Kommentar

In Belgien wurde die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen und die Menschen bleiben furchtsam zuhause. Alles wegen der akuten Terror-Gefahr, die von Migranten-Hochburgen ausgeht. Keiner soll sich an die Zeitungsenthüllungen aus den 90er Jahren erinnern, laut denen ein geheimes Netzwerk aus Sicherheitsbeamten längst die muslimischen Ghettos infiltriert hatte. Aber nicht nur das. Während in ganz Europa enthüllt wurde, dass “Gladio”-Zellen selbst verdeckt Anschläge durchführten, um diverse Ziele zu erreichen, wird in Belgien heute noch vehement gestritten über die Hintergründe der sogenannten “Killerbande von Brabant”.

Zwischen 1982 und 1985 ermordeten eiskalte professionelle Killer wahllos 28 Menschen in Restaurants, Supermärkten und anderen Geschäften der verschlafenen Provinz Brabant. Die Waffen stammten teils aus einem Waffendepot der Polizei. Das militärische Vorgehen der Täter und weitere Faktoren legten den Verdacht auf die belgische Gendarmerie, die dem Verteidigungsminister unterstand, der wiederum mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in das Gladio-Programm eingeweiht war. Obwohl es sich um den aufsehenerregendsten Fall seit Kriegsende handelte und das ganze Land erschüttert war, gelang es den Behörden nicht, die Täter zu schnappen, bzw. die Fahndung wurde gezielt sabotiert und die Täter erhielten staatliche Unterstützung.

Die Killerbande wurde in der öffentlichen Diskussion mit der Neo-Nazi-Organisation Westland New Post in Verbindung gebracht. Diese hatte das Ziel, die belgische Gesellschaft zu destabilisieren und öffentliche Unruhen zu provozieren, um „eine Regierungsbildung durch die ultra-konservative Partei Parti Social-Chrétien zu fördern. Der umstrittene belgische Adlige Benoit de Bonvoisin, der sogenannte „Schwarze Baron“, wurde als einer der möglichen Finanziers der Killerbande genannt. Sein Vater war einst Direktor der mächtigen Société Générale. Ein weiterer Direktor war Étienne Davignon, ehemals auch Vizepräsident der Europäischen Komission. In anderen europäischen Ländern war es üblich, Adelige für Gladio anzuheuern.

In Belgien kam es jedoch nie zu irgendwelchen Durchbrüchen in den Ermittlungen. De Bonvoisin war wiederholt mit Kontakten zu den kommunistischen Terroristen der “Cellules Communistes Combattantes” (CCC) und Gladio in Verbindung gebracht worden. Die CCC bekam Waffen geliefert durch die ominöse Pariser Enrichtung “Hyperion”. Der angebliche Selbstmord des Anführers der Westland New Post Paul Latinus im April 1984 wurde mit der Gruppe ebenfalls in Verbindung gebracht.

Bei den Massakern von Brabant gab es den Verdacht auf eine Verschwörung innerhalb der belgischen „stay-behind-Organisation“ SDRA8. Diese agierte getarnt innerhalb des militärischen Nachrichtendienstes Algemene Dienst Inlichting en Veiligheid(ADIV), der belgischen Gendarmerie SDRA6 und in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Nachrichtendienst Defense Intelligence Agency (DIA).

Einige Ermittler behaupten, dass die Verbrechen im Sinne einer Strategie der Spannung eine Art Präventivschlag gegen die kommunistische Bedrohung in Westeuropa gewesen seien. Die Taten wären in diesem Fall mit der Operation Gladio verbunden gewesen, einem paramilitärischen Geheimnetzwerk. Eine Untersuchung des belgischen Parlaments fand, wen überrascht es, keine stichhaltigen Beweise, dass Gladio involviert war oder dass kriminelle Gruppierungen das Stay-Behind-Netzwerk infiltriert hatten. Die diesbezüglichen Ermittlungen der Untersuchungskommission wurden von den Leitern mehrerer belgischer Geheimdienste massiv behindert, die sich weigerten, Namenslisten des belgischen Gladio-Zweigs SDRA8 an die Untersuchungskommission zu übergeben, womit sie rechtswidrig ausdrückliche Anweisungen des belgischen Verteidigungsministers und des Justizministers missachteten. Die Vorgänge führten zur Einrichtung eines ständigen parlamentarischen Kontrollausschusses zur Überwachung der Nachrichtendienste.

Rosa Ballette

Die sogenannte “Legende” namens Rosa Balette beschreibt Sexpartys, bei denen es wiederholt zu Verkehr zwischen minderjährigen Jungen und Mädchen sowie mehreren bekannten Mitgliedern der belgischen High Society gekommen sein soll. Hieran sollen der Legende zufolge Adlige, hohe Beamte, Politiker, Minister, Industrielle und Polizeibeamte teilgenommen haben.

Der Grundstücksmagnat Jacques Fourez und seine Sekretärin Elise Dewit, beide wurden 1983 durch die Brabant-Killerbande ermordet, sollen dieser Ansicht nach geheime Videoaufnahmen dieser Partys besessen haben. Die Morde an Jacques van Camp, Léon Finné und Constantin Angelou wurden ebenfalls wiederholt mit derartigen Veranstaltungen in Verbindung gebracht.

Die Polizei nahm die Ermittlungen 2004 erneut auf, nachdem in dem Wald Bois de la Houssière einige verlassene Waffen, Edelsteine und Kleidungsstücke gefunden worden waren. Es handelte sich um den gleichen Wald, in dem 1985 die drei Hauptverdächtigen zum letzten Mal erkannt worden waren.

Nach einem anonymen Hinweis durchsuchten im Jahr 2005 die Ermittler erfolglos dasselbe Waldstück in der Annahme, dort den verscharrten Leichnam eines der drei Anführer zu finden.

Im Jahr 2006 fanden auf der Suche nach neuen Erkenntnissen in Südfrankreich Hausdurchsuchungen in den Unterkünften mehrerer bekannter Krimineller statt, ausgelöst durch den Tod des Schwerverbrechers und ehemaligen Rijkswacht/Gendarmerie-Angehörigen Madani Bouhouche. Bouhouche starb in seinem Garten. Er wurde enthauptet, als von einem Baum, den er mit einer Kettensäge fällte, ein großes Stück Holz herunter fiel. Sein Tod wurde nicht als verdächtig betrachtet, sagte ein Justizsprecher.