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Paris war kaum eine eigenständige ISIS-Aktion

Hadrian / Shutterstock.com

Wolfgang Eggert

Der augenblickliche Umgang mit dem Paris-Massaker ist nicht weniger als ein Lackmustest für einen Journalismus, der sich als “alternativ”, “besser” und vor allem “wahr”  darstellt. Der aber mitunter genauso “tickt” wie die Systemmedien, indem politische Agendas über die Wahrheit gestellt werden. Die dabei zugrunde liegende Kernfrage bei Schreibern, Journalisten und Buchautoren gleichermaßen, lautet: Wie sehr ist man ein “politischer” Mensch, mit Absichten, Zielvorstellungen, Wunschszenarien – also Zukunftsprojektionen. Und wie sehr ist man ein “investigativer” Typ, dem es allein um das Aufklären von Missständen in der Gegenwart geht, der im Zweifel auch gegen seine eigene Agenda schreibt. Jürgen Elsässer erweist sich in diesem Fall als erster; Benesch – durchgehend, immer schon – als der zweite Typ. Sympathischer ist die letzte Variante ohne Zweifel, denn sie ist ehrlicher, greift den Machiavellismus an und weigert sich, auf ihm “zu surfen”, selbst wenn Entwicklungen mitunter einen selbst vertretenen Zweck bedienen mögen. Wenn Elsässer hier und heute anders handelt, dann ist dieses Vorgehen gleich doppelt unehrlich, denn er gibt angesichts eines klaren russischen Motivs seinen Verdacht – den er ohne Zweifel als intelligenter Mensch hat – nicht zu, ja ironisiert ihn zulasten von Kollegen, die er sonst, sollten sie gerade NATO-False-Flags aufdecken, stützen und abbilden würde.

Ich will mich selbst nicht als Positivstes aller Beispiel darstellen, da ich in der Asyldiskussion mitunter selbst “surfe”. Hier ist, jedenfalls bei mir, ein schwacher Punkt, den ich bei anderen Themen besser und sauberer hinkriege, siehe das Beispiel Israel. https://www.youtube.com/watch?v=SF16CkM68cs

Man sollte den Mossad journalistisch als das enthüllen, was er ist: Ein rabiat-gefährliches Unternehmen. Und kann zeitgleich aus Friedens/Strategie-Gründen einen politischen Pakt mit Israel einfordern, WENN man dabei transparent ist und die eigenen Beweggründe offenlegt.

Compact schafft bezüglich Russland immerhin letzteres, würde sich aber nie zu Kritik oder wenigstens Zweifel am potentiellen Partner aufraffen. Was den ewigen Vorwurf einer Putin-“Jüngerschaft” berechtigt erscheinen lässt. Benesch ist hier einer der ganz wenigen im Land, die ein Recht darauf haben, diese Kritik zu erheben. Ironischerweise aber kommt diese am vehementesten und am lautesten von den Mainstream-Medien, die als Transatlantik-“Jünger” quasi im Glashaus mit steinen werfen; eine gleich doppelte Chuzpe, weil sie es sind, die in ihrer betonharten Jüngerschaft sogar zu Kriegen aufrufen. Elsässer tut das diesmal – zum ersten mal – selbst, indem er deutsche Soldaten an die Syrienfront bittet. Wissend oder doch zumindest ahnend, was angesichts tausender hierzulande sesshaft gewordnener ISIS-“Refugees” in unserem Land daraus erwachsen kann.

Es ist Fakt, daß es libertären und halblibertären Vertretern wie Benesch systemimmanent leichter fällt den Wahrheit-und-nichts-als-die-Wahrheit-Standpunkt zu vertreten und zu leben. Etatisten wie Elsässer und auch ich haben eine stärkere Struktur-Wertebindung, das “Wollen” einer “besseren Gesellschaft” findet leichter ins Handeln, auch Schreiben. Wir orientieren uns am Staat und haben die Regeln, auch die negativen, von unseren Gegnern gelernt, adaptiert. Wir sollten versuchen, davon loszukommen. Zugunsten der Wahrheit.

Suspekt

Paris war mit Sicherheit keine eigenständige ISIS-Aktion. Dass der “islamische Staat” mit den Anschlägen nur Verlustpunkte eingefahren hat, liegt auf der Hand. Denn das Gemetzel läuft ja darauf hinaus, die NATO in Syrien zum Krieg gegen “sich” einzuladen. Hollande hat die Einladung bereits angenommen, Deutschland tut das vielleicht auch noch. Mit den Saudis, der Türkei und Israel im Rücken hatten die ISIS-Streitkräfte eine gute Frontlage im Krieg gegen Assad, das Einschreiten des Kreml hat es ihnen erheblich erschwert, jetzt, nach dem Anschlag und dem Schwenk der NATO gegen sie (Wiederholung des 9/11-Bin Laden-Szenarios), ist ihre Lage aussichtslos geworden. Durch eine einzige Terrornacht. Das war vorhersehbar, das war planbar und ohne Zweifel genau so gewollt.

