Sicherheit Terror

Anschläge in Brüssel – alle wichtigen Analysen hier im Live-Ticker

John Wollwerth / Shutterstock.com

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  • Drei der mutmaßlichen Terroristen sollen nun identifiziert worden sein: Najim Laachraoui sowie die Brüder Khalid und Ibrahim El Bakraoui. Letztere sollen laut dem Sender RTBF bereits zuvor flüchtige Kriminelle gewesen sein. Da Tarnidentitäten benutzt wurden, sehen wir wahrscheinlich eine erhebliche Ausweitung biometrischer Ausweispflichten und Zufallskontrollen. Ohne Biometrik keine Wohnung, kein gar nichts.
  • Möglicherweise sind die belgischen Dienste doch nicht so inkompetent gewesen. Wenn fragwürdige Geheimdienstler ihre eigene Agenda haben und mit den Russen kooperieren, dann wird vielleicht im richtigen Moment weggeschaut oder Verdächtige werden abgeschirmt.
  • Die Sprengsätze des flüchtigen Mannes mit der weißen Jacke sind entweder nicht detoniert, oder er bekam kalte Füße und flüchtete.
  • Die hohe Politik will jetzt unbedingt Europol stärken und mehr Macht für andere EU-Einrichtungen. Hatten die Behörden Belgiens überhaupt brauchbare Informanten in der Islamistenszene?
  • Selbst wenn nun neue Maßnahmen zum Schutz von Flughäfen und Bahnhöfen umgesetzt werden, so können Terroristen ausweichen auf Ziele wie Einkaufszentren usw.
  • Donald Rumsfeld empfiehlt den Europäern Folter von Terroristen und Terrorverdächtigen. Wie praktisch, dass die EU-Politiker das nicht laut aussprechen mussten. Folter wird wieder mehr diskutiert werden.
  • Die Kanzlerin gab ein kurzes Statement, bestehend aus Standard-Satzbausteinen, die bei solchen Gelegenheiten aneinandergereiht werden.
  • Starke Vermutungen, dass sich die Sprengsätze in Gepäckstücken befanden. Die Frage ist, ob dies nur die schlichte Tarnung war für die Bomben, oder ob eigentlich beabsichtigt war, sie an Bord zu schmuggeln. Letzteres ist wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen.
  • Belgische Ermittler mutmaßen, dass die Anschläge evtl. von den Tätern früher als geplant ausgeführt wurden, wegen den Befürchtungen, dass der verhaftete Abdeslam auspacken könnte. Weshalb sollte dieser aber irgendetwas verraten, wenn er ohnehin schon die maximale Strafe zu befürchten hat und wenn die europäischen Behörden nicht foltern dürfen? Sollen wir davon ausgehen, dass Abdeslam mit härteren Methoden bearbeitet wird?
  • Laut belgischen Medien wird das Atomkraftwerk Tihange nahe der deutschen Grenze evakuiert. Wohlgemerkt, evakuiert, nicht einfach nur zusätzlich abgesichert. In einem anderen belgischen AKW gab es anscheinend kürzlich eine gezielte Sabotage.

  • Der französische Präsident Hollande beschwört: „Wir gehören alle zusammen.“ Man habe es mit einer globalen Herausforderung zu tun, die globale Antworten erforderten. Pure Propaganda: Im Deutschen TV wird beklagt, dass zuwenig Zusammenarbeit in der EU geschah. „Nationale Egoismen“ müssen beendet werden und Europol müsse zentral agieren. Die Reste der Nationalstaatlichkeit müssten beseitigt werden. Zunehmend wird die EU und indirekt die Mittelmeer-Union beworben als Alternative zu einer größeren Konfrontation mit dem radikalen Islam. So auch kürzlich der Papst, der vor einer muslimischen „Invasion“ sprach und das alternative Modell bewarb.

