Nordkorea hat dem Süden ein deutliches Ultimatum gestellt, um antikommunistische Lautsprecher-Durchsagen an der Grenze zu stoppen. Werde die Forderung nicht erfüllt, folge ein „umfassender Krieg“.

Eigentlich ist man es seit Jahrzehnten gewohnt, dass Nord- und Südkorea alle paar Monate heftigste verbale Feindseligkeiten austauschen, als stünde ein Krieg nur wenige Tage bevor, und dann geht alles wieder weiter als zuvor. Es hat sich aber vieles inzwischen verändert: Nordkorea ist eine Atommacht, China im Rücken ist eine Wirtschafts- und Atommacht, China will bis zum Jahr 2020 eine stärkere Marine-Streitmacht als die der USA  haben und Russland benötigt dringend eine Ablenkung von den Vorstößen in Europa, quasi eine zweite Front.

Es käme Peking sogar ganz gelegen, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un international als verrückter, unberechenbarer Eigenbrötler gilt, der überraschend Familienmitglieder, Minister und Generäle hinrichten lässt. Denn wenn Nordkorea mit seiner gigantischen Millionen-Mann-Armee tatsächlich nach Süden vordringt, könnte die kommunistische Partei Chinas offiziell erklären, zwar diese Entscheidung nicht zu begrüßen, dennoch gezwungen zu sein, die chinesischen Interessen zu sichern. Denn die USA stehen auf der Seit des Südens und auch Japan wird nicht tatenlos herumstehen, wobei zwischen den beiden Koreas und Japan eine lang gehegte Feindschaft existiert. China hat die industriellen Produktionskapazitäten, um Nordkorea mit allem zu versorgen, was nötig ist.

Ein sich ausweitender Krieg in Asien gäbe Russland die Gelegenheit, weitere Eroberungen in Osteuropa und am Baltikum vorzunehmen

Der Geopolitik-Analyst Joel Skousen meinte im Recentr-Interview vom vergangenen September:

Ich denke die Globalisten wissen, das China Nordkorea kontrolliert und Nordkorea als Auslöser benutzt werden wird. Der Osten braucht ein instabiles Land, das so wirkt als würde es auf eigene Faust handeln. […] Ungefähr alle sechs Monate macht Nordkorea einen winzigen Angriff gegen den Süden um den Süden zu verwirren, damit die später einmal nicht schnell genug reagieren, wenn ein echter Angriff kommt. Inzwischen ist Kim il Sungs Enkel an der Macht und es fehlt ihm an Kompetenz. Es sind andere mächtige Zirkel, die inzwischen das Land kontrollieren. China wiederum kontrolliert die nordkoreanischen Militärführer. China gibt die Befehle. Man lässt Kim in dem Glauben, er herrsche. Es gab viele Veränderungen in letzter Zeit, so manche Säuberungsaktionen. China aber hält die Zügel in der Hand und man hat den Befehl gegeben, zum Schein eine Friedensinitiative mit dem Süden zu starten, um den Süden und den Rest der Welt in Sicherheit zu  wiegen, bevor später ein Angriff folgt. Ich denke nicht, dass Kim jong Un noch wirklich das Land regiert.

Dennoch scheinen die USA eine solche Eskalation immer einkalkuliert zu haben. Dr. Abdul Qadeer Khan, der Vater des pakistanischen Atomprogramms, gab 2004 zu, nukleare Technologien mit Hilfe eines weltweiten Schmugglernetzwerks unter anderem an eine Einrichtung in Malaysia weiter gegeben zu haben, die wichtige Teile für Zentrifugen herstellt. Khans Kollaborateur B.S.A. Tahir betrieb in Dubai eine Frontorganisation, die Komponenten für Zentrifugen nach Nordkorea lieferte. Obwohl niederländische Behörden Khans Aktivitäten schon 1975 misstrauisch gegenüber standen, wurde eine Festnahme zweimal durch die CIA verhindert. Der ehemalige niederländische Premierminister Ruud Lubbers sagte:

„Dieser Mann wurde über 10 Jahre lang beobachtet und es war klar, dass er ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Doch mir wurde zum wiederholten Male erklärt, dass der Geheimdienst damit sehr viel besser umgehen könne. In der Tat hatte nicht Den Haag das letzte Wort, sondern Washington.“

Lubbers gab bekannt dass Khan, der nukleare Geheimnisse verkauft und sie somit Nordkorea zugänglich gemacht hatte, unter dem Schutz der CIA in den Niederlanden ein und aus ging. Er wurde laut Georg W. Bush schließlich zu einer Art

„Primärverkäufer eines umfangreichen internationalen Netzwerks, das für die Verbreitung nuklearer Technik und Know-How zuständig war“

Im September 2005 wurde bekannt, dass das Amsterdamer Gericht, das Khan 1983 zu vier Jahren Haft verurteilte, die Akten die den Fall betrafen verloren hatte. Die Vizepräsidentin des Gerichts, Anita Leeser, beschuldigte die CIA die Akten gestohlen zu haben. In der niederländischen Nachrichtensendung NOVA erzählte sie:

„Irgend etwas läuft hier verkehrt, solche Dinge verlieren wir nicht einfach. Ich finde es schon verblüffend wenn Leute politisch relevante Akten einfach verlieren, besonders wenn es im Auftrag der CIA geschieht. So etwas ist einfach unerhört.“

Pakistans Präsident Pervez Musharaf bestätigte 2005, dass Kahn Nordkorea mit Zentrifugen und Informationen über deren Entwicklung versorgt hatte. Auch dadurch, dass die US-Regierung mit ihrer Politik Nordkorea half, einen Leichtwasserreaktor zu bauen und die CIA genau bescheid wusste, dass Khan Nordkorea Mittel zur Entwicklung nuklearer Waffen zur Verfügung stellte, wurde sie zum direkten Komplizen bei der Versorgung Nordkoreas mit den Atomwaffen.

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