Kommentar

Ein Shitstorm, nein, eher ein Shit-Hurricane, fegt durch Deutschland nach der Ausstrahlung des Dokubeitrags “Machtmensch Putin” im ZDF. Die herrschenden russischen Oligarchen schäumen vor Wut und fürchten um ihre Milliarden, weil die Sanktionen und der niedrige Ölpreis das ganze Geld auffressen. Das hieße: Keine goldenen Wasserhähne mehr in Privat-Jets, keine Häuser mehr für 100 Millionen Dollar, keine Armbanduhren mehr für 500.000 Dollar das Stück.

Da haben die Kreml-Fürsten Jahr für Jahr so viel Geld aus dem Fenster geworfen, um einen Putin-Kult zu fördern, und nun versaut ein ZDF-Beitrag einen Großteil der Anziehungskraft des Kults. Das ZDF beansprucht jetzt die Rolle des großen Aufklärers, dabei hatte man eigentlich seit 1999 Zeit, Klartext über Putin zu sprechen. Bis zu 16 Jahre Verspätung bedeuten natürlich, dass Putin und dessen Freunde sich fest eingegraben haben und keinen Milimeter zurückweichen. Eigentlich hätte das ZDF bereits 1999 Putin die höchst verdächtigen Terroranschläge auf Moskauer Wohnblocks um Ohren hauen müssen. In der Doku “Machtmensch Putin” vom Dezember 2015 geschieht das dann tatsächlich. Nach 9/11 unterstützte Putin zwar den Krieg gegen den Terror von George W. Bush, aber im russischen Fernsehen gab es Diskussionsrunden über einen möglichen Inside Job. Jetzt also die Retourkutsche im ZDF mit über anderthalb Jahrzehnten Verspätung:

“Ich glaube, hinter den [Moskauer] Anschlägen steckte der Inslandsgeheimdienst FSB und ich glaube dass Putin in der Position war, den Befehl zu geben.”

Als vor wenigen Jahren noch die gesamte polnische Elite bei Smolensk auf russischem Boden in einem Flugzeug ums Leben kam, da gab es keinen Aufschrei beim ZDF. Als 2008 der Vorstoß Russlands in abtrünnige Teilrepubliken Georgiens stattfand, gab es da einen Riesen-Aufschrei im ZDF? Nein. Als 2011 der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall das modernste Soldaten-Ausbildungszentrum an die Russen verkaufte, sendete da das ZDF eine heftige Protest-Doku? Nein.

Erst musste das Kind in den Brunnen fallen und der Karren an die Wand fahren.

Boris Reitschuster lachte:

Solche Pirouetten können sie nicht mal im Bolschoi: Bis vorgestern sagte Putin stets, es gebe keine russischen Militärs in der Ostukraine. Gestern sagte er, er habe nie gesagt, dass es die dort nicht gebe, und es gebe sie dort. Und heute ließ er seinen Sprecher sagen, dass er mit der Aussage gestern nicht gemeint habe, dass es sie dort gibt.

Der scheidende Bilderberg-Agent und erste Präsident des Europäischen Rates, Hermann van Rompuy, forderte im Dezember 2012 noch eine Anbindung von EU an Russland für “Global Governance”:

“Russland und die EU haben viel zu gewinnen durch eine Kooperation. Beider Wirtschaft sind eng miteinander verbunden. Wir müssen weitere Fortschritte machen für ein neues Abkommen, um unsere zukünftige Zusammenarbeit auf eine solide rechtliche Basis zu stellen. Die EU und Russland können gemeinsam einen entschiedenen Beitrag leisten für Global Governance.”

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