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Politik US-Wahlen 2016

Was wäre bei einem neuen 9/11 unter Präsident Trump?

Kommentar

Der tausend Mal totgesagte Kandidat für das Präsidentschaftsamt Donald Trump liegt knapp in Führung, und das nur zwei Tage vor dem Tag der Entscheidung. Es ist längst an der Zeit, uns zu fragen, wie Trump als Präsident auf wichtige Ereignisse reagieren würde und was die wahrscheinlichen Reaktionen der Bevölkerung und der Medien sein werden:

Fall 1: Ein neues 9/11

Stellen wir uns im Herbst 2017 einen massiven Terroranschlag vor, mit 20.000 Opfern. Als Täter gelten Islamisten, die Spur führt angeblich auch in den Iran. Trump würde wahrscheinlich in den George Bush-Modus umschalten, den Führer der freien Welt spielen und – gemäß seiner Außenpolitikrede von 2016 – Amerikas Feinden das Fürchten lehren: Folter von Terrorverdächtigen und Druck auf Angehörige von Terrorverdächtigen, Luftschläge und andere Militäraktionen im Ausland, evtl. sogar einen Krieg gegen den Iran, massive Überwachungsaktionen im Inland, ein neuer Patriot Act. Trump würde exakt das umsetzen, was er vor seiner Präsidentschaft unmissverständlich angekündigt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump nach einem neuen 9/11 auf die Bremse tritt und prüfen lässt, ob es sich nicht um einen Inside Job gehandelt haben könnte, tendiert gegen Null. Trump wäre wie George Bush auf Steroiden. Die Bevölkerung würde hinter Trump stehen, insbesondere die Konservativen. Trump und seine Freunde würden sich rechtzeitig eindecken mit Aktien von Rüstungsunternehmen. Die Linken würden maulen, aber angesichts der Schwere des Anschlags nicht allzuviel Widerstand leisten. Außerdem würden FOX News und andere konservative Kanäle rauf und runter berichten, dass die Linken viel zu freizügig gewesen waren mit der muslimischen Immigration. Von Trump gekaufte Internet-Medien wie Breitbart würden Trump wie einen König preisen. Was würde Infowars tun? Über Nacht von dem Trump-Hype abspringen und ihn wie damals Bush attackieren? Oder würde Infowars der Verlockung erliegen, auf den neokonservativen Mainstream-Zug aufzuspringen und davon zu profitieren? Stellen wir uns vor, wie Alex Jones als Reporter zu einem Press Room Briefing im Weißen Haus zugelassen wird. Stellen wir uns vor, wie Infowars “Gerüchte” über einen Inside Job aufs schärfste zurückweist.

Fall 2: Russland erobert die gesamte Ukraine und das Baltikum

Irgendwann 2017 oder 2018 erobert Russland in einer Blitzaktion die gesamte Ukraine und das Baltikum. Der NATO-Artikel 5 greift; das Bündnis ist zum Beistand der baltischen Staaten verpflichtet. Trump wäre über Nacht der neue Ronald Reagan, der “Anführer der freien Welt” der die Welt vor Moskau retten muss. Trotz seiner früheren soften Äußerungen und russischen Geldgeber attackiert Trump Moskau verbal aufs Schärfste, ordert massivste neue Aufrüstungen an, vergrößert die CIA und deren subversive Auslandsoperationen um das Vierfache, schickt Truppen in verschiedene Länder und demonstriert militärische Stärke. Im Inland werden unter Trump gnadenlos all jene verfolgt, die immer noch Sympathien für Putin und Russland haben. Die Konservativen werden zum Großteil über Nacht von ihrer Putin-Liebe abrücken und zu knallharten Kalten Kriegern werden. Die verbleibenden Putin-Fans werden wie damals unter McCarthy gejagt. Eine massive Internetzensur behindert jegliche “subversive russische psychologische Kriegsführung”. Alle russischen Sender verlieren ihre Lizenzen für den westlichen Markt, die schärfsten Wirtschaftssanktionen trennen die Wirtschaft von Ost und West. Trump hätte beste Aussichten, eine Wiederwahl zu gewinnen. Wie würden die bedeutenden Internet-Medien reagieren? Über Nacht ihrem Guru Putin entsagen und stattdessen Trump anbeten? Oder in den Untergrund gehen? Alex Jones im russischen Exil?

