KOMMENTAR

Wie jede übersimplifizierte Kultideologie wirkt auch der Anarchokapitalismus für den Gläubigen “perfekt”. Ein geschlossenes Gedankensystem, das auf alles eine Antwort hat. Jede Kritik wird vehement abgeblockt mit einem Schwall aus einstudierten Standard-Antworten. Denn jede Kritik kann nur vom Feind kommen, von unerleuchteten Bösewichtern, die einfach die heiligen Grund-Dogmen nicht akzeptieren wollen und den Satan namens Staat verteidigen. Auf die schmutzigen Ungläubigen blicken sie mit Verachtung herab.

Der Gott der Anarchisten sind freie Märkte und das “Nichtaggressionsprinzip”. Die Waffen der Anarchisten sind das Teilen von Memes auf Facebook, dem Zuhause-Bleiben bei Wahlen, etwas schummeln bei der Steuer, eine passiv-aggressive Verweigerungshaltung gegenüber Nichtgläubigen, und das Rekrutieren neuer Opfer für den Kult.

99,9999% der Menschheit interessieren sich nicht für diese Sekte und daran wird sich auch nie etwas ändern. Weil den Anarchisten die eigenen “perfekten”, absoluten Dogmen im Weg stehen. Alleine mit Facebook-Memes und Youtube-Videos wird das nämlich nichts mit dem Umkrempeln der Welt. Einzelne versprenkelte Anarchisten oder winzige Grüppchen ohne populäres Mandat haben null Chance, das “Gewaltmonopol” des Staates einzudämmen. Sie haben keinen machbaren Weg, um ihr Ziel zu erreichen. Ein Stefan Molyneux mag sich totlachen über den Versuch, den Staat (unter anderem) mit politischen Methoden zu verkleinern, aber er und seine Kultmitglieder haben wirklich NULL Aussichten, ihre Ziele zu erreichen.

“Jeder Mensch gehört sich selbst” lautet das zentrale Mantra und es klingt tatsächlich toll. Genauso toll klingen die Mantras anderer (Polit-) Sekten. Über eine Milliarde Menschen glauben: “Der Mensch gehört Allah.” Und beten fünfmal am Tag gen Mekka, während die Handvoll Anarchisten fünfmal am Tag Podcasts von Stefan Molyneux hört.

Im Prinzip handelt es sich bei den Slogans über Self-Ownership nur um einen billigen ideologischen Taschenspielertrick. Ein perfektes moralisches Ideal, schöne hohle Worte. Anarchokapitalisten haben sich viel von Kommunisten abgeschaut, unter anderem den Utopismus und die billigen Argumentations-Tricks. Konkrete Kritik wird einfach abgeschmettert mit moralischer Empörung: “Du kannst doch nicht gegen perfekte Freiheit und Gerechtigkeit sein!”

0% Staat und Polit-Boykott auf Facebook und Youtube predigen ist einfach und billig. Tatsächlich Frieden und Sicherheit etablieren, ist dagegen extrem schwierig. Aber die Anarchos bieten einfache Antworten. Die Menschen würden sich prinzipiell “für Freiheit entscheiden”. Das tun sie aber seltenst. Kunden statt Staatsbürger würden “vernünftigere Entscheidungen treffen”. Seit wann aber entscheiden Menschen vernünftig? Private Sicherheitsfirmen mit Armeen und Atombomben sollen notfalls “Recht durchsetzen”. Aha. Staatenlose Manager sollen also ihre tariflich beschäftigten Angestellten in die Schützengräben und Kampfbomber schicken. Daran soll die Welt genesen. Ohne Staatsgrenzen würde alles “stabiler und friedlicher” werden. Sobald aber irgendeine Region sich wirklich zum anarchokapitalistischen Territorium wandeln würde, wäre sie wie die Antilope, die von mehreren Rudeln Löwen umkreist wird. Andere Staaten kämen sofort und würden sich dort breit machen. Denn es gibt alles zu kaufen. Da Anarchisten ihre Ideologie für perfekt halten, müssen sie peinliche Verbiegungen bewerkstelligen, um Argumente abzuschmettern.

