Politik

Ganztagsschule plus Migrantenschwemme: Wir werden geschafft

Lukassek / Shutterstock.com

Von Vollbremsung

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung konnte aufzeigen, dass es einen bedeutsamen Einfluss der sozialen Herkunft auf das Entscheidungsverhalten der Eltern gibt. Dieser Herkunft-Effekt zeigt sich darin, dass Eltern ohne Abitur ihre Kinder von einem Gymnasialbesuch abraten, auch wenn diese die Empfehlung dazu haben. Gleichzeitig kommt es damit zu einem anderen Nachteil: eine Lernförderung ist in einer Gymnasialklasse besser als in den Klassen aller anderen Schulformen. Die gymnasiale „Beschulung“ ist einfach besser. Das führt zu Disparitäten. Hinzu kommt, dass man mittlerweile weiß, dass leistungshomogen-ungünstige Zusammensetzung von beispielsweise Hauptschulklassen erhebliche Lern- und Entwicklungsrisiken bergen — also quasi das Gegenteil von einem Gymnasium. So kommt es, dass in manchen Hauptschulen – vor allem in den Großstädten – aufgrund einer extrem ungünstigen sozialen und ethnisch-kulturellen Komposition der Schülerschaft gar nicht mehr vernünftig unterrichtet und gelernt werden kann.

Die Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten bei Kindern mit Migrationshintergrund liegen auch beispielsweise entwicklungspsychologisch begründet. Man weiß aus der pädagogischen Psychologie, dass das „phonologische Arbeitsgedächtnis“ (das Verarbeiten von Gehörtem) besonders wichtig ist. Studien können schon lange beweisen, dass die Qualität früher phonologischer Verarbeitung beim Kind vorhersagen kann, wie gut es später Lesen und Schreiben lernen wird. Es ist also der Umgang mit der Lautstruktur, die von frühen Kindesalter beginnt. Das wiederum hat großen Einfluss auf das Schreibenlernen. Bei Kindern mit Migrationshintergrund findet diese häufig in der Sprache der Eltern statt, weshalb u.a. Niveauunterschiede zur Stammgesellschaft auftreten.

Nun gehört auf der anderen Seite die fortschreitende Ausdifferenzierung von Ungleichheiten zu den Aufgaben von Schule und Unterricht. Die Schule soll ja „besser“ machen, sie soll ja Leistung anheben.

Der Clou: eine Gesamtschule soll Disparitäten (Ungleichheiten) lösen. Nämlich auf zweierlei Weise: Man „bremst“ die Guten (Gymnasiasten) und „hebt“ die „Schlechten“ (Hauptschule). Man „integriert“ auch Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf in normale Klassen, ganz nach dem Motte: Was nicht passt, wird passend gemacht. Es wird also quasi an beiden Enden gearbeitet: Förderung für die einen, Hemmung für die anderen.

Gesamtschulen reichen nicht aus: Wie der Staat die Einflusszeit auf Kinder radikal erhöht

Der angebliche PISA-Schock läutete eine umfassende Schulreform ein. Diese bestand u.a. im Aufbau von Ganztagsschulen. Intention der Ganztagsschulen ist es, „durch das erweiterte Zeitbudget an Ganztagsschulen mehr lernen als an Halbtagsschulen“ (G. Roth, 2015) zu ermöglichen.

„Gleichzeitig sollen insbesondere Kinder aus benachteiligten Elternhäusern gezielt gefördert werden, um herkunftsbedingte Disparitäten abzubauen oder im Vergleich zu Halbtagsschulen zumindest zu reduzieren (Bildungsungleichheit).“ (G. Roth, 2015)

Mit der „manipulierten“ Begründung der „sozialen Ungerechtigkeit“ sollte der Staat also „ein erweitertes Zeitbudget“ bekommen — sprich: der elterliche Fürsorge entziehen. Nachdem die ersten Ganztagsschulen ihren Betrieb aufgenommen hatten, lagen auch schon die ersten Studienergebnisse vor:

„Zusammenfassend bieten die Ergebnisse von Strietholt et al (2001) keine empirische Evidenz dafür, dass die Organisationsform von Schulen einen Effekt auf die Schülerleistung hat. Trotz des erweiterten Zeitbudgets ist das Leistungsniveau an Ganztagsschulen nicht höher und die Bildungsungleichheit nicht geringer als an Halbtagsschulen.“

BÄM! Und jetzt raten Sie mal? Der oberste Sowjet der Bildungsministerien NRW verkündet gleich den nächsten „großen Sprung nach vorne“: das Projekt „Ganz In — Mit Ganztag mehr Zukunft“. Nun sollen mehr oder weniger alle Schulen — einschließlich Gymnasien als Ganztagsschulen umstellen. Wen interessieren schon Studienergebnisse. Anstatt also zurückzurudern, wurde noch einen Gang hochgeschaltet.

Die erfolgreiche Umstellung des deutschen Schulsystems auf Ganztagsschulen, die immerhin viele Jahre gedauert hat ist ausgerechnet zum richtigen Zeitpunkt abgeschlossen. Jetzt, wo der Deutsche Staat das totale Verfügungsrecht sogar über die Nachmittagsgestaltung von jungen Menschen bis 18 Jahren hat, beginnt die: Masseneinwanderung. Deutschland ist also mit seinen „Erziehungskontrollsystem“ für junge Menschen bestens vorbereitet. Merkels „Wir schaffen das“ ist Endsieg-Propaganda, aber die gute Frau wird wahrscheinlich recht behalten. Denn die Schulen sind für die neuen Millionenheere nordafrikanischer Migranten gewappnet — dank rechtzeitiger Umstellung auf Ganztagsschulen.

 

Studien konnten tatsächlich für die Ansprüche des bisherigen deutschen Schulsystems ungünstigere Voraussetzung von Arbeitern- und Migrantenkindern feststellen. Einige Gründe sind obigen Abschnitt genannt. Allerdings ist es auch nicht so, dass der mit 140 IQ beglückte Ali-Mohammed automatisch auf der Hauptschule vegetieren muss. Ähnlich verhält es sich mit dem Lehrerkind, das auch durchaus im Gymnasium scheitert. Es sind statistische Effekte, also im Durchschnitt. Diese statistische Benachteiligung sollte Thema sein, allerding lässt sich damit nicht wirklich eine Ganztagsschulen begründen.

Die statistischen Disparitäten hätte auch eine andere Zuwanderungspolitik begründen können, indem Migranten wie in Australien oder Kanada qualifiziert sein müssen und bereits Sprachkenntnisse (Eltern) vorweisen müssen. Insgesamt betrachtet ist das Problem im Kontext marginal, denn das eigentliche Problem sind die staatlich fehl-allokierten „Bildungsinhalte“ durch planwirtschafliches Aufsetzen eines Schulsystems. Außerdem ist in diesem Kontext erwähnenswert, dass Deutschland ein recht durchlässigen zweiten Bildungsweg anbietet. Es gibt unzählige Möglichkeiten später die Hochschulreife zu erreichen und zu studieren.

 

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