Politik

Die AfD wird ruiniert und zum Nischen-Produkt für hoffnungslose Fälle?

Kommentar

Freilich wird die AfD gerne in den Umfrageergebnissen künstlich heruntergedrückt; genau wie zuvor Donald Trump und das Brexit-Lager. Nun heißt es, die Partei sei bundesweit bei nur noch sieben Prozent. Frisierte Zahlen? Vielleicht, aber der Sturz von frisierten 15 Prozent auf frisierte 7% ist dennoch erheblich.

Einerseits ist der Hype um die Flüchtlingskrise abgeflaut und die CDU hat spät doch noch Zähne zeigen dürfen bei den Migranten. Andererseits haben die Neurechten sich in ganz Europa dermaßen verzettelt, dass die Bevölkerung der AfD einfach nicht traut, mehr zu sein als nur eine Neuauflage von NPD und DVU. Die AfD muss nun bangen, überhaupt 5% bei der Bundestagswahl zusammenzukratzen. Gelingt dies nicht, bricht alles zusammen, es gibt massenhaft Rücktritte, noch mehr Streit und die ganzen großen Ton-Schwinger müssen sich dann wieder richtige Jobs suchen.

Der sogenannte „rechte Flügel“ (genauer gesagt ein neurechtes Sammelsorium aus vielen COMPACT-Leser-Opfern, Reichsbürgern, Putin-Fans und Ex-NPD-Personal) hat viel ruiniert, wobei man natürlich bestimmten Anführern des „gemäßigt-bürgerlichen“ Flügels (streitsüchtige Karrieristen) genauso Vorwürfe machen muss. Falls diverse AfD-Figuren sich wirklich mit den Russen ins Bett gelegt haben, könnten vor der Bundestagswahl natürlich noch entsprechende Enthüllungen kommen. Sozusagen der Todesstoß.

Die Diskussionskultur in der Partei ist zusammengebrochen, falls es überhaupt jemals eine gab. Falls die AfD dieses Jahr nicht in den Bundestag einzieht, wird der rechte Flügel vielleicht unter neuem Namen als konservativ-fundamentalistische Sammlung der Hyper-Patrioten im Osten weitermachen und weiter von Putins Hilfe träumen.

Das elende Compact-Magazin hat sich dermaßen hinter die Schwafler und Russlandfreunde gestellt wie Höcke, Gauland und Poggenburg etc. dass der Schaden wohl noch viel größer wurde.

Nur wissenschaftliche Meinungsforschung kann wirklich letztendlich klären, warum so viele Wähler abgesprungen sind. Nur Gesabbel reicht nicht. Umfragen zeigten früh, dass Wähler zwar eine andere Migrantenpolitik wollen, aber den Führungspersonen der AfD nicht viel zutrauen. Die deutschen Wähler sehnen sich nach Stabilität und nur ein paar wenige Prozent hatten jemals Vertrauen in NPD und DVU.

Dann kämpfte die AfD-Parteiführung einen erbitterten Krieg untereinander und verhedderte sich in „Schandmal“-Gerede und Adolf-Diskussionen. Ultrarechte Freaks, die schon die NPD zu einem Nischenprodukt für hoffnungslose Fälle machten und totale Spinner sickerten munter in die AfD ein. Mit erstaunlicher Präzision machte man alles genau falsch.

Der Karren wird jetzt schön gegen den Baum gefahren. Und danach wird es 10 oder 20 Jahre dauern, bis sich irgendwann mal wieder jemand traut, eine konservative Partei zu machen. Bis dahin ist wenigstens Elsässer vom COMPACT-Magazin im Altersheim.

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