Politik

Arabische Medien: Russland warnte Erdogan Stunden vor dem Putsch




Die iranische Nachrichtenagentur Fars, sowie arabische und russische Medien berichten unter Verweis auf türkische Diplomaten, dass die russischen Streitkräfte türkische Kommunikationen abgefangen und so frühzeitig von den Putsch-Plänen erfahren hätten. Dieses Wissen sei dann mit dem türkischen Geheimdienst MIT geteilt worden. Der neue versöhnliche Kurs zwischen Erdogan und Putin kurz vor dem Putsch hätte „ausländische Staaten“ dazu bewogen, den Staatsstreich in Gang zu setzen. Gemeint sind natürlich die NATO-Länder als Drahtzieher.

Russische Abhöranlagen befinden sich in der Region, wo die Luftschläge gegen Syrien stattfinden. Nicht erwähnt wird, inwiefern die russische Spionage den türkischen Staat infiltriert hat und auf diesen Weg von dem Putsch erfuhr. Ein versönlicher Erdogan scheint den Russen weitaus lieber zu sein, als eine neue türkische Regierung, die mit Hilfe der CIA und der Gülen-Bewegung an die Macht gelangt.

Die türkischen Medien bestätigten zumindest, dass der Geheimdienst fünf Stunden vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Putschversuchs bereits im Bilde war und die höchsten Militärs dementsprechend informieren konnte. Erdogan wurde anscheinend erst später kontaktiert, durch seinen Schwager Ziya Ilgen. Laut dem Fernsehsender CNN Türk traf sich der Chef des Geheimdienstes MIT, Hakan Fidan, mit hohen Generälen fünf Stunden vor den ersten öffentlichen Erwähnungen eines Putschversuchs. Angeblich seien die Putschisten so unter Druck geraten, ihre Aktion vorzuziehen und statt Samstag morgens bereits am Freitag Abend loszuschlagen. Wegen dem Verlust des Überraschungsmoments und dem über den Haufen geworfenen Zeitplan verlief der Putschversuch schnell im Sande.

Sogar der ehemalige NATO-General Domröse musste zugeben: Der Putschversuch in der Türkei war sicherlich echt. Sonst hätte Erdogan sich den peinlichen Auftritt mit dem Handy-Interview sparen können.

Eines der verbleibenden Rätsel, die noch bestehen, ist das, was sich ereignet hat, nachdem Erdogan aus seinem Urlaubsort geflohen war. Dank einer Vorwarnung aus dem Geheimdienst konnte er in einem Privatflugzeug türmen, bevor Putschisten sein Hotel angriffen.

Die Türkei verfügt über eigens produzierte Systeme zur elektronischen Kriegsführung wie KORAL, mit denen Kampfflugzeuge und deren Waffensysteme gestört werden können.

David Cenciotti, ein italienischer Flugexperte und weltweit führender Blogger über militärische Luftfahrt, hatte bereits am 18. Juli einen ausführlichen Bericht veröffentlicht über die dramatischen Ereignisse:

Flugzeuge vom Typ F16 waren gestartet und schalteten ihre IFF-Transponder ab. Zwei weitere F16 starteten, flogen in niedriger Höhe und bedrohten den zivilen Flugverkehr, der aus Sicherheitsgründen umgeleitet wurde. Dann tauchte mindestens eine Boeing KC-135 Stratotanker auf, ohne Kontakt mit den Bodenstationen. Einer der Putsch-Piloten an Bord einer F16 war anscheinend derselbe Pilot, der im November 2015 eine russische Su-24 an der Grenze abgeschossen hatte. Die Erdogan-treuen Offiziere in der Luftwaffe mobilisierten ihrerseits Kampfflugzeuge und konfrontierten die Putschisten. Cenciotti ging auf The Aviationist auch davon aus, dass Erdogans Maschine sich später getarnt hätte mit einem falschen Transpondersignal. Dieses Detail wurde in der internationalen Presse weitläufig zitiert. Die Putschisten seien demnach unsicher gewesen, eventuell eine Passagiermaschine zu treffen.