Was wäre wenn 10 Millionen Chinesen oder Moslems sich “privatwirtschaftlich” in Schleswig-Holstein breitmachen und Kasernen bauen würden? Papperlapapp sagen die Kult-Mitglieder, man dürfe doch keine “künstlichen Ängste vor Fremden schüren”. Außerdem gäbe es doch die riesigen Sicherheitskonzerne mit Atombomben und Panzern! Keiner außer Hoppe-Jünger nimmt sowas ernst. Anarchisten können nur anhand eines fix und fertigen Luftschlosses argumentieren, in dem bereits alles etabliert und alles am rechten Platz ist. So ähnlich argumentieren Kommunisten: Der Staat würde ja schließlich bei Erreichen des Kommunismus “verwittern” und “verschwinden”. Der neue perfekte sozialistische Mensch wäre geschaffen und alle Elemente der Gesellschaft würden perfekt funktionieren, um Wohlstand, Sicherheit und Frieden zu sichern.

Menschen entscheiden sich aber fast nie für Freiheit, sondern fast immer für Sekten. So sieht die Welt nun einmal aus. Und die anderen Sekten machen viel attraktivere Versprechungen als die Anarchisten. Wie groß ist noch mal die Anarchistenquote auf der Welt? Ach ja, ein Haar über Null. Egal um welchen Konflikt es in der Welt geht, nirgendwo kämpfen Anarchisten. Auch wenn der ein oder andere vom Schießen träumt, er weiß dass der nächste Anarchist zu weit weg wohnt um dabei behilflich zu sein. Es gibt keine einzige schlagkräftige anarchokapitalistische Gesellschaft auf der Welt.

Was würden die Anarchisten denn machen, wenn eine gute Fee beispielsweise die US-Regierung stürzen und auflösen würde? Die Grenzen aufmachen für 800 Millionen Flüchtlinge? Alle Polizisten mit sofortiger Wirkung entlassen? Sich freuen über 100.000 neue verrückte unfreie Kleinststaaten? Kämpfen gegen 30 Millionen Mexikaner unter Waffen, die die Südstaaten zurückhaben oder vielleicht die ganzen USA haben möchten? Wem gehören die Atomwaffen? Dem anarchokapitalistischen Revolutionskomitee? Sind die dann die neue Regierung? Gründen die Anarchoführer dann Privatunternehmen und kaufen die Atomwaffen? Von wem? Zu welchem Preis?

Ich habe selbst liberale Ansichten, aber ich halte den Liberalismus nicht für die Fix-und Fertig-Ideologie für alles. Und ich bin schon gar kein Anhänger der Karikatur namens Anarchismus. Der Anarchokapitalismus scheint wie eine sinnlose Feierabendbeschäftigung zum Dampfablassen mit Facebook-Memes, während die ganz großen Sekten auf der Welt zunehmend an Macht gewinnen.

Der “Libertarismus” spricht sehr wohl die Masse an. Der Anarchokapitalismus hingegen ist eine ewige Nischen-Sekte von elitären Kultisten, die immer nur ihre einprogrammierten simplen Antworten auf alles geben und mit Heils-Utopien werben. Um eine anarchokapitalistische Gesellschaft irgendwo zu haben, bräuchte es die Anerkennung dieses Systems durch die Masse. Ansonsten hat man nur wieder versprenkelte einzelne Anarchos, die grimmig irgendwo herumsitzen oder mit schwachen Mini-Communities herumexperimentieren und mit sich selber streiten.

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26 comments

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Agent Orange 3. Mai 2015 at 21:39

@ Randfigur,
das Thema is nich Sezession, sondern Gemeindeaktivierung … Eigenverantwortliches Handeln zum Wohl aller Gemeindeangehörigen … Wo gibts das schon noch?

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Gegeninfo 29. April 2015 at 5:15

Finde solche Artikel keine gute Idee bei denen es hauptsächlich darum geht seinen Gegner zu diffamieren. Erzeugt nur mehr Hass. Bin gewiss kein Anarchokapitalist, aus der Szene bin ich zum Glück ausgetreten.
Wenn man eine Weltanschauung angreifen will, finde ich sollte sachlich vorgegangen werden, bringt wesentlich mehr.

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AlexBenesch 29. April 2015 at 7:12

Naja, das liegt daran, dass in unzähligen Podcasts und Kommentaren und Büchern und Artikeln permanent von den AnCaps gegen Andersdenkdene und Ungläubige gehetzt wird. Außerdem gibt es die Bauernfänger die mit ihren billigen Tricks überall die Frohbotschaft verteilen und Kritiker niederbügeln wollen. Da ist es mit der Nettigkeit längst vorbei.

