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Dänikens Alien-Astronauten gab es leider nicht

TechnologieDänikens Alien-Astronauten gab es leider nicht

Foto: Shutterstock

Der „große internationale Erich-von-Däniken-Kongress“ wurde am 11. und 12. April im deutschen Sindelfingen ganz groß aufgezogen; schließlich lässt sich mit seinen Büchern viel Geld machen. Es handelte sich quasi um eine Mischung aus Werbeveranstaltung und Gottesdienst.

Die vorherrschenden Religionen der alternativen Szene sind die altbackene Esoterik und die Mythen über „Prä-Astronautik“, Außerirdische die uns erschaffen bzw. uns den göttlichen Funken in Form von technischen Errungenschaften gebracht haben sollen. Einer der Hohepriester ist der Schweizer Erich von Däniken; er veröffentlichte vor Jahrzehnten einfach ein paar Ideen, die stark an ältere Fantasie-Geschichten von H.P. Lovecraft erinnern, und landete damit Bestseller mit einer Gesamtauflage von 70 Millionen verkauften Exemplaren.

Ronald Story widerlegte bereits 1976 in seinem Werk „The Space Gods Revealed“ das gesamte Däniken-Buch „Chariots of the Gods“. Jason Colavito entdeckte erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Dänikens Büchern und den alten Fantasy-Geschichten von H. P. Lovecraft über den Cthulhu Mythos. Bereits die unterhaltsamen Science Fiction-Magazine aus den 1940er und 1950er Jahren drehten sich um Prä-Astronautik.

Puma Punku

Eines der antiken Bauwerke, das von Alien-Astronauten geschaffen worden sei, ist Puma Punku und wird in der TV-Serie „Ancient Aliens“ ausgiebig besprochen. Ein kritischer Dokufilmer produzierte prompt seine Antwort in Form von „Ancient Aliens Debunked“. Hier ein Ausschnitt, übersetzt ins Deutsche von Cyberpunk:

Pumapunku gilt als der beste Beweis für die Ancient Astronaut-Theorie, es heißt es wäre das Beispiel schlechthin für erstaunliche antike Bauwerke, „direkt gebaut von Außerirdischen“. Die TV-Serie Ancient Aliens beginnt mit dem Schein-Dilemma, dass es für Vorzeitmenschen absolut unmöglich gewesen sein soll, PumaPunku zu bauen.

Es wird oft nur wiederholt, was in Erich von Däniken-Büchern gelesen wurde. Auf den Däniken-Büchern basiert die Ancient-Aliens-Serie.

Die Faktens sind weit weniger beeindruckend: Die Steine bei Puma Punku sind nicht aus Granit oder Diorit, sondern aus rotem Sandstein und Andesit. Der schwerste Block in Puma Punku wiegt nur 130 Tonnen und die meisten der Steine dort sind viel kleiner. Ancient Aliens verwendet sehr viel Zeit auf die verschiedenen Funktionen des Steinmauerwerks in Puma Punku bevor erklärt wird, dass es unmöglich sei es, so etwas ohne Elektrowerkzeuge zu bewerkstelligen.

Die Sand- und Andesit-Steine ??auf Pumapunku hätten leicht mit den grundlegendsten Steinbearbeitungswerkzeugen bearbeitet werden können. Die Vorstellung, diamantbestückte Motorsägen wären nötig, ist lächerlich. Der rote Sandstein war relativ weich und leicht zu verarbeiten, und auch wenn Andesit dagegen ziemlich hart ist, könnten es Steine gewesen sein mit einem Wert von 5,5 auf der Mohs-Skala. Solche behauene Steine ??wurden in Andesit-Steinbrüchen in der Umgebung gefunden.

Im Gegensatz zu den Behauptungen in Ancient Aliens, Archäologen wären von Puma Punku verblüfft, kennen Archäologen die Grundlagen, wie die Steine ??Puma Punku geschnitten und geformt wurden. Beweise dafür gibt es überall in der Umgebung. Sie hatten tatsächlich eine Methode angewendet, die fast alle alten Steinmetze verwendeten. Sie benutzten harte Klopfsteine, um Vertiefungen herauszuklopfen; später nahmen sie flache Steine ??und Sand, um den Stein zu schleifen, um eine polierte Oberfläche zu bekommen. Wir sehen, dass es die Ägypter 1000 Jahre zuvor ebenso machten, als sie ihre flachen Granit-Denkmäler, wie z.B. Obelisken schufen.

Sand, wie wir später in Ägypten sehen werden, enthält extrem harte Partikel und dieser kann, wenn er zwischen einer ebenen Fläche und Fels eingestreut wird, sogar die härtesten Steine polieren, welche den Menschen bekannt sind. Wir sehen auch, wie Sand ein Stück Kupfer in eine sehr effiziente Granit-Säge oder einen Granit-Bohrer verwandeln kann. Eine Methode, die auch die Ägypter verwendeten.

