In Frankreich existieren einflussreiche rechtsradikale Netzwerke, die auf die alten Zeiten des GLADIO-Netzwerks zurückgehen und derzeit erheblich politisch profitieren von islamischem Terrorismus. Diese Figuren waren einst enge Kollaborateure der amerikanischen CIA, haben sich allerdings in den letzten Jahren immer stärker den Russen angenähert.

ist ein zerrissenes Land, insbesondere seit dem zweiten Weltkrieg. Die Kommunisten waren wegen ihrem Kampf gegen die Nazis und die Vichy-Regierung recht beliebt und gruben sich tief in die Gesellschaft ein, lähmten die Industrie mit Massenstreiks und räumten ab bei den wahlen. Wegen ihrer Nähe zu Moskau entschloss sich die US-Regierung, ein massives Netzwerk an Antikommunisten aufzubauen und großzügig zu versorgen. Rekrutiert wurden insbesondere Faschisten, Großindustrielle, Aristokraten, Militäroffiziere und Personal der Polizei- und Geheimdienstbehörden.

Francois_de_GrossouvreEine der wichtigsten Figuren des sogenannten GLADIO-Systems war Francois de Groussouvre, der ehemalige Oberjägermeister und Verantwortlicher für nationale Sicherheit unter dem französischen Präsidenten Mitterand. Der Präsident hatte einst unter dem faschistischen Vichy-Regime gedient, wechselte dann ins Lager der Résistance.

Foto: Francois de Grossouvre, Bild unter CC BY-SA 3.0 von Hasting

Nach dem zweiten Weltkrieg sahen die übrig gebliebenen Faschisten in Westeuropa keine andere Wahl mehr, als widerwillig mit den Kriegsgewinnlern aus Amerika und Großbritannien zu kooperieren. Die Amerikaner lieferten Geld, Waffen, Aufklärung. Man machte sogar verschollen geglaubte oder beschlagnahmte Nazi-Gelder wieder frei. Jedenfalls zerplatzten nach 1990 mit der Sowjetunion gleichzeitig viele Träume der Euro-Faschisten. Es gab erst einmal keinen großen Feind mehr im Osten, von dem man Europa eines Tages “befreien” könnte. Die Gelder und die andere Unterstützung der Amerikaner wurde drastisch zurückgefahren. Unmut machte sich breit.

Russland wurde währenddessen faschistisch: Gewaltige (Staats-)konzerne wurden geformt, eine neue Einheitspartei geschaffen die nur wenig verhüllt war durch einen fassadenhaften Scheinparlamentarismus. Der Staat wurde erneut zum Gott, der Militarismus hochgezüchtet, ein Personenkult um Putin gezüchtet. Nachbarländer überfallen. Die christliche Kirche stärker benutzt, um das Volk zu lenken. Eine Aristokratie aus alten KGB-Kumpanen bezog Zarenschlösser und baute sich neue Paläste. Die Ultra-Rechten in Westeuropa müssen außerordentlich neidisch und begeistert gewesen sein über die Entwicklungen im Osten. Alte Geheimdienstkontakte wurden aufgefrischt und es wurde klar, dass die Eurofaschisten eine gänzlich neue Fassade brauchten.

Einer der bedeutendsten Vordenker der “Achse Paris-Berlin-Moskau” ist ausgerechnet Henri De Groussouvre, Sohn des GLADIO-Chefs Francois de Grossouvre.

Wer ist dieser Grossouvre? Zunächst ein französischer Unternehmensberater in wien. Parvulesco teilt über diesen Herrn mit, daß er „ohne Zweifel zu verantwortlichen Aufgaben in europäischem Maßstab berufen wird, im Kader einer Geopolitischen Gemeinschaft Frankreich-Deutschland-Rußland, die gegenwärtig im Entstehen ist.“ – Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke, Seite 69

Parvulesco ist ebenfalls ein pro-russicher Eurasien-Fanatiker. Der alte Henri De Grossouvre wird in Verbindung gebracht mit Luc Jouret, Begründer des Sonnentemplerordens, sowie und Jean Thiriart, der kurz vor seinem Tod noch den Eurasien-Chefdenker Alexander Dugin in Moskau besuchte. Der Autor Bruno Fouchereau glaubt, die von Thiriart geleitete nationalbolschewistische Splittergruppe sei ein Element von Gladio gewesen. In einer österreichischen Gladio-Dokumentation werden weitere Verbindungen von Thiriart aufgezeigt.

Eine faschistische Internationale, die an Gladio beteiligt gewesen sein soll, traf sich regelmäßig:

1970: Beginn der Beziehungen mit Verona, Treffen mit Soffiati, Besutti und Maggi, Ordine Nuove und geheime Verbindung mit Franzosen, Begiern von Tiriat [gemeint ist Thiriart], Giovane Europa, mit den Österreichern von Bort und den Deutschen vom Widerstand.

Die französische Rechte ist heute enorm stark und sie will die Achse Paris-Berlin-Moskau. Russland wiederum will Eurasien kontrollieren und paktiert mit der europäischen Rechten. Die aktuellen Anschläge in Paris stärken diese Achse, verschaffen Putin eine Rolle in einer internationalen Antiterror-Koalition und können so zu einer Lockerung der Sanktionen führen. Russland und die extreme europäische Rechte haben genügend Motiv und auch die Möglichkeiten, solche Anschläge zu fördern, aus dem Hintergrund zu leiten oder zumindestens abzuschirmen.

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