Kommentar

Die üblichen Russland-Propagandisten (auch bekannt als “alternative” Medien) werben eifrig für den Front National und ignorieren dabei heftigste Warnzeichen. Warum? Einerseits weil Russland diese Werbekampagne derzeit so haben will und sich von Marine LePen eine Aufhebung der Sanktionen erhofft. Es erinnert an die Trump-Kampagne vor Monaten, wo Moskau sich noch viel versprochen hatte von dem Kandidaten und folglich die Werbetrommel rührte. Egal was Moskau gerade will oder meint, die “alternativen” Medien folgen Gewehr bei Fuß. Eigentlich hätten alle Alarmglocken bei Trump und seiner Entourage klingeln müssen, aber Moskaus Wünsche gingen wie immer vor. Jetzt bei Marine LePen und dem FN gibt es ebenfalls vergleichbare Warnzeichen und genauso wie zuvor werden die Warnzeichen ignoriert, weil Moskau es so befiehlt.

Ein weiterer Grund dafür, dass die sogenannten alternativen Medien nichts oder wenig Negatives über den FN berichten, ist Unwissenheit und Faulheit. Die allermeisten, die sich an der Werbekampagne für den FN beteiligen, wissen eigentlich so gut wie nichts über die Partei und ihre Geschichte. Sie kennen gerade noch den Namen der Parteivorsitzenden, wissen dass die Partei sich ein konservatives Profil gegeben hat, die Zuwanderung begrenzen möchte und warme Worte gegenüber den Russen gemacht hat. Ansonsten wissen sie nichts und sie sehen auch nicht die Notwendigkeit, echte Arbeit in die Angelegenheit zu investieren.

Der letzte Grund ist blanker Opportunismus: Für den FN zu trommeln bringt Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit lässt sich versilbern. Manchen ist es schlicht egal, was sie gerade bewerben oder was sie gerade bekämpfen. Es zählen nur die Anzahl der generierten Klicks und die Sympathien, die man auf sich lenken kann. Die Wahrheit ist immer komplizierter und deshalb verkauft sich Wahrheit schlechter.

Falls Marine LePen heute gewinnen sollte, bedeutet das der Faktenlage zufolge erst einmal nicht viel. Weder für Russland, noch für Franzosen oder für Europas Konservative im Allgemeinen.

Als Trump Präsident wurde, die Wünsche der Russen demonstrativ ignorierte und ein Wahlversprechen nach dem anderen brach, orderte Moskau eine Hasskampagne. Die “alternativen” Medien folgten prompt, Gewehr bei Fuß.