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Globalismus

Evans Pritchard im Telegraph: EU war immer ein Projekt der CIA

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Kommentar

Der britische Star-Journalist Ambrose Evans-Pritchard macht es ganz clever: Er gibt im Telegraph zu, dass die EU immer ein Projekt des amerikanischen Geheimdienstes CIA gewesen sei, und erweckt damit Glaubwürdigkeit in der Debatte um den möglichen Ausstieg aus der EU. Dann kommt er mit dem Totschlag-Argument: Wir brauchten das damals gegen den Ostblock und wir bräuchten es heute immer noch gegen den Osten. Was er verschweigt oder nicht weiß, ist dass der Aufbau des Ostblocks nur mit ausladender Hilfe westlicher Konzerne und Zugeständnissen von westlichen Regierungen möglich war.

Die Truman-Administration übte nach dem Weltkrieg Druck aus auf die Franzosen, um sich mit den Deutschen zu vertragen. Stalin hatte sein Sowjetreich ausgebreitet und die Stellvertreter in Nordkorea überfielen den Süden, so schreibt Pritchard korrekt. Allerdings lässt er aus, dass amerikanische und europäische Firmen dem Ostbock die Technologie lieferten, die für die Eroberungen notwendig waren. Wäre dieser Aufbau Ost ausgeblieben, hätte man gar nicht erst den Druck aufbauen können für die Schaffung eines monströsen EU-Superstaates und die enge transatlantische Bindung.

Der berüchtigte EU-Gründervater Jean Monnet verbrachte viel Zeit in Amerika und fütterte Roosevelt mit Informationen. Pritchard tischt seinen Lesern auf, dass viele Unterlagen von damals inzwischen von der Geheimhaltung befreit wurden und man darin lesen kann, dass CIA-Frontgruppen wie das American Committee for a United Europe die EU-Einigung leiteten.

Pritchard nennt dies im Nachhinein sinnvoll und erfolgreich, angesichts der Bedrohungslage im kalten Krieg. Heute, so fürchtet er, sind die hochgerüsteten Ostblock-Staaten Russland und China wieder eine Gefahr:

Es ist wahrscheinlich; laut Pessimisten sogar garantiert, dass Wladimir Putin im Falle einer ernsten Krise im Pazifik die Gelegenheit ergreifen würde, um sein Glück in Europa zu versuchen.

Das russische Regime werde bald kein Geld mehr haben, aber hätte für einen gewissen Zeitrahmen die Möglichkeit, Europa anzugreifen bevor Europa genügend hochgerüstet hat.

Es ist eine beißende Ironie, dass die Ausrüstung der russischen Truppen auf der Krim und der prorussischen Separatisten in der Ostukraine ausgerechnet von der ukrainischen Rüstungsindustrie abhängt. Als die Sowjetunion 1991 endete, befanden sich 30 Prozent der sowjetischen Rüstungsindustrie auf ukrainischem Gebiet, rund 750 Fabriken und 140 weitere Einrichtungen mit einem Personal von insgesamt über einer Million Menschen. Hatte man sich in den Jahrzehnten zuvor konsequent in die Pleite hinein gerüstet, fiel der militärische Etat mit dem eisernen Vorhang schlagartig um 96%.

Die ukrainische Rüstunsgindustrie belieferte in dieser neuen Welt auch andere Länder und beschäftigte weiterhin hunderttausende Arbeiter, nichtsdestotrotz blieben die Bindungen an Russland sehr eng; einige für das russische Militär essentielle Komponenten werden exklusiv in der Ukraine hergestellt und lasssen sich nicht einfach irgendwo anders kaufen. Moskaus Plan war gewesen, umgerechnet 560 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2020 auszugeben, um das eigene Militär samt dem Atomwaffenarsenal zu erneuern. Wegen dem Ukraine-Konflikt ergaben sich aber zwei gewichtige Probleme: Ein Mangel an lebenswichtigen Bauteilen und Ersatzteilen, sowie Finanzierungsprobleme, die durch die westlichen Sanktionen entstanden sind.

