Trump und sein Gruselkabinett sind Fans von Ayn Rand

Kommentar Trump und sein Gruselkabinett aus Wirtschaftsbossen mit Interessenskonflikten (Exxon, Goldman Sachs etc.) sind Fans der schrägen Autorin Ayn Rand, deren Werke heute immer noch extreme Verbreitung erfahren und...

Kommentar

Trump und sein Gruselkabinett aus Wirtschaftsbossen mit Interessenskonflikten (Exxon, Goldman Sachs etc.) sind Fans der schrägen Autorin Ayn Rand, deren Werke heute immer noch extreme Verbreitung erfahren und als Vorwand dienen, ausbeuterische Großunternehmer und Raubbarone zu verherrlichen. Der überlange Roman „Der Streik“ (Atlas Shrugged) von der in sowjetischer Sozialpädagogik und Filmkunst ausgebildeten Schreiberin ist der größte ihrer Hits.

In dem Buch sind die USA extrem sozialistisch und ineffizient geworden. Die Bürokraten sind alle Weicheier, böse und inkompetent. Die Helden und Protagonisten hingegen sind rebellierende Großindustrialisten, Eisenbahner, Öl- und Stahlmagnaten, super-kompetent und haben ein tolles, wenn auch brutales Sexleben. Das Problem an dieser unrealistischen Darstellung ist, dass die echten aufstrebenden amerikanischen Oligarchen und Raubbarone in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts („Der Streik“ erschien in den 1950ern) totaler Abschaum waren. Verbrecher wie Jay Gould die den Aktienmarkt manipulierten zugunsten der Erie Railroad, der Skull & Bones-Mann und Eisenbahn-Magnat Edward H. Harriman dessen Orden die Sowjetunion und Nazideutschland mitfinanziert und ermöglicht hatte, der erleuchtete Cornelius Vanderbilt auf dem der Charakter Nat Taggart in Rands Buch basiert, der Eisenbahner und Mitglied des Jeykill Island Clubs (siehe Zentralbank Federal Reserve) James Hill, die Rockefellers und so weiter und so weiter. Kein Wunder dass der spätere Vorsitzender der Fed, Alan Greenspan, großer Fan war von Rand.

Schnell kontrollierten diese Familien die USA, betrachteten das Land als ihr Eigentum und verwalteten es dann zunehmend als Geheimregierung im Hintergrund planwirtschaftlich mit Hilfe der hörigen Politik. Der von Ayn Rand gescholtene Sozialismus in den USA und Russland war das Werk jener sog. Großkapitalisten aus Amerika. Diese relativ neureichen Unternehmer wehrten sich natürlich gegen Teile der Regierung, machten jedoch selbst global Politik. Sie hatten den kommunistischen roten Oktober in Russland finanziert unter dem Rand so gelitten hat und verdienten prächtig an den Kriegen. Beim Rockefeller Center in New York finden sie heute eine Statue von Atlas der die Welt auf den Schultern trägt. Das Ayn Rand Center for Individual Rights und das Ayn Rand Institute (Center for the Advancement of Objectivism) veröffentlichen Vorträge von Alex Epstein, in denen John D. Rockefeller und dessen Standard Oil-Imperium gepriesen werden:

„Die Geschichte von Standard Oil, wie sich herausstellt, enthüllt nicht die finsteren Seiten von Big Business, sondern illustriert die Tugenden.“

Die Atlas Society („Objectivism in life and thought“) macht es sich auch zur Aufgabe, die armen gescholtenen und unverstandenen Rockefellers zu verteidigen. Auf aynrand.org glänzt das Ayn Rand Center mit den Worten:

„Am Kolumbus-Feiertag feiern wir die Zivilisation deren Unternehmer, Männer wie Rockefeller, Ford und Gates, eine ungastliche Wildnis, bewohnt von furchtsamen Wilden, in eine reiche Nation verwandelt haben.“

Verstehen sie was hier läuft? Die Rand-Sekte mit ihrer Bibel namens „Der Streik“ war der Slogan-Geber und intellektuelle Rechtfertiger derjenigen Oligarchen, die Freiheit vernichten und einen Internationalsozialismus etablieren. Die Rockefeller-Stiftung, Carnegie-Stiftung, Ford-Stiftung usw. finanzieren all die linken Großorganisationen und transformieren die Gesellschaft zum puren Sozialismus hin. Rand und ihre Objektivisten-Randroids sind vollkommen unfähig, über Moral und die Wirtschafts-Clans zu schreiben. Solange der Dow Jones in den USA zungunsten Weniger blühte, hörte fast niemand auf die warnenden Stimmen. „Gier ist gut!“ hieß es, genaues Hinschauen unerwünscht, lies deine Ausgabe von „Der Streik“ und motivier dich mit einer Line Koks.

