Globalismus

Bilderberg baute Russlands Armee und Industrie

Von Antony Sutton

Die nackte Wahrheit ist, dass der Handel mit der Sowjetunion von 1917 bis heute der westlichen offenen Gesellschaft einen Feind erster Größe aufgebaut hat. Um u.a. dessen Drohung begegnen zu können, muss der amerikanische Steuerzahler jährlich 80 Milliarden Dollar aufbringen.

Zunächst müssen wir uns mit aller Deutlich­keit bewusst werden, dass weder die Sowjet­union noch China irgendeine bedeutende, aus eigener Kraft sich erneuernde und weiterent­wickelnde Technologie ihr eigen nennen we?­rden, solange sie ihr jetziges ökonomisches System, politisch-ideologische M?anipulation der Wirtschaftsentscheide beibehalten. Bei­de Länder werden gewissermaßen technologisch-­wirtschaftliche “Gefangene” oder besser ge­sagt Parasiten des Westens bleiben. Eine Ge­sellschaft mit starrer staatlicher Planung ist technologisch nicht lebensfähig, aber sie kann Krieg führen, sie kann ein Nährboden für Revolutionäre sein. Das müssen wir im Au­ge behalten.

Dann müssen wir uns darüber klar sein, dass sowohl die Sowjetunion als auch China der Welt einen allgemein geglaubten Frontalaspekt kräf­tiger, sozialistischer und lebensfähiger Ge­sellschaften präsentieren konnten, weil ihnen ständig westliche Technologie eingespritzt wurde. Sie sind technologisch lebensfähig, weil wir diese Lebensfähigkeit unterhalten. Diese Subventionierung ihres Systems durch den Westen hat ihnen zwei grundlegende Stoß­richtungen ermöglicht: Sie konnten eine Po­litik ununterbrochener Expansion betreiben, und sie stellten sich als ideologisches Wunsch­bild für Subversive und Staatswirtschafts-An­hänger in der Welt hin, die den Westen zu dem bekehren wollen, was sie “progressive sozia­listische Mustergesellschaften” nennen.

Die äußerste Linke in Portugal, Italien und Frankreich, ihre Ableger in Afrika und die übrigen extremen Linkselemente hätten kein Fernziel mehr, keinen Grund, für ein “besse­res” System zu kämpfen, wenn der Westen in der Sowjetunion und in China – dem natürli­chen Lauf der Dinge entsprechend – die Schwä­chen und technischen Mängel klarer hervortre­ten ließe. Schließlich wird ein Revolutio­när mit einiger Selbstachtung kaum für ein ineffizientes und rückständiges System kämpfen.

Stattdessen sehen die meisten Revolutio­näre tatsächlich ein Idealbild einer Lehrbuch­-Gesellschaft mit Brot, Arbeit und einigem Besitz für alle, und nicht eine rückständige Gesellschaft, die sich auf Pump für ihren Nachholbedarf beim Gegner eindeckt. Wir erlei­den einen guten Teil unserer Schwierigkeiten und subersiven Mühsal, weil wir den Revolu­tionären auf der ganzen Welt durch unsere Sub­ventionierung ineffizienter sozialistischer Systeme ihr Idealbild erhalten.

Der Brückenschlag der Vereinigten Staaten zu den Sowjets begann schon im Jahre 1918 un­ter Präsident Wilson, noch bevor die Bolsche­wiken die effektive Kontrolle über mehr als einen Bruchteil Russlands erlangt hatten. Soweit feststeht, kam die Anregung von Ed­win Gray, damals Mitglied der Kriegs-Handels­kornmission der Vereinigten Staaten, später Dekan der “Harvard Business School” und lang­jähriges Mitglied des “Council on Foreign Re­lations”.

Im Juni 1944 fasste W. Averell Harri­man in einem Bericht an das Staatsdeparte­ment einen Teil eines Gesprächs mit Stalin zusammen:

“Stalin lobte die Hilfe der USA an die so­wjetische Industrie vor dem Krieg und während desselben. Er sagte, ca. zwei Drittel aller großen Industrien in der UdSSR seien mit der Hilfe oder mit dem technischen Beistand der USA gebaut worden.”

Stalin könnte beigefügt haben, das verblei­bende Drittel der großen Industrie- und Rü­stungsbetriebe der Sowjetunion sei mit deut­scher, französischer, britischer, schwedischer, italienischer, dänischer, finnischer, tsche­choslowakischer und japanischer Hilfe gebaut worden, und es hätte gestimmt.

Institutionen wie das “Committee on Foreign Relations” (CFR) oder das “Committee for Eco­nomic Development” (CED) spielen eine diskre­te, aber wichtige Rolle in der Ausarbeitung
der Richtlinien und in der Rekrutierung von hohen Beamten für Regierungsstellen.

In den dreißiger Jahren waren es wiederum amerikanische Firmen, welche die grössten so­wjetischen Industriekomplexe der ersten Fünf­jahrespläne errichteten. Präsident Roosevelt schloss mit der UdSSR ein Abkommen und fand dann heraus, dass seine Partner ihre politi­schen Versprechen wenige Monate später schon gebrochen hatten – aber die Unterstützung durch die USA ging weiter.

