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Sicherheit

Die BILD mutiert zum 9/11-Aufklärer

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Die BILD mutiert zum 9/11-Truther mit einem ausführlichen Bericht zu den saudischen Spuren und den immer noch geheimen Seiten des offiziellen Untersuchungsberichts. Es wurde zwar immer wieder abgewiegelt, dass das Material keine gerichtsfesten Beweise beinhalte, allerdings sind einige Geheimdienstler und Politiker anderer Meinung. Immerhin hätte man doch genauer ermitteln müssen, anstatt das Thema unter den Tisch fallen zu lassen. Will man künftig den Saudis alles anhängen? Das wäre ziemlich schräg weil die Saudis Hand in Hand mit den Amerikanern arbeiteten.

Die Joint Inquiry hatte eine mögliche finanzielle Unterstützung der Attentäter des 11. Septembers durch Bürger Saudi-Arabiens zu untersuchen begonnen. Die US-Regierung hielt 28 Seiten des Berichts dazu geheim. Michael Moores Dokumentarfilm Fahrenheit 9/11 (Premiere am 17. Mai 2004) machte bekannt, dass das FBI 142 saudische Staatsbürger, darunter 20 Mitglieder der Familie Bin Laden, vom 14. bis 24. September 2001 aus den USA ausgeflogen hatte. Schon am 13. September während des allgemeinen Flugverbots erfolgte ein Privatflug dreier terrorverdächtiger Saudis und eines FBI-Begleiters. Am selben Tag hatte Bush den saudischen Botschafter Bandar ibn Sultan getroffen. Die US-Regierung bestritt diesen Flug, während die Fluggesellschaft ihn im Juni 2004 einräumte. Die 9/11-Kommission durfte die 28 zensierten Seiten des Joint-Inquiry-Berichts nicht einsehen. Ihr Bericht erwähnte den Privatflug vom 13. September nicht. Er entlastete den Botschafter, stellte zugleich aber fest, dass Al-Qaida viele Spenden aus Saudi-Arabien erhalte, deren Geber wegen unzureichender staatlicher Kontrolle unbekannt seien.

Nach Medienberichten sollen einige der ausgeflogenen saudischen Diplomaten Mihdhar und Hazmi im Januar 2000 in Los Angeles empfangen und ihnen Kontakte, Quartiere, Telefone und Geld vermittelt haben. Genannt werden der Konsulatsbeamte Fahad al-Thumairy, die Geheimagenten Omar al-Bayoumi und Osama Bassnan und der Imam Anwar al-Awlaki. Der saudische Botschafter und seine Gattin sollen Bassnan 130.000 Dollar überwiesen haben, die dieser den Attentätern zukommen ließ. Awlaki soll sie 2001 in engem Kontakt mit der saudischen Botschaft mit Personalausweisen und Hotelzimmern versorgt haben. Er verließ die USA 2002, wobei ein Haftbefehl für ihn kurzfristig aufgehoben wurde, und wurde 2011 im Jemen von einer US-Drohne getötet. In Sarasota (Florida) besuchten Atta und andere Attentäter Esam Ghazzawi, einen Berater des Neffen von König Fahd. Zwei Wochen vor den Anschlägen ließ er sein Haus mitsamt Möbeln und PKWs zurück. Senator Bob Graham, einer der beiden Vorsitzenden der Joint Inquiry, erhielt keine Akteneinsicht zu dem Fall.

Graham setzt sich seit 2012 wegen neuer Indizien für eine erneute 9/11-Untersuchung und Aufhebung der Immunität verdächtiger saudischer Diplomaten ein. 2013 durften die Kongressabgeordneten Walter B. Jones und Stephen Lynch die 28 Seiten lesen, aber nicht darüber berichten. Lynch forderte US-Präsident Barack Obama im Dezember 2013 mit einer Kongressresolution zur vollständigen Freigabe des Berichts auf. Nach Aussagen einiger Opferangehörigen versprach Obama ihnen 2009 und 2012, die Freigabe der 28 Seiten durchzusetzen.

Opferfamilien verklagten die saudische Regierung zivilrechtlich wegen Beteiligung an den 9/11-Anschlägen. Für ihren Prozess sagte der in den USA inhaftierte Zacarias Moussaoui aus, er habe im Auftrag Osama bin Ladens eine Liste saudischer Geldgeber für Al Qaida geführt. Darunter seien hochrangige Regierungsmitglieder und Mitglieder der Dynastie der Saud wie Turki ibn Faisal und Bandar ibn Sultan gewesen. Ferner habe er, Moussaoui, mit einem Vertreter der saudischen Botschaft in den USA einen Anschlag auf die Präsidentenmaschine Air Force One erwogen. Moussaouis Aussage wurde am 5. Februar 2015 bekannt. Am 6. Februar 2015 sagte das Weiße Haus zu, die Freigabe der 28 Seiten zu prüfen.

