Youtube: Keine Monetarisierung mehr für ernste, erwachsene Themen

Kommentar Der Name Youtube bedeutet auf deutsch so viel wie “deine Röhre” oder “deine Glotze”. Inzwischen ist Youtube eher die Glotze der Gaming-Industrie, der Schmink-Industrie und der Clickbait-Aasfresser. Für...

Kommentar

Der Name Youtube bedeutet auf deutsch so viel wie “deine Röhre” oder “deine Glotze”. Inzwischen ist Youtube eher die Glotze der Gaming-Industrie, der Schmink-Industrie und der Clickbait-Aasfresser.

Für Youtube gelten inzwischen ernste, erwachsene Inhalte nicht mehr als “werbefreundlich” und können nicht länger monetarisiert werden. Dieser Nonsens soll wichtige Videos in die Bedeutungslosigkeit drängen und Youtubes Status als Zeitverschwendungsmaschine auf ewig zementieren.

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Mittlerweile wird praktisch kein einziges Video von uns auf Youtube mehr für die Monetarisierung zugelassen. Der Grund: Unsere Videos gelten nicht mehr als werbefreundlich. Nicht werbefreundliche (nicht für Werbetreibende geeignete) Inhalte bedeuten:

„Umstrittene oder sensible Themen und Ereignisse einschließlich Themen im Zusammenhang mit Krieg, politischen Konflikten, Naturkatastrophen und Tragödien. Dies gilt auch, wenn keine expliziten Bilder gezeigt werden.“

Also sind dümmliche Katzenvideos, Let’s Plays und Fail Compilations werbefreundlich, aber alles Politische oder Ernsthafte das sich an Erwachsene richtet, ist nicht mehr werbefreundlich. Statistiken zeigen, dass das Youtube-Publikum von 18 bis über 65 Jahre alt ist. Geworden wird u.a. für Alkohol, Versicherungen und teure Autos, also Produkte für Erwachsene. Erwachsene interessieren sich für ernsthafte Themen “einschließlich Themen im Zusammenhang mit Krieg, politischen Konflikten, Naturkatastrophen und Tragödien.”

Es kann Youtube und den Werbetreibenden eigentlich egal sein, ob nun ein lustiges Katzenvideo oder ein ernstes Video Zuschauer findet. Ob nun 10.000 Zuschauer oder 1 Million; Youtube spielt die Werbung nur so oft ab, wie Leute auf das Video klicken. Außerdem: Je mehr ein Zuschauer auf ernste Videos klickt, umso eher zählt er zu den bildungsnahen Schichten und umso wahrscheinlicher hat er das Geld übrig, um die beworbenen Produkte zu kaufen.

Laut Statistik dominieren natürlich die Unterhaltungsvideos über Gaming, Schminken und lustige Haustiere. Aber das macht es nicht weniger interessant für die werbenden Unternehmen, auch Spots bei ernsthaften Youtube-Videos zu schalten. In Printmagazinen wie Spiegel oder Focus wird auch bei ernsten wie weniger ernsten Themen geworben für Autos und teure Uhren. Was nützt es dem werbenden Unternehmen, wenn ein 12-jähriger Youtube-Zuschauer sich leider das 60€ teure neue Computerspiel nicht leisten kann? Oder wenn damit sein Budget aufgebraucht ist und er somit nicht mehr von den nächsten zig Werbespots zum Kaufen animiert werden kann?

Es stinkt gewaltig, dass nur noch die Zeitverschwender mit ihren Videos direkt auf Youtube Geld verdienen können. Denn je mehr Geld sie einnehmen, umso mehr können sie ausgeben für Werbekampagnen, was wieder mehr Publikum bringt. In der westlichen Welt gibt es keine direkte Zensur der Pressefreiheit, sondern man macht effektive Pressearbeit einfach zu teuer und zu riskant.

Natürlich nutzen auch die klassischen Privatmedien die Youtube-Plattform u.a. für die risikolose “Talent-“Suche. Der bekannte Youtuber LeFloid hetzt beispielsweise gegen Grundrechte, wie den Waffenbesitz in den USA, und seine Fans klatschen. Ein 28-Jähriger, der aussieht und über politisch-gesellschaftliche Themen spricht wie ein Teenager oder ein schlechter Michael Moore-Ripoff, müsse doch in höchstem Maße respektiert werden dafür, dass er neben einem Studium (das anscheinend mit 28 Jahren immer noch nicht beendet ist) auch noch zwei kurze Youtube-Clips in der Woche macht und dabei Hilfe eines Studio-Netzwerks hat.

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