Von L.H.

An dieser Stelle möchte ich einen Radiobeitrag aus dem Deutschlandfunk vom 5. August kommentieren. Der Beitrag selbst befasst sich mit der Möglichkeit der Meinungsbeeinflussung durch manipulierte Suchergebnisse.

Der erste Test

Bei der Studie wurden 102 Probanden mit gemischten politischen Überzeugungen gefragt, was sie von den Kandidaten einer australischen Wahl halten. Zunächst waren die Antworten gemischt und ziemlich ausgeglichen. Anschließend sollten die Probanden zu den Kandidaten im Internet Informationen suchen. Hierfür wurden drei Gruppen gebildet.

  • Die erste Gruppe erhielt ein manipuliertes Suchergebnis zu Gunsten von Kandidat A
  • Die zweite Gruppe erhielt ein manipuliertes Suchergebnis zu Gunsten von Kandidat B
  • Nur die dritte Gruppe erhielt die orignalen Suchergebnisse (in welcher die Kandidaten in etwa gleich gut/schlecht bewertet wurden).

Das Ergebnis war eindeutig: Als die Probanden anschließend gefragt wurden, wen sie nun wählen würden, machte sich die Veränderung der Suchergebnisse signifikant bemerkbar. So ließen sich die Teilnehmer zum jeweiligen Kandidaten hinreißen, der besser gelistet war. Allerdings verwies der Fachmann darauf, dass es amerikanische Probanden waren, die über australische Politiker nichts wirklich wissen. Dies bedeutet unter anderem, dass in der Realität sich die Menschen nicht nur auf Suchergebnisse stützen, sondern auch auf andere Medien zur Meinungsmache. Allerdings – und darum geht es im Kern ja – sind die anderen Informationsbeschaffungswege auch Manipulationen ausgesetzt.

Der zweite Test 

Es wurden Indische Probanten über Indische Politiker befragt. Die Inder hatten also schon Vorkenntnisse und eine Meinung über ihre Politiker. Aber auch hier war war ein ganz klarer Stimmungsumschwung hin zu den künstlich geförderten Kandidaten nachweisbar. Wenngleich auch nicht ganz so hoch wie im ersten Test.

Das Fazit der Studie lautete: Suchergebnisse könnten eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Ferner wird dann vom Autor der Studie eine Kontrollinstanz gefordert, die die Suchmaschinenbetreiber kontrolliert.

Bisher wurden laut dem Experten Manipulationen von Suchergebnissen von Seiten der Betreiber nicht nachgewiesen. Allerdings, so der Experte weiter, ist das Nachweisen von Manipulationen von Seiten der Betreiber praktisch unmöglich. Denn die gefakten Suchergebnisse könnte das Unternehmen dann anderen Gruppen zuschieben, sodass der Manipulationsverdacht auf jemand anderen fällt. Die Daten dafür hat der Suchbetreiber ja bereits. Im Beitrag wird auch erwähnt, dass der Studienautor eine persönliche Fehde mit Google hat. Allerdings zeigt der Beitrag einmal mehr was für eine Gefahr von Großkonzernen ausgeht. Denn was passiert, wenn die Medienkonzerne plötzlich offen und in großem Stile nur noch eine Meinung verbreiten?

Der Bürger lebt in der Illusion, neben TV und Fernsehen selbst im Internet aktiv nach ausgewogenen Informationen zu suchen, um ein besseres Urteil zu fällen.

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