Die Rockefeller-Stiftung versuchte immerzu, die liberalen Strömungen zu kontrollieren und bat sich jenen als falscher Freund an. Die Stiftung gab Geld an das National Bureau of Economic Research, damit Ludwig von Mises ein Einkommen hatte. Zuvor hatten die Rockefellers dessen Besuche finanziert in die USA sowie die Reisen von den Austrians Haberler, Fritz Machlup und Oskar Morgenstern.

Der Charakter John Galt aus „Der Streik“ ist fast schon ein Übermensch, ein Ingenieursgenie, Quasi-Messias und Vorbild für alle. Nicht wirklich ein glaubwürdiger Mensch mit Emotionen und Herz, sondern eher wie ein Android. Wer ist John Galt, heißt die rhetorische Frage der Randroids und die Antwort soll am besten wie in einem katholischen Gottesdienst gemeinsam gesprochen werden: „Wir alle“. Das Dumme ist, dass Galt erfolgreiche Firmen sabotiert um deren Besitzer in seine Arme zu treiben. Und andere Bereiche sabotiert, die für die gewöhnlichen Menschen lebensnotwendig sind. Dies erinnert an das Vorgehen der Randroids und Molyneux-Anhänger: Sie unterwandern libertäre Kreise und versuchen ständig, dort Leute herauszubrechen und bei sich zu reintegrieren.

Einige Randroids glauben, dass man am besten noch sozialistisch wählen soll, damit alles schneller wegen Ineffektivität zusammenbricht und die Elite-Kapitalisten sich endlich absondern können. In der wirklichen Welt jedoch können sich sozialistische Staaten Jahrzehntelang und potentiell Jahrhunderte lang stabilisieren durch neue Eroberungen, Zwangsarbeit und Verhungern-Lassen unerwünschter und unbenötigter Bevölkerungsanteile.

Schließlich gehen die Seifenoper-Superindustrialisten aus dem Roman in ein abgelegenes Tal und verwandeln es in ein Wunderland. Warum sie das so ohne weiteres können? Weil sie einfach kompetente Industrialisten und Kapitalisten sind und Rands Objektivismus-Lehre folgen. Wie ein Unternehmen funktioniert, wusste Rand nur geringfügig.

Dies wurde 2007 in dem Computerspiel Bioshock aufs Korn genommen: Schauplatz der Handlung ist die fiktive, im Art-Déco-Stil gehaltene Unterwasserstadt Rapture, die im Sinne der Philosophien Ayn Rands als ein Ort der vollkommenen individuellen Freiheit für die Eliten konzipiert wurde. Die Spielerfigur gelangt nach Rapture, nachdem blutige Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern bereits zuvor weite Teile der Stadt zerstört haben. Auf der Suche nach einem Fluchtweg erkundet der Spieler die Trümmer dieses gescheiterten Gesellschaftsmodells, wobei er sich mit Waffengewalt gegen die zumeist geistig verwirrten Bewohner zur Wehr setzen muss.

Im Sci-Fi-Film von Neil Blomkamp namens Elysium spielt Matt Damon einen Industriearbeiter, der von der verkommenen und verarmten Erde in die Raumstation der Reichen einbrechen will um seinen Krebs zu heilen.

Hinter der Sektenführerin Rand und ihrer toll klingenen Moraltheorie verbirgt sich aber ein zerrissener Charakter. Dieser zeigte sich nicht nur in ihrer Sekte, sondern dringt durch in einer Buchpassage von Der Streik, wo einfache Menschen bei einem Zugunglück sterben, darunter junge Mütter, und es heißt, diese Leute hätten es nicht anders verdient weil sie die Probleme der Gesellschaft mitzuverantworten hätten. Der Pöbel sei einfach hilflos und dumm und wertlos ohne die kleine Herrenrasse hochmotivierter Industriemagnaten die alles leiten. Diese Arroganz spielt den Sozialisten in die Hände und sorgt dafür, dass alle Freiheitlichen leicht als kalte Sozialdarwinisten verunglimpft werden können.