Fall 3: Eine heftige Wirtschaftskrise

Der Staatshaushalt in größten Schwierigkeiten, die Kreditkartenblase am Platzen, ein Abfall der Währung droht. Was würde Trump wahrscheinlich tun? Sich mit den mächtigsten Banken anlegen und die Schulden nicht zurückzahlen? Die Zentralbank entmachten? Oder würde Trump eher Bailout-Pakete schnüren und die altbekannten Rezepte anwenden, die wir in der Vergangenheit bereits gesehen haben? Trump wäre der erste Milliardär im Präsidentenamt und hat ein ausgeprägtes Klassenbewusstsein. Die Wahrscheinlichkeit, dass er eher sich und seinesgleichen rettet, ist relativ hoch. Möglicherweise macht Trump sein Versprechen wahr, die Industrie wieder in die USA zu holen und China auszuschließen. Gerade im Zuge eines neuen Kalten Krieges könnten wir unter Trump einen langen geplanten Aufschwung sehen, der Amerikas Vormachtstellung demonstriert, während der Ostblock ächzt unter einer gewaltigen Depression. Wenn Amerikas Wirtschaft wieder floriert, und Trump dabei den Plan der US-Eliten umsetzt, wird er für die Wähler unwiderstehlich und käme mit weitreichenden Zerstörungen von Freiheit und mit außenpolitischen Abenteuern davon. Der Club der Milliardäre muss nur einen Bruchteil seines Reichtums in die Wirtschaft pumpen und die Querfinanzierung des Ostblocks stoppen, um einen Boom zu erzeugen. Der Sozialstaat könnte aufgebläht und modernisiert werden mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, eine Transformation die bereits seit Jahren geplant ist.

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6 comments

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Manfred Asur 9. November 2016 at 13:37

@Nachtschattens Objekt der Begierde
“Antideutsche (und andere Kulturmarxisten) nach drüben!”

Klingt nach meinem Großvater: Geht doch nach drüben (also in die DDR)

Wo ist “drüben”?

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Nachtschattens Objekt der Begierde 7. November 2016 at 13:37

Auch wenn ich ihn für ein A…loch halte und das System nun mal mächtig ist; allein der möglichen dummen Fressen dieser immer frecher werdenden linken Tussus und deren Antifastechern wegen, hoffe ich, dass Clinton die Wahl haushoch verliert!

Mittlerweile stehen diese grünen SJW-Spinner nämlich lieber auf Seiten von Vergewaltigern, Messerstechern und Psychopathen als auf ganz normale Bürger, denen mal ein pfuipöhses Wort rausrutscht.
Orwells Romane sind ein SCHEISSDRECK dagegen, was hierzulande abgeht!

Der ganze Müll hat sich dermaßen angesammelt, es ist zeit ihn runterzubringen und zwar in der Reihenfolge:
Antideutsche (und andere Kulturmarxisten) nach drüben!
Alte Deppen (und Funktionärsfuzzis) in Rente!
Und dann Aslaks (die ganzen kriminellen Schweine) raus oder wegknasten!
Amen

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Nachtschattens Objekt der Begierde 7. November 2016 at 13:44

http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/wp-content/uploads2/2016/01/12507092_767122210059356_8977883466515273174_n.png
Damit haben div. sog. “Libertäre” und “Neurologen im Ruhestand” und “Patrioten” natürlich keine Probleme!

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Manfred Asur 6. November 2016 at 22:26

Ach übrigens: “Dieses Video macht Trump zum US-Präsidenten!”

https://www.youtube.com/watch?v=vV0Jn8IF8_E

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Manfred Asur 6. November 2016 at 22:09

WARUM TRUMP PRÄSIDENT WERDEN SOLLTE

1) Er will den berüchtigten Drehtüreffekt zwischen Politik und Wirtschaft zerstören und Abgeordneten eine Karenzzeit von 5 Jahren verordnen, ehe sie einen hochbezahlten “Job” in der Industrie annehmen dürfen.

