische Kriegsführung

Diese Probleme bestimmen bis heute die “Szene” der “Verschwörungstheoretiker” und verhindern konsequente Ermittlungen, Ermittlungserfolge sowie die Etablierung von besseren Ermittlungsstrukturen.

Dieses Buch wird die verschiedenen Fachbereiche so verständlich wie möglich zusammenführen und konsequent anwenden.