Profitieren tun nun andere: auf den ersten blick sind das Assad, Iran und Russland, die bislang in ihrem Kampf gegen den bewaffneten Fundamentalismus in Syrien allein standen und angefeindet wurden. Man sollte das im Auge behalten, gerade wenn man die Infiltration von Terrorgruppen durch Geheimdienste kennt. Putin ist zwar im Vergleich zu NATO-Hardlinern ein fast “sauberer” Typ, aber er bleibt ein Politiker mit Interessen. Und Chef einer Schlapphutfraktion, die in Sachen “False Flag” – tschetschenische Wohnhausbombardements 1999 – nicht ganz unerfahren ist.

Womit keineswegs auszuschließen ist, daß hier ein anderer Dienst die Fäden zog, um im Zuge einer doppelbödig angelegten Spannungsstrategie eine komplett gegenteilige Agenda einzufahren – die Schwächung Russlands in Syrien. Wenn wir es tatsächlich mit einem double flag durch Israel oder den Saudis zu tun haben – nehmen wir das einfach mal nur als Gedankenspiel an – dann haben die Verantwortlichen in die nun ausgewerteten Spurenlage Sollbruch(fund)stellen eingebaut. Einige Sollbruchstellen, welche im muslimischen Umfeld operierende Agentenführer des DCRI belasten und Frankreich damit zügig in eine (auswärtige) Feindbildablenkung zwingen. Und viele Sollbruchstellen, die auf die Russen als “eigentliche Organisatoren des Massakers” weisen werden. Beide Trumpfkarten, beide gezinkt aber durchaus glaubwürdig, befinden sich demnach in der Hand des Spielers und warten nur darauf, ausgespielt zu werden.

Schon 9/11 hatte viele Merkmale einer double flag. Und zwar Israels gegenüber den USA. Der Druck u.a. The Emperor’s New Clothes (Jared Israel) kam damals nicht aus leerer Luft sondern aus dem “heiligen Land”. “Folgt der Mission, die wir euch gesetzt haben oder es rollen Köpfe bei euch”, lautete die Nachricht. Heute, in Paris, wäre die Message gegenüber den Russen “überlasst den Syrien-Job der NATO oder wir ‘enthüllen’ und lassen die NATO gegen euch los”. Aber so liest sich die Bataclan-Affäre erst auf der dritten Ebene. Auf der zweiten, direkt nachvollziehbaren, standen die Russen wirklich dahinter; allein: Dieses Fazit drängt sich so sehr auf, daß es schon weh tut – ein “roter Hering” im Geheimdienstjargon, zum Anbeißen gedacht.

Die geostrategischen Implikationen sind nun düster. Bisher stand der Westen nicht unmittelbar selbst in den syrischen Schützengräben. Das ändert sich jetzt. Spielt Deutschland mit, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach Blowbacks geben, die sehr heftig ausfallen und Paris wie einen Spaziergang anmuten lassen werden. Dank Merkels Refugee-Amoklauf ruhen sich an unserer Heimatfront inzwischen offiziellen(!) Angaben zufolge “tausende” ISIS-schläfer aus. In dem Moment, wenn wir zugunsten des französischen Bündnispartners die Waffen sprechen lassen, werden die Saudis sie aufwecken.

Wolfgang Eggert schreibt zu den Themen Terrorismus, Geheimdienste, Seitenregierungen und Endzeitnetzwerke. Die Veröffentlichung “Erst Manhattan, dann Berlin” kommentierte Emmypreisträger Saul Landau, Professor an der California State Polytechnic University, mit den Worten:  “Wer wissen will, wie sich extremer Fundamentalismus mit der laufenden US-Politik überschneidet, sollte dieses Buch lesen“.  Über die vorletzte Veröffentlichung zum Verschwinden von Flug MH370  textet United Airlines Pilot Captain Ross Aimer, Vorstandsvorsitzender von Aero Consulting Experts, sowie Flugsicherheitsexperte auf führenden amerikanischen TV-Netzwerken: “Eine sehr interessante und überzeugende Theorie. Wolfgang Eggert fliegt die Unglücks777 in eine dunkle Welt der Intrige, die tatsächlich existiert und von sehr bedrohlichen Männern kontrolliert wird. Wir wissen, dass diese skrupellosen Gestalten bereits vorher viele unschöne Sachen getan haben.”


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