2) Er will der Fed “verbieten” dies oder jenes zu tun und spricht ihr damit ihre nurmehr eingebildete Souveränität über die Währungpolitik der USA ab!!!
Damit tägt er der juristischen Tatsache Rechnung, daß der 100-jährige Vertrag zwischen den 100%-privaten Eigentümern der Fed und der USA spätestens seit 2012 abgelaufen ist.
(Scheint außer ihm niemandem aufgefallen zu sein)

3) Er nennt die Geheimdienste, und hier explizit die CIA, Lügner die die USA in 10 Jahren ruiniert haben.

4) Er bekämpft die weitere Ausbreitung des Islam in die USA hinein und nimmt damit hoffentlich auch Einfluß darauf, daß unserem antiDeutsch-rassistschen Establishment (Politik, Presse, Wirtschaft, Justiz und Kirchen) ordentlich auf die Pfoten geschlagen wird. Mit unserer zwar qualifizierten, aber nur 15 % starken AfD ist jedenfalls nicht mehr rechtzeitig vor unserem Untergang Staat zu machen.

5) Er will “seine Nase in die Akte 911 stecken” und konfrontiert damit exemplarisch die staatlichen Urheber hinter einem Großteil der Terroranschläge mit der Aussicht auf den elektrischen Stuhl.

6) Er will eine Verständigung mit Putin und findet dessen Handeln in Syrien ausdrücklich gut. Damit lehnt er die Kriegserklärung Clintons an Rußland ab, die euphemistisch als Flugverbotszone verharmlost wird.
Damit hilft er mehr uns Europäern als den USA, denn wir sind nach dem unsäglichen Team Reagan/Weinberger in den 80ern das 2. Mal als atomares Schlachtfeld um Rußlands Bodenschätze vorgesehen.

7) Er meidet Waffenlobbyisten, sie erhalten keine Termine und können ihre staatlich alimentierte Bestechungsmaschinerie bei ihm nicht zur Anwendung bringen.

Und was ist schlecht an Trump? Seine ersatzlose Ablehnung von “Obamacare”. Libertäre schäumen da natürlich aber wie viele nicht reiche und gleichzeitg alte, kranke Libertäre sind eigentlich gegen Krankenversicherungschutz, notfalls auch subventioniert und staatlich reguliert?
Auf eine gewisse Reifung junger, gesunder Libertärer sollte niemand warten müssen.

Nun, 2), 3) waren Forderungen, die zuletzt Kennedy erhob, darüber hinaus vertrat er die Position, Israel die Atomwaffen vorzuenthalten und opponierte ebenfalls gegen die Interessen der Waffenlobby, indem er gegen gewisse Kriege
opponierte. Trumps Ankündigung sich mit 911 näher zu beschäftigen stellt den mächtigsten Kreaturen des Establishments den Tod in Aussicht und man muß um sein Leben sehr in Sorge sein.

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Manfred Asur 6. November 2016 at 21:28

Ach Herr Benesch, wenn Sie sagen, daß Rußland das Baltikum erobert, 2017 oder 2018, dann sagen Sie daß es 2017 oder 2018 einen Weltkrieg gibt.

Es ist vollkommen lächerlich zu glauben, daß Rußland, das unter Bösewicht Putin fast 15 Jahre die Autonomie der Ukraine respektierte und erst beim kriegerischen Konfliktfall einschritt, nur so aus Spaß oder Bosheit ein NATO-Land angreift.

In Rußland sitzt kein Cretin wie in so manchen degenerierten Weststaaten und das gilt auch für seinen in diesem Jahr bestimmten Nachfolger.

Ich kann Ihnen und Ihren Lesern aber verraten, daß man in der russischen Presse immer wieder mal durchblicken läßt, Europa müsse sich mit kleineren Verlusten an Rußland an seinen östlichen Grenzen bei Fortdauern oder Expandieren der NATO-Strategie abfinden!!!

Hierzu zählt zweifelsohne das Baltikum mit seinem sehr gut geeigneten Zugang zur Ostsee. Ich denke mal Litauen um Kaliningrad zu sichern und Lettland für den Ostsee-Zugang.

Wollen Sie also, daß Ihre Fantasien bzgl. des russischen Bösen in Erfüllung gehen, werben sie für eine weitere Aufrüstung im Baltikum und für eine immer wiederholte Sperrsimulation des russischen Zugangs zur Ostsee, dann werden Establishments und Ihre Träume wahr.

US-Militärfachleute sind übrigens überzeugt, daß das Baltikum nicht gegen Rußland verteidigt werden könnte.

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