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White Sun 28. April 2015 at 18:19

so, bin auch mal wieder da.
ist ja einiges passiert in der zwischenzeit.

gibt zu diesem thema nicht viel zu sagen. aber: man kann mit jedem klar kommen!
und, welcher sekte gehör ich jetzt an? also ich weiss von nichts.
ist mir persönlich wurscht, ob der typ, von dem ich mein werkzeug kaufe, anarchocap oder sonst irgendwas ist. ich will sein werkzeug, und wahrscheinlich will er etwas von mir. fertig! und so in etwa läuft das mit jedem

und leute: gafft nicht so viel ins eckige, raus mit euch! 😉

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Konstantin Schwarz 27. April 2015 at 23:24

Hallo Herr Benesch,
ich schätze Ihre Arbeit sehr, ich wäre ohne diese nicht da wo ich jetzt bin. Ich schätze vorallem Ihre Analyse der Geopolitik. Nur in diesem einen Punkt habe ich das Gefühl das sie Ihre Maßstäbe über Bord werfen und sich von Emotionen geleitet äußern. Hans Hermann Hoppe sagt:
“Keine gerechte Ordnung vermag für sich in Anspruch zu nehmen, ein System frustrationsloser oder auch nur frustra-tionsminimierender Interaktionen darzustellen, vielmehr muß jede gerechte Ordnung nicht nur das Auftreten von Frustrationen zulassen, sie muß sogar unbestimmt sein hinsichtlich des Ausmaßes an subjektiven Enttäuschungen und Leiden, das zu erdulden man den in ihrem Rahmen handelnden Personen abverlangt.”
Hans Hermann Hoppe schwärmt in seinem Büchern nicht von einem anarchistischem Utopia, er analysiert streng wissenschaftlich, was eine gerechte Ordung ist und legt seine Ergebnise offen ohne Rücksicht drauf ob diese eine Masse ansprechen oder Tagespolitisch von wert sind.

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Bradbury 27. April 2015 at 22:21

“Nationalsozialistische Provokateure wie Bradb*** ignorieren solche Scheußlichkeiten”
Ach, ablgelehnter. Willst du nicht weiter mit deinen Freunden im Forum über die DEUUUTSCHE “Abstammung, Genetik, Vererbung, unveränderbare Ästhetik…” philosophieren?
http://recentr.ipbhost.com/index.php?/topic/1523-die-hamiten-opfer-rolle/?hl=unver%C3%A4nderliche#entry17131
Vielleicht diskutiert ihr auch mal aus wie DEUUUUTSCH CURRYwurst und Pommes Frites oder Kippen von Malboro wirklich sind. ^^

Was für “Versäumnisse” meinst du? Dass die Politiker überhaupt Migranten ins Land gelassen haben? Dann gäbe es auch keine ehrlichen Ausländer, die man beschützen müßte. Hast dir fein zusammengestrickt 😉

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isomorph 27. April 2015 at 11:29

Hinter dem sogenanntem Anarchokapitalismus, für den es nebenbei bemerkt auch noch viele andere Bezeichnungen gibt, verbigt sich lediglich der zutiefst humanistische Gedanke, dass jeder Mensch sich selbst gehört, oder anders ausgedrückt, kein Mensch fremdbeherscht werden sollte. Es ist eigentlich ganz einfch und unkompliziert und es steckt auch keine grosse Wissenschaft dahinter. Also wer möchte sich selbst gehören und nicht fremdbeherscht werden …

http://globalefreiheit.de/

🙂

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Stefan Kupezki 27. April 2015 at 7:30

Du sprichst gute Punkte an. Das beste du ladest deinen langjährigen Kollegen Oliver Janich ein und ihr diskutiert das wie Erwachsene aus. Und hört bitte auf euch wie kleine Kinder zu benehmen.