  • Evakuierungen von Amtsgebäuden und angebliche Waffenfunde an anderen Stellen. Die Debatte um Waffen und Sprengstoff entflammt aufs Neue. Die Reaktionszeit der Behörden ist dennoch zwangsläufig zu lange, um immer rechtzeitig das Schlimmste zu verhindern. Selbstschutz muss umgesetzt werden dürfen. Aber die Behörden werden wohl eher andere „Lösungen“ heranziehen, wie die Folter von Terrorverdächtigen in Geheimgefängnissen in Europa oder in Einrichtungen in Nordafrika.
  • Im Fernsehen und bei Funktionären der Regierungen fällt häufiger das Wort „Krieg“. Die Anschläge waren in der Nähe der EU-Politiker und bei dem Palast des belgischen Königs wurde ein verdächtiges Paket gefunden. Belgien kann alleine wohl kaum diesen Krieg führen und muss von Brüssel eine multinationale Truppe anfordern. Da ein internationaler Flughafen und eine U-Bahn angegriffen wurden, werden viele EU-Bürger dagegen keine Einwände haben.
  • Da man von mindestens einem Selbstmordattentäter ausgeht, stellt sich die Frage, ob die Terroristen keine Zeitzünder, Funkzünder o.Ä. beherrschen. Außerdem ist die Verwendung von konventionellem Sprengstoff an Stelle von biologischen oder chemischen Stoffen eher primitiv. Die Terroristen hatten offenbar keine geeigneten Waffen, um startende Flugzeuge abzuschießen und waren nicht in der Lage, einen Sprengsatz an Bord eines Flugzeugs zu plazieren. Stattdessen fuhren oder trugen die Terroristen Sprengsätze einfach in die Abflughalle des Flughafens und in die U-Bahn.
  • Die Grenze zwischen Belgien und Frankreich geschlossen. Eine erneute Diskussion um den Schengen-Raum muss nun beginnen, was die hohe Politik verhindern will. Es reicht nicht, die EU-Außengrenzen zu sichern, weil bereits zuviele Terroristen hier sind und auf ein großes Netzwerk an Sympathisanten und Helfern zurückgreifen können.
  • Es sind trotz Augenzeugenberichte über arabische Rufe vor den Detonationen mehrere verschiedene Szenarien offen bezüglich Täter und möglicher Hintermänner. Der Islamische Staat wurde als Folge der Pariser Anschläge massiv bombardiert und steht nun vor dem Untergang. Wie erklärt sich also das Motiv der aktuellen Brüsseler Anschläge? Solche Taten beflügeln zudem die russlandfreundliche Rechte in Europa und Russland selbst. Russland hatte einst das alte (osmanische) Khalifat verraten und der Islamische Staat sollte eigentlich das neue Khalifat werden.
  • Das Fernsehen erklärt, Terrorismus wird künftig „zu unserer Lebensrealität gehören“. Wahrscheinlich heißt es bald, dass die Folterung von Terrorverdächtigen und Einschränkungen der Bürgerrechte auch zu unserer Lebensrealität gehören werden. Der kürzlich verhaftete Abdeslam hat beispielsweise keinen Grund, den Ermittlern Informationen zu offenbaren. Die Presse mutmaßte schon darüber, dass der ins Bein geschossene Abdeslam unter Einfluss von Schmerzmedikamenten befragt werden solle. In der Vergangenheit wurden Terrorverdächtige in nordafrikanische Staaten verbracht um dort verhört zu werden.
  • Das Mobilfunknetz ist zusammengebrochen. Kaum ein Bürger hat natürlich Funkgeräte um zu kommunizieren.
  • Erneutes „Versagen“ der Geheimdienste? Obwohl in den 1990er Jahren bereits enthüllt wurde, dass belgische Dienste die muslimischen Einwanderer-Ghettos massiv abhörten und mit Informanten überwachten. 1996 berichtete die Zeitung Le Soir über das geheime Dokument „Plan de base de la défense militaire du territoire“.

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