Nirgendwo in „Der Streik“ sieht man, wie die angeblichen Vorbildcharaktere Kinder großziehen und lieben. Woher sollte die Autorin auch wissen wie sie das beschreiben soll? Selbst hatte sie nie Kinder. Ihre eigene Mutter hasste die drei Töchter und kümmerte sich gerade noch aus Pflichtgründen um jene. Die Mutter diente als Basis für Romanfiguren aus dem gelangweilten, inkompetenten Adel, unfähig zu knallharter kapitalistischer Tätigkeit wie Rockefellers und Fords. Die weibliche Romanfigur Dagny Taggart ist Rands narzisstische Fantasieversion von sich selbst, die Wunschvorstellung, durch und durch perfekt. Die Romanfigur Hank Reardon ist auch ein perfekter Übermensch inmitten eines Umfeld aus Parasiten, emotional kalt und nur versessen auf sich selbst und seinen Erfolg. Analog heißt es in Rands Philosophie des Objektivismus, dass ein Abweichen von dieser kalten, Tunnelblick-Haltung dekadent und unmoralisch sei.

Der Blog The „Hunting of the Snark“ schrieb:

„Niemand kann Dagny im Teenageralter irgendetwas beibringen; sie weiß alles und hat bereits Perfektion von Charakter und Moral erreicht. Jeder andere ist ein Dummkopf und steht ihr nur im Weg. Sie hat keine Freunde oder Boyfriends, geht nicht ins Kino oder zu Dinnerparties, reist nicht zu ihrem Vergnügen, mag oder liebt niemanden. Sie ist von der Menschheit abgeschnitten und anstatt eine menschliche Verbindung herbeizusehnen, will sie jemanden finden der genauso ist wie sie, oder natürlich besser, ansonsten wäre derjenige wieder nur ein Verlierer. Denn so werden Menschen in Rands Welt beurteilt: Zuerst nach ihrer Intelligenz, dann nach ihrer Nützlichkeit.“

„Der Streik“ ist besonders populär bei einerseits Teenagern und andererseits Erwachsenen, die eine schlechte Kindheit hatten. Überall trieft der Hass auf Familienmitglieder hervor und die Sehnsucht nach einer idealen Zeit, nachdem man sich von den Untermenschen befreit hat, das subjektive Gefühl, dass nur man selbst die menschlichen Bedürfnisse und die Welt an sich verstehe.

Rands Notizbücher waren voll mit faszinierten Anmerkungen über den Killer William Edward Hickman, der 1927 die 12-jährige Marion Parker grausam ermordet hatte. Als er erhängt wurde, beschwerte sie sich bitter über „die Rache des Mobs„. Rands sagte über den „Held“ und die Romanfigur Howard Roark aus ihrem Werk The Fountainhead: „Er war geboren ohne die Fähigkeit, auf andere Rücksicht zu nehmen.“ Die allermeisten Menschen waren für sie „Parasiten“ und Läuse. Ihrer Vorstellung nach soll eine möglichst winzige Business-Aristokratie herrschen.

Die von der SozPäd- und Filmkunst-Studierten Ayn Rand geschaffene Sekte namens Objektivismus nahm die Versatzstücke früherer Autoren über Freiheit und Vernunft auf, behauptete dreist die Führerin hätte wichtige Prinzipien quasi selbst erfunden, und garnierte das Ganze mit einer heftigen Glorifizierung ihrer Person, ihrer fiktionalen Romanfiguren und intellektuellen Konformitätszwang. Der libertäre Autor Murray Rothbard schrieb über die Randroids:

„Der Grund weshalb ich diese Truppe nicht öfter getroffen hatte war, dass ich die Leute nicht ausstehen konnte. Keinen von denen. Angeberische, humorlose, roboterhafte, gemeine, einfältige Esel.

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3 Comments on this post.
  • Wegsehen
    14 Dezember 2016 at 21:39
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    Wie man feststellen muss, treibt sich hier auf dieser Seite auch der eine oder andere Sch….haufen herum.
    Damit meine ich nicht Dich, Soma!

  • Soma
    14 Dezember 2016 at 19:02
    Leave a Reply

    Da schließt sich mal wieder der berühmte Kreis aus Sch****!

  • KArl3
    14 Dezember 2016 at 14:45
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    jetzt können wir ja gespannt sein wann benesch die grosse „führt endlich das BGE ein“ sendung macht 🙂

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