Die amerikanische Hilfe überstand den spa­nischen Bürgerkrieg, der in Universitätskrei­sen der USA massive Proteste gegen die faschi­stische und nationalsozialistische Einmischung in Spanien brachte; eigenartigerweise wandte sich niemand gegen die ebenso massive und rücksichtslose Einmischung der Sowjets und der Kommunisten vieler Länder in den interna­tionalen Brigaden. Im Gegenteil, die Idee der Entspannung mit der UdSSR war in der amerika­nischen Administration so stark, dass ein Ge­heimabkommen zwischen Stalin und Roosevelt zustandekam, vom dem in den USA nur vier Per­sonen Kenntnis hatten; das Abkommen ging von der Voraussetzung aus, dass das demokratische Amerika und die totalitäre Sowjetunion eine exklusive Interessengemeinschaft seien.

Die erste große konventionelle Offensive 1972 in Vietnam brachte den T-54-Panzer so­wjetischer Herkunft zum Einsatz. Dieser hat eine abgeänderte Christie-Federung amerikani­schen Ursprungs. Die GAS-Lastwagen auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad stammten aus den von Ford gebauten Gorkij-Werken. Die SIL-Lastwagen ka­men aus den von Brandt gebauten Fabriken. Und während der Vietnamkrieg in vollem Gange war, wurden beide Werke durch weitere Handelslie­ferungen der Vereinigten Staaten mit neuen Maschinen ausgerüstet. Der Amphibienpanzer PT-76 stammte aus einer Fabrik in Wolgograd, an deren Errichtung achtzig amerikanische Firmen mitgearbeitet hatten. Das ist “fried­licher Handel” im Wörterbuch der “Mystiker” in Washington.

Schon in den frühen sechziger Jahren schäl­te sich aus der Unmenge von Fakten, die ich zusammengetragen hatte, eine vorläufige Hypo­these heraus, die heute beweisbar ist: Seit 1917 bezieht die Sowjeunion ihre Technologie aus westlichen Ländern mit freier Wirtschaft. Grob geschätzt sind 90% der heutigen Sowjet-­Technologie westlichen Ursprungs.

Bis 1968 wurden nur 34% der Schiffsrümpfe in der UdSSR gebaut, und Motoren rein sowjetischer Herkunft gab es überhaupt keine. Die Sowjets lieferten 80% des Nachschubs der Nordvietnamesen; die schwer­sten Güter, die über Land nicht hätten beför­dert werden können, kamen auf dem Seeweg. Es ist somit aus amerikanischer Sicht durch­aus korrekt zu sagen, dass 50’000 Amerikaner in Vietnam ihr Leben ließen, weil mit Waffen auf sie geschossen wurde, die dem Gegner zum grössten Teil nicht zur Verfügung gestanden wären, hätte der Westen der Sowjetunion nicht so fleissig Schiffe und Schiffsmotoren gelie­fert.

Dieselbe Beweisführung, sofern die Beweise erhältlich sind -darüber später mehr-, gilt für ein weites Spektrum von Technologie, von Metallurgie bis zu Chemie, von Überlandtrans­porten bis zur Waffentechnologie, für die der Westen den Sowjets praktisch alle Grundkennt­nisse, die sogenannten “inputs”, verkauft hat und heute noch verkauft.

Bis gegen Ende der sechziger Jahre war die direkte Ausfuhr von amerikanischen Computern in die Sowjetunion durch die Exportkontrolle sehr erschwert. 1965 wurden nur für 5000 Dollar elektronische Bestandteile auf diese Weise ausgeführt, im Jahre 1966 sogar nur für 2000 Dollar. 1967 jedoch stieg der Wert der direk­ten Exporte auf 1’079’000 Dollar und hielt
sich seither auf dieser Höhe. Angaben über die Anzahl Computer, welche die amerikanische Fir­ma International Business Machines Corporation (IBM) seit dem zweiten Weltkrieg in kommunistische Staaten geliefert hat, werden in Wa­shington vertraulich behandelt. Es ist jedoch bekannt, dass diese Geschäfte nach Kriegsende fast ausschließlich über westeuropäische
Tochtergesellschaften der IBM abgewickelt wur­den. Ende 1969 wurde geschätzt, dass westliche Firmen, größtenteils europäische Tochterge­sellschaften amerikanischer Konzerne, jährlich für rund 40 Mio. Dollar Computer in kommuni­stische Staaten lieferten. in Computer unterscheidet nicht zwischen einer zivilen und einer militärischen Aufgabe, und es ist westlichen Gesellschaften oder Regie­rungen nicht möglich, die Sowjets am Einsatz der Computer für militärische ·zwecke zu hin­dern. Auf alle Fälle ist die UdSSR, mangels eigener Computer-Technologie, auf importierte Rechenautomaten oder mindestens auf importier­te Produktionsverfahren für Computer angewie­sen, um neue Waffen zu entwickeln. Berechnun­gen mit Hilfe mechanischer oder elektrischer Rechenmaschinen würden viel zu lange dauern.

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4 comments

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[…] Adeligen, Großindustriellen und den amerikanischen Machtzirkeln beherrscht wird. Die Voll-Ironie: Ohne Bilderberg hätte es gar keinen mächtigen, kommunistischen Ostblock gegeben. Die erste Frage […]

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