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Das Miliz-Desaster der Bundy-Ranch und in Oregon

Bild: Gage Skidmore/CC BY-SA 2.0

Kommentar

Der berüchtigte Nevada-Rancher Cliven Bundy wurde verhaftet und die Anklage ist wirklich heftig; man will den 74-jährigen für den Rest seines Lebens hinter Gittern bringen. Auch seine engsten „Mitverschwörer“ und rund 90 Supporter sollen Gerüchten zufolge ebenfalls drankommen.

Was war geschehen?

Die US-Bundesregierung hatte sich 1848 das Gebiet des heutigen Nevadas per Vertrag mit Mexiko einverleibt. Anstatt das Land irgendwie zu privatisieren, wurde es von der Bundesregierung verwaltet, u.a. durch das Bureau of Land Management (BLM). In der Verfassung war es nicht vorgesehen, dass die Bundesregierung soviel Land kontrolliert (zwei Drittel von Nevada), aber gleichzeitig interessierten sich die Gerichte überhaupt nicht für die Behauptungen von Cliven Bundy, dass irgendwelche Vorfahren früher schon ein paar Rinder in der Gegend hatten und er deswegen heute keine Gebühren für das Grasen seiner Rinder zahlen müsse.

Was hätte man tun sollen?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Kontrolle der Bundesregierung über Nevada zu verringern: Politik, Medien, NGOs, Anwälte, wirtschaftliche Zusammenschlüsse/Lobbys etc. Stattdessen entschloss sich Cliven Bundy vor Jahrzehnten, seine Gebühren nicht mehr zu zahlen und alle folgenden gerichtlichen Entscheidungen zu ignorieren. Das BLM holte sich andere Behörden ins Boot, um die Rinder von Bundy zu beschlagnahmen, die überall in der Gegend verteilt waren. Bundy holte sich patriotisch gesinnte Bürger ins Boot und ließ verlautbaren, er würde alles tun was nötig ist, um den Eingriff der Regierung zu unterbinden. Als rund 60 Beamte anrückten, drohten organisierte Unterstützer von Bundy mit Gewalt, positionierten sich mit Waffen.

War das nicht ein tolles Beispiel von gelebtem Widerstand?

Definitiv nein. Sollte die Bundesregierung irgendwann Grundrechte abschaffen und beispielsweise im großen Stil Schusswaffen einsammeln oder Bürger wegen freier Meinungsäußerung internieren wollen, wäre solcher Widerstand angebracht gewesen, weil dann alle Beamten merken würden, dass solch eindeutig verfassungswidrige Befehle nicht praktikabel mit Gewalt umzusetzen sind. Bei Cliven Bundys Fall geht es um Gebühren und komplexe rechtliche Beurteilungen von Zuständigkeiten. Hier ist es absolut fatal, so vorzugehen wie Bundy und seine Leute. Die politische Linke war immer weitaus cleverer, provokante Aktionen für Publicity zu benutzen. Linke verbanden ihre Aktionen immer mit emotional beladenen Themen, wie den Vietnamkrieg, Ausbeutung, Migranten etc. Linke Aktivisten lassen sich gerne verhaften, von Staranwälten vertreten und kassieren geringe Strafen. Bundy und seine Trottel erklärten im Radio und im Internet mehrfach, dass sie gemeinsam die Aktionen der Behörden mit Hilfe von Waffen verhindern wollen. Das ist alles was die Staatsanwaltschaft brauchte für die Anklagen wegen gemeinschaftlicher Verschwörung.

Was geschah in Oregon?

Zwei Söhne von Bundy und weitere Mitstreiter besetzten das leer stehende Gebäude des „Malheur National Wildlife Refuge“ in Oregon, aus Protest wegen den Verurteilungen zweier Rancher, die einen rieseigen Brand ausgelöst hatten. Die Hammonds wurden sogar von eigenen Angehörigen belastet, ein Feuer gelegt zu haben um die illegale Tötung einer Rinderherde zu vertuschen. Es entstand Lebensgefahr.

Behörden erlaubten den Besatzern sogar, ungehindert in der Gegend herumzufahren. Die führenden Besatzer waren dumm genug, das Angebot zu nutzen, und gerieten prompt in Polizei-Checkpoints. Robert „LaVoy“ Finicum raste mit wenigen Mitstreitern in seinem Fahrzeug davon, fuhr beinahe einen Polizisten um und raste kurze Zeit später in den Schnee. Das Video einer Drohne zeigt, wie Finicum nach seiner Waffe greift und erschossen wird. Er machte in der Vergangenheit klare Statements, dass er sich in solchen Konfrontationen nicht fügen würde.

Behörden sind clever, Milizionäre nicht

Die Behörden wollten auf Befehl der Politik ein Massaker wie bei Waco oder Ruby Ridge verhindern. Man sicherte sich mehrfach ab, sowohl juristisch als auch durch Dokumentation. Die Milizionäre waren unvorsichtig, unklug und hochnäsig.

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