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Politik

Bilderberg hat viel gewichtigere Verbindungen zu Russland als Trump

Kommentar

Die Bilderberg-Gruppe, deren jährliches Geheimtreffen Anfang Juni in den USA stattfindet, hat tausend Mal heftigere Russland-Verbindungen in der Vergangenheit als Trump. Bilderberg-Konzerne verkauften Russland ganze Schlüssel-Industrien. Die Chef-Bilderberger Kissinger und Rockefeller pflegten die intimsten, exklusivsten Verbindungen zum Kreml. Im Vergleich dazu kauften ein paar Russkis zu teuer Immobilien von Trump, zu einer Zeit als westliche Geschäftsleute animiert wurden, Deals mit dem Ostblock zu machen. In der Bild-Zeitung lästert der Spionage-Guru Michael Hayden aktuell über Trump als nützlichen Idioten Russlands. Nie erwähnt jemand, dass Trump viel eher den westlichen Diensten zuarbeitet als den östlichen und dass Bilderberg immer viel skandalöser war als Trump.

Bilderberg ist eine transatlantische Elite-Konferenz; allerdings hatten Konzerne aus dem Umfeld von Bilderberg dermaßen umfassend den kommunistischen Ostbock aufgebaut, das man wahrlich von einer globalen Organisation sprechen kann. Das Ausmaß ist verblüffend und steht diametral dem damaligen und heutigen Ost-West-Denkmuster gegenüber. Die im Folgenden genannten Konzerne sind nur eine kleine Auswahl:

IBM

Führungsfiguren von IBM sind regelmäßig bei Bilderberg vertreten. Balmer. Der Konzern verkaufte nach dem zweiten Weltkrieg eine Menge Computer an die Sowjets, die in westeuropäischen Fabriken hergestellt wurden. Die genaue Anzahl ist geheim. Der zweite Präsident in der Geschichte von IBM, Thomas Watson Jr., war einst Kampfpilot und flog während dem zweiten Weltkrieg einen hohen US-Offizier regelmäßig nach Moskau, der der Direktor des Lend-Lease-Programms war, bei dem die USA massenhaft Kriegsgerät an Stalin lieferten, um gegen die Deutschen zu kämpfen. Auf diesen Reisen lernte Watson russisch und wurde später US-Botschafter für die Sowjetunion. Viele spätere sowjetische Computer waren IBM-Klone. 1992, nur kurz nach dem vermeintlichen Ende der Sowjetunion, wurden Pläne angekündigt für eine IBM-Fabrik in Russland. 1998 erklärte sich eine IBM-Tochterfirma schuldig, illegal 17 Hochleistungscomputer an russische Nuklearwaffen-Labore geliefert zu haben. Bis heute gibt es keine nennenswerte eigene russische Produktion und westliche Produkte dominieren den Markt.

Apple

1983 präsentierten die Sowjets „ihren“ ersten Personal Computer, den AGATHA. Es handelte sich um einen Klon des amerikanischen Apple II. Einige Bauteile kauften die Sowjets offen oder verdeckt in Europa und Japan. 1985 wurden die Export-Regeln gelockert und schwächere 8-Bit-Computer durften legal an die Sowjets verkauft werden. Sogar die New York Times erklärte damals, dass auch solche Computer für militärische Zwecke benutzt werden.

FIAT

Direkt an der Wolga wurde in den 60er Jahren das größte Industrieprojekt der UdSSR geschaffen: Die Togliatti-Autowerke unter der Ägide des FIAT-Präsidenten Agnelli.  Am Zustandekommen des Geschäfts zwischen Fiat und der sowjetischen Regierung war Palmiro Togliatti, der 1964 verstorbene Vorsitzende der Kommunistischen Partei Italiens maßgeblich beteiligt gewesen, sodass man die Stadt Stawropol-Wolschskij ihm zu Ehren in „Toljatti” umbenannte. Agnelli ist eine der wichtigsten Figuren im italienischen Wirtschaftsleben der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war ein Symbol des Kapitalismus und wurde von vielen als „der wahre König Italiens“ betrachtet. Agnelli war einer der bekanntesten Italiener außerhalb des Landes, mit engen Beziehungen zum internationalen Finanzwesen und zu Politikern (einige von ihnen wurden enge Freunde, wie zum Beispiel der Bilderberg-Boss Henry Kissinger).