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AlexBenesch 27. April 2015 at 9:10

Niemand braucht Janich wenn man Hoppes Bücher rumliegen hat. Ich bin eher ein Fan des Nachdenkens und Schreibens, als von WWE-Schaukämpfen. Im Prinzip argumentieren Ancaps immer rückwärts, ausgehend von einem fix und fertigen Luftschloss. Anhand dieses Luftschlosses meinen sie dann, alles zufriedenstellend klären zu können. Außerdem argumentieren sie mit idealen Moralstandards wie Self Ownership. Das ist ein schönes Ideal, aber sie haben keinen Weg um das zu erreichen. Sie stehen sich selber noch im Weg und geben viel etablierteren, freiheitsfeindlichen Gruppen den Spielraum, um sich auszudehnen. Die Privatrechtsgesellschaft ist eine Fata Morgana. Je mehr man versucht, sich anzunähern, umso mehr bewegt sich die Fantasie weg.

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Hauke 27. April 2015 at 9:40

Niemand braucht Hoppes Bücher, um Ancap zu sein.

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Stefan Kupezki 27. April 2015 at 10:26

Beim letzten mal habt ihr über mögliche Szenarien diskutiert, wenn eine PRG fest installiert ist. Es wäre interessant auch den Übergang zu besprechen. Alex, ich bitte dich, gibt dir einen Ruck (ich erwarte mir von Oliver das gleiche) und sprecht wie erwachsene Menschen miteinander. Wir sind ja nicht im Kindergarten, dafür ist die Situation viel zu ernst. Es ist schade, wenn du deine Gedanken auf die Kommentarsektion beschränkst.
😉

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AlexBenesch 27. April 2015 at 11:14

Es ist keine Diskussion, wenn der eine rückwärts von einem Luftschloss ausgehend argumentiert. Da wird jeder Einwand einfach abgeschmettert, weil dieses Luftschloss ja perfekt und wasserdicht sei. Dann gibt’s da noch Ausweichmaneuver, von wegen man solle “keine Ängste vor Fremden schüren”, wenn es um die gefährliche Forderung von AnCaps geht, die Grenzen aufzumachen und jede gewünschte Rechtsnorm auf deutschem Boden zu akzeptieren.

So geht keine Diskussion, sondern Trickserei. Sätzchen wie “der Markt kann das besser” klingen zwar gut, aber der “Markt” verlangt einerseits nach realistischen Kompromissen, andererseits nach etablierten Sekten. Nicht nach Aanrchokapitalismus. Es lohnt gar nicht, groß Zeit darauf zu verschwenden. Erst recht sollte man nicht rumbrüllen “All Cops are bastards”, sich freuen wenn Polizisten erschossen werden, und seine Familienmitglieder verstoßen weil die sich nicht bekehren lassen. Aber diese allgegenwärtigen Exzesse werden ja auch meist geleugnet.

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Benni 28. April 2015 at 2:43

Hallo Alex
ich kann mich nur anschließen das ich es sehr begrüßen würde dich und Oliver noch einmal zusammen diskutieren zu sehen!

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Randfigur 3. Mai 2015 at 20:53