Mehr als die Hälfte von Russlands Nuklearwaffenarsenal wurde entweder in der Ukraine gebaut oder verwendet ukrainische Navigationssysteme bzw. Zielsysteme. Das Rückgrat der nuklearen Kapazitäten ist die Interkontinentalrakete RS-20B Voyevoda. Ohne die Ersatzteile und Serviceleistungen aus der Ukraine wird es schwierig sein, die veralteten Raketen intakt zu halten bis die Nachfolger produziert werden können. Es werden außerdem dringend 3000 Motoren benötigt für Helikopter, aber selbst können die Russen kaum eigene Exemplare herstellen.

Die Antonow-Lufttransportmaschinen benötigen ebenfalls neue Motoren, wie auch die Albatros-Ubootjäger. Ballistische Raketen müssten eigentlich in der Ukraine gewartet werden.

Mehr als 50 Fabriken im Osten und Süden der Ukraine, nahe der russischen Grenze, bilden ein Netz auf das der Kreml angewiesen ist. Vergangenen Dezember, als der russlandtreue Präsident Janukowitsch noch ukrainischer Staatschef war, wurden Gasverkäufe und Rüstungsdeals im Umfang von 15 Milliarden $ vereinbart.

Inzwischen hat das Parlament in Kiew eine Kriegssteuer von 1,5% auf alle Einkommen beschlossen und andere Steuern erhöht, um die eigene Rüstung hochzufahren. Eine Steigerung von 60% in einem Jahr war das Ergebnis. Während die ukrainische Rüstungsindustrie bisher praktisch alle Erzeugnisse ins Ausland exportierte, kauft nun der Staat selbst ein. 53% der ukrainischen Ausrüstung sind über 25 Jahre alt und nur 1,2% sind neuer als 10 Jahre.

Durch die Annexion der Krim gewannen die Russen 13 Anlagen, die eigentlich dem ukrainischen staatlichen Rüstungskonzern Ukroboronprom gehörten, es handet sich dabei um Fabriken für Flugzeugteile sowie Werften. Im Donbass verlor Kiew Zugang zu Fabriken für Munition, Sprengstoffe, Motorenteile und Radarsysteme. Berichten zufolge transportierten russische LKWs die Produktionsmaschinen ab.

Den Separatistenführern wurde zwar vom Kreml das Blaue vom Himmel versprochen, wie etwa dauerhafte neue Pufferstaaten und Reichtum, letztendlich sollen sie aber hauptsächlich den Kopf so lange hinhalten, bis die Rüstungsproduktion abgebaut und abtransportiert ist. Laut den Kiewer Behörden kooperieren keine Anlagen, die unter ukrainischer Kontrolle stehen, mehr mit Russland.

Ein weiteres Problem für Putins Regime ist die Möglichkeit, dass Ukraine geheime russische Militärtechnologie an fremde Staaten verkaufen könnte. Russlands Ausßenministerium warnte, dass sich Hersteller der Interkontinentalrakete RS-20B Voyevoda mit Abgesandten von Drittstaaten trafen. Zu den möglichen neuen Kunden gehören China, Nordkorea, Syrien und der Iran. In der Vergangenheit versuchten Spione aus diesen Ländern mehrfach, ukrainische Rüstungsgeheimnisse zu stehlen.

Der Westen hat es Russland ermöglicht, eine größtenteils ungestörte Modernisierung der Sowjetunion durchzuführen. Was geschieht, wenn der Ostblock stark genug ist, um den Westen anzugreifen?

http://recentr.com/2013/12/warum-westliche-eliten-heimlich-doch-ein-starkes-russland-wunschen/

http://recentr.com/2014/07/deutschland-und-europa-modernisierten-russlands-armee/

http://recentr.com/2014/07/die-wahrheit-uber-die-einkreisung-russlands/

http://recentr.com/2014/06/putin-fuhrt-russland-geradewegs-den-ruin-und-gibt-nato-grund-zum-rusten/

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http://recentr.com/2014/03/wie-russland-seit-jahrzehnten-terrorismus-nutzt-und-auch-in-zukunft-nutzen-kann/

http://recentr.com/2014/03/das-sind-die-wahren-interessen-russlands-und-der-nato-im-hinblick-auf-die-ukraine/

 

 

 

 

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