Einige Steine ??auf Puma Punku, welche „Ancient Aliens“ nie im Bild zeigt, sind solche, die gerade in der Mitte dieses Schneide-Vorgangs unfertig liegengelassen wurden. Es gibt dort Steine, die auf der einen Seite durch einfache Steinhämmer diese rillenartigen Vertiefungen bekommen haben und die auf der anderen Seite schon geschliffen und poliert wurden. Unfertige Steine ??wie diese zeigen deutlich, auf welche Art und Weise sie bearbeitet wurden – und zwar nicht mit Lasern oder Motorgeräten.

Es gibt auch untrügliche Beweise für einfache Steinhämmer an Stellen in den Blöcken, die nie dazu gedacht waren, später für den Betrachter sichtbar zu sein, z.B. dort wo bestimmte Steine ??miteinander verbunden werden sollten. Und aus diesem Grund ist es schwer für mich an Dänikens Behauptung zu glauben, denn es würde bedeuten, dass im Alien-Werkzeugkasten eine Laserpistole direkt neben einem Steinhammer liegt.

Es stimmt, dass Steinwerkzeuge nicht 100% ausreichen, um Puma Punku zu konstruieren, vor allem was einige der Feinheiten anbetrifft. Dafür würde man Metall-Meißel benötigen und eine Art Zimmermanns-Winkel. Einige Studien haben detailliert herausgefunden, wie diese Schnitte vorgenommen wurden und mit Ausnahme einiger Metallwerkzeuge wie Meißel ist nichts Spektakuläres erforderlich gewesen.

Die Argumente dagegen sind in der Regel entweder, dass eine bestimmte Kultur noch nicht ausreichend wusste, wie man Metalle gießt oder dass die Kupfermeißel zu schwach gewesen seien.
Zum ersten Punkt, wissen wir, dass die Prä-Inka-Kultur der Anden bei der Gewinnung des Metalls und bei der Schaffung der Metalllegierungen sehr geschickt war. In der Tat waren die Menschen, die Puma Punku gebaut haben, fähig zum Gießen von Kupferlegierungen in Formen direkt vor Ort, sie hatten also mehr als genug Fähigkeiten, alle Arten von Metallwerkzeugen herzustellen. Die Frage ist, was ist mit der Werkzeugkraft?

Selbst wenn sie reines Kupfer in die Form gegossen haben, hätten sie auch Schärfen müssen und zwar häufig. Da Archäologen tatsächlich einige dieser Metalle fanden, wie sie vor Ort verwendet wurden, wir wissen jetzt, dass sie aus einer sehr starken Kupfer-Arsen-Nickel-Legierung bestanden, welches ein viel stärkeres Endprodukt ausmachte.

Arsen wirkt wie ein De-Oxidationsmittel um zu verhindern, dass die Metalle spröde werden und Nickel in Kupferlegierungen wurde verwendet um speziell stärkere Meißel herzustellen. Sie müssen verstehen, dass sie in der Lage waren, starke Metallwerkzeuge in einer riesigen Vielzahl von Formen herzustellen, es gibt in Puma Punku keine Stein-Arbeit, die zu schwierig für sie gewesen wäre.

Warum macht Ancient Aliens über Dinge wie eine 90-Grad-Rechtwinkligkeit eine solche Aufregung?

Für ebene Flächen mit rechten Winkeln brauchte es keine Alien-Technologie, man benötigte nur einen rechten Winkel oder etwas Ähnliches. Es ist wichtig zu beachten, dass Puma Punku 1000 Jahre nach den großen Bauwerken der Ägypter gebaut wurde, welche alle Arten von Winkeln und Lote und Wasserwaagen hatten und so weiter, ist es ziemlich grundlegendes Steinbearbeitungswerkzeug.

Davon abgesehen ist, entgegen der Behauptungen aus Ancient Aliens, in Puma Punku längst nicht alles perfekt im rechten Winkel. Sie können das auch in der TV-Sendung sehen, ironischerweise genau dann als das Ancient Aliens-Crewmitglied mit dem rechten Winkel um einen der Steine geht. Sie können sehen, einige von ihnen sind einfach nicht rechtwinklig.

Auch stellen sie die Behauptungen auf, alle H-Blöcke hätten die gleichen Abmessungen und deuten darauf hin, sie wären von einer großen Maschine hergestellt. Die Abmessungen der H-Blöcke sind aber nicht alle gleich, obwohl sie zusammenstehen. Es ist wohl eher so, dass sie nach denselben Plänen gemacht wurden. Apropos Pläne …Die Erbauer der Puma Punku hatten möglicherweise kein Alphabet, aber sie nutzen die dort übliche Ikonographie oder Kunstwerke ihrer Kultur, genannt Yaya Mama. Alle Symbole dort vor Ort sind Yaya Mama, kein geheimer Alien-Code und dies ist nur einer von vielen Hinweisen auf die dortige Kultur und auch auf die Zeit als es gebaut wurde.