Ford Motor Company

Auch Ford war immer wieder vertreten bei Bilderberg, u.a. durch den Präsidenten Alexander J. Trotman. Fords Hilfe an die sowjetische Automobilindustrie ist legendär. Der heute noch existierende russische Konzern Gorkowski Awtomobilny Sawod (GAZ) profitierte von einem Abkommen des Obersten Wirtschaftssowjets 1929 mit dem amerikanischen Autobauer Ford, von dem Produktionsanlagen importiert und Lizenzen für die ersten Modelle übernommen wurden. GAZ wurde eine der größten Autofabriken der Russischen Sowjetrepublik; nachdem im Jahr 1930 mit dem Bau der Fabrikanlagen begonnen wurde, lief die Produktion im Jahr 1932 an. In den Vorkriegsjahren wurden vor allem Lastwagen, etwa der 1,5-Tonner GAZ-AA, aber auch Personenwagen wie der GAZ-A oder der GAZ-M1 (seit 1936) gebaut. Letzterer wird auch als Emka bezeichnet und basiert auf dem V8-40 von Ford. Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges im Zweiten Weltkrieg produzierte GAZ nur noch LKW für die Kriegsindustrie.

Liebherr

Der Austragungsort der Bilderberg-Konferenz 2015 war das Interalpen-Hotel im österreichischen Tirol, das der Industriellenfamilie Liebherr gehört. Diese baute während des Vietnamkriegs eine gigantische Getriebefabrik in Omsk für einen sowjetischen Autobauer, der von 1941 komplett für die Kriegswirtschaft genutzt worden war.

Siemens

Siemens ist ständig vertreten bei Bilderberg und der Konzern hatte von Anbeginn an eine bizarre Obsession mit dem Ostblock. Carl von Siemens hatte in den 1850er Jahren das russische Telegraphen-Netzwerk aufgebaut. 1880 hatte Siemens ein Monopol in Russland für elektrisches Licht. Unter den Kommunisten wurde eine sowjetische Siemens-Tochtergesellschaft gegründet und der verantwortliche Siemens-Mann Leonid Krasin kannte Lenin persönlich. später wurde Krasin sogar Sowjetkomissar für Außenhandel. Schließlich modernisierte man die Sowjetunion mit Transformatoren, Kraftwerken, Telefonsystemen und vielem mehr. Nach dem zweiten Weltkrieg dauerte es nur bis in die späten 1950er Jahre, bis die Beziehungen zwischen Siemens und den Sowjets aufgenommen wurden. Siemens will heute trotz der Sanktionen gegen das Putin-Regime weiterhin Handel mit dem Osten betreiben. Die Abteilung HVA der Stasi nutzte bis 1987 einen Siemens-Großrechner. Auch die DDR-Kommandobunker hatten westliche Computer.

Standard Oil

Was wäre Bilderberg ohne einen Rockefeller? Der Ölkonzern Standard Oil und die befreundeten Banken bauten Raffinerien im Ostblock, lieferten Gerät und Know How. Als Dachorganisation schuf man die American International Corporation mit Geld der  J.P. Morgan, the Rockefellers, and the National City Bank. Die Revolution hatte man gleich mitfinanziert.

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1 comment

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HeadShot 21. Mai 2017 at 15:13

Auch immer im Hinterkopf behalten! Lenin: Die Kapitalisten verkaufen uns auch noch den Strick, an dem wir sie aufhängen.

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