@Alex: So sehr mir die kindische Streiterei unter Mini-, Micro- und Nullarchisten auch auf die Nerven geht, in einem Punkt hast Du Recht:
Die Argumentation der Anarchisten zeigt _meist_(!!!) keine praktikablen Möglichkeiten der Erreichung ihres Zieles. Und solange das so ist, sucht man sich dort nen Wolf danach, und kann vielleicht trotz all der guten Ideen und logischen Schlussfolgerungen das Gesamtgebilde nicht wirklich ernst nehmen.
Nun ist es aber nicht so, dass es diesen Weg nicht gibt, und er ist auch nicht so wischiwaschi wie auf Ergebnisse der Erziehung bzw. Erleuchtung der Lemminge zu warten. Das Thema ist Sezession, und ich habe keine Ahnung warum es bei den Ancaps nur eine Randrolle spielt. (Es scheint fast als würde es gemieden). Es würde wohl implizieren, dass man Sezession per Definition parallel zum bestehenden System macht, und sich also irgendwie den Rücken dafür freihalten müsste, ohne seine Ideale zu verraten. Wie auch immer, da wäre etwas, das man als eine wie auch immer erfolgversprechende Handlung ernst nehmen könnte. Mit einem Plan wären die Ancaps auch in der Position, wirklich dazu alternative Pläne zu kristisieren, und würden mit der Molyneuxschen Umsichbeißerei nicht auch die entsprechend übertriebenen Reaktionen wie hier bei Alex hervorrufen.
Aber wo finde ich bei Molyneux oder Hoppe Substantielles zu dem Thema? Sezession ist DER gangbare Weg zu mehr Freiheit, und er hat kein definiertes Ende. Ich bin sicher kein Experte, aber das Einzige, was mich unter Ancaps sowohl in der theoretischen Basis als auch in der Darstellung der Handlungsoptionen einigermaßen überzeugt hat, sind die Schlüsse von Norbert Lennartz. Und wer kennt den? Niemand, ich empfehle also hiermit die Lektüre.
Noch möglichst kurz meine Meinung zum Thema Sezession… Das ist natürlich nicht notwendigerweise eine territoriale Abspaltung, obwohl das auch schon mal ein guter Schritt ist. Jedes gebrochene Monopol bedeutet Sezession oder zumindest die Möglichkeit dazu. Wenn z.B. Rechtsstreite ohne staatliche Intervention beigelegt werden können, wo ist das Problem? Wer sich unter Scharia-Recht stellen mag, möge es tun. Und er wird das auch in der Praxis tun, trotz oder wegen Staat, weil der Alternativen unterbindet, die diejenigen nutzen könnten, die gegen ihren Willen in die Scharia getrieben werden. Aber das ist schon ein Gebiet, auf dem Minarchisten wie Anarchisten auf Ihren Dogmen bestehen und bestehen werden. Und das obwohl nichts einfacher als der Konsens zu dem Thema wäre: Wer ohne den Staat klarkommt, möge ohne ihn glücklich sein, und wer nicht, muss sich halt in die Kanalisation des staatlichen Rechtssystems herabbegeben. Wetten, dass sich in dieser Kanalisation immer weniger Schit finden würde? Schon hierzu sehe ich keine Chance, dass man sich nicht weiter die jeweilige Litanei wiederholt, anstatt einfach den Wettbewerb zwischen Minarchismus und Anarchismus zuzulassen. Analoges gilt für beliebige Streitpunkte. Warum? Für mich reine Psychologie, ganz vorn dran Selbstdarstellungsdrang, viel Feind viel Ehr, verbunden mit dem Herdentrieb, durch den sich die (lächerlich kleine) Masse freiheitliebender Menschen trotz aller Libertätärä am Ende möglichst wortgewaltigen Dogmatikern anschließen. Der Unterschied ist nur, dass die Herdengröße mit der Freiheitsliebe bzw. der Ablehnung von Dogmen abnimmt, und damit keine dieser Miniherden handlungsfähig ist.

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rob_111 26. April 2015 at 11:28

selbst wenn es Anarchie geben würde,würden sich mit der Zeit wieder Hierarchien bilden, weil das einfach in der Natur der Dinge liegt.Und wenns nicht der Staat ist dann holt sich ne andere Gruppe das Gewaltmonopol.Man sollte sich eher Gedanken machen wie man Herrschaft im allgemeinen -wirklich- demokratisch kontrolliert.
Aber wenn hier nicht immer wieder Artikel über AnCaps kommen würden,wüsste doch kein Mensch das es sowas überhaupt gibt.Sind etwa so bekannt wie dieser Haufen hier: http://pi314.at/

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Bradbury 26. April 2015 at 19:36

Wie sieht denn die Sabotage, dieser bösen Flüchtlinge denn aus?
Kriminalität, Volkszersetzung, Rassenvermischung?
gähn
NPD loves U

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Bradbury 27. April 2015 at 22:00

Dein Einsatz für Flüchtlinge freut mich. Wieso stört es dich dann, wenn ich als “Handlangerin” ehrenamtlich tätig bin?
Jetzt also doch Pro Asyl?

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AlexBenesch 26. April 2015 at 8:07