Aber mein Punkt ist, dass sie wie viele Kulturen Bilder anstelle eines Alphabets verwendeten und, wie bei vielen anderen Bauplänen, benutzen sie Bilder als Blaupausen. Was ist aber mit dem Bewegen der großen, schweren Steinblöcke? Erfordert das nicht magische Levitation oder Alien-Technologie? Nun, die Arbeiter betrieben sehr viel Aufwand bei der Einfügung von Ausbuchtungen in den Steinen, um Seile zu befestigen.

Viele Steine haben Rillen, mehrere Zentimeter in Breite und Tiefe, auf zwei benachbarten Flächen zum Befestigen von Seilen. Sie hatten sogar besondere Stellen in den Steinen, welche die Puma Punku-Spezialisten „geschnittene Hebegriffe“ nennen. Was die Ancient Astronaut-Theorie noch schlimmer macht: Nach Archäologe Jean-Pierre Protzen, Experte für Puma Punku, gibt es fast keinen Stein auf dem Pumapunku- Ausgrabungsort, der nicht auf einer seiner Flächen das hat, was er „Schleifspuren“ nennt, was typisch ist wenn man Steine zum Bauplatz zieht.

Die Ägypter importierten Holz aus Ländern wie Libanon und für die Erbauer von Puma Punku war es viel einfacher gewesen, Holz für Schlitten zu besorgen, denn sie mussten nur einen Spaziergang hinunter ins Tal machen.

Zitieren wir den Archäologen Alexi Vranich:

„Die hohe Qualität der Steine machte es begehrenswert, diese zu verwenden als Baumaterial für Häuser, Kirchen, Plätze, Brücken und sogar für die Eisenbahn.“

Mit anderen Worten, die Steine wurde abgetragen und durch Einheimische weggeschleppt, um sie als Baustoff zu nutzen. In der Tat haben wir sogar die 400 Jahre alten Schriften der Besucher auf Puma Punku, die besagen, dass die Plünderungen schon damals in vollem Gange waren. Er schrieb, dass, wenn der Standort näher an der Stadt gewesen wäre, wohl heute keine Steine mehr übrig wären.

Ancient Aliens sagt, dass Pumapunku 17.000 Jahre alt ist. Dies ist, was Vranich zu dieser Behauptung meint:

„Die Behauptung Tiwanaku wäre 14.000 Jahre alt, ist auf eine ziemlich fehlerhafte Studie aus dem Jahr 1926 zurückzuführen. Seit dieser Zeit gab es jede Menge archäologische und geologische Untersuchungen in der Region, und alle Daten zeigen, dass Tiwanaku seit 300-500 n.Chr. existiert.“

Für weitere Informationen über die fehlerhafte Studie, zitiere ich Jason Colavito, der die Acient Astronaut Theorie seit Jahren in seinen Büchern und Blogs entlarvt. Er sagte Folgendes zu dieser Behauptung:

„Tiwanaku sei 17.000 Jahre alt. Dieses Angabe ergibt sich aus der Arbeit von Arthur Posnansky, der Archäo-Astronomie anwendete und zwar in einer Weise, welche moderne Wissenschaftler nicht als legitim anerkennen.

Posnansky nannte das Datum 15.000 Jahre von heute (d.h. 13.000 v.Chr.), welches die Genies von Ancient Aliens falsch verstanden haben als 15.000 v.Chr. und dann noch zusätzliche 2000 Jahre zu den bereits fehlerhaften Daten von Posnansky addierten.“

Pumapunku wurde mit einer Vielzahl von Methoden datiert. Mittels Karbonmethode, die Art der Metalle welche sie verwendeten, Trümmer an bestimmten Orten, die Art der Ikonographie welche benutzt wurde. Buchstäblich jeder Art von Anwendung einer Datierungsmethode kommt zu dem gleichen Schluss: Es wurde im frühen Mittelalter gebaut.

Bevor wir dieses Kapitel bzgl. Pumapunku abschließen, es gibt zwei weitere Behauptungen welche ich ansprechen möchte: Wenn Sie ein wenig über das Inka-imperiale System und deren Religion wissen, werden Sie verstehen, warum die Inkas den Ort nicht beanspruchen und warum sie behaupten, dass er einen übernatürlichen Ursprung hatte.

Ein Teil der Inka-Staatsreligion war, dass das Inkareich die erste Zivilisation war und von Gott selbst geschaffen wurde. Es war eine sehr bequeme Idee zur Stärkung der Inka und für das Recht, alle anderen zu beherrschen. Als die Inkas Pumapunku entdeckten, war der Ort bereits seit mindestens 100 Jahren aufgegeben worden. Hätten die Inka zugegeben, dass es eine Vor-Inka-Kultur überhaupt gegeben hatte, geschweige denn eine mit mehr Geschick als ihre, es wäre für das ganze Inka-System sehr schlecht gewesen.

Sie veränderten also sie ihre bestehende Mythologie, um PumaPunku miteinzuschließen. Anstatt dass die Gottheit Viracocha nur die Inka-Hauptstadt schuf, schuf er nach späterer Propaganda dann angeblich auch Pumapunku.

https://youtu.be/Fn4AoAZMRqM

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