Globalismus

Die offizielle Antwort der Bundesregierung zu Bilderberg kritisch beäugt




Kommentar

Die Partei DIE LINKE, deren Moskau-Treue sich bis heute gehalten hat, fragte die etablierten Parteien aus der Bundesregierung nach ihren Beziehungen zur Bilderberg-Konferenz, ein transatlantisches Gremium das von europäischen Adeligen, Großindustriellen und den amerikanischen Machtzirkeln beherrscht wird. Die Voll-Ironie: Ohne Bilderberg hätte es gar keinen mächtigen, kommunistischen Ostblock gegeben. Die erste Frage lautet:

Wann und wo fanden bisher Bilderberg-Konferenzen unter Teilnahme von Mitgliedern der Bundesregierung bzw. von Vertreterinnen und Vertretern nachgeordneter Behörden statt? Welche Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden nahmen seit dem Jahr 1954 an welcher der Konferenzen und in welcher Funktion teil?

Eine Gegenfrage könnte lauten, an welchen (Geheim-)Konferenzen des Ostblocks denn die deutschen Kommunisten, insbesondere die Vorläufer der LINKE teilgenommen haben, seit 1918, mit genauen Auflistungen der Namen. Die LINKE würde sich wohl ähnlich in Schweigen hüllen, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort:

Zu den Bilderberg-Konferenzen sind auch regelmäßig Mitglieder der Bundesregierung eingeladen. Die Durchführung dieser Treffen obliegt den Organisatoren der Bilderberg-Konferenz. Die Bundesregierung steht aufgabenbedingt mit einer Vielzahl von Vertretern aus dem internationalen Bereich in ständigem Austausch. Darunter fällt auch die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen. Eine Erfassung entsprechender Daten (zum Beispiel Verzeichnis sämtlicher Veranstaltungen, Sitzungen und Gespräche nebst Teilnehmerinnen und Teilnehmern) er-
folgt nicht. Informationen aus jüngerer Vergangenheit zu Austragungsorten von Bilderberg-Konferenzen sowie ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind von den Ausrichtern der Konferenz aufbereitet und können auf ihrer Homepage 
www.bilderbergmeetings.org eingesehen werden.

Die Antwort bedeutet: Das geht euch einen feuchten Dreck an. Man erklärt quasi, die Bilderberg-Konferenz sei ein Meeting wie jedes andere auch.

Nächste Frage:

Welche Positionen in welchen Gremien der Bilderberg-Konferenz hatten bisher Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden inne?

Die Antwort ist ein echter Brüller:

Über die in den Medien und im Internet verfügbaren Informationen hinaus liegen zu den Gremien der Bilderberg-Konferenz keine Kenntnisse vor.

Das hieße also, dass dieses Jahr Angela Merkel und weitere Top-Vertreter der deutschen Politik und Industrie zu einer Konferenz gehen, von deren Organisationsgremien sie keinen blassen Schimmer haben, abgesehen von dem, was in der Presse bereits veröffentlicht wurde. Abgesehen davon, sind manche Deutsche Stammgäste bei Bilderberg, diverse Firmen sind seit Jahrzehnten dabei und die Politik sowieso. Aber wie Bilderbrg organisiert ist, davon wollen sie nur in den Zeitungen erfahren haben.

Nächste Frage:

Welche Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden sind zur Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz 2016 in Dresden angefragt oder eingeladen worden?

Hier kann sich die Bundesregierung nicht rauswinden, weil ja während der Konferenz die Teilnehmerliste veröffentlicht wird oder geleakt wird:

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sowie die Bundesminister Sigmar Gabriel, Dr. Wolfgang Schäuble, Dr. Ursula von der Leyen, Peter Altmaier und Dr. Frank-Walter Steinmeier haben Einladungen zur diesjährigen Konferenz erhalten.

Die nächsten Fragen drehen sich um die Bedeutung von Bilderberg:

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung den Konferenzen für die Entwicklung von Wirtschaft, Frieden und internationaler Zusammenarbeit sowie Gestaltung internationaler und supranationaler Organisationen bei? Welchen Einfluss haben die während der Bilderberg-Konferenzen diskutierten Themen auf die Politikgestaltung bzw. auf konkrete Gesetzgebungsvor-
haben der Bundesregierung? Sind die teilnehmenden Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden bei den Diskussionen der Bilder-
berg-Konferenz an politische Grundsatzbeschlüsse der Bundesregierung oder Beschlüsse des Deutschen Bundestages gebunden, und vertreten die teilnehmenden Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden die Meinung der Bundesregierung während der Konferenzen?

Natürlich erfolgt auch hier wieder die höflich formulierte Variante von “Das geht euch einen feuchten Dreck an”:

Die Fragen 5 bis 7 werden im Zusammenhang wie folgt beantwortet. Auf den Bilderberg-Konferenzen findet ein informeller Gedankenaustausch über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen statt. Austausch und Dialog, insbesondere in internationalen Formaten, sind der Bundesregierung grundsätzlich wichtig, auch ohne dass hierbei konkrete Ergebnisse erzielt werden müssen.

Auf die nächste Frage stellt sich die Regierung wieder dumm und blind:

Welche Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden sind in die inhaltliche Vorbereitung der Konferenz und ihre Abläufe eingebunden?
Welche Tagesordnungspunkte der Bilderberg-Konferenz 2016 in Dresden sind der Bundesregierung oder Mitgliedern der Bundesregierung und Vertreterinnen und Vertretern nachgeordneter Behörden bekannt? Zu welchen Tagesordnungspunkten der Bilderberg-Konferenz 2016 in Dresden sind Mitglieder der Bundesregierung oder Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden als Referenten angefragt?

Die Antwort:

Die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz obliegt den Verantwortlichen für die Bilderberg-Konferenzen. Der Bundesregierung sind keine Tagesordnungspunkte der Konferenz bekannt.

Mächtige Politiker und Wirtschaftsleute gehen also seit Jahrzehnten zu einer Konferenz, über deren Organisation sie nur aus Zeitungen wissen und sie gehen jedes Jahr dorthin, ohne angeblich zu wissen, was dort eigentlich beredet wird?

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