Der “Libertarismus” spricht sehr wohl die Masse an. Der Anarchokapitalismus hingegen ist eine ewige Nischen-Sekte von elitären Kultisten, die immer nur ihre einprogrammierten simplen Antworten auf alles geben und sehr wohl mit Heils-Utopien werben.
Um eine anarchokapitalistische Gesellschaft irgendwo zu haben, bräuchte es die Anerkennung dieses Systems durch die Masse. Ansonsten hast du nur wieder versprenkelte einzelne Anarchos die grimmig irgendwo herumsitzen oder innerhalb von Staaten mit Mini-Communities herumexperimentieren und mit sich selber streiten.
Du selber gibst zu: “Die meisten Menschen wollen von einem Staat regiert und verwaltet werden und kein Libertärer hat das Recht sie zu zwingen in einer staatenlosen Welt zu leben.” Die einzigen Waffen der Anarchisten sind Weglaufen, passiv-aggressive Verweigerungshaltung gegenüber Nichtgläubigen, Facebook-Memes und Youtube. Nirgendwo auf der Welt existiert eine schlagkräftige anarchokapitalistische Gesellschaft. Nirgends. Also verschwende nicht deine Zeit.
Du erhoffst dir, dass eine winzige Minderheit es ohne populäres Mandat im Rücken schafft, “mit Hilfe rein defensiver Technologie” das staatliche Gewaltmonopol zurückzudrängen. Dazu ist diese Minderheit aber viel zu schwach. Du hast dir eigentlich selber die völlige Aussichtslosigkeit deines Unterfangens erklärt. An dieser Stelle stecken Anarchos die Finger in die Ohren und sagen, dass ihnen das alles egal ist, denn sie leben ja (angeblich) nach ihren perfekten Idealen und das müsse reichen.

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Hauke 27. April 2015 at 8:41

Alex, was Du schreibst, trifft auf einige Ancaps zu, jedoch nicht auf den Anarchokapitalismus an sich. Der ist nur das Ergebnis eines Denkprozesses, der bestimmte Kompromisse eben nicht zulässt.

Anarchismus ist die Idee, dass die Herrschaftsfreiheit die beste Form des Zusammenlebens wäre. Dabei ist es noch völlig unerheblich, wann und wie es dazu kommt. Wer das unterschreibt, hat den ersten Schritt bereits gemacht.

Grundsätzlich steht der Pragmatismus (wie kann ich was tun, um X zu erreichen) der oben beschriebenen Idee im Weg. Er lässt nämlich die Möglichkeit eine evolutionäre philosophische Entwicklung der Menschheit in Richtung Herrschaftsfreiheit gedanklich nicht zu, weil es immer nur daran geht, JETZT irgendwas ändern zu wollen, um irgendwie eine Anarchie zu erreichen.

Das geht aber nicht, zumindest nicht dauerhaft.

Ich bin Ancap und denke, dass die Menschheit irgendwann soweit sein könnte, Gesellschaften zu bilden, die ohne Herrschaft auskommen. Die Tendenz stimmt ja.
Stelle ich mich heute auf den Marktplatz und verkünde, ich hätte meiner Frau eine gehauen, weil sie die Suppe versalzen hat, würde das von niemandem mehr akzeptiert. Vor hundert Jahren hätte es vielleicht noch Applaus gegeben. Sklaven halten wir auch nicht mehr, und wer seine Kinder verprügelt, verliert die Gunst der Mitmenschen.
All das ist gut. In kleinen Schritten bewegt der Geist sich weiter.

Ich stimme Dir zu, dass eine Anarchie kein Paradies ist. Es gibt Probleme, vor allem im Übergang, die gelöst werden müssen. Na und? Daran kann man arbeiten.

Woran man in etatistischen Systemen nicht arbeiten kann, sind die zwei wesentlichen Defekte, die ihnen inhärent sind.
1. Der ethische Defekt, dass die ausgeübte Herrschaft, egal wie edel sie gemeint ist, moralisch nicht zu rechtfertigen ist.
2. Die Tatsache, dass jedes System, auch das des Staates dem Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses unterliegt. Jedes neue Gesetz, jeder Wahlkampf, jeder Paragraph, jeder Prozess, jede getrunkene Tasse Kaffee auf einem Polizeirevier erhöht die Systemkosten.
Keine Opposition nimmt die ach so schlechten und zuvor beklagten Gesetze der vorherigen Regierung wieder zurück, wenn sie selbst das Ruder ergriffen hat. Warum? Weil es im System liegt, auf Stimmenzuwächse angewiesen zu sein. Ein abgeschafftes Gesetz ist eine abgeschaffte Vergünstigung irgendeiner Gruppe, die der neuen Regierung augenblicklich ihre Gunst entzieht.

Alex, ich würde Dir empfehlen, dich etwas differenzierter mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn Du Dich nicht gänzlich blamieren willst. Die Vorwürfe, die Du gegenüber Ancaps erhebst, treffen auf Dich selbst ebenfalls zu. Du argumentierst stark ad hominem, wirkst sehr hasserfüllt, hast Deine Unterstützer (welche Du Jünger nennen würdest, wären sie bei deinen Gegnern) und wirkst nahezu resistent gegenüber sachlicher Argumentation.

