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Politik US-Wahlen 2016

Angeblicher Hack der Clinton-Stiftung, Ärger um Wikileaks

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Eine Person, die sich als Hacker “Guccifer 2.0” ausgibt, behauptet nun, massenhaft Daten von der Clinton-Stiftung erbeutet zu haben. Seltsamerweise benutzt Guccifer 2.0 einen gewöhnlichen Blog auf WordPress.com, der eigentlich sehr schnell zu sperren wäre. Die Nutzerrichtlinien von WordPress.com schließen Urheberrechtsverletzungen und das Posten persönlicher Informationen aus.

In der jüngeren Vergangenheit stahl jemand unter dem Namen Guccifer 2.0 Daten von der Demokratischen Partei. Die US-Behörden vermuten stark russische Hacker im staatlichen Auftrag.

Der Download-Link für den jüngsten angeblichen Hack ist zeitweise offline und die Clinton-Stiftung erklärte via Twitter, dass sie keine Hinweise dafür hätten, dass sie Opfer eines Hackerangriffs geworden seien:

Es könnte sich um ältere Daten der Demokratischen Partei handeln. Gegenüber Infowars.com bestätigte Guccifer 2.0, dass tatsächlich die Clinton-Stiftung gehackt wurde. Im August berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Stiftung dem Verdacht eines Hackereinbruchs nachginge. Eigentlich erwartete man einen großen Hack mit Bezug zu Hillary Clinton von Wikileaks und deren Pressekonferenz am 4. Oktober. Zuvor hatte Wikileaks-Chef Julian Assange angekündigt, dass man neues Material besäße, welches Hillary in juristische Schwierigkeiten bringen könnte. Am 4. Oktober gab es jedoch nur eine langweilige Pressekonferenz mit einem Rückblick auf 10 Jahre Wikileaks sowie eine nebulöse Ankündigung, dass wöchentlich Leaks folgen sollen. Es wäre von höchster Bedeutung gewesen für die Organisation, zu der Pressekonferenz neue Enthüllungen bieten zu können. Stattdessen punktet nun Guccifer 2.0 mit einer angeblichen Sensation was zu Vermutungen führt, dass vielleicht Wikileaks erwartet hatte, die gehackten Daten der Clinton-Stiftung in die Hände zu bekommen. Zwar wurde von Assange nicht explizit eine Oktoberüberraschung für den Dienstag versprochen, aber dennoch waren die Erwartungen hoch und die Enttäuschung dementsprechend groß.

Am peinlichsten war es für Infowars.com, die den Ankündigungen des Trump-Vertrauten Roger Stone glaubten und mitten in der Nacht (amerikanische Zeit) eine “historische” Liveübertragung zu Wikileaks sendeten. Als klar wurde, dass es nichts zu berichten gab, begann Alex Jones, Julian Assange auf unprofessionelle Art zu attackieren, machte sich sogar lustig über die Größe von Assanges Geschlechtsteil. Luke Rudkowski von WeAreChange sparte nicht mit Kritik an Infowars:

Guccifer 2.0 behauptet, aus Rumänien zu stammen, beherrschte allerdings gegenüber Reportern die Sprache nicht, sondern schien einen Online-Übersetzungsdienst zu benutzen. Metadaten seiner Emails enthielten mehrfach Hinweise, dass er einen ausschließlich russisch-sprachigen VPN zum Schutz seiner Identität benutzt, was bedeuten könnte, dass es sich um einen Russen handelt bzw. eine russische Gruppe mit möglichem Bezug zur Regierung. Russland favorisiert klar Donald Trump.

Es ist wahrscheinlich, dass Russland mehrere Agenten innerhalb der Demokratischen Partei führt und evtl. sogar in der Clinton-Stiftung. Die Daten könnten demnach von einem Insider beschafft worden sein, anstatt dass sie bei einem Hacker-Einbruch erbeutet wurden. William Binney, ein ehemaliger höherer NSA-Angestellter, vermutet, dass die Leaks von einem einzelnen amerikanischen Behördenmitarbeiter stammen könnten, der seinem Ärger Luft machen wollte.

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1 comment

Manfred Asur 8. Oktober 2016 at 14:09

Was immer Sie nun damit meinen, aber heute hat Wikileaks wieder mal weitere Clinton-Mails rausgegeben.

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