Anis Amri in Mailand getötet, Fluchtroute macht keinen Sinn

Kommentar Anis Amri ist tot, wird vermeldet. Er sei an einem Bahnhof im Großraum Mailand erschossen worden von einem 29-jährigen Polizisten. Zunächst habe der Mann sich aus Deutschland nach Frankreich...

Kommentar

Anis Amri ist tot, wird vermeldet. Er sei an einem Bahnhof im Großraum Mailand erschossen worden von einem 29-jährigen Polizisten. Zunächst habe der Mann sich aus Deutschland nach Frankreich abgesetzt und von dort ging es mit dem Zug nach Italien.

Was ist der Sinn einer dermaßen idiotischen Flucht? In Frankreich wird seit den Pariser Anschlägen mit Notstandsgesetzen regiert und überall lauern Fahnder. In Italien war er zuvor als Flüchtling registriert und wegen Verbrechen für vier Jahre inhaftiert worden. Er muss zwangsläufig erkennungsdienstlich behandelt worden sein, was bedeutet, dass er bei einer italienischen Personenkontrolle unweigerlich erkannt worden wäre. Dei Rundreise Frankreich-Italien war also der dümmst-mögliche Fluchtweg. Außerdem werden insbesondere Bahnhöfe kontrolliert. Er hatte ja bewiesen, dass er zum Töten bereit und in der Lage war, ein Fahrzeug zu stehlen. Warum stahl er nicht einfach erneut ein Fahrzeug und machte sich auf in die Tschechische Republik oder Polen? Hatte er überhaupt einen Plan? Ein Fluchtziel? Hatte er sich das vor der Tat nicht überlegt? Wollte er zu einem vorab vereinbarten Ort flüchten und dann seine Hintermänner treffen? Wollte er in den Islamischen Staat reisen? Warum fuhr er dann in die falsche Richtung nach Frankreich?

Mit einer Pistole im kleinen Kaliber 22 schoss er bei einer Kontrolle in Richtung Polizei, die wohl mindestens im wesentlich größeren Kaliber 9mm reagierte. Hätte man ihn stellen und mit nichtödlichen Waffen überwältigen können? Auch Gummigeschosse aus Schrotflinten sind sehr effektiv. Stattdessen haben wir nun erneut einen Tatverdächtigen, der nicht mehr sprechen kann. Der Bombenbastler, der vor Monaten wie durch ein wunder der Polizei entwischen konnte und letztendlich von syrischen Flüchtlingen der Polizei ausgeliefert wurde, erhängte sich nach offiziellen Angaben selbst in seiner Zelle, in der es keine Videoüberwachung gab.

War Anis Amri wirklich ein Niemand, der sich dann für den Dschihad rekrutieren ließ? Oder mischten andere Kräfte hier mit? Wir kennen die irrsinnige Lage in Deutschland, wo Flüchtlinge ohne große Hintergrundprüfung aufgenommen werden und sich dann mehrere Tarn-Identitäten besorgen. Die Behörden geben auch zu, den Mann intensiv beobachtet zu haben, allerdings die Beobachtung mangels Ergebnissen wieder abbliesen.

Aber: Die Sicherheitsbehörden müssen intern natürlich die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Amri von irgendeinem ausländischen Geheimdienst geführt wurde. Sein Lebenslauf liest sich wie der eines Psychopathen: Ständige Gewalt und Diebstähle, der Versuch eine Schule anzuzünden. Aber es liest sich auch wie der Lebenslauf eines Spitzels oder Agenten. Denn nur wer ein entsprechendes Strafregister vorweisen kann, wirkt überzeugend auf terroristische Netzwerke wie ein geeigneter Attentäter der nichts zu verlieren hat.

Kontakt mit Spitzeln hatte Amri übrigens mehrfach: In Deutschland sprach er im Mai 2016 mit einem Spitzel des LKA Düsseldorf über seine Anschlagspläne. Auch soll er einen Spitzel der Polizei NRW gebeten haben, ihm eine Schusswaffe zu besorgen.

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SicherheitTerror
2 Comments on this post.
  • Wegsehen
    24 Dezember 2016 at 16:43
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    Und wieder ein angeblicher Attentäter der nun nicht mehr sprechen kann. Ist das nicht merkwürdig? Wie in den vorangegangenen Fällen kommt der Verdächtige zu Tode. Kein Wunder das die Spekulationen ins Kraut schiessen. Was er in Italien wollte,und ob er wirklich der Täter war, kann er ja nun nicht mehr sagen.

  • Cyberpunk
    23 Dezember 2016 at 13:48
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    Tatsächlich ziemlich merkwürdigr Fluchtweg.
    Das stinkt nach ausländischen Geheimdiensten…

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