All das könnte man „sektenhaft“ nennen.

Ancap zu sein bedeutet nicht, Molyneux oder Hoppe mögen zu müssen. Auch die von Dir oft erwähnte Ayn Rand hat mit Anarchismus nichts zu tun.
Bitte sei doch etwas sachlicher und vor allem interessierter, offener, dem Thema gegenüber.

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Bradbury 27. April 2015 at 21:54

“Der Mensch will seine Ruhe, seine Rechnungen bezahlen, etwas besseres für die eigene Brut, abends ein Bier und dann noch die Olle gevögelt.”

Bloß seine Ruhe haben. Rechnungen zahlen sich von allein, die Kinder erziehen sich selbst, das Bier steht bereit und die Olle macht täglich die Beine breit, nur weil der gemütliche Abgelehnte so ein toller Hengst ist.
Meinst nicht man muss sich, zumindest um die Gunst einer Frau, ein kleines bisschen bemühen?

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Konstantin Schwarz 26. April 2015 at 3:53

Hallo,
leider auch hier wieder nur von Emotionen strotzendes Geplänkel. Der Libertarismus ist keine Heilslehre die darauf spekuliert eine bestimmte Masse (Kollektivismus) anzusprechen um dann mit der Legitimation dieser Masse (Demokratie) die Welt zu verändern. Die meisten Menschen wollen von einem Staat regiert und verwaltet werden und kein Libertärer hat das Recht sie zu zwingen in einer staatenlosen Welt zu leben. Allerdings hat auch jeder Mensch das Recht sich dafür zu entscheiden mit seinem Grund und Besitz die Dienste des Staates abzulehen und sich von diesem abzuspalten zu sezessionieren und eventuell Bindungen mit anderen Gruppen einzugehen. Das einzige was die Menschen daran hindert ist das Gewaltmonopol. Dieses Gewaltmonopol soll nicht abgeschafft oder revulotionär, mit Hilfe einer Masse, gestürtzt werden sondern es soll mit Hilfe rein defensiver Technologie von dem Grund und Besitz des eines rechtmässigen Eigentümers, der sich für dieses Schritt entscheidet verdrängt werden.

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Luke Lametta 25. April 2015 at 21:55

Wenn man sich über etwas lustig machen will oder auch nur eine schwungvolle Polemik schreiben will, muß man das Objekt des Spotts zuerst mal gut verstanden haben. Das scheint mir hier nicht der Fall zu sein. Schade. Üben.

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Nino 25. April 2015 at 21:52

Ich kann mich Johnny Uonda nur anschliessen. Bloss weil wir Ancaps etwas von moralischen Werten und konsistente Prinzipien halten, sind wir noch lange keine Sekten-Jünger. Sag’s doch einfach, Alex: Du hältst die Leute für Dumm und kannst/willst sie nicht ihnen selbst überlassen.

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Johnny Uonda 25. April 2015 at 19:26

Bist du irgendwie behindert? Die Ancaps schicken eben niemanden in den Schuetzengraben! Atombomben bauen sie ebenfalls nicht, auf so Ideen kommen nur kranke Etatisten wie du. Moslems kommen keine hierher (jedenfalls nicht die Fraktion der Troublemaker) ohne Sozialstaat.

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Besorgter 25. April 2015 at 22:15

Davon abgesehen, dass du gegen Behinderte hetzt… Sobald also der Anarchokapitalimus herrscht, geben alle Bösen ihre Atomwaffen und Macht auf. Wie dumm bist du eigentlich, ohne die Ausrede ‘geistig behindert zu sein’ zu haben? Hey, die Kommunisten reden auch ständig von Frieden und dass sie nur den Faschismus bekämpfen wollen, denn der Kapitalimus ist schuld…
OMG

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H0L0gr4mm 26. April 2015 at 1:04

Nein wenn ein Böser ne Atomwaffe hat, gibt es ja noch die Sicherheitsunternehmen und bewaffneten Bürger die dann mitt…Pistolen gegen..Atombomben kämpfen. Die Schiesen die dann halt ab in der Luft, passt schon.

Denn die Atombombe hat vll. nur 2 hp, ne Waffe macht aber über 100 damage, dazu ne trefferungenauigkeit, aber das wird schon passen.

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