Webseiten, die die Transpondersignale verfolgen, zeigten lange Zeit anscheinend Erdogans Privatmaschine mit dem normalen Signal. Selbst der Blogger Cenciotti mutmaßte aus Twitter über die Maschine:

erdogans-plane

Erst als die Maschine über Istanbul in einer Warteschleife flog, sich quasi innerhalb des regulären Flugverkehrs und in der Dunkelheit versteckte, sei das Signal „THY 8456“ benutzt worden. Möglicherweise beherbergte das Flugzeug Erdogan gar nicht, sondern diente nur als Ablenkung. Vielleicht reiste er in einem anderen Fluggerät, wie einem Sikorsky S-92. Die türkischen Behörden halten sich mit Details zurück, was wenig überrascht, da die Sicherheitsprotokolle für den Präsidenten nun einmal geheim sind.

Auf Webseiten wie FlightRadar konnte man weitere Fluggeräte des Präsidenten zur Zeit des Putschversuchs beobachten:

  • TC-TUR
  • TC-GAP
  • TC-ANA
  • TC-DAP
  • TC-KOP
  • TC-LAA
  • TC-LAB

Ein ehemaliger Militäroffizier mit Einblick in die Geschehnisse erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Erdogans Flugzeug von F16-Kampfflugzeugen beschützt wurde, jedoch die angreifenden F16 der Putschisten die Möglichkeit gehabt hätten, zu feuern, dies aber unterließen. Ein weiterer hoher Offizier erklärte, dass Erdogan in der Luft in Schwierigkeiten gewesen wäre. Stimmt das oder handelt es sich um eine Nebelkerze?

Falls es stimmt: Warum wurde nicht gefeuert? Auf diese Frage gibt es mehrere mögliche Antworten. Wahrscheinlich wurde der Präsident geschützt durch Systeme zur elektronischen Kriegsführung wie KORAL oder Ähnliches. Der Putsch war anscheinend zu früh durchgesickert und schnell im Sande verlaufen. Die Piloten der Putschisten haben eventuell einen Rückzieher gemacht, weil sie nicht selbst abgeschossen werden wollten und die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens begriffen. Eventuell gab es auch Sicherheitsmechanismen, die die Waffen der Putschisten deaktivierten. Ein Staatschef wie Erdogan wird mit bestimmten Sicherheitsprotokollen geschützt, die der Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Die Schweizer Luftwaffe ist beispielsweise völlig abhängig von amerikanischen Geheimcodes und Software-Updates. Ganze Flugzeuge und auch die Lenkwaffen können manipuliert werden:

Der Hintergrund: Die USA wollen die totale Kontrolle über strategische Waffen, die sie ins Ausland verkaufen. Ein Kenner der Nato sagt: «Die USA wollen damit sicherstellen, dass Waffen, die sie verkaufen, niemals gegen sie selber eingesetzt werden können.» Und auch ein ehemaliger Schweizer F/A-18-Pilot sagt: «Technisch und theoretisch ist es denkbar, dass die USA den Einsatz programmierbarer Waffen kontrollieren können – zum Beispiel durch den Einbau eines Verfalldatums.» Die Lenkwaffe könne von den USA per Funksignal gestört und damit deren Flugbahn verändert werden.

Die Massenmedien, die pausenlos die Theorie des inszenierten Putsches verbreitet hatten, kennen den Blog „The Aviationist“ weil sie ansonsten ständig daraus zitieren. Reuters und anderen gelang die Befragung von hohen türkischen Militärs. Zwar wissen wir nicht zu 100% warum die Putsch-Piloten letztendlich nicht Erdogans Maschine abgeschossen haben, allerdings steht die Theorie des von Erdogan inszenierten Putsches nach wie vor auf sehr wackeligen Beinen.

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2 comments

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Ion 26. Juli 2016 at 23:52

Das ist richtig. Die türkischen F16 hatten bis vor einigen Jahren auch den Code Zugang für die Amerikanischen Juden. Die Türken haben sich entschlossen die Elektronik aus eigener Kraft zu erneuern. Dafür haben ein dutzend gute Ingenieure mit einem inszenierten Selbstmord wie Hals aufgeschnitten und kopfüber im Auto zurück gelassen und sowas kurz vor z.B. einer Hochzeit. Wie auch immer, die F16 der türken sind alle Ohne Code soweit mir das bekannt ist. Die Regierung strebt seit vielen Jahren das Militär 100% unabhängig zu machen.

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SVEN GLAUBE 4. November 2020 at 16:47

USA SIND ABER NICHT KEIN JUDEN-STAAT !!!!! WIE IN DEN LÜGENMEDIEN BEHAUPTET !!!!!

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