Vertreter beider Parteien reichten im Januar 2016 im US-Kongress den Entwurf für ein Gesetz ein, das die Immunität anderer Staaten aufheben soll, die US-Gerichte für Terroranschläge gegen US-Bürger auf amerikanischem Boden verantwortlich machen (Justice Against Sponsors of Terrorism Act). Die Regierung Saudi-Arabiens drohte, falls dieses Gesetz beschlossen werde, werde sie US-Wertpapiere im Wert von 750 Milliarden Dollar US-Dollar verkaufen. US-Präsident Obama warnte den Kongress vor negativen ökonomischen und politischen Folgen des geplanten Gesetzes. Im April 2016, vor einem geplanten Staatsbesuch Obamas in Saudi-Arabien, drängten Bob Graham und einige frühere Mitglieder der 9/11-Kommission ihn erneut, die 28 Seiten zu veröffentlichen. Graham erklärte im Interview 60 Minutes, saudische Regierungsangehörige, Reiche und Wohlfahrtsverbände hätten 9/11-Täter in den USA „substantiell unterstützt“. Omar al-Bayoumi werde in den 28 Seiten genannt und sei schon vor dem 11. September 2001 als saudischer Geheimagent in FBI-Akten geführt worden. Der ehemalige FBI-Agent John Guandolo erklärte, Exbotschafter Bandar ibn Sultan habe über einen Strohmann zumindest zwei 9/-11-Attentäter finanziert. Er und andere saudi-arabische Eminenzen sollten als Terrorverdächtige eingestuft werden.

Saudi-Arabien droht, Assets im Wert von hunderten Milliarden Dollar zu verkaufen und damit der US-Wirtschaft Schaden zuzufügen, falls der US-Kongress das Gesetz verabschiedet, mit dem Saudi-Arabien vor US-Gerichten zur Verantwortung gezogen werden kann wegen 9/11.

Die Obama-Administration will eine solche Situation vermeiden und den Druck abwehren, bislang geheime Seiten aus dem 9/11-Untersuchungsbericht freizugeben. Die Saudis argumentieren, sie müssten die Assets verkaufen, bevor jene evtl. eingefroren werden von amerikanischen Gerichten.

Alle Spuren nach Saudi-Arabien sind unweigerlich mit Spuren zu einflussreichen Amerikanern verbunden:

  • Monate vor den Anschlägen soll die Order an US-Behörden gegangen sein, die Saudis und Bin Ladens in Ruhe zu lassen
  • Auch zwei Senatoren, die Geheimmaterial gesehen haben, befürchten eine direkte Rolle der Saudis
  • Die mutmaßlichen Flugzeugentführer Khalid Al-Mihdhar und Nawaf Al-Hazmi kamen im Januar 2000 in die USA und trafen sich mit Omar Al-Bayoumi, einem mutmaßlichen saudischen Spion und Angestellten eines saudischen Flugunternehmens. Gegen Al-Bayoumi ermittelte das FBI in den beiden Jahren vor 9/11. Er besorgte Mihdhar und al-Hazmi eine Wohnung und zahlte deren Miete.
  • Al-Mihdhar und Al-Hazmi zogen um zu einem Kollaborateur des FBIs, Abdussattar Shaikh, angeblich ein Lehrer der Sprache Saudi-Arabiens. Er erklärte, die beiden nur für Studenten gehalten zu haben. Al-Bayoumi und Shaikh kannten auch Hani Hanjour, den angeblichen Terrorpiloten von Flug 77. Das FBI verhinderte während den 9/11-Ermittlungen, dass Shaikh verhört wurde.
  • Der Journalist Joseph Trento behauptet, dass ein ehemaliger CIA-Agent, der in Saudi-Arabien arbeitete, ihm sagte dass Alhazmi und Almihdhar saudische Spione gewesen wären die von den US-Behörden geschützt wurden.
  • Bernard Kerik, der Polizeichef von New York City während den 9/11-Anschlägen, verbrachte drei Jahre in Saudi Arabien während den 70er Jahren und nochmals drei Jahre in den 80ern, wo er als Chefermittler für die saudische Königsfamilie arbeitete. Er behauptete kategorisch, dass kein Sprengstoff das WTC zu Fall brachte.
  • Die Firma, die das Sicherheitssystem für das WTC entworfen hatte, Kroll Associates, hatte enge Verbindungen zu Saudi-Arabien. Kroll-Vorstandsmitglied Raymond Mabus, später Kommandant der Marine, war in den 1990ern US-Botschafter für Saudi-Arabien. Alle Vertragsfirmen, die für Kroll das Sicherheitssystem für das WTC implementierten, hatten einige geschäftliche Aktivitäten im saudischen Königreich. Stratesec war auch für die Sicherheit am Dulles-Flughafen verantwortlich, von wo Flug 77 abhob, sowie für United Airlines, der zwei der drei übrigen 9/11-Flugzeuge gehörten.

Auszüge aus